Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Immer höher und höher

Der Schöpfer hatte die schwierige Aufgabe, einen Menschen zu erschaffen, der ihm ähnlich sein wird, aber trotzdem ein Mensch bleibt, also unabhängig vom Schöpfer. Er darf nicht wie ein Embryo im Mutterleib innerhalb des Schöpfers sein, der noch nicht als existent gilt, weil sein ganzes Leben von der Mutter abhängt.

Ich hab mal „Die Geschichte vom guten Zauberer” geschrieben, die genau davon handelt. Der Zauberer war einsam und wollte sich einen Freund erschaffen. Er versuchte, einen Freund aus einem Stein, aus einer Blume, aus einem Hund zu machen – aus etwas, das auf der Ebene der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur existiert, aber er merkte, dass das nicht klappen würde. Denn hier gibt es kein eigenständiges Wesen, das sich gegen den Schöpfer stellen könnte.

Und dann beschloss er, einen Menschen mit einem großen Verlangen nach Genuss zu erschaffen, der dem Schöpfer entgegengesetzt sein würde, ihm nicht zustimmen, sich ihm widersetzen und ihn sogar verärgern und hassen würde.

All dieser Egoismus muss in uns vorhanden sein, damit wir den Schöpfer fühlen, verstehen und uns mit Ihm verbinden können. Der Mensch muss unbedingt zwei Gegensätze in sich vereinen: Dunkelheit und Licht, Böses und Gutes.

Aber das Böse muss zuerst auftauchen, damit der Mensch sich vom Bösen trennen und über seine Natur erheben kann. Deshalb ist die Vorbereitung auf die Erschaffung des Menschen so ein komplizierter und langwieriger Prozess. Es musste etwas erschaffen werden, das dem Schöpfer entgegengesetzt ist – das Verlangen zu genießen, das sich nach und nach durch das Licht entwickelt, sich mal mit ihm verbindet, mal von ihm trennt, also mit zwei Verlangen arbeitet: dem Verlangen zu empfangen und dem Verlangen zu geben.

So bereitet der Schöpfer die Schöpfung vor: Er baut und zerstört, baut wieder auf und zerstört erneut. Und dadurch, dass Er alle Stufen, alle Welten bis hin zur Welt der Unendlichkeit aufgebaut und zerstört hat, hat Er alle Zustände einer gegen den anderen vorbereitet, damit der Mensch unter ihnen leben und sich über beide erheben kann, über das Gute und das Böse, wie es heißt: „Und ihr werdet wie Götter sein, die Gut und Böse kennen.“ Und das ist der Punkt, an dem die Schöpfung beginnt, die für alle gemeinsame Eigenschaft der Vereinigung und Liebe.

Man kann sagen, dass die lange Vorbereitung der Schöpfung darauf, sich zu korrigieren und ihren wahren Zustand zu offenbaren, in unseren Tagen, in unserem Leben, abgeschlossen ist. Wir sind die erste Gruppe, die versucht, auf dem richtigen Weg zum Ziel zu bleiben. Alle notwendigen Vorbereitungen sind bereits getroffen, um den Aufstieg zu einer spirituellen Stufe zu beginnen, die „Glaube über das Wissen“ genannt wird.

Wir wollen uns von unserer Meinung zur Meinung des Schöpfers erheben, die für uns Glaube heißt. Unsere eigene Meinung heißt Wissen. Jede Stufe beginnt mit Dunkelheit, mit dem, was meine Natur verlangt, aber ich strebe nach der Meinung des Schöpfers und muss mich deshalb jedes Mal erheben. Ich handle und denke jetzt nicht so, wie ich selbst denken und handeln möchte, sondern so, wie es der Schöpfer will.

Der Schöpfer ist die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, und wenn ich seinen Wunsch erfülle, baue ich damit eine spirituelle Struktur auf, einen Parzuf, ein System der Verbindung zwischen dem Schöpfer und mir durch die Gruppe, den Zehner, die gesamte Menschheit.

Ich denke und bitte nicht für mich selbst, sondern nur für andere: dass sie das Ziel nicht vergessen und sich nicht davon abwenden. Ich richte meinen ganzen Verstand und mein ganzes Herz auf sie, um sie zum Schöpfer zu bringen, und werde so zu seinem Partner. Ich lebe und sorge mich um die ganze Menschheit und bringe sie dem Schöpfer näher.

Nach und nach wird jeder Mensch auf der Welt erkennen, dass er so arbeiten muss. Denn wenn jeder sich um die anderen kümmert statt um sich selbst, werden wir vom Weg des Leidens auf den Weg der Tora, den Weg des Lichts, übergehen und uns vom Coronavirus und allen anderen Problemen befreien. Wenn wir anfangen, über die Vereinigung nachzudenken, wird sich in der Welt alles von selbst regeln. Wir müssen lediglich unsere Gedanken korrigieren, und „alles wird sich in den Gedanken auflösen”.

Dadurch bringen wir alle Kräfte in der Natur ins Gleichgewicht, die derzeit unser Leben absichtlich durcheinanderbringt, als würde sie Karten mischen. Alles hängt von unserem Verlangen auf der menschlichen Ebene ab, der höchsten Ebene dieser Welt.

