Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'böser Trieb'

Keine Angst vor Fehlern

Frage: Es heißt, der Mensch hat einen guten und einen bösen Trieb und er muss prüfen, ob sein Körper bereit ist, ein Gebot zu befolgen. Auf dem spirituellen Weg ist der Körper (unser böser Trieb) nie mit dem guten Trieb einverstanden. Was bedeutet es, seine Zustimmung von Ihm zu erhalten?

Antwort: Man sollte sich bemühen, als wolle man ein Gebot einhalten und spüren, wie sehr es gegen die Natur der Schöpfung ist. Dann sollte man davon Abstand nehmen und die Kraft finden, den Schöpfer um Hilfe zu bitten, diese Handlung auszuführen.

Frage: Was ist, wenn man eine Handlung ausgeführt und einen Fehler gemacht hat?

Antwort: Dann hat man eben einen Fehler gemacht. Man kann sich an den Schöpfer wenden und Ihn bitten, Ihn erklären, dass man sich geirrt hat, dass man eine schlechte Tat begangen hat, vielleicht sogar eine furchtbare, schreckliche Handlung gegen den Schöpfer, aber man hat jetzt daraus gelernt und es tut einem sehr leid. In diesem Fall wird die Handlung aufgehoben, als ob sie nie geschehen wäre.

Frage: Bei der Arbeit im Zehner kommt es oft vor, dass ein Teil der Freunde einer Handlung der Verbindung zustimmt, während der andere Teil sie für falsch hält. Wie kann man sich immer danach richten, die Handlung durchzuführen, um dann festzustellen, ob sie richtig oder falsch war?

Antwort: Es ist nötig, alles was man für notwendig hält, in die Tat umzusetzen. Auch wenn diese Handlung falsch war, gegen den Willen des Schöpfers, wird man dennoch viel daraus lernen. Aus diesem Grund sollte man sich niemals aufhalten lassen, sondern alles tun, was man kann.

[337058]

Aus dem Unterricht nach den Notizen von Rabash, 13.11.2024

Die letzte Münze

Kommentar: Je weiter wir fortschreiten, desto stärker tritt der böse Trieb, die Macht des Egoismus, hervor – am Ende wissen wir nicht mehr was wir tun sollen. Es ist, als ob eine Mauer vor uns auftaucht, die wir nicht überwinden können. Schließlich nähern wir uns dem Meer an- stürmische, wütende Wellen, die bereit sind, uns zu verschlingen und uns vom Leben abzuschneiden.

Wir beginnen, alle Kräfte der Natur zu spüren, wenn wir diese Zustände überwinden und sie in uns aufnehmen, werden wir stärker, darin liegt unser Fortschritt.

Es heißt jedoch, dass „die Kinder Israels, wenn sie an den treuen Hirten Moses glauben würden, seine Stimme hören und aus den Fängen von Pharao gerettet werden könnten“. Das bedeutet, dass es immer noch eine Chance gibt herauszukommen, aber die Frage ist, ob sie diese nutzen oder nicht.

Wie in der Mathematik in der Minus mal Minus ein Plus ergibt, so ist es auch bei der spirituellen Entwicklung, beim Auszug aus Ägypten. Wenn die meisten der Gruppe bereit sind, für den Schöpfer um des Gebens willen zu arbeiten, können sie Ihn verpflichten, ihnen zu helfen.  

Der Himmel gibt keine halben Sachen – das volle Maß des Bösen muss offenbart werden, dann kommt die Hilfe in ihrer ganzen Fülle von Oben. Wir können uns also beklagen und Forderungen stellen, aber solange wir nicht das volle Maß an Anstrengung aufbringen, das in unserem Zustand erforderlich ist, wird es keinen Durchbruch geben. Erst wenn wir die letzte Münze in den Korb der Anstrengung legen, wird der Schöpfer uns helfen, das Ziel zu erreichen.

[311249]

Aus dem Unterricht über Pessach.

Lo Lishma: etwas zu korrigieren haben

Frage: Ist die Absicht Lo Lishma zu erreichen eine obligatorische Stufe der spirituellen Entwicklung?

