Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'der Einfluss des Lichts'

Die Wirkung des zukünftigen Lichts

Frage: Wie haben Sie gespürt, dass Sie Ihren Lehrer gefunden haben? Wie geschieht das?

Antwort: Das lässt sich nicht beschreiben. Ich sehe, dass auch die Menschen, die mit mir im Gespräch sind, beginnen, etwas zu spüren, denn das ist die Entwicklung des höheren Lichts.

Wenn dieses Licht auf ein noch nicht vollständig entwickeltes „Kli“ (Gefäß) einwirkt, ruft es im Menschen Rührung und erhöhte Empfindsamkeit hervor – einen sogenannten „kleinen Zustand“. Wie ein Kind, das zu weinen beginnt, weil es seinen Zustand nicht begreifen oder das, was in ihm geschehen soll, noch nicht in sich aufnehmen kann. Genau das Gleiche geschieht auch bei uns.

Frage: Bedeutet das, dass das Gefühl, dass etwas unbedingt hier, mit diesem Lehrer und an diesem Ort geschehen wird, vom Einfluss des Lichts abhängt? Wirkt das zukünftige Licht auf diese Weise auf den Menschen ein?

Antwort: Natürlich! Das umgebende Licht (Or Makif) ist genau dieses zukünftige Licht. Es wird “umgebendes” Licht genannt, da es nicht in den Menschen eintreten kann. Da der Mensch im Vergleich zu diesem Licht noch zu klein ist, empfindet er nur, dass er etwas gefunden hat – aber er weiß noch nicht, was genau.

Frage: Das heißt, das Licht scheint dem Menschen zu sagen: „Halte dich an mich fest, hier wird etwas geschehen“?

Antwort: Ja, genau. Von diesem Moment an kann der Mensch nicht mehr verloren gehen. Sich von dieser Quelle zu lösen, wird für ihn bereits unmöglich.

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Aus der Fernsehsendung „Geheimnisse des Ewigen Buches“

Jeden Zustand mit dem Schöpfer verbinden

Frage: Der Mensch soll sich in jedem Zustand an den Schöpfer wenden. Aber es gibt doch verschiedene Zustände?

Antwort: Die Zustände, die der Schöpfer dem Menschen schickt, unterscheiden sich nicht voneinander. Sie sind alle sehr einfach und erzeugen ein einfaches Licht, das die gesamte Wirklichkeit erfüllt. Die Zustände erscheinen dir nur deshalb unterschiedlich, da das Licht ein „Kli“(Gefäß) geschaffen hat, das eine Vielzahl unterschiedlicher Eigenschaften besitzt

Unter dem Einfluss dieses einfachen Lichts und auf dem Weg zu einem einfachen Ziel scheint es dem Mensch, als würde er verschiedene Zustände durchlaufen: gute und schlechte Zustände, die in unterschiedlichen Formen auftreten, einander widersprechen und sowohl in ihrem Wesen als auch ihrer Bedeutung nach gegensätzlich sind. Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Alle Zustände kommen mit nur einem einzigen Zweck und gemäß dem Plan des Schöpfers – um dem Geschöpf Genuss zu bereiten- und nur mit der einzigen Absicht: dich zur Quelle zurückzuführen.

Dass der Mensch all dies in unterschiedlicher Form wahrnimmt und den Zusammenhang zwischen den einzelnen Situationen nicht erkennen kann, obwohl er unter dem Einfluss des einfachen Lichts steht, bedeutet lediglich, dass er diesen inneren Punkt noch nicht erreicht hat. Im Menschen wurde noch kein innerer Auslöser betätigt, noch kein entscheidender Mechanismus aktiviert, durch den er in jedem Zustand nur noch das Eine erkennt. Im Gegenteil: Wenn man, jeden Zustand zu analisieren beginnt und bis ins Einzelne untersucht, wie er entsteht und was er bewirkt, entfernt man sich nur von der richtigen Handlung. Die richtige Handlung besteht darin, in jedem Zustand den Schöpfer zu sehen, der Sich dem Menschen offenbart und ihn an Sich erinnert, wie gesagt wurde: „Sie kommen und segnen dich. “Man sollte sich nicht übermäßig in einen Zustand vertiefen. Es genügt zu erkennen, dass er vom Schöpfer gesandt wurde. Hat man diese Erkenntnis erlangt, ist das ausreichend. Man soll nicht nach den kleinen Einzelheiten graben, denn dadurch versinkt man nur tiefer im Sumpf des Egoismus. Es genügt, dass der Mensch eine Verbindung mit dem Schöpfer hat. Dabei ist es nicht wichtig, wie man diese Verbindung im Augenblick empfindet – ob in einer positiven oder in einer negativen Form.