Wir werden unsere wahren menschlichen Kräfte spüren, sowie alles, was uns jetzt im Universum verborgen ist: Schwarze Löcher und dunkle Materie, all die Kräfte, die vor der Erschaffung der Welt wirkten und sie erschaffen haben. Das heißt, wir werden beginnen, in die Schöpfung einzutreten und zu spüren, wo wir uns befinden. Und das ist keine Fantasie, sondern echte Wissenschaft, die Wissenschaft der Kabbala.

Und alles fängt damit an, dass jeder nicht an sich selbst denkt, sondern an seinen Nächsten, an alle, und so die höchste Stufe erreicht. Aus sich selbst herauszukommen bedeutet bereits, zum Schöpfer zu gelangen, denn Er befindet sich außerhalb unserer egoistischen Gedanken und Wünsche. Der Glaube über dem Wissen – das ist der Weg, um die nächste spirituelle Stufe zu erreichen, immer höher und höher.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Mein neues Buch ist jetzt erschienen – Die Jüdische Wahl: Einheit oder Antisemitismus


Selten sehen Kabbalisten, wie ihre Träume wahr werden. Noch seltener sehen sie die Erfüllung der Träume ihrer großen Lehrer. Aber heute ist so ein festlicher Tag: Mit großer Freude möchte ich mit Ihnen teilen, dass mein gerade veröffentlichtes Buch, The Jewish Choice: Unity or Antisemitism, alles ans Licht bringt, was meine Lehrer mir beigebracht haben.

 

Sie lehrten mich, dass das Schicksal des jüdischen Volkes von seiner Einheit abhängt, dass, wenn sie sich vereinen, sie Erfolg haben und wenn sie sich einander hassen, die Welt sie hasst.

Jetzt, endlich in einem Buch zusammengefasst, gibt es eine überaus große Sammlung von Beweisen aus der gesamten Geschichte des jüdischen Volkes, dass dies tatsächlich der Fall ist. Es ist ein Beweis dafür, dass die Vorhersagen unserer Weisen richtig sind!

Mit der Hilfe von Dutzenden von Freunden und Studenten wurde eine Unmenge von Ressourcen gesammelt, was darauf hinweist, dass, wie ein berühmter Autor es ausdrückte, „die Juden durch ihre eigene Uneinigkeit zunichte gemacht werden“.

Tatsächlich ist The Jewish Choice: Unity or Anti-Semitism wie kein anderes Buch, das Sie jemals über Juden, über Geschichte oder Antisemitismus gelesen haben. Am Ende des Buches werden Sie den Grund für den ältesten Hass kennen, wie er aufgelöst werden kann und wie Juden und Nichtjuden als Ergebnis davon profitieren werden.

Ich bin den Freunden und Studenten dankbar, die geholfen haben, dieses Projekt zu verwirklichen. Ich bin sicher, es wird jeden aufklären, der es liest, so wie es mich aufklärt, wenn ich daran arbeite.

Darüber hinaus haben wir im Rahmen der Veröffentlichung die ersten 50 Exemplare in Israel gedruckt und ich habe jedes Buch persönlich signiert. Hier ist ein Link zu dieser limitierten Erstausgabe: 

bit.ly/TheJewishChoiceLimitedEdition50Copies

Erhältlich auch bei Amazon:

https://amzn.to/2MvM5B2

 

Der Geheimkode des Sohar

Eine Frage, die ich erhielt: Könnte man sagen, dass der Redefluss des Buches Sohar die Stärke und die Richtung der Kräfte, die uns miteinander verbinden, verändert?

Meine Antwort: Wir wissen nicht, wie es funktioniert. Es gibt hier etwas, das vor uns noch sehr verborgen ist.

Einerseits ist das Buch in so einer Sprache geschrieben, dass wir scheinbar durchaus logische Sachen darin erkennen, uns mit ihnen verbinden, auf eine bestimmte Weise uns darin oder sie in uns sehen können.

Es gibt eine gewisse Interaktion zwischen mir und dem Buch, eine Verbindung und Verständnis, dass das Buch über mich spricht und ich mich darin befinde.

Doch dieses Empfinden ist absolut falsch. Uns wird einfach die Geschichte, die unwahrscheinlich weit von uns entfernt, mit gar nichts zu vergleichen und fremd ist, in einer solchen Form präsentiert, als wenn ein Wundertier die menschliche Gestalt annehmen und sich mit uns unterhalten würde, und wir nur seine äußere Form – Arme, Beine, Kopf – erkennen könnten. Doch das ist vollkommen anders.

Aus diesem Grund müssen wir dem Sohar als einem Buch gegenübertreten, das einen gewissen Geheimkode, eine Abfolge von spirituellen Anweisungen enthält. Ich weiß nicht, wie sie im Inneren geschrieben sind und kann nicht mit ihnen in Berührung kommen.

Um auch nur die geringste Verbindung mit ihnen herzustellen, lese ich den Sohar. Doch die Verbindung entsteht nicht, weil ich den Text höre oder lese, sondern im Maße meines Verlangens, mich mit diesem inneren Kode zu verbinden, damit er mich verändert.

Das Buch kann in allen möglichen Formen geschrieben sein, es kann sogar sein, dass ich kein einziges Wort verstehe. Wichtig ist mein Verlangen, dass der innere Inhalt des Buches mich korrigiert. Sein innerer Inhalt ist die spirituelle Welt mit all ihren Vorrichtungen, Handlungen und Kräften, und kein gebundenes Papier.

Aus dem Sohar-Unterricht (Abs. Lecha Lecha), 04.08.2010

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