Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bund'

Bund für die Ewigkeit

Es gibt den Begriff „einen Bund schließen“, wenn Vertragspartner sich für die Zukunft zu guten Beziehungen verpflichten, falls sich die Beziehungen verschlechtern, Probleme und Missverständnisse auftauchen, Hass aufkommen und anstelle von Verständnis Unverständnis kommen sollte.

Doch selbst wenn ich in einen Zustand geraten sollte, in dem mir der Vertragspartner offensichtlich als Feind erscheint, werde ich mich ihm gegenüber gemäß dem Vertrag, den ich einst unterschrieben habe, verhalten, nämlich als einem Freund gegenüber. Darin besteht die Kraft des Bundes.

Wann kann ein solcher Bund geschlossen werden? Wenn wir uns nah sind, uns in unseren Eigenschaften ähneln, dann schließen wir einen Bund. Im Moment brauchen wir ihn nicht, denn zwischen uns herrscht Verständnis, ja sogar Liebe!

Doch wir unterschreiben diesen Vertrag für den Fall, wenn ich anfange, Konfrontation und Hass zu empfinden – dann verpflichte ich mich, die gleichen Beziehungen mit Gewalt aufrechtzuerhalten.

Das heißt, ich kann „absteigen“ – dich und mich in den gegenseitigen Hass vertieft wahrnehmen – und doch muss ich mich dir gegenüber genauso wie vorher verhalten. Ich weiß, dass alles von mir abhängt und die gesamte Realität außerhalb von mir geschlossen und vollkommen ist.

Daher kommt auch der Begriff des Bundes: ich stütze mich darauf, dass die gesamten Veränderungen nur in mir drin geschehen, sowohl gute als auch schlechte.

Alles hängt von meiner Sichtweise ab: „Jeder urteilt nach seinen eigenen Mängeln“.

Aus diesem Grund, wenn ich einen solchen Bund schließe, stelle ich mich ein und richte mich darauf aus, dass die Welt gut und vollkommen ist, und die gesamten Veränderungen sich nur in mir vollziehen. Auf dieser Grundlage wird der spirituelle Bund geschlossen, und er besteht ewig!

Einen solchen Bund haben unsere Stammväter (Kabbalisten der vergangenen Zeiten) geschlossen, indem sie ihren Teil der Gesamtseele korrigiert haben, was sich „Verdienst der Väter“ nennt.

Von diesem Verdienst können wir Gebrauch machen, wenn wir uns ihnen anschließen und zu dem Zustand jenes Bundes zurückkehren, welcher zwischen ihnen existiert!

Aus einem Unterricht nach Artikel von RaBaSH „Verdienst der Väter“, 03.06.2010

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“Und sie bauten einen Turm, welcher bis zum Himmel ragte”

Der Sohar, Abschnitt Noach, Punkt 384:

Und der Schöpfer sprach: „Und es gab auf der ganzen Erde eine Sprache und einerlei Worte.“ Und sie zogen von Osten her, von den alten Tagen der Welt.

Und sie erkannten, wie man die geheime Weisheit der ersten Menschen, der Generation der Flut, anwendet, so dass sie sich nicht dem Schöpfer würden unterwerfen müssen. Und sie erbauten eine Stadt und einen Turm.

„Kommt, lasset uns bauen eine Stadt, mit einem Turm, der bis zum Himmel reicht.“ Sie beschlossen entsprechend ihres Egos zu handeln und selbst über alles zu herrschen hinauf bis zum Himmel. Dies steht im völligen Gegensatz dazu, sich über sein Ego zu erheben, um den Schöpfer zu enthüllen und in der Höheren Welt zu leben.

Nun hatte die ganze Welt eine Sprache und gemeinsame Worte. Dies war die Situation in Babylon. Obwohl sie Egoisten waren, war ihr Ego so klein und unterentwickelt, dass sie alle wie ein Volk lebten, in völligem Verstehen, als ob sie eine Sprache sprechen würden.

Und da sie alle ein Herz und ein Verlangen hatten und die heilige Sprache (die Sprache des Gebens und der Liebe) sprachen, waren sie in der Lage, alles was ihnen in den Sinn kam, zu erfüllen. Und niemand konnte sie davon abhalten.

