Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'das Böse'

Warum ist es notwendig, durch das Böse zum Guten zu kommen?

Frage: Wie wir wissen, wird alles durch den Schöpfer ausgeglichen. Warum überwiegt das Böse, wenn man zum Guten  kommen will?

Antwort: Weil Er zum Einen uns damit aufrütteln möchte und zum Anderen die menschliche Natur böse ist. Deshalb reizt uns der Schöpfer, indem Er es spannend macht.

Nehmen wir an, ihr habt eine polizeiliche Vorladung oder eine Bankbenachrichtigung über einen Gewinn erhalten. Was macht betroffener? – Natürlich die negative Nachricht.

Frage: Wie können Negatives und Positives gleichwertig sein? Der Mensch ist doch kein unsensibler Roboter.

Antwort: Alles hängt davon ab, wie ich den Einfluss des Schöpfers auf mich empfinde. Wenn ich Seine Einwirkung wie ein Kind empfinde, das die Handlungen der Eltern als notwendig und wünschenswert versteht, dann ist es für mich nicht wichtig, was ich von Ihm empfange.

Ich kann mich über meinen Egoismus erheben und unter ganz anderen Bedingungen mit ihm interagieren. Meine Anfangsbedingungen sind null, ich bin nicht mehr an mich gebunden, ich schwebe bereits über mir.

Aus dem russischen Unterricht, 14.10.2008

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Familie und Ehe, Teil 7

Begib dich über dein Ego hinaus

Frage: Sie sagten, dass man seine erste Liebe instinktiv mit 12 Jahren oder sogar noch früher erfährt. In weiterer Folge empfindet man zum ersten Mal Liebe für seine Kinder. Und all dies, nur um an sich selbst zu spüren, wie man sich seinen Mitmenschen  und der gesamten Menschheit gegenüber korrekt verhält?

Antwort: Ja. Und dann gegenüber dem Schöpfer.

Frage: Sind diese Beziehungen ähnlich?

Antwort: Sie offenbaren sich jedesmal auf einer anderen Stufe.

Wenn man über kindliche Liebe oder Liebe zu seinen Kindern, der Familie spricht, ist damit jene Liebe gemeint, die in jedem als Keim vorhanden ist und die jeder entwickeln muss.

Wenn man jedoch über Liebe zu etwas Fremden spricht, übersteigt dies die Grenze unseres Egoismus, der sich auf einen bestimmten Blickwinkel beschränkt: ”Dieses und jenes gehört mir.” Alles, was mir gehört, liebe, ziehe ich an und schätze es. Alles was außerhalb meines Egos liegt hat hingegen keinen Wert. Ich brauche es sogar möglicherweise gar nicht und will nichts damit zu tun haben. 

Genau hier ist es also notwendig, an sich selbst zu arbeiten, erkennen, was jenseits des eigenen Egos liegt. Und Außerhalb davon befindet sich praktisch der Schöpfer. Wenn man also beginnt sich auf das zu beziehen, was jenseits des Egos liegt – bezieht man sich bereits auf den Schöpfer.

Frage: Heißt das also, dass jemand, der ein großes Ego besitzt  in seiner Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass er sogar seine Familie nicht als sein Eigen nennt?

Antwort: Ja. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass man nicht über das eigene Ich hinausgehen kann. Möglicherweise bringt einem das Erkennen des Bösen in seiner Erkenntnis voran.

Unsere Weiterentwicklung basiert auf Kontraktion und Expansion: einatmen – ausatmen, ausatmen – einatmen. Deshalb kann es jemanden, der ein großes Ego besitzt und für niemand, außer für sich selbst empfindet zu tieferer Erkenntnis des Schöpfers führen, auch wenn er es vielleicht nicht wahrnimmt.

Selbst die größten Kabbalisten waren, vor  Erlangung ihrer Korrektur, sehr große Egoisten. 

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Aus der Fernsehsendung „Die Grundlagen der Kabbala“, 01.01.2019

Zur Einheit durch die Wüste

Frage: Wie kann der Mensch erkennen, dass er begonnen hat, an der Vereinigung mit den Freunden zu arbeiten? Woran kann das gemessen werden?

Meine Antwort: Die Arbeit an der Vereinigung kann an der Enttäuschung gemessen werden, wenn der Mensch spürt, dass er jedes Mal scheinbar im Kreis läuft oder sogar noch tiefer sinkt.

