Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'das Gebot'

Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Teil 4

Um des Schöpfers willen

Baal HaSulam, „Aufbau der Zukunftsgesellschaft“: Ein Antagonist könnte immer noch behaupten, dass ich bisher nur gezeigt habe, dass man seinen Mitmenschen dienen muss, aber wo ist der praktische Beweis dafür, dass man sich um des Schöpfers willen an dieses Gebot halten muss?

Frage: Wir können noch immer nicht verstehen, was die Erfüllung des Naturgesetzes „zum Wohle des Menschen“ ist: „Du bist für mein Wohl, und ich bin für dein Wohl“, und gemeinsam bauen wir eine gute Gesellschaft für die Zukunft auf. Und was bedeutet es dann, dieses Gesetz um des Schöpfers willen,  der sich im Verborgenen befindet, zu erfüllen?

Antwort: Wenn man sich strikt an die Anweisungen der Kabbalisten hält, dann fühlt man sich in einem Zustand, als ob der Schöpfer vor einem steht und man mit ihm zusammenarbeiten kann.

Frage: Aber der Schöpfer ist vor mir verborgen. Wie kann ich etwas um Seinetwillen tun, wenn ich Seine Handlungen nicht spüre?

Antwort: Der Schöpfer ist ein Zustand, den die Weisheit der Kabbala einem vorgibt, und ein Lehrer erklärt einem, wie man sich verhalten soll.

Wenn man diese Bedingungen erfüllt, beginnt man zu spüren, dass es in der Natur positive und negative Kräfte gibt, die  ständig auf einen einwirken: die positive Kraft auf der einen und die negative Kraft auf der anderen Seite, und es gibt Widerspruch oder Übereinstimmung usw.

Frage: Das heißt, der Schöpfer ist das Ziel und der Nächste ist das Mittel. Wenn ich in mir die Kraft oder Fähigkeit finde, die Bedürfnisse meines Nächsten über meine eigenen zu stellen, dann manifestiert sich die Qualität des Schöpfers in mir?

Antwort: Ja, natürlich, die Qualität der Gebens. Gleichzeitig beginnt man zu spüren, dass man, nach dem Gesetz der Gleichheit der Form, auf der Ebene des Schöpfers existiert.

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Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Teil 2

Die Verantwortung des Menschen

Baal HaSulam, „Aufbau der künftigen Gesellschaft“  

Das Gesetz des Empfangens bedarf nur geringer Beachtung, da die Bestrafung für das Nichteinhalten dafür augenblicklich erfolgt. Deshalb werden wir nie dagegen verstoßen. Die Strafe für das zweite Gebot, das Geben an die Gesellschaft, wird jedoch nicht unverzüglich erkannt. Sie trifft uns vielmehr indirekt.

Frage: Die Gesellschaft verlangt nicht, dass wir geben; deshalb befolgen wir  das Gebot des Gebens an die Gesellschaft nicht. Dafür werden wir von der Natur bestraft. Da diese Strafe aber nicht unmittelbar erfolgt, halten wir uns nicht daran. Warum ist dies ein unausgesprochenes Gesetz? Würde man genau erkennen, dass die Gesellschaft oder die Natur einen sofort dafür bestraft, wenn man nicht an sie gegeben hat, würde man anders handeln.

Antwort: Dann wäre man ein Tier und kein Mensch. Der Unterschied zwischen Mensch und Tier besteht darin, dass das Tier völlig den Gesetzen der Natur unterworfen ist. Es hat keine Entscheidungsfreiheit, ob es diese erfüllt oder nicht. Ein Tier macht alles instinktiv unter dem unerbittlichen Einfluss der Natur, ohne irgendwelche Fragen zu stellen. 

Im Gegensatz dazu besitzen Menschen den freien Willen, die Gesetze der Natur zu befolgen oder nicht. Allerdings liegt das Problem darin, dass der Mensch so geschaffen wurde, dass er sie nicht erfüllen will.

Die Natur, der Schöpfer, verlangt vom Menschen, dass er zum Verständnis kommt, dass es seine Pflicht ist, die Gesetze der Natur zu befolgen. Nicht nur seiner selbst willen, sondern im Dienste der Mitmenschen, damit er sich der Natur angleicht, wie sie gibt, erfüllt, Leben hervorbringt und entfaltet.

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„Damit das Herz den Nächsten aufrichtig liebt …“

Unsere Weisen (Sanhedrin) sagten: „Für die Sünder ist es besser, auseinander getrieben zu werden, besser für sie und für die ganze Welt; anders gesagt wäre es besser, es gäbe sie gar nicht.

Für die Gerechten dagegen gilt: „Versammelt die Gerechten; besser für sie und besser für die ganze Welt.“ (Rabash, Was entsprechend „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erklärt wird“) Grundsätzlich gibt es keine Gerechten. Die Gerechten sind unsere korrigierten Eigenschaften. In jeder Etappe, in der wir auf die nächste Stufe aufsteigen, fallen die früheren Gerechten und es entstehen neue Sünder. Wir verwandeln sie erneut in die Gerechten.

Die Gerechten sind diejenigen, welche die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ befolgen möchten. Sie wollen die Macht des Egoismus verlassen und eine völlig neue Stufe erreichen – die Liebe zum Nächsten.

Der Mensch kann sich generell dazu zwingen, aber das wird eine erzwungene Liebe. Das Herz des Menschen kann sich von Natur aus nicht damit abfinden. Wenn dem so ist, wie bringt man das Herz dazu, den Nächsten wirklich zu lieben?

Das ist unmöglich. Nur das Höhere Licht kann eine solche Korrektur mit uns vornehmen. Es liegt nicht in unserer Macht, da dafür zwei Kräfte erforderlich sind: eine unkorrigierte Kraft und die Kraft der Korrektur. Die Kraft der Korrektur haben wir nicht. Wir wissen nicht einmal, was und womit korrigiert werden muss. 

Aus diesem Grund wurden uns die restlichen 612 Gebote gegeben. Mit deren Hilfe kann man das Herz nicht zwingen, dafür aber „überreden“. Es reicht jedoch nicht aus, da es gegen die menschliche Natur ist. Es gibt zusätzliche Empfehlungen, mit denen ein Mensch seine Kräfte vergrößern kann. Um das Gebot „Liebe deinen Nächsten“ befolgen zu können, wird er „die Liebe zu Freunden“ benötigen. Es gibt das Geben, aber auch das Empfangen um zu geben.

Frage: Richten sich die Arbeiten im Zehner, in den Workshops, beim Studium alleine auf das Eine aus- das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen?

Antwort: Ja, wir brauchen nichts anderes. Die „Tora“ ist das Höhere Licht. Sie korrigiert unsere egoistischen Verlangen und verwandelt sie in altruistische. Eine Korrektur von einer egoistischen zu einer altruistischen Absicht wird als Erfüllen eines Gebots bezeichnet.

Aus dem TV-Programm „Die letzte Generation“ vom 18.04.2014

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