Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'das Empfangen'

Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Teil 3

Den Zustand des Gebens erlangen                              

Frage: Die Natur verpflichtet uns, dem Gesetz des Empfangens zu entsprechen, und wir kümmern uns unentwegt um die Befriedigung unserer eigenen Bedürfnisse. Das ist völlig normal, denn so sind wir erschaffen. Das zweite Gesetz „der Gesellschaft zu geben, für sie, für den Nächsten zu sorgen“ ist vor uns verborgen.

Doch der Schöpfer verpflichtet uns, auch dieses Gesetz zu befolgen, indem er uns Schläge und Leiden schickt; wir bringen sie nur nicht mit der Nichteinhaltung dieses Gesetzes in Verbindung. 

Haben wir also gar keine Entscheidungsfreiheit? Wie Baal HaSulam schreibt: Unsere absolute Pflicht ist es, dem Gesetz der Natur vollständig zu entsprechen.

Antwort: Nein, ein Mensch ist dazu nicht zwingend verpflichtet, sondern wird nur dazu gedrängt, das Gesetz des Gebens bewusst anzunehmen und seine Notwendigkeit zu erkennen.

Was bedeutet „erkennen“? Wenn man sein eigenes, man könnte sagen, ziviles Gewissen ist, versteht man, dass man dies tun muss. Nicht um seiner selbst willen, sondern um der anderen und des Schöpfers willen. Man akzeptiert dieses Gesetz und führt es nicht zwangsläufig aus, sondern weil man erkennt, wie viel Gutes man damit für andere und für den Schöpfer tun kann. Nur um ihrer willen! Und auf keinen Fall für sich selbst!

Das macht einen aber nicht zu einem höher entwickelten Tier, das auf derselben Stufe mit anderen Tieren steht. Da der Mensch nicht automatisch der instinktiven Erfüllung der Naturgesetze unterliegt; muss er sie selbst erfüllen. Fakt ist, dass man eine völlig andersartige Ebene erreichen muss, nämlich die Eigenschaft des Gebens und der Liebe, und nicht die instinktive Erfüllung der Gesetze der Natur. Dadurch erhebt man sich auf die Stufe des Schöpfers.

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Aufbau der zukünftigen Gesellschaft, Teil 2

Die Verantwortung des Menschen

Baal HaSulam, „Aufbau der künftigen Gesellschaft“  

Das Gesetz des Empfangens bedarf nur geringer Beachtung, da die Bestrafung für das Nichteinhalten dafür augenblicklich erfolgt. Deshalb werden wir nie dagegen verstoßen. Die Strafe für das zweite Gebot, das Geben an die Gesellschaft, wird jedoch nicht unverzüglich erkannt. Sie trifft uns vielmehr indirekt.

Frage: Die Gesellschaft verlangt nicht, dass wir geben; deshalb befolgen wir  das Gebot des Gebens an die Gesellschaft nicht. Dafür werden wir von der Natur bestraft. Da diese Strafe aber nicht unmittelbar erfolgt, halten wir uns nicht daran. Warum ist dies ein unausgesprochenes Gesetz? Würde man genau erkennen, dass die Gesellschaft oder die Natur einen sofort dafür bestraft, wenn man nicht an sie gegeben hat, würde man anders handeln.

Antwort: Dann wäre man ein Tier und kein Mensch. Der Unterschied zwischen Mensch und Tier besteht darin, dass das Tier völlig den Gesetzen der Natur unterworfen ist. Es hat keine Entscheidungsfreiheit, ob es diese erfüllt oder nicht. Ein Tier macht alles instinktiv unter dem unerbittlichen Einfluss der Natur, ohne irgendwelche Fragen zu stellen. 

Im Gegensatz dazu besitzen Menschen den freien Willen, die Gesetze der Natur zu befolgen oder nicht. Allerdings liegt das Problem darin, dass der Mensch so geschaffen wurde, dass er sie nicht erfüllen will.

Die Natur, der Schöpfer, verlangt vom Menschen, dass er zum Verständnis kommt, dass es seine Pflicht ist, die Gesetze der Natur zu befolgen. Nicht nur seiner selbst willen, sondern im Dienste der Mitmenschen, damit er sich der Natur angleicht, wie sie gibt, erfüllt, Leben hervorbringt und entfaltet.