Ich habe meine Abstoßung den anderen gegenüber überwunden, habe mir gewünscht, mich mit ihnen zu verbinden, habe begonnen zu planen, wie ich das umsetzen kann, wie ich mich ihnen nähern kann, wie ich mich gemeinsam mit ihnen beteiligen kann. Dann habe ich begriffen, dass unsere Einheit nicht äußerlich, sondern innerlich sein muss, dass ich mich mit ihnen mit dem ganzen Herzen und der ganzen Seele verbinden und sie nicht einfach an der Hand halten oder sie an die Schultern fassen muss.

Ich habe so viele Anstrengungen unternommen – und habe unsere Einheit vergessen. Und wieder habe ich mir Mühe gegeben – und habe wieder vergessen. Während ich über die Spiritualität, über das Ziel, welches ich erreichen muss, nachdenke, denke ich nicht an meine Freunde. Vor allem entstehen in mir andere Vorstellungen von der Spiritualität – als von den Enthüllungen, Lichtern, Erfüllungen. Ich glaube, dass die Spiritualität alle meine Verlangen wie in der Materialität erfüllen wird, als wäre es eine gewöhnliche Erfüllung mit dem Genuss innerhalb des Verlangens. Das heißt, ich versuche die Spiritualität auf egoistische Art und Weise zu erreichen. Dadurch erkenne ich, dass ich mich noch im Exil befinde.

Ich strebe die ganze Zeit nach der Spiritualität, nach der Einheit, ich richte mich jedes Mal korrekt aus – auf die Vereinigung mit den Freunden, auf die Festigung in der Gruppe, in der Verbreitung, auf die Einheit und die Bürgschaft. Ich verstehe, dass ich von ihnen abhänge und sie von mir abhängen, und strenge mich jedes Mal an, um mich an den Gedanken festzuhalten, dass die Spiritualität unsere gegenseitige Verbindung über dem Verlangen jedes Einzelnen ist.

Und nach allen meinen Anstrengungen und richtigen Gedanken werde ich wie von einem Schlag auf den Kopf betäubt – und ich kehre wieder zu den früheren Gedanken an das Materielle zurück: „Und wo ist mein Nutzen?! Wo ist die Spiritualität?! Was habe ich bekommen? Es hat sich nichts in mir enthüllt…“

Das bedeutet, dass der Pharao alle meine Anstrengungen verschlingt. Und so ist es jedes Mal. Ich versuche, mich über mein Ego zu erheben, mich mit allen zu verbinden, soweit ich nur dazu im Stande bin, ich baue die Gruppe auf, um eine richtige Umgebung für mich zu erschaffen, die in der Lage wäre, mich zu unterstützen, – und plötzlich denke ich wieder: „Und wo ist mein Gewinn – in mir? Was habe ich verdient? Was habe ich gefunden? Was habe ich erreicht? Wo ist die Erfüllung?“ Das heißt, ich warte auf die Erfüllung meiner egoistischen Verlangen und nicht auf die Enthüllung des Gebens zwischen uns.

So verschlingt der Pharao jedes Mal alle meine Anstrengungen – bis er sie alle endlich ausspeit, wie geschrieben steht: „Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien“ [Hiob 20:15]. Wenn meine Anstrengungen das volle Maß erreicht haben, bekomme ich alles, was der Pharao in sich gehortet hat, wieder – jedoch nicht auf einmal, sondern nach und nach. Als erstes erhebe ich mich über alle diese Verlangen, das heißt, ich „fliehe aus Ägypten“, dann enthülle ich sie allmählich in Form des „goldenen Kalbes“, der „Späher“ und anderer egoistischen Verlangen, doch das ist bereits auf der Ebene der „Wüste“.

Wenn ich in der Eigenschaft „Chafez Chessed“ (der nichts für sich will) arbeite – im „Geben um des Gebens willen“, dann enthüllen sich die gleichen Verlangen mit den Erfüllungen des Pharaos, und genau diese helfen mir, das Böse zu enthüllen. Denn in der „Wüste“ habe ich nichts, „Chafez Chessed“ hat kein Verlangen. Doch in dem Maße, in dem ich dieses egoistische Verlangen aus dem Pharao herausziehe, kann ich es korrigieren, indem ich es in eine immer größere Eigenschaft des „Gebens um des Gebens willen“ verwandle – bis ich diese ganze Stufe abgeschlossen und meine „40 Jahre Wanderung durch die Wüste“ beendet habe. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 21.04.2011

Die Kehrseite der höheren Stufe

Die Enthüllung der Abstoßung und des Hasses in der Gruppe wird in dem Fall dem spirituellen Aufstieg dienen, wenn wir begreifen, dass auf diese Weise die Enthüllung des Bösen geschieht, worüber geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur – das Licht, das zur Quelle zurückführt“.