Diese Menschen stehen in Opposition zum Schöpfer und wollen nichts mit Ihm zu tun haben, aber da sie durch den Bund der Liebe miteinander verbunden sind, sind sie unbesiegbar. Sie sind wie eine Bande von Kriminellen, die gut aufeinander Acht geben bis zum bitteren Ende. Ihre Verbindung ist loyal und ehrlich, aber ihr Ziel ist egoistisch – eine Stadt mit einem Turm zu errichten.

Sie benutzen ihre Verbindung nicht, um sich dem Schöpfer anzugleichen, dennoch erschufen sie ihre Verbindung über der Eigenschaft des Gebens, welche sie unzerstörbar machte! Dies ist es, was der Schöpfer „beklagte“.

Diese Verbindung ist gleich und doch entgegengesetzt zu Ihm, und genau dies ist der Grund, warum die Menschen dies erlangen mussten. Es geschieht, um es danach wieder auseinander zu reißen und neu aufzubauen, aber dieses Mal in Angleichung an den Schöpfer.

Dies ist der momentanen Situation in unserer Welt sehr ähnlich. Es ist das Gleiche, als ob wir uns jetzt entscheiden würden, die Krise zu bewältigen und all unsere egoistischen Interessen zurückzunehmen, indem wir eine Verbindung zwischen allen Nationen errichten, aber dies tun, ohne dabei an den Schöpfer oder das Ziel der Schöpfung zu denken. Dadurch würden wir zum Zustand des antiken Babylon zurückkehren. Heute entdecken wir, dass die Welt global und jeder damit verbunden ist und wir uns gegenseitig gut behandeln müssen, da wir uns ansonsten gegenseitig zerstören. Wenn wir jedoch beginnen, gute Beziehungen untereinander herzustellen, ohne daran zu denken, uns dabei mit der Höheren Kraft zu verbinden und ohne die Ausrichtung auf die Erreichung des Schöpfungsziels (der Offenbarung des Schöpfers), führt uns all dies zur Selbstzerstörung, genauso wie es sich im Alten Babylon ereignete.

Der Schöpfer würde unsere Verbindung zerbrechen, wie er es bereits in Babylon tat, als er die „Sprachen verwirrte“ (dies bedeutet, als sich der Egoismus zwischen den Menschen entwickelte) und dadurch sich die Menschen untereinander nicht mehr verstanden. Dies alles würde in der Absicht geschehen, damit wir begreifen, dass unsere Verbindung einen anderen Zusatz benötigt – den Schöpfer. Nur Er kann uns mit einer wahren Verbindung vereinen und uns ermöglichen, das Leben auf der Höheren Stufe zu fühlen – ein Leben, welches vollkommen und ewig ist.

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Die wichtigste Aufgabe im Leben

Heute agiert die ganze Menschheit in einem globalen System. Wenn wir die Beziehungen untereinander in diesem System korrigieren, heißt das, dass wir die Seelen korrigieren, um den Schöpfer in diesem Bund, dieser Welt und in unserem Leben zu offenbaren.

Die Wissenschaft der Kabbala besagt, dass der Zerbruch der Seelen während des Abstieges von einer hohen spirituellen Stufe passierte. Vor diesem Abstieg stellten alle Seelen eine gemeinsame Seele dar, Adam genannt.

Adam zerfiel in viele einzelne Teile und absolut jeder davon fiel in diese Welt, was die Geburt der gesamten Menschheit verursachte. Es gibt keinen Unterschied zwischen der gemeinsamen Seele und irgendeiner Person in dieser Welt. Alles was wir verstehen müssen, ist, dass wir in einem geschlossenen System sind, wo jeder in seinem Ego festsitzt. Demzufolge gibt es im Moment sieben Milliarden getrennte Teile. Jeder von ihnen ist unter dem Einfluss seines einzigartigen Egos bis heute gewachsen, einer speziellen Zeit, in der die zerbrochene Verbindung zwischen uns offenbart wird: Milliarden und Milliarden von Verbindungen – welche alle Menschen vernetzen.