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New Life #12 – Der Schlüssel zum Erfolg

New Life #12 – Der Schlüssel zum Erfolg

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi

 

Zwei Kräfte verwalten die Welt, geben und empfangen. Wir nutzen mehr von der Kraft des Empfangens, und das führt zu einem Ungleichgewicht in allen natürlichen Systemen. Um eine sicherere, gesündere und kosteneffiziente Gesellschaft aufzubauen, muss die Menschheit die Nutzung der Macht des Empfangens mit der Macht des  Gebens in Einklang bringen. Das Ziel der menschlichen Entwicklung ist es, dass jeder Mensch die Verbindung zur gesamten Natur erreicht und wie eine einzige, vereinte Familie wird. Wenn wir Gleichgewicht und Verbindung erreichen, lernen wir die Natur kennen und gewinnen Sinn im Leben. Wir werden uns als integraler Bestandteil des gesamten und ewigen Systems fühlen.

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Aus dem KabTV „New Life #12 – Der Schlüssel zum Erfolg“.

Die Absicht bildet man nicht allein

Eine Frage, die ich erhielt: Können wir eine gemeinsame Absicht vor dem Unterricht bilden? Wenn ja, wie?

Meine Antwort: Eine gemeinsame Absicht wird auf der Grundlage eines für alle gemeinsamen Ziels gebildet. Unser Endziel ist, dem Schöpfer Genuss zu bereiten. Dadurch erreichen wir Ähnlichkeit mit Ihm.

Dafür müssen wir Ihn, sprich ein solches Verlangen nach Ihm enthüllen, um uns von Seiner Güte und Liebe überzeugen zu können. Das ist nicht unser persönliches Bedürfnis – der Schöpfer wünscht, dass wir Ihn enthüllen.

Die Enthüllung wird in der Ähnlichkeit der Eigenschaften erlangt. Deshalb versuchen wir, unsere ganzen Handlungen auf das Geben auszurichten. Ich strenge mich nicht an, um meinem Egoismus zu schmeicheln, sondern strebe aus mir heraus und will den Schöpfer gerade dafür enthüllen, um Ihm Genuss zu bereiten.

Dazu brauche ich Eigenschaften/Kelim des Gebens, und ich nehme die Hilfe des Lichts in Anspruch, welches in den kabbalistischen Quellen, besonders im Buch Sohar, enthalten ist. Das Licht kann mich verändern, mich über den Abgrund zwischen den Eigenschaften des Gebens und des Empfangens führen.

Wenn ich allerdings allein daran denke, habe ich zu wenig Kraft. Sie reich noch nicht einmal, um einfach nur den Kurs auf das Geben zu halten.

Wenn ich jedoch zusammen mit den Anderen handle, in einem Bund, in einem Verlangen, wenn jeder sich gegenüber den Anderen annulliert, dann erlangt unsere gemeinsame Ausrichtung eine größere Stärke.

Kabbalisten, die diese Schritte bereits durchlaufen haben, versprechen uns, dass wir auf diese Weise Erfolg erzielen werden.

Deshalb freue ich mich, unter Freunden zu sein und mit ihnen gemeinsam die Absicht aufbauen zu können, während ich mich immer weiter von mir selbst entferne, um letztendlich dem Schöpfer Genuss schenken zu können. Auf diese Weise werden wir Ihm in den Eigenschaften immer ähnlicher und enthüllen Ihn in diesem Ausmaß. Mehr noch: wir erreichen die Verschmelzung mit Ihm.

Deshalb müssen wir uns im Voraus vorbereiten und mit einem fertigen Verlangen zum Unterricht kommen. Während der Mensch darüber nachdenkt, „wärmt“ er sich immer mehr auf und erzielt Erfolg.

Es steht geschrieben: „Ein Gebot ohne Absicht ist wie ein Körper ohne Seele“. Dir ist ein Gebot gegeben worden, die Tora, sprich die kabbalistische Methode, die zur Korrektur des bösen Triebs bestimmt ist, zu studieren. Dadurch wirst du das Geben, die Nächstenliebe und später die Liebe zum Schöpfer erlangen. „Tora“ kommt von „Or“, das Licht, und von „Oraa“, die Anleitung.

Doch wenn du dich nicht mit der nötigen Absicht gewappnet hast, sitzt du wie tot im Unterricht und führst mechanische Handlungen aus, die keinen Geist, kein Lebenslicht in sich tragen. Dann finde heraus, wozu du nachts aufstehst und womit du dich beschäftigst.

Selbst wenn der Mensch nicht in der Lage ist, die Absicht zu halten, soll er wenigstens erkennen, wie ihm das fehlt. Der Schmerz von der beklemmenden Leere im Herzen ist ebenfalls wichtig.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 01.12.2010. Das Vorwort

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