Antwort: Ja, natürlich. Jedes Mal, wenn uns offenbart wird, dass wir mit der Absicht von Lo Lishma, d.h. zum eigenen Vorteil, handeln. Dann verlangen wir, dass das Licht zur Quelle zurückkehrt, die Absicht von Lo Lishma mit der altruistischen Absicht von Lishma korrigiert wird.

Es gibt 613 Verlangen, wenn man bei einem von ihnen zum eigenen Wohl handelt nennt man es Lo Lishma. Wenn man aufgrund dieses Wunsches handelt, um etwas zu geben, ist das Lishma. Es handelt sich um zwei obligatorische Zustände, von denen einer aus dem anderen hervorgeht. Zuerst wird der böse Trieb offenbart, dann wird es durch das Heilmittel der Tora zum Guten korrigiert und die egoistische Absicht wird altruistisch.

Es heißt: „Es gibt keinen Gerechten auf Erden, der Gutes getan und nicht gesündigt hat“. Wir sind verpflichtet, von Lo Lishma zu Lishma zu kommen. Und so verhält es sich auch mit der Korrektur unserer 613 Verlangen.

Nun, wenn ein Mensch seinen bösen Trieb nicht korrigiert, das zur Quelle zurückführende Licht nicht gemäß der kabbalistischen Methode nutzt, wird ihm nicht einmal sein eigenes Böse offenbart. Das Böse, das man in unserer Welt macht, ist nicht das Böse, um das es geht. Man erkennt keine Absicht für sich zu empfangen und man hat keine Verbindung mit dem Material des Verlangens, korrigiert zu werden. Nun, so bleibt man erst einmal „engelhaft“.

Aus dem Unterricht zum Artikel „Die Gabe der Tora“, 01.11.22 

[49642]          

Wie kann man die Güte des Schöpfers spüren?

Kommentar: Es steht geschrieben, dass der Schöpfer gut ist und Gutes tut. Das ist es, was die Kabbalisten offenbart haben. Das heißt, sie wissen nicht, wer Er im Verhältnis zu anderen Schöpfungen ist. Nur sein Handeln ist in Bezug auf uns so definiert.

Antwort: Die Kabbalisten, die den Schöpfer bereits offenbart haben, beschreiben ihn als gut, der Gutes tut. Das sind die Kabbalisten. Menschen, die das zu erforschen beginnen, fühlen natürlich noch nichts und kommen allmählich in diesen Zustand auf der entgegengesetzten Seite.

Kommentar: Wir können also sagen, dass Er das Endziel, die Schöpfung auf die Stufe des Schöpfers zu bringen, gut und Gutes tuend ist. Es gibt verschiedene Situationen auf dem Weg dorthin.

Antwort: Ja, es gibt verschiedene Zustände auf dem Weg, die entgegengesetzt und manchmal unangenehm sind. Die Schöpfung muss sich zum Einen verändern, um in ihren Veränderungen zu spüren wer der Schöpfer ist. Zum Anderen, Ihn in all seinen Veränderungen und Metamorphosen zu spüren. All dies wird in der Kabbala erforscht und macht einen großen Teil der Kabbala aus.

Frage: Können wir sagen, dass der Schöpfer verborgen ist und wir ihn deshalb nicht als gut und Gutes tuend erleben können?

Antwort: Ja. Wenn wir Ihn wahrnehmen wollen – bitte – korrigiere dich von einem bösen Wesen zu einem guten Wesen. In dem Maß, wie man dem Schöpfer ähnelt, wenn man so gut wird wie Er, wird man Ihn wahrnehmen. Die Ähnlichkeit der Eigenschaften ist das Grundgesetz der Kabbala.

Kommentar: Natürlich ist es schwer, all das zu rechtfertigen, wenn man sich die Welt ansieht.

Antwort: Unmöglich! Man kann das nur in dem Maße rechtfertigen, wie man die Eigenschaft des Gebens erwirbt. Dann wird man in dieser Eigenschaft allmählich erkennen, dass der Schöpfer gut ist.