Um einen bestimmten Zustand abzuschließen, muss man ihn mit dem Schöpfer verbinden. Wenn man alles komplizierter macht, werden alle weiteren Handlungen lediglich künstlich sein und keinen spirituellen Nutzen bringen. Der nächste Zustand kann seinem Wesen nach tiefer, qualitativ feiner und reichhaltiger an Klärungen sein. Doch sobald der innere Auslöser aktiviert wird und man diesen neuen Zustand mit dem Schöpfer verbindet und aus diesem Zustand heraus um die Vereinigung mit Ihm bittet, geschieht dies bereits auf einer höheren Stufe.

Das bedeutet: Der Mensch kann nur in dem Maß tiefer in einen Zustand eindringen, wie der Schöpfer ihn offenbart und beleuchtet. Darüber kann er selbst nicht entscheiden. Man kann nicht sagen: „Jetzt werde ich bewusst in diesen Zustand eintauchen, in die linke Linie.“ Auf diese Weise verliert der Mensch den richtigen Kontakt zum Schöpfer. Das ist bereits die Klipa (unreine Kraft), die sagt: „Nein, du musst leiden, tiefer in deinen Egoismus eindringen und erkennen, wie schlecht du bist.“

Keinesfalls. Das Böse wird nur deshalb offenbart, damit der Mensch sich an den Schöpfer wendet. Das kann er sofort und ohne Verzögerung tun.

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Aus einer Lektion über einen Artikel von Rabash, 23.06.2026

Ein Buch, das Himmel und Erde verbindet

Frage: Was ist so besonders an der Tora, wenn sogar das Buch Sohar lediglich ein Kommentar zur Tora ist?

Antwort: Die Aufzeichnungen, die Moses auf Pergament gemacht hat, sind eine irdische Darstellung der spirituellen Handlungen des Lichts an dem Verlangen, ausgedrückt in materiellen Symbolen.

Alles, was Moses seinen Schülern beigebracht hat, hat er in einem Buch festgehalten. Während der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste schrieben sie die ganze Tora nieder und durchliefen dabei in ihren Aufzeichnungen, in ihren Körpern und in ihrem Geist den gesamten Weg, den sie zurückgelegt hatten, angefangen vom ägyptischen Exil (irdisch und spirituell) über die Wüste (irdisch und spirituell) bis hin zum Land Israel (irdisch und spirituell). All dies geschah in Verbindung von Zweig und Wurzel. Moses drückte diesen ganzen Weg in einer ganz konkreten, symbolischen Form aus.

Der Sohar drückt denselben Vorgang bereits auf einer anderen Ebene, in einer anderen Form aus, da das allgemeine Verlangen nach Genuss, das vom Schöpfer erschaffen wurde, inzwischen einige Schritte vorangekommen ist und sich unter dem Einfluss des Lichts weiterentwickelt hat

Und deshalb muss diesem Verlangen, das Höhen und Tiefen, den Untergang des Ersten und Zweiten Tempels, die Verbannung und die letzte Zerstörung vor der letzten Verbannung durchlaufen hat, eine Methode gegeben werden, die für das Ende der Verbannung, für unsere Zeit, geeignet ist.

Deshalb wurde das Buch Sohar geschrieben, dessen Autoren Anhänger vieler Generationen von Kabbalisten waren, angefangen bei Abraham bis zum Untergang des Tempels. Denn Rabbi Shimon war ein Schüler von Rabbi Akiva, der ein riesiges Licht offenbarte, und deshalb konnte er dies im Buch Sohar zum Ausdruck bringen.

Die Tora ist in zwei Teile aufgeteilt: in die mündliche und die schriftliche Tora, was aus dem Unterschied zwischen Seir Anpin (SA) und Malchut kommt. SA der Welt Azilut heißt „mündliche Tora”, und Malchut der Welt Azilut heißt „schriftliche Tora”.

Die Tora ist die Offenbarung des Lichts. In dem Licht, das zu Malchut kommt, ist alles enthalten, was für ihre Veränderung notwendig ist. Aber es ist noch nicht in die Tat umgesetzt worden und wird deshalb als „mündliche Tora” bezeichnet. Es handelt sich dabei noch um die Arbeit mit den Schirmen.

Und wenn unter dem Einfluss desselben Lichts in Malchut innere Veränderungen stattfinden und sich in ihr festsetzen, wird dies als „geschriebene Tora“ bezeichnet.

Es geht aber nur um die Wirkung des Lichts im Verlangen – vom Anfang der Schöpfung bis zu ihrer Vollendung. Denn es gibt nichts außer dem Verlangen. Unter diesen Wünschen gibt es solche, die sich selbstständig fühlen, getrennt von allen anderen – das sind wir. Sie haben Eigenschaften, die ihnen auf dem Weg der Korrektur helfen können. Und dafür bekommen sie das Gefühl von Mangel, von eigener Unvollkommenheit, von der Erkenntnis des Bösen – so fühlen wir uns.

