Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'die Größe des Ziels'

Das spirituelle Umfeld ist der Aufbewahrungsort der Seele

Die ganze Schwierigkeit besteht darin, dass wir auf unserem spirituellen Weg versuchen, genauso zu handeln wie in unserem materiellen Leben. Wir vertrauen auf unsere eigenen Kräfte, um bestimmte Werte zu erreichen. Alle unsere Berechnungen, ob bewusst oder unbewusst, sind auf unseren eigenen Nutzen ausgerichtet.

Bislang wurde die Bedeutung eines Ziels meist nur als Mittel zum Zweck verstanden: sei es zur Erholung, zum Erwerb von Geld, Macht, Anerkennung oder Wissen. Unsere Wünsche wurden maßgeblich durch unser Umfeld geprägt, sodass wir uns häufig nach den Vorstellungen anderer orientierten. Dadurch erweiterten sich stetig unsere eigenen Wünsche, und so entwickelten wir uns weiter. Ursprünglich beschränkten sich unsere Bedürfnisse auf das Tierische, wie Essen, Sexualität und Familie; die Wünsche nach Geld, Macht oder Wissen haben wir erst durch die Gesellschaft, in der wir leben, übernommen.

Wenn der Mensch ein neues Verlangen nach Spiritualität erhält, sollte es genauso auf  dieselbe Art und Weise wachsen. Das Problem dabei ist: Befindet sich der Mensch in einer Gemeinschaft, die gemeinsam lernt, dann nimmt er von außen vor allem materielle Eigenschaften wahr – z.B. wer ist intelligenter oder versteht die Schriften besser.

Sein Verlangen, voranzukommen, ist der egoistische „Punkt im Herzen“ – “die Kehrseite der heiligen Seele“- sie muss durch die Größe des Ziels und die Größe des Schöpfers entwickelt werden.

Alle Werte, die mit der Größe des Ziels, des Schöpfers und der spirituellen Welt verbunden sind, basieren auf der Bereitschaft zu Geben anstatt zu Empfangen. Es kommt hier zum Punkt, der heißt: „An dem Ort, wo die Sünder fallen, erheben sich die Gerechten und gehen voran.“ Sowohl die Sünder als auch die Gerechten existieren in einem Menschen.

Entscheidend ist, wie der Mensch sich gegenüber seiner Umgebung verhält. Die Umgebung wird dabei zum spirituellen „Gefäß“ – nur wenn er erkennt, dass er den Eindruck der Größe des Gebens, der Nächstenliebe bekommt, kann er sein neues Verlangen nach Spiritualität entwickeln.

Daher beginnt jeder Mensch seinen spirituellen Weg mit einem “Punkt im Herzen“. Dieser ist der wichtigste Punkt, die Grundlage des Menschen, aber es ist die „Kehrseite der heiligen Seele“, und mehr wird es in diesem Punkt nicht geben. Zu diesem Punkt muss er alle seine anderen spirituellen Kelim (Gefäße) hinzufügen, bis hin zur Malchut der Welt der Unendlichkeit. All diese Wünsche erhält er vom Umfeld, in ihm selbst wird sich nichts Neues mehr entwickeln.

Das spirituelle Kli (Gefäß) wird durch die Umgebung gebildet – es ist die Größe des Ziels, die den Wunsch und das spirituelle Gefäß formt, in dem der Schöpfer offenbart wird. Dadurch wird die Verbindung und Verschmelzung mit Ihm möglich.

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Aus der Lektion zum Thema „Wichtigkeit  der Größe des Schöpfers durch die Umgebung“

 

Im Gegensatz zu den Naturgesetzen

Frage: Die äußeren Merkmale unserer falschen Beziehung verursachen eine Krise. In der Wirtschaft lässt sich dies an Beispielen wie dem Wegwerfen riesiger Lebensmittelmengen zeigen, um das Preisniveau auf dem Markt zu halten.
Im Bereich des Gesundheitswesens werden nur solche Medikamente hergestellt die für die Pharmaindustrie profitabel sind. Im Bereich der Ökologie produziert die chemische Industrie jährlich Hunderte von Tonnen anorganischer Produkte, welche die Atmosphäre verschmutzen. Das heißt, alles wird vom Profit eines anderen diktiert, ohne Rücksichtnahme gegenüber den restlichen Menschen. 

Versteht der Mensch nicht, dass die Gesetze der Gesellschaft die gleichen Naturgesetze sind wie die physikalischen?

Antwort: Er kann sie nicht spüren, kann sie nicht berücksichtigen und realisieren. Wenn ich die Grenzen einer Kraft nicht wahrnehme, existiert sie für mich nicht.

Frage: Inwiefern widerspricht die Ideologie der Konsumgesellschaft den Trends und den Naturgesetzen?

Antwort: Es ist eine Tatsache, dass die Natur integral ist. Sie tut nichts Unnötiges. Für die Natur sind Anfang, Mitte und Ende objektiv notwendige Systeme und existieren nur, um sie in den besten Zustand zu bringen. Damit ein Mensch etwas tun kann, muss er den Anfang und das Ende kennen. Er muss seine gesamte Beziehung zur Natur spüren und verstehen warum er existiert.

Das haben wir nicht, also konzentrieren wir uns nur auf unseren Egoismus. Tatsächlich müssen wir uns mit der Natur beschäftigen, die Größe des Ziels spüren und versuchen, uns mit aller Kraft darauf einzulassen.

Aus dem TV-Programm „Die Ära des Post-Koronavirus“, 07.05.2020.

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