Gerade jetzt müssen wir noch mehr arbeiten, um dieses Licht an uns anzuziehen und das sich enthüllende Böse zum Guten umzuwandeln – damit die Kehrseite der Stufe zur Vorderseite wird und der böse Trieb sich in den guten verwandelt.

Und um das Böse in das Gute verwandeln zu können, müssen wir nur die Absicht ändern: von der egoistischen Fürsorge für sich selbst zu der Fürsorge für den Nächsten. Doch natürlich sind wir selbst nicht in der Lage, unsere Einstellung zu ändern und plötzlich anzufangen, die Freunde zu lieben. Vielleicht sollte man es nicht einmal versuchen. Doch ich muss mich mit aller Kraft bemühen, das umgebende Licht anzuziehen und zu warten, bis die höhere Kraft mich korrigiert.

Auf diese Weise werde ich das Doppelte gewinnen. Erstens wird mein Übel zum Guten umgewandelt. Und außerdem wird sich in dieser guten Eigenschaft der Schöpfer enthüllen, denn Er führt diese Veränderung durch und beteiligt sich selbst daran.

Wenn wir nicht in diese Richtung, auf dem Weg des Lichts gehen und es nicht anziehen, werden wir einander auffressen und endlose Streitereien und Auseinandersetzungen veranstalten. Und dann ist es besser, sich zu trennen, wie geschrieben steht: „Die Trennung der Sünder ist sowohl für sie selbst als auch für die Welt nützlich“. Eine solche Gruppe sollte aufgelöst werden, scheinbar ist die Zeit noch nicht gekommen, in der sie fähig wären zu hören, dass sie sich mit Hilfe des umgebenden Lichtes verbinden müssen.

Es kann aber auch sein, dass sie nicht hören, dass die Verbindung nur mit Hilfe des Lichts möglich sei, und stattdessen versuchen, sich einfach in einer geselligen Runde zu versammeln. Doch es wird ihnen nicht gelingen, denn der Schöpfer wird es verhindern und es nicht zulassen, indem Er den Hass zwischen ihnen enthüllt.

Manchmal hilft es, sich voneinander zu entfernen und auseinander zu gehen, weil der Hass auf Distanz ein wenig nachlässt und ihnen die Möglichkeit gibt, zu hören, worüber gesprochen wird und was zu tun ist. Denn im Moment lodert ein Feuer in ihnen und lässt sie nicht die Wahrheit erkennen, dass man sich gegenüber diesem Hass als gegenüber einem guten Gesandten des Schöpfers verhalten sollte.

Nicht einem bösen, sondern gerade einem guten. Wenn wir enthüllen, dass dieser Hass ein Mittel zu unserem Aufstieg ist, dann freuen wir uns darüber!

Wir aber sehen weder den Gesandten des Schöpfers noch ein gutes Zeichen darin – und nehmen es auf direktem Wege als irgendeine materielle Erscheinung und den Hass zwischen den tierischen Körpern wahr. Wir sehen nicht, dass uns auf diese Weise die Kehrseite der höheren Stufe offenbart wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 07.03.2011

Über die spirituelle Ausdauer

Alles hängt davon ab, inwieweit wir bereit sind, die in uns aufkommenden Verlangen auszuhalten.

Auf dem spirituellen Weg offenbaren sich böse, falsche Verlangen in dem Menschen, die ihm zeigen, wie weit er vom Ziel entfernt ist, wie sehr er diesem entgegengesetzt ist. Und wenn seine Umgebung sich richtig verhält, stellt er sofort fest, dass das alles zu seinem Wohl geschieht.

Auf diese Weise bedeutet meine Bereitschaft durchzuhalten, dass ich mich darauf vorbereite, jede Enthüllung des Bösen anzunehmen und sie zum Guten umzuwandeln. Wenn ich aber nicht dazu bereit bin, dann bringt mich jede neue Erscheinung des Bösen zum Fall, und ich will nicht aufstehen, weil ich verzweifelt bin oder einfach nicht weiß, was ich machen soll. Damit reißt auch schon die mir gebotene Chance ab.

Die Einwirkung der Umgebung, die die Verbindung zum Ziel hält, richtet den Menschen ständig auf dieses Ziel aus. Genau das ist auch die richtige Vorbereitung, die Bereitschaft durchzuhalten. Wenn ich diese Kraft vorbereitet habe, dann kommt dementsprechend auch das Böse zum Vorschein, in dem ich den Hebel für den Aufstieg zum Guten sehe.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 02.03.2011

Eine Oase in der Internet-Wüste

Frage: Wodurch wird das Buch Sohar die Korrektur des Internet bewirken?