Aus einer Fernsehsendung „Die Lehren der Zehn Sefirot (TES)“

[302872]

Wie man nicht Van Gogh bleibt

Anmerkung: „ Alle Kinder sind Künstler. Das Problem ist ein Künstler zu bleiben, wenn man erwachsen ist“, sagte Pablo Picasso.

Das entspricht dem, was Sie gesagt haben, dass die Fragen des Seins, die Fragen des Lebens: „Warum wurde ich geboren?“ – bereits in einer kleinen Person angelegt ist und aus irgendeinem Grund wieder verloren geht.

Antwort: Ich stimme Ihnen vollkommen zu. Wir verlieren sie nicht, sie bleibt von uns verborgen. Wir wollen uns nicht mit der Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigen: Wozu brache ich das Lebens? Wozu existiere ich? Warum wurde ich geboren?

Für ein kleines Kind ist das übrigens eine sehr dringende innere Frage. Es kann sie nicht stellen, es kann sie auch nicht beantworten, dennoch lebt es mit ihr. Es hat eine sehr ernste Forderung an seine Umgebung, sowohl an seine Eltern als auch an die Menschen. Es hat in jeder seiner Handlungen, ein dringendes Bedürfnis danach. Das kleine Kind, das auf Ihrem Schoß sitzt, verlangt, die Frage nach dem Sinn des Lebens beantwortet zu bekommen.

Frage: Warum verschwindet das alles plötzlich? Das Kind verlangt doch danach!

Antwort: Es entsteht eine Kraft, die „der böse Trieb“ genannt wird und beginnt es zu verwirren.

Frage: Dieser Weg kann nicht reibungslos beschritten werden?

Antwort: Das Kind muss diesen bösen Trieb in sich haben, es muss ihn bekämpfen, nur aus diesem Kampf wird es als Erwachsener hervorgehen. Andernfalls wird es Van Gogh bleiben. Es wird für den Rest seines Lebens zeichnen und sonst nichts.

Frage: Wird das Kind nicht mehr die Frage stellen“ wofür lebe ich“? Sondern lieber viel Geld verdienen….

Antwort: Darin liegt nicht der Sinn des Lebens.

Aus der Fernsehsendung „ Nachrichten mit Michael Laitman“, 22.04.2021

[283000]

Die stärkste aller Kräfte

Ob in Partnerschaften, bei der Arbeit, in der Gesellschaft, im eigenen Land oder auf der ganzen Welt, kann man in den verschiedensten Beziehungen und auf jeder beliebigen Stufe Macht, Ausbeutung und Kontrolle beobachten. Woher kommt das und wie können wir mit diesen zerstörerischen Impulsen besser umgehen?

Das Material, aus dem wir gemacht sind, ist das Verlangen zu genießen. Deshalb setzen wir ständig Normen, die eine übermäßige Aktivierung unseres Verlangens zu empfangen auf Kosten anderer als zwanghaft und untauglich definieren. Im Gegensatz zu Tieren, die nach dem Instinkt handeln, hat die Natur dem Menschen die Freiheit der Wahl gegeben, zu entscheiden, wie er andere innerhalb der Gesellschaft behandelt.

[Rest des Beitrags lesen →]

Die Sonnenkinder

Es steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur, in dem das Licht, das zur Quelle zurückführt, verborgen ist“. Daraus kann man entnehmen, dass man nichts alleine, sondern nur mit Hilfe der Bitte, des Gebets erreichen kann.

Eine solche Bestrebung, zur Absicht des Gebens, zum Wohl für die anderen überzugehen, selbst wenn es nicht aufrichtig, sondern den in uns noch herrschenden Verlangen vollkommen entgegengesetzt ist, wird als Gebet bzw. Erhebung von MaN bezeichnet.

Wir haben einen winzigen Funken der Spiritualität bekommen, und um die Grenze der spirituellen Welt zu durchbrechen und in diesen zweiten Teil der Realität überzugehen, fehlt uns lediglich das Verlangen! Aus diesem Grund handeln alle unsere Gebete nur darum, das Verlangen zu erlangen.