Man sagt, dass jede Person jede andere in der Welt kennt, durch nicht mehr als fünf oder sechs Grade der Trennung. Dennoch müssen wir die Tatsache enthüllen, dass jeder von uns im wahrsten Sinn des Wortes mit allen anderen verbunden ist, denn die Verbindung wurde verdorben und jeder hat mit jedem eine Beziehung, die auf dem Ego basiert. Es ist nicht unsere Schuld, dass das Ego in uns ist – wir hatten es seit Anfang an. Die Tatsache, dass es jedoch offenbart wurde, bedeutet, dass wir es korrigieren müssen. Außer dieser einen Aufgabe gibt es nichts was wichtiger oder bedeutsamer ist, das wir in unserem Leben tun müssen. Denn wenn wir diese Verbindung zwischen uns korrigieren, entdecken wir die Welt der Unendlichkeit.

In dem Ausmaß wie eine Person die wahre Verbindung zu den anderen durch seine korrekte Einstellung ihnen gegenüber offenbart, beginnt er die Höhere Kraft zu fühlen – die Kraft des Gebens und der Liebe. Er überwindet dann die Grenzen seiner Wahrnehmung der Welt und beginnt die Welt um sich herum so zu sehen, wie sie außerhalb von ihm wirklich ist, und auf diese Art offenbart er den Schöpfer.

Das ist genau das, was wir in dieser Generation erreichen müssen. Alle Bedingungen liegen ausgebreitet vor uns; Kabbalisten schrieben darüber und entwarfen die ganze Methode für uns, und alles was wir tun müssen, ist es zu realisieren. Uns wurden alle Möglichkeiten gegeben, nur das zu tun.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Die Menschheit ist wie Fische, die im Netz der Natur gefangen sind
Blog-post: Unser ganzer Planet ist nicht größer als ein Haus!

Was ist der Bund mit dem Schöpfer?


Eine Frage, die ich erhielt: Was bedeutet das „Brechen des Bundes“, das in der Religion als große Sünde betrachtet wird, aus kabbalistischer Sicht?

Meine Antwort: Der Bund ist, wenn man Verschmelzung mit dem Schöpfer durch Gleichheit der Form mit Ihm erlangt. Gleichheit der Form wird durch die Korrektur unserer absolut egoistischen Natur in ihr Gegenteil erreicht: Geben und Liebe, die Natur des Schöpfers. Wenn ein Mensch diesen Zustand erreicht, muss er ihn bewahren. Aber lasst uns zuerst dorthin gelangen.

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Verwandtes Material:
Blog-Post:Ein Freund ist jemand, der dieselben Qualitäten, Handlungen und Ziele hat wie du

Wir haben ein Spiel – ein Song der Bnei Baruch Band

Hier ist ein Lied mit dem Titel „Wir haben ein Spiel“ der Bnei Baruch Band (die deutsche Übersetzung des Liedtextes erscheint unten):

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=qLkZnjgTyWE]

Wir haben ein Spiel, bei dem es keine Verlierer gibt,
Der Schöpfer ist groß und wir sind seine Kinder.
In unserem Spiel halten wir uns alle an den Händen,
Er ist du und du bist ich,
Zusammen sind wir ein Körper.

In diesem Spiel werden wir wachsen und reifen,
Wir werden die Höhere Welt spüren und anfangen, uns zu vereinen.
Nur in einem Körper werden wir die Antwort finden,
Und alles aus der Liebe heraus entdecken.

Wir haben einen Bund von hier bis zur Unendlichkeit (Ejn Sof),
Wir bewegen uns von der Dunkelheit, von der Dunkelheit zum Licht.
Zusammen werden wir wachsen und die Spitze erreichen,
Groß und klein, schwarz und weiß.

Wir haben ein Spiel, bei dem es keine Verlierer gibt,
Der Schöpfer ist groß und wir sind seine Kinder.
In diesem Spiel werden wir wachsen und reifen,
Wir werden die Höhere Welt spüren und anfangen, uns zu vereinen.

Wir haben einen Bund von hier bis zur Unendlichkeit (Ejn Sof),
Wir bewegen uns von der Dunkelheit, von der Dunkelheit zum Licht.
Zusammen werden wir wachsen und die Spitze erreichen,
Groß und klein, schwarz und weiß.

 

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