Meine Antwort: Das Buch Sohar kann zur Korrektur von Internet beitragen, weil die Menschen, die dort unterwegs sind, nach einer wahren Verbindung suchen. Sie verstehen selbst noch nicht, was sie wollen, sie glauben, dass es ihnen ausreicht, Kontakte herzustellen, miteinander zu plaudern, sich mit etwas, mit irgendwelchen Spielen zu beschäftigen.

Doch dann werden die Menschen erkennen, dass es nicht hilft, dass das alles ein begrenzter und keinen Nutzen bringender Zeitvertreib ist und dass die „sozialen Netzwerke“ die Menschen in Wirklichkeit nicht miteinander verbinden. Doch während sie damit beschäftigt sind, enthüllen sie das dort enthaltene Böse, sie begreifen, dass das alles falsch ist und nur dem Profit dient, dass das ein Versuch ist, einander über den Tisch zu ziehen und auszunehmen. Sie werden verstehen, dass diese ganze Internetverbindung uns schadet.

Wie sollte uns denn die Verbindung zwischen uns schaden? Es ist aber so, dass wir Egoisten sind und uns nicht im Guten und nutzbringend verbinden können. Wir können kein Netz erschaffen, das uns Vergnügen bringen würde. Und das wird zur Erkenntnis des eigenen Bösen führen.

Es muss ihnen erklärt werden, dass innerhalb dieses Internet-Netzes ein kleines Netz existiert, welches nach anderen Gesetzen lebt und wo Menschen zusammengekommen sind, die das Gute erlangen wollen. Das ist genau das, was der Slogan unseres Fernsehsenders aussagt: „Wir schließen uns dem Guten an“.

Dort gelten ganz andere Regeln und befinden sich Menschen, die zu Brüdern werden wollen. Und dadurch enthüllen sie das höhere Leben – und umarmen sich nicht einfach oder versuchen, dass äußerlich alles höflich und schön bleibt.

Sie erreichen Zustände, in denen sie innerhalb ihrer Beziehungen das höhere, spirituelle Leben wahrzunehmen beginnen – das vollkommene und ewige Leben, den Schöpfer, die spirituelle Welt, die höhere Kraft, die in diesem Netz verborgen ist!

Auszug aus dem Unterricht über den Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“, 23.02.2011

Wer soll verurteilt werden und wofür?

Frage: Wenn man Abstoßung gegenüber der Gruppe empfindet, muss man die Geduld bewahren und darf die Freunde nicht verurteilen?

Meine Antwort: Man muss sich selbst und nicht sie verurteilen, denn sie werden von mir negativ wahrgenommen, weil sie so von meinem Egoismus gesehen werden. Doch diese unterschiedlichen Menschen wurden von dem Schöpfer zu einer Gruppe vereint, und Er will, dass ich mich mit ihnen verbinde. Er ruft die Feindseligkeit ihnen gegenüber in mir hervor, und mein egoistisches Verlangen stößt mich von der Vereinigung weg. Das bedeutet, dass ich das Böse in mir enthüllt habe, wie geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und erschuf die Tora zu dessen Korrektur“.

Nun muss ich während des Studiums das Licht anziehen, und zwar nur zu einem Zweck: mich mit den Menschen in der Gruppe zu verbinden, die ich abstoße. Ich brauche nichts anderes. Wenn sich meine Einstellung ihnen gegenüber infolge des Studiums verändert hat, dann bedeutet das, dass das Licht der Tora auf mich eingewirkt hat und ich die Eigenschaft des Gebens erlangt habe.

Das heißt, das Ziel besteht nicht darin, sich mit den Freunden zu verbinden oder den eigenen Egoismus zu korrigieren – das sind lediglich Mittel. Das Ziel besteht darin, durch das Anziehen des Lichts die Eigenschaft des Schöpfers, Sein Abbild zu erlangen.

Deshalb ist es so arrangiert worden, dass ich die Freunde zurückweise, damit ich die Einwirkung des Lichts brauche, welches mir die Eigenschaft des Schöpfers verleiht. Ansonsten besteht keine Notwendigkeit darin. Also müssen wir nicht an die Notwendigkeit denken, etwas zu korrigieren, sondern daran, dass wir durch die Korrektur das Ziel erreichen.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 18.02.2011

Wenn die Gruppe sich in Grüppchen aufteilt

Frage: Ich habe meine Wahl getroffen und bin der Gruppe beigetreten, doch manchmal kommt es in ihr zu Reibungen. Wie können wir diese loswerden?

Meine Antwort: In erster Linie müssen wir erkennen, dass es Probleme in der Gruppe gibt. Wir dürfen sie nicht verdecken oder vertuschen. Zum Beispiel besteht die Gruppe aus 30-40 Menschen, von denen jeder versucht, sich zu behaupten, oder sie bilden bereits Grüppchen.

Hier müssen wir verstehen: wir unterliegen der höheren Lenkung, die uns diese Grüppchen und Streitereien vorsetzt. Wozu? Damit wir uns über unsere Probleme zu dem Einzigen, der sie ins Leben gerufen hat, erheben. Er ist derjenige, der diese Probleme zwischen uns entstehen lässt und das auch zugibt: „Ich erschuf den bösen Trieb“.

Doch wofür? Damit du nach der Tora als einem Gewürz verlangst, sprich dich nach dem in ihr enthaltenen Licht, das zur Quelle zurückführt, sehnst. Nachdem du nach dem Licht verlangt hast, erhebst du dich über die Probleme zur einzigen Quelle, in der sowohl das Gute als auch das Böse ihren Ursprung nehmen.

Frage: Ja, aber danach nehmen die Probleme zu.

Meine Antwort: Du musst die nötige Kraft des Verlangens und des korrigierenden Lichtes akkumulieren, um zu der ersten spirituellen Stufe aufsteigen zu können. Deshalb nehmen die Probleme zu und sie werden weiterhin zunehmen. Verlass dich auf den Schöpfer, Er kennt sich damit aus. Deshalb spricht Er auch von der Erschaffung des bösen Triebes – damit du begreifst: Alles kommt von einer Quelle. Man muss es nur als Grundlage für die Arbeit annehmen. Wir haben nichts anderes.

Das Wichtigste ist, daran festzuhalten. Selbst wenn einige Freunde bereits zu Hassern geworden sind und die anderen weder dafür noch dagegen sind, selbst wenn ein Durcheinander in der Gruppe herrscht, nehme ich alles als von dem Schöpfer „verpackt“ an. Er hat das erschaffen, und ich muss zusammen mit den Freunden oder ihnen zum Trotz in allen möglichen Zuständen ständig der Einheit entgegen steuern.

Genau das bedeutet „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein. Auf welcher Grundlage, worüber werden wir uns sonst verbinden können? Unsere Vereinigung basiert nicht auf „braven Kindern“, sondern auf Streithähnen und Raufbolden. Wir streiten uns und hassen einander – und darüber verschmelzen wir zu einem Ganzen. Genau darüber entsteht die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst. Dann kommst du zum Empfangen der Tora.

Egal, ob du damit einverstanden bist oder nicht, dieses Prinzip wird sich nicht ändern. In der Gruppe müssen wir eine Entscheidung darüber treffen, dass es keinen Ausweg gibt, dass wir uns jetzt schon damit einverstanden erklären, künstlich. Wir hören auf, zu streiten, und beginnen einander scheinbar zu lieben. Wir studieren in der Hoffnung, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, auf uns einwirkt und die Verbindung zwischen uns herstellt. Während des Unterrichts denkt jeder: „Soll es doch wenigstens ein bisschen helfen!“

Denn sonst fressen wir einander auf, weil wir nicht in der Lage sind, mit der Übung, die uns der Schöpfer gegeben hat, fertig zu werden. Er hat uns „mit reingezogen“, als hätte Er uns in ein Computerspiel gesetzt, auf einen Übungsplatz, welcher durch den Schirm begrenzt ist. Nun sind wir drin. Was sollen wir jetzt tun?

Gerade hier müssen wir neue Beziehungen aufbauen, die wir erreichen wollen. Was fehlt uns auf diesem Spielfeld, wo wir uns alle gegenseitig hassen, verstreut wie Punkte auf dem Bildschirm? Was sollen wir tun?

Wir müssen das Licht enthüllen, das zur Quelle zurückführt. Dann lasst uns doch studieren und danach verlangen, dass es geschieht.

Das lässt sich leicht sagen, doch bei der Umsetzung… Das Problem besteht darin, dass hier die ganze Kraft der Stufe sich enthüllen muss, und das nimmt Zeit in Anspruch. Denn die erste Stufe ist besonders hoch, man kann nicht einfach so auf sie aufspringen. Im Vergleich zu ihr werden die anderen Stufen leichter sein.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 11.02.2011