Doch es gibt Zustände, in denen der Mensch gar nichts will. Und man muss verstehen, dass es ein Zustand, der uns ebenfalls von oben gegeben wurde, und nicht einfach nur unsere Faulheit oder Gleichgültigkeit ist. Der Mensch stellt eine Art „schwarze Kiste“ dar, die durch Signale von oben erweckt wird. Das Licht, welches auf unser Material, auf das Verlangen zu genießen, einwirkt, erweckt es mehr oder weniger oder lässt es ganz und gar kalt.

Und in Abhängigkeit davon erwachen wir entweder und streben wie eine Blume dem Sonnenlicht oder dem Regen entgegen, oder verwelken und gehen ohne Lebenskraft ein. Deshalb, wenn du keine Kraft und kein Verlangen nach der spirituellen Arbeit hast, musst du verstehen, dass genauso wie du einst die Begeisterung von oben erhalten hast und dich danach gerissen und gebrannt und gearbeitet hast, genauso wird dir von oben das Verlangen auch wieder genommen.

Und dieser Zustand wird absichtlich gegeben und anhand der persönlichen Eigenschaften eines jeden und seiner Vorbereitung bemessen – um für dich einen Ort für das Gebet zu erschaffen. Und du musst versuchen, mit Hilfe der Gruppe, der Bücher, des Lehrers und der Umgebung alle Kräfte für die Bitte zu mobilisieren.

Das Gebet wird aus der Hilflosigkeit, aus dem Widerwillen heraus geboren oder im Gegenteil, aus dem leidenschaftlichen Begehren heraus – es ist unwichtig, wie, doch es sind alles Bedingungen, die von oben gegeben werden. Und genauso wird die Umgebung für uns von oben organisiert: die Gruppe, der Lehrer, die Bücher. Und wir unsererseits müssen mit Hilfe des gemeinsamen Studiums und der Gruppe das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, finden.

Die Zeit, in der wir zusammen studieren, ist die beste Zeit für ein Gebet. Denn wir befinden uns in einer Verbindung mit dem höheren System, mit Malchut und Seir Anpin der Welt von Azilut, d.h. mit dem Schöpfer und seiner Shechina, wir werden in sie eingebettet, und zwar nicht jeder einzeln, sondern alle gemeinsam, das bedeutet, wir erheben ein gemeinsames Gebet. Dadurch verlangen wir nach der Kraft der Veränderungen und ziehen diese an.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 06.03.2011

Kabbala Akademie

Erinnere dich…

Das Purimfest rückt näher – es ist das freundlichste Fest, die schönste Zeit des Jahres, wenn die große Gnade enthüllt wird. Purim symbolisiert die gesamte spirituelle Arbeit des Menschen.

Alle Feste beziehen sich auf die Korrektur der zerbrochenen Seele von Adam HaRishon, dem ersten Menschen. Nur Purim symbolisiert die Vervollständigung dieses Prozesses, die letzte Handlung, genannt Gmar Tikun (Ende der Korrektur).

Wir erinnern uns daran, dass wir alle unsere egoistischen Wünsche genießen und wir verstehen, dass wir ihnen nicht widerstehen können.

Wir sind sehr schwach, denn der Gerechte Mordechai sitzt auf einem Stein am Königstor – ein armer alter Mann, mit dem keiner rechnet. Und Aman regiert das Königreich als die rechte Hand des Königs.

Der Schöpfer krönt absichtlich den Egoismus, damit dieser regiert, wie es geschrieben steht: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen“. Der Pharao (Egoismus) ist in verschiedenen Rollen und Charakteren der König der Welt. Erst wenn der Mensch das Gefühl hat, dass seine Existenz bedroht ist, erwacht er. Wer hilft ihm beim Aufwachen? Haman tut es, indem er ihm sagt: „Lasst uns diese Wurzel, die das Verlangen oder die Absicht zum Geben erwecken könnte, an ihrer Basis zerstören. Warum sollten wir sie behalten? Ich bin der König!“

Wenn wir die Spitze des Willens zu empfangen, die Absicht alles zu kontrollieren, erreicht haben, dann stellen wir fest, dass der Wunsch zu empfangen unveränderlich bleibt. Die Absicht zu geben ist entgegen unserer Natur, unserem Bewusstsein und Verständnis, außerdem wird sie, obwohl sie vorhanden ist, nicht vom König, d.h. vom Schöpfer unterstützt.

Wie kann man das bekämpfen?

Die Absicht zu geben ist zu schwach und zart, um sich gegen Achaschwerosch zu behaupten, der Haman mit der Macht des Bösen unterstützt.

Es gibt einen Teil des Verlangens zu empfangen, der “ Jude“ (Yehudi) genannt wird, dieser Teil besitzt die potentielle Kraft der Einheit. Bricht eine schwere Bedrohung über sie herein, werden sie sich vereinen. Auch wenn ihnen diese Einheit aufgezwungen wird, die durch die Angst vor der Zerstörung ausgelöst wird, zieht sie das reformierende Licht, die höhere Kraft an. Die höhere Kraft wird in König Achaschwerosch geweckt, der zunächst Haman unterstützte. Nach der Verbindung der Juden unterstützt er nur mehr Mordechai.

Alles hängt von dieser Gruppe ab, die „die Juden“ genannt werden (das hebräische Wort für „Jude“ [Yehudi] kommt aus dem Wort „Vereinigung“[yihudi]). Wenn sie sich verbinden, zuerst zwangsläufig, später freiwillig, bekommen sie eine große Kraft, mit der sie zuerst König Achaschwerosch kontrollieren und später Hamans Macht, den bösen Trieb, der sie vernichten sollte, zerstören können.

Das alles konnte durch ihre Verbindung, durch das Anziehen einer großen Kraft geschehen. Diese Kraft der Verbindung überstieg die Kraft der Trennung, die Macht von Haman.

Darin besteht die Korrektur, die wie ein Wunder zu Purim geschieht.

Purim handelt von einem sehr großen Wunsch, der sich durch seine 32 Teile, unmöglich direkt korrigieren kann

Es wird als ein Wunder betrachtet, dass wir 288 Teile des Willens über die 125 Stufen die wir erhalten, korrigieren können. Das steinerne Herz schließt sich unsichtbar (32 Teile) diesen Korrekturen an. Das steinerne Herz erscheint erst in der letzten Handlung und kommt durch die 288 Teile, gleichzeitig mit den 32 Teilen zur Korrektur. Schließlich erscheint das Licht der Korrektur.

Purim zeigt uns den gesamten Prozess der Korrektur: Exil und Erlösung in all seinen Formen. Deshalb beginnt Purim mit der Lektüre des Kapitels: “Denke daran, was dir Amalek angetan hat“. Die Absicht für sich selbst zu empfangen, was als böser Trieb oder Amalek bezeichnet wird, begleitet uns ständig. Nur durch Amalek gelangen wir zum Schöpfer.

Ohne den bösen Trieb wären wir niemals zur Verbindung erwacht, hätten unsere Entfernung zum Schöpfer nicht entdeckt und könnten nicht die Gleichheit der Eigenschaften mit ihm erreichen.

Aus diesem Grund müssen wir uns daran erinnern, was Amalek mit uns gemacht hat. Der Schöpfer schickt uns in jedem Zustand einen Helfer gegen uns selbst, das ist eine großartige Hilfe. Wir müssen lernen, wie wir richtig mit den Naturkräften umgehen können.

Aus dem Unterricht vom 27.02.2018

Ein einfaches Schöpfungsschema

In Wirklichkeit befinden sich alle Welten innerhalb des „Nächsten“. Dieser Nächste (bzw. Gruppe) ist Malchut der Unendlichkeit. Ich befinde mich außerhalb von ihr.

Zuerst entwickelt sich in mir im Laufe von mehreren Generationen das irdische Verlangen zu genießen. Später, in der heutigen Zeit (in unserem Reinkarnationszyklus), beginnt sich in mir ein „Punkt“, das spirituelle Verlangen, zu entwickeln, und bei den Versuchen, mich der Gruppe anzunähern, empfinde ich meine Natur als egoistisch und böse, ich erlange die Erkenntnis des Bösen – erkenne meinen bösen Trieb.

Aus der Erkenntnis des Bösen, in dem Maße der Erkenntnis dessen als böse, während des Kabbala-Studiums in der Gruppe, verlange ich nach der Korrektur durch das Licht, das zur Quelle, zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, zurückführt. All das geschieht, während ich mich noch außerhalb der Verbindung mit dem Nächsten befinde.

Wenn ich zur Entscheidung komme, dass ich die Verbindung mit dem Nächsten erreichen muss, ist es so, als ob ich die Gruppe von außen berühren würde.

Dann fange ich an, mit Hilfe des Lichts, das zur Quelle zurückführt, – des umgebenden Lichts, welches mir aus dem Inneren, aus der Mitte von Malchut der Unendlichkeit scheint, – mich mit der Gruppe zu verbinden.

Alle Schritte meiner Vereinigung mit der Gruppe, des Ausmaßes der Verbindung zwischen uns, sind eben jene 125 Stufen bzw. fünf Welten: Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon.

Wenn ich die wahrhafte Enge, untrennbare Verbindung erreiche, indem ich mich in der Mitte dieses „Nächsten“ befinde und vollkommen mit ihm verschmelze, nennt sich dieser Zustand für mich die „Welt der Unendlichkeit“.

O“M – Or Makif, das umgebende Licht, A – Assija, Y – Yezira, B – Brija, A – Azilut, AK – Adam Kadmon, W“U – die Welt der Unendlichkeit.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 17.09.2010

 

Kabbala Akademie

 

Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 6

Was ist das Ziel der Schöpfung?

Alle Welten, die höhere und niedere, und alles in ihnen, wurden nur für den Menschen (zum Erreichen der völligen Angleichung an den Schöpfer) erschaffen.

All diese Stufen und Welten dienen nur dazu, das Verlangen des Menschen zu vervollständigen, um ihm zu ermöglichen, die Gleichheit der Form (Gleichheit der Eigenschaften des Gebens und der Liebe) mit dem Schöpfer zu erreichen – denn diese fehlt dem Menschen von Natur aus (wie geschrieben steht: Ich erschuf den Bösen Trieb im Menschen).

Von Anfang an durchliefen die Stufen und Welten einen Prozess der Einschränkung und Entwicklung bis hin zu unserer materiellen (egoistischen) Welt, um zu einem Körper dieser Welt zu werden, der im Grunde nur aus dem Verlangen zu empfangen besteht und nicht aus dem Verlangen zu geben (das Verlangen mit der Absicht für sich selbst zu empfangen. Das Verlangen zu empfangen mit der Absicht zu geben ist gebend. D.h., die Absicht bestimmt über das Wesen der Handlung, des Verlangens). Auf der Stufe (das Verlangen zu empfangen mit der Absicht zu empfangen) wird der Mensch als Tier betrachtet: ein vollkommenes Verlangen zu empfangen ohne den Funken eines Verlangens zu geben. In diesem Zustand befindet sich der Mensch in völligem Gegensatz  und somit in maximaler Entfernung zum Schöpfer.

Wenn ein Mensch Kabbala studiert, erreicht er stufenweise die Eigenschaft (die Absicht) des Gebens, von unten nach oben, entlang desselben Weges, welchen das Verlangen während seiner Entwicklung abgestiegen ist. Alle Stufen sind Maße fur die Größe des Verlangens zu geben. Je höher die Stufe, umso entfernter ist der Mensch von seinem Verlangen zu empfangen und umso näher ist er dem Verlangen zu geben.

Ein Mensch erklimmt Schritt fur Schritt alle Stufen, bis er „des vollständigen Gebens“ würdig wird und nichts mehr für sich selbst empfangen will (d.h., bis er alle Absichten von allen seinen Verlangen korrigiert hat).Dann hat der Mensch Vollständigkeit durch wahre Anheftung erreicht. Dies ist das Schöpfungsziel und der einzige Grund für die Erschaffung des Menschen.

Baal haSulam „Vorwort zu Pticha“, Punkt 9

Zur Kabbala Akademie—>