Genau ihnen muss die sogenannte Tora gegeben werden – eine Anleitung, die ihnen erklärt, wie sie selbst, durch ihre freie Wahl, an ihrer Korrektur mitwirken können, selbst das Licht anziehen können, indem sie sich wünschen, schneller korrigiert zu werden, anstatt darauf zu warten, dass das Licht kommt und sie wachrüttelt.

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

Das zerbrochene Systems wiederherstellen

Frage: Die Menschen sind so erschaffen, dass jeder ein unterschiedliches  Immunsystemen hat. Manche werden mit unterschiedlichsten genetischen Erkrankungen, Fehlbildungen usw. geboren. Gibt es in der Spiritualität ähnliche Abweichungen? Lehrt die Weisheit der Kabbala, wie man sie beseitigen kann? Denn es gibt doch Dinge, die für das menschliche Auge verborgen bleiben.

Antwort: Alles wird durch unseren Ausgangspunkt bestimmt. Jeder von uns ist eine Zelle eines einzigen Organismus namens „Adam“. Dieses System wurde vom Höheren Licht erschaffen und nimmt zusammen mit ihm an allem, was geschieht und existiert, teil.

Das höhere Licht wirkt auf dieses System ein, wodurch dieses sich allmählich verändert, seine Eigenschaften enthüllt und seinerseits das Licht durch seine Resonanz beeinflusst. Wir sind Bestandteile dieses Systems.

Es durchlief einen gewaltigen Entwicklungsprozess unter dem Einfluss jenes Lichts, welches es erschuf, erfüllte und zerbrach. Und nun befinden sich alle seine Bestandteile in verschiedenen Zuständen einer quasi Lebendigkeit und dem Zerfall. Wir müssen sie wieder im selben System zusammenfügen, indem sie vor dem Zerbruch existierten, d.h. das System wiederherstellen. 

Stellen Sie sich ein Spielzeug vor, das aus Würfeln zusammengesetzt und dann zerbrochen wurde, und nun müssen Sie diese Würfel im gleichen Schema wie zuvor aufsammeln. Das ist unsere Arbeit, und sie ist sehr schwierig.

Wir selbst haben aber nicht die Kraft dafür. Wir sehnen uns nur danach, dass dies sich verwirklicht. Deshalb besteht unsere ganze Arbeit darin, den Einfluss des höheren Lichtes zu erwecken, der vereinigenden Kraft, die uns allmählich zu einem Ganzen zusammenführt, so wie wir vor dem Zerbrechen waren.

Der Prozess unserer Wiederherstellung besteht aus genau dieser Abfolge von Zuständen, die wir durchlaufen müssen. Dies entspricht unserem spirituellen Leben.

Und unser physisches Leben ist viel stärker zerbrochen und zersplittert. In diesem Leben führen wir nur wenige spirituelle Handlungen aus, auch wenn wir dies nicht verstehen. Wenn wir die Wissenschaft der Kabbala aber für uns selbst enthüllen, können wir den Einfluss des höheren Lichtes auf uns ziehen, das uns intensiv zusammenführen, vereinen, bündeln und uns zu jenen Zuständen verbinden wird, in denen wir vorher existierten.

Das Höhere Licht weiß, wie man das macht. Es entwickelt spirituelle Gene in uns, die uns miteinander verbinden. Wir können in Filmen sehen, wie eine Kombination verschiedener chemischer, eiweißartiger Strukturen eine Art System bildet und genauso verbinden wir uns in unseren inneren Strukturen.

Äußerlich spüren wir es nicht. Wenn wir aber selbst nach innerer Einheit streben, werden wir fühlen, wie wir uns zueinander hingezogen, oder uns voneinander getrennt fühlen. Und hier haben wir bereits einen freien Willen: entweder gehen wir auf uns allein gestellt weiter, oder erwecken den Einfluss des Höheren Lichts. 

Wir brauchen nicht darauf zu warten, dass die Natur uns durch alle möglichen Schläge und Sanktionen lehrt, dass es sich lohnt, einander näher zu sein. Wenn wir uns korrekt auf das Höhere Licht ausrichten, damit es diese Handlungen an uns ausführt, dann werden diese schnell vorübergehen und wir werden fähig sein, Einheit zu spüren.

In dieser Einheit werden wir das gesamte System, die Höhere Macht und unsere korrekten gegenwärtigen und zukünftigen Zustände offenbaren. Prinzipiell werden wir sogar in kleinen Gemeinschaften in der Lage sein, eine gewisse Ähnlichkeit mit dem korrekten Endzustand zu spüren. Dies ist etwas, das wir schon jetzt offenbaren und anstreben können.

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