Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Im Schatten der vorübergehenden Behausung[117045]

Der Feiertag Sukkot symbolisiert Freude. Es ist ein bemerkenswerter, angenehmer, einfacher Feiertag, den die Menschen sehr mögen. Er fordert eine frühzeitige Vorbereitung, ist aber trotzdem von einer fröhlichen Atmosphäre durchgedrungen. Warum?

Vor allem nach dem Erhalten der Tora an Shawuot des neunten Av haben wir unser Zerbrechen erkannt, was auch das Zerbrechen der Tafeln symbolisiert. Dann haben wir die Erkenntnis des Bösen erlangt und am jüdischen Neuenjahrstag (Rosh Ha-Shana) entschieden, dass wir eine Korrektur benötigen. Dann ist der Tag der Sühne (Jom Kipur) eingetreten. In der Sprache der Kabbala gilt das als Umarmung der rechten und der linken Linie, als Verbindung der Eigenschaften des Gerichtes (Dinim) mit jenen der Barmherzigkeit (Chasadim).

Und endlich beginnt der Feiertag Sukkot oder die besonderen Korrekturen, wonach ich meine Verlangen schon zum Geben erheben kann. Das Symbol dieses Prozesses ist die Laubhütte (Sukka). Alles ist äußerst einfach: Ich benutze die elementaren, „wertlosen“ Verlangen, die durch die Zweigen und die Blättern der Laubhütte dargestellt werden. Sie machen nicht viel her, aber gerade aus ihnen baue ich die vorübergehende Behausung – ein schütteres Dach, um wenigstens etwas über dem Kopf zu haben. Er ist aus Material gebaut, das keinen Wert hat und das man überall finden kann.

Nachdem ich diesen Zustand bzw. diese vorübergehende Unterkunft aufgebaut habe, kann ich mich darin freuen. Somit symbolisiert die Laubhütte das spirituelle Gefäß (Kli), worin ich das Licht empfange. Und das Dach ist das Symbol des Schirmes (Masach): Ich will kein direktes Licht empfangen, und der Schatten soll überwiegen, das Licht soll durch das Dach kaum durchdringen können.

Und ich bin darüber froh, dass ich über mir den Schirm gebaut habe, der mir hilft, den höheren Überfluss zu verbergen und im Schatten zu bleiben. Mit anderen Wörtern kann ich mich schon selbst (natürlich nur mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt), von den Genüssen im spirituellen Gefäß abhalten.

Der Prozess dauert fort: Ich korrigiere mich in meinen wachsenden Gefäßen (Verlangen), ich befinde mich zusammen mit ihnen in „der Laubhütte“, ich kann sie enthüllen und mittels des Schirms benutzen.

Und dann tritt der Feiertag Simchat Tora („die Freude der Tora“) ein. „Die Tora“ ist das Licht, das zur Quelle zurückführt, das ich am Shawuot bekommen habe. Ich verwende diese Kraft für die Korrektur der Gefäße und gehe jetzt aus „der Laubhütte“ heraus. Mit anderen Worten habe ich jetzt einen unbeschränkten Schirm und brauche mich nicht mehr um das Dach sorgen.

Der Auszug aus „der Laubhütte“ ist das Symbol dafür, dass ich von nun an frei durch die ganze Realität “wandern” kann. Ich muss keinen Schirm über dem Kopf bauen, weil er jetzt in mir ist. Ich befinde mich im eigenhändig korrigierten Gefäß.

Auszug aus dem Unterricht zum Feiertag Sukkot, 18.09.2013

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„Den Fisch“ wirst du nie mühelos fangen können

Jedem Menschen kommt es so vor, als ob der Schöpfer ihn im Vergleich zu den anderen Menschen bevorzugen würde.

Es ist für jeden eigen. Denn jeder empfindet, dass er von der besonderen / eigenen Höheren Wurzel stammt.

Und da er in den Anderen diese Wurzel nicht empfindet, scheint es ihm so zu sein, dass er – einzigartig ist. So funktioniert die Kraft des Zerbrechens eben.

Aber es gibt auch was Gutes daran, man muss diese Empfindung der Besonderheit nur richtig verwenden können.

Mit anderen Wörtern, statt sich als den Sohn des Königs zu empfinden, der im Palast geboren ist, muss der Mensch mittels eigener Bemühungen die Stufe „des Sohns“ („Ben“) erreichen. Dass ist die größte und die schwierigste Arbeit.

Der Mensch soll auf seine „Einzigartigkeit“ verzichten, die er sich selbst erdacht hat, sich von allen Ausreden und den Hoffnungen verabschieden, als ob für ihn alles sowieso vorbestimmt wäre, und verstehen, dass „ohne Anstrengungen nichts gefunden wird“.

Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam, 26.11.2010

Vorsichtige Schritte über dem schwarzen Abgrund

Eine Frage, die ich erhielt: Woher kommen die Leiden? Werden sie durch meine Nichtübereinstimmung mit dem Schöpfer ausgelöst oder schickt Er sie selbst?

Meine Antwort: Natürlich kommen alle Leiden vom Schöpfer, denn „Es gibt niemanden außer Ihm“.

Die Schöpfung leidet auf ihrem Entwicklungsweg, und dieses Leiden ist dazu bestimmt, die Geschöpfe auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe zu entwickeln und sie einem Bedürfnis nach Erfüllung, ein gutes Leben, erlangen zu lassen.

Letztendlich spüren alle so oder so das Bedürfnis – das Fehlen eines guten, erfüllten Zustandes. All das ist dazu da, um das Bild zu vervollständigen, indem man das Zerbrechen korrigiert. Denn alles wird durch den Mangel der Einheit, durch das Fehlen des Lichts im Gefäß hervorgerufen.

Sobald wir anfangen, das Kli zu korrigieren, offenbart sich in uns der Schöpfer, und dann steigen die anderen Stufen hinter dem Menschen auf und befreien sich von Leiden und Problemen.

Wir werden von oben durch die Leiden vorbereitet, bis wir anfangen, uns zu korrigieren. Und es gibt niemanden, außer dem Schöpfungsprogramm, den man „beschuldigen“ könnte.

Warum müssen wir nun auf dem Weg zum Guten leiden? Es ist so, dass das Verlangen sich zuerst leer fühlen muss, erst dann wird es die Erfüllung wahrnehmen.

An dieser Stelle entsteht die Frage: wenn der Schöpfer einen endlosen Genuss für mich vorbereitet hat, bedeutet das, dass ich zuerst das endlose Leiden empfinden muss? Dann ist es besser, ein Tier zu bleiben.

Doch in Wirklichkeit beginnen wir mit dem Geringsten und schreiten schrittweise voran, indem wir nach und nach eine neue Schicht unseres Verlangens korrigieren und mit dem Licht erfüllen. Niemand könnte das Gefühl der schwarzen bodenlosen Leere ertragen.

Uns wird genau so viel gegeben, wie viel wir aushalten können, während wir langsam und sanft vorankommen. Dieses „Zaudern“ ist genau deshalb nötig, weil wir nicht in der Lage sind, gleich viel auszuhalten. Das Zerbrechen wird uns tropfenweise enthüllt, entsprechend unseren Fähigkeiten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 22.10.2010

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