Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bitten'

Ein Gebet des gesamten Universums

Wenn wir unser inneres Bestreben, unser Wehklagen in einer Ansprache durch unsere Freunde an den Schöpfer übertragen, wird daraus ein Gebet. Das Gebet sollte von mehreren Personen gemeinsam gesprochen werden, mindestens von zwei, vorzugsweise aber von zehn (aus dem Minjan). Dann wird der Schöpfer das Gebet hören und beantworten.

Das Gebet des Zehners bedeutet, dass wir alle dieses Bedürfnis spüren, jeder auf seine Weise. Wir wollen uns verbinden, denn in dieser Verbindung erreichen wir die Eigenschaft von Lishma und offenbaren den Schöpfer. Durch unsere Vereinigung verbinden wir uns mit dem Schöpfer. Er kann uns in dieser Verbindung die Kraft der Einheit geben.

All dies wird in der Verbindung erfasst, deshalb sollte dieses Wort wie ein Leitfaden für uns sein.

Jeder von uns hat sein eigenes Gebet in seinem eigenen Zustand, denn keiner ist wie der andere. Unsere Gebete vereinen sich daher im Schöpfer. Er ist die Quelle für uns alle. Er versteht was uns verbindet und uns erfüllt. Alles wird vom Schöpfer gemacht- es ist sein Werk. Deshalb wird unsere Arbeit als das Werk des Schöpfers bezeichnet.

Wir verbinden unsere Gebete, da wir verstehen, dass niemand von uns etwas ohne die Hilfe des Schöpfers erreichen kann. Deshalb wenden wir uns an Ihn und bitten Ihn, uns zu verbinden und uns auf eine höhere Stufe zu bringen, damit wir gebend werden wie Er. Wenn alle daran beteiligt sind, erreichen wir ein vollkommenes Geben, das dem Schöpfer zugute kommt.

Wir beginnen mit dem gemeinsamen Gebet in unserem Zehner und spüren wie weit wir voneinander entfernt sind, dann nähern wir uns an, entfernen uns und kommen uns wieder näher, als würden Wellen über uns hinwegrollen.

Der Zehner ist unsere Basis, um uns herum beginnen wir viele andere Systeme, die sich zusammenschließen, zu spüren. Es ähnelt einem Sternensystem das sich zu einer Galaxie zusammenschließt. Galaxien fügen sich zu einer Metagalaxie zusammen, so verschmelzen wir mehr und mehr miteinander, wobei jedes Mal weitere Details innerhalb der gemeinsamen Einheit enthüllt werden.

Auf diese Weise enthüllen wir das Werk des Schöpfers, indem wir tiefer in das Persönliche, Innere eindringen. Wir spüren sein Wesen und seine Größe im Gemeinsamen, wir spüren, wie Er alles erfüllt und regiert.

Wir suchen die Verbindung, indem wir sie uns in allen möglichen Formen vorstellen und darum bitten wir den Schöpfer. Wir