Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'die Angst'

Wie schaffe ich es mich nicht zu verlieren?

Frage: Heute weiß ich was ich bin. Irgendwie ermöglicht mir das, mich in dieser Welt zu orientieren. Wenn ich Ihre Artikel studiere oder Ihre Videos anschaue, höre ich oft den Satz, dass das Erkennen des Schöpfers eine Verschmelzung mit ihm ist.

Dennoch spüre ich die innere Angst, dass ich nicht mehr da sein werde, wenn ich mich dem Schöpfer nähere und mit ihm verschmelze. Was ist diese Angst und was ist die Verschmelzung mit dem Schöpfer?

Antwort: Die Verschmelzung mit dem Schöpfer ist erreicht, wenn Ihr Egoismus nachlässt, an Bedeutung verliert. Es entsteht die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens, die wir Schöpfer nennen. Das Zurückgeben beginnt, sich über all Ihre anderen Qualitäten, Kräfte und Absichten durchzusetzen.

Mit anderen Worten, die Eigenschaft des Gebens, der Verbindung, die Liebe zu allem, was „über sich selbst hinausgeht“, ist das Mittel, das Sie dem Schöpfer näher bringt. Das ist eine spirituelle Eigenschaft. Wenn Sie anfangen zu spüren, dass sie sich bereits in Ihnen äußert, bedeutet das, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.

Frage: Verliere ich in diesem Ablauf nicht meine Individualität?

Antwort: Sie verlieren nichts, denn diese Eigenschaft, die Sie erwerben, wächst auch aus Ihrem Egoismus heraus, nur in der entgegengesetzten Richtung.

Aus dem Unterricht, 26.01.2020

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„Der Tod und ich“

Frage: Unser Gehirn weigert sich, die Unabwendbarkeit des Todes zu akzeptieren. Wenn es Informationen, die wir mit dem Tod in Verbindung bringen erhält, sagt uns etwas, dass diese Daten unzuverlässig sind. Wir können den Tod eines anderen Menschen vorhersagen, bei dem Eigenen liegen wir fast immer falsch.

Nach Ansicht von Experten ignoriert der Mensch unbewusst die Fakten und nimmt sich als jemanden wahr, der eine lange, wenn nicht ewige Existenz haben wird. Warum passiert das bei uns Menschen?

Antwort: Ein lebendes Geschöpf muss und kann nicht verstehen, dass es sterblich ist. Es muss so sein, da es sich vorwärts bewegt – einige Dinge werden dabei umgesetzt, andere bleiben zurück.

Frage: Kann die Erkenntnis, dass ich sterblich bin und davor Angst habe, für uns Menschen nützlich sein?

Antwort: Die Furcht vor dem Tod ist die Angst vor dem Nichtvorhandensein. Wie kann ich mir die Welt, in der ich nicht mehr existiere, vorstellen? Das ist eine schreckliche Ablehnung des Egoismus.

Was bedeutet schließlich die Welt? Die Welt bin ich – ich existiere, ich kenne sie, verstehe sie, fühle sie. Ich bin in ihr und ich bin in ihrer Mitte. Auf einmal geht es darum, dass ich verschwinden muss.

Was bleibt in der Welt? Schließlich fühlt man die Welt durch sich selbst. Wenn dieses „Ich“ nicht existiert, dann war es das! Beim Egoismus geht es nicht darum das die Welt ohne ihn existieren kann.

Hier gibt es nur einen Weg – den Menschen erklären, dass die Welt ewig, endlos und vollkommen ist. Sie ist völlig anders als wir sie wahrnehmen.

Dafür müssen wir uns auf die Stufe erheben, auf der wir die Eigenschaft des Gebens und der Liebe offenbaren. Dann werden wir die andere Welt sehen.

Frage: Wir werden uns also über unseren Egoismus erheben und uns davon trennen?

Antwort: Ja, wir werden die Welt als eine Eigenschaft erkennen, die dem Egoismus entgegengesetzt ist.

Uns sollte die Tatsache, dass wir eine bestimmte Eigenschaft haben und so geschaffen wurden, nicht einschränken. Wir müssen die Welt anders, vielseitig ansehen, dann werden wir in der Lage sein, uns und die Welt als eine Verbindung zu betrachten.

Frage: Sie behaupten: „Wenn ich mich über den Egoismus erhebe und zu den Eigenschaften der Liebe und des Gebens komme, ich die Welt als unendlich wahrnehmen kann. Werde ich dann ebenso unendlich?

Antwort: Ja.

Frage: Dann gibt es keinen Tod?

Antwort: In der Eigenschaft des Gebens gibt es keinen Tod.

Frage: Erlebt dann ein Mensch, dass er unendlich ist?

Antwort: Ja, die Kabbala erklärt es uns. Wir können es, wenn wir es wünschen.

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Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 24.10.2019

 

„Wie man die Angst vor dem Coronavirus überwindet“

Je rücksichtsvoller und verantwortungsbewusster wir für andere werden, desto mehr ähneln wir der Natur.

Wir sollten die Zeit des Coronavirus nutzen, um zu erkennen, wie sie in den Plan der Natur passt – die Menschheit zu einer vollständigen und harmonischen Verbindung zu erheben und auch, wie sie entstanden ist, um uns den Makel unseres eigennützigen Umgangs miteinander zu zeigen. Auf diese Weise können wir darüber nachdenken, wie wir uns besser miteinander verbinden können und dadurch eine solide Grundlage zur Überwindung der Angst während dieser Pandemie haben. 

Um die Angst vor dem Coronavirus zu überwinden, ist es erforderlich, dass wir uns den Befürchtungen stellen, dass 

  • das Virus hier bleibt, 
  • wir lernen sollten, uns vor ihm zu schützen, 
  • die Heilung recht kompliziert zu finden sein wird und 
  • wir durch eine Lösung für die Pandemie vielleicht plötzlich sogar ein neues, gefährlicheres Virus entdecken, das womöglich eine Mutation desselben ist, auf die wir nicht vorbereitet waren.

Wie könnte das Aufzeigen dieser Befürchtungen uns möglicherweise helfen, die mit dem Coronavirus verbundene Angst zu überwinden?

Es sollt kein Problem sein, solche Befürchtungen zu äußern. Anstatt uns jedoch davon abzulenken, sollten wir vor allem das eigentliche Heilmittel betonen, dass, wenn wir diese Zeit nutzen und uns positiv miteinander verbinden, unseren Schwerpunkt vom Eigennutzen hin zum Nutzen für andere verlagern können, wir die positive Kraft der Verbindung, der Liebe und der Selbsthingabe der Natur wecken werden. Und die Kraft der Natur hat die Macht, alles zu „desinfizieren“.

Darüber nachzudenken, wie man anderen helfen kann, ist der Schlüssel zur Überwindung von Ängsten

Überlegen Sie einmal: Wenn Sie damit aufhören würden, sich um sich selbst zu kümmern und sich auf andere konzentrieren würden – wie man ihnen helfen, sie unterstützen und ihre Stimmung heben könnte – dann hätten Sie keinen “ Raum “ in sich selbst, in dem Sie sich ängstlich fühlen könnten. Außerdem wären Sie vor Viren und anderen schädlichen Kräften in der Realität geschützt, da diese alle an der egoistischen Sorge um den Eigennutzen haften.

Wenn wir also rücksichtsvoller und verantwortungsbewusster für andere werden, werden wir der Natur ähnlicher. Die bestmögliche Nutzung unserer Zeit während dieser Pandemie wäre also, unsere Einstellung zueinander zu ändern, unsere inneren Schalter von unserem eigenen Nutzen zum Nutzen für andere umzulegen. Dann wird die positive Verbindung, die wir durch unser Gleichgewicht mit der Natur offenbaren, Harmonie, Glück und Frieden in unserem Leben bewirken.

Unser Hauptproblem ist die Erkenntnis, dass wir keine Kontrolle haben – die Natur dagegen schon

Unser Hauptproblem besteht darin, dass wir nicht erkennen, wie die Natur die Kontrolle hat, dass die Natur ein festgelegter Gedanke und Plan ist, und dass wir Teile sind, die sich gemäß dem Prozess entwickeln, der für uns festgelegt wurde. Im Gegenteil, wir glauben, dass wir diejenigen mit außergewöhnlichem Wissen und Intellekt sind.

Wenn wir im Gegensatz dazu denken würden, dass unsere Wahrnehmung unvollständig, und die Natur vollständig ist – dass die Natur uns geschaffen, entwickelt und erzogen hat – dann hätten wir keine andere Wahl, als die Überlegenheit der Natur anzuerkennen. Wir würden dann bereitwillig das ultimative integrale Gesetz der Natur einhalten – gegenseitige Verbindung, Rücksichtnahme und Verantwortung zwischen all ihren Teilen, ähnlich wie Zellen und Organe in einem Organismus funktionieren.

Wenn wir dieses Gesetz befolgen, dann werden wir eine positive Reaktion der Natur erleben: Gleichgewicht, Harmonie, Frieden, Liebe, Einheit und Glück.

Wenn wir der Integrität der Natur nicht gerecht werden, dann werden wir zunehmend negative Reaktionen im persönlichen, sozialen und ökologischen Bereichen spüren. Angefangen von Viren, Klimawandel und Naturkatastrophen bis hin zu Kriegen, Fremdenfeindlichkeit und Bürgerunruhen, sowie zunehmenden Fällen von Angst, Depressionen, Stress, Drogenmissbrauch, Selbstmorden und vielen anderen negativen Phänomenen.

Ich hoffe daher, dass wir diese Zeit des Coronavirus, in die wir eingetreten sind, weise nutzen und erkennen, dass unsere Weisheit begrenzt ist, dass die Weisheit der Natur unermesslich groß ist, und dass wir vernünftigerweise damit beginnen sollten, unsere Einstellung zu ändern und sie der Natur näher zu bringen.

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Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

Leben und Tod, Teil 9

Hat ein Kabbalist Angst vor dem Tod?

Frage: Was ist die richtige Einstellung zum Tod?

Antwort: Ich denke, es ist besser, nicht über den Tod nachzudenken, sondern zu glauben, dass wir unendlich, ewig existieren. Es ist notwendig, dass von uns diese Ewig- und Unendlichkeit, zumindest teilweise, noch in diesem Leben in unserem materiellen Zustand erfassbar gemacht wird.

Wir existieren, um im Laufe unseres Lebens die Hingabe und die Liebe als Mittel zur Erlangung der Ewigkeit, die Vollkommenheit des Schöpfers, die höhere Macht die all dies regiert, zu offenbaren. Das muss, anstatt über das tierische Leben und den Tod nachzudenken, unser Weg nach vorne sein.

Wir sollten uns testen, ob es uns wirklich wichtig ist. Wenn es dich noch stark beschäftigt, bedeutet es,  dass du noch nicht ernsthaft nach der Spiritualität strebst.

Wenn du dich mit der Spiritualität beschäftigst, ist es egal, was mit deinem Körper geschieht, ob er lebendig ist oder nicht. Du bist oder du möchtest in einem Zustand des Gebens und der Liebe sein.

Frage: Ein Kabbalist beschäftigt sich aber mit seinem Eiweißkörper. Durch ihn kommuniziert er mit Menschen, die noch nicht die Spiritualität erlangt haben. Könnte er, wenn er diesen Körper nicht hätte, mit seinen Schülern kommunizieren?

Antwort: Ja, er kümmert sich um seinen Körper, aber nur im Mindestmaß. Nur was als „notwendig und ausreichend“ bezeichnet wird.

Frage:  Denkt der Kabbalist darüber nach, was mit seinen Schülern, seiner Familie  nach seinem Tod geschehen wird?

Antwort: Die Familie ist ein gewöhnliches weltliches Bedürfnis. Die Schüler sind etwas anderes. Er sollte sie darauf vorbereiten, mit einem guten Bestand an Wissen bei der Methode zu bleiben. Es ist wichtig, ein „Labor“ zu organisieren, damit sich die Schüler selbst überprüfen können, um voran zu schreiten.

Frage: Hat der Kabbalist also Angst vor dem Tod, nur nicht auf egoistische Weise?

Antwort: Es ist nicht die Angst vor dem Tod, sondern der Wunsch, eine Welt zu verlassen, die maximal nach dem Zweck der Schöpfung strebt.

Denn was kann man sonst übrig lassen? Nichts. Wir nähern uns dem Zustand an, in dem ein Mensch erkennt, dass er nur etwas in Form von guten Taten zurückzulassen kann. Diese guten Taten werden in sein Lebensbuch geschrieben und sind ein Gewinn in seinem Leben.

Frage: Soweit ich verstehe, sollen die guten Taten andere Menschen dazu bringen, den Schöpfer zu offenbaren. Gibt es sonst nichts Gutes, was man anderen Menschen tun kann?

Antwort: Absolut nichts! Nur die anderen näher zum Schöpfer zu bringen.

Fortsetzung folgt…

Aus der TV Sendung „ Grundlagen der Kabbala“ 14.01.2019

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Familie und Ehe, Teil 10

Frage: Was sagt die Kabbala über Phänomene in der Familie wie Eifersucht und Betrug? Was ist die richtige Einstellung dazu?

Antwort: Es ist natürlich, denn wir sind sowohl Tiere als auch, in gewissem Maße, Menschen. Wenn unsere höhere Verbindung alles bestimmen wird, dann wird es keine Probleme geben, wir werden uns immer verstehen.  

Heute basiert alles auf der gegenseitigen Angst zwischen Mann und Frau: Ich werde mich scheiden lassen, die Polizei, das Gericht, es gibt körperliche Gewalt und alles Mögliche. Solche Grausamkeiten müssen vermieden werden. Solange wir die Vollkommenheit und die Kombination von Spirituellem mit dem Materiellem nicht erreicht haben, werden diese Probleme bestehen bleiben. Diejenigen, welche die Kabbala mit dem Ziel studieren, sich selbst zu korrigieren, werden diese Schwierigkeiten nicht weniger, sogar schlimmer als andere haben.

Bemerkung: Sie haben also eine Lösung für alle Probleme: die Offenbarung des Schöpfers. Wenn Er sich offenbart, wird alles verständlich.

Antwort: Wir sehen auch in unserer Welt, dass nichts Anderes übrigbleibt. 

Bemerkung: Ja, aber es nimmt Zeit in Anspruch.

Antwort: Das ist egal, wir müssen etwas tun und nicht die Entwicklung fortsetzen, die zu nichts führt.

Frage: Hat die Kabbala irgendwelche Lösungen?

Antwort: Damit wir verstehen, was wir sind, müssen wir zu arbeiten anfangen und uns ständig um die Offenbarung bemühen. Ich bin ein Tier, wenn ich mich mit der Kabbala beschäftige, werde ich vielleicht für eine gewisse Zeit ein noch größeres Tier. Es heißt: „Wer das Wissen vermehrt, vermehrt die Trauer.“

Der Egoismus des Menschen wächst, und ist nicht in der Lage, mit sich selbst klar zu kommen. Er versteht seine Probleme, kann aber nichts dagegen tun. Er korrigiert sie auf der spirituellen Stufe und stürzt möglicherweise auf die egoistische, irdische Stufe ab. Das gehört alles zum Weg, du kannst nichts tun.

Bemerkung: Sie sagen, dass man es versuchen, ausprobieren und sich Mühe geben soll.

Antwort: Das ist der Weg der Evolution. Schaut euch an, wie das alles geschieht: ein Individuum steigt auf und stürzt, verschwindet; dann erscheint und verschwindet ein anderes Individuum, das Dritte usw. Dies ist der Weg der Evolution. Wir machen auf unserem kabbalistischen Weg nichts Neues, wir beschleunigen lediglich die Zeit. Deshalb besteht unser Leben aus solchen Wirbeln.

Fortsetzung folgt…

 

Aus der TV-Sendung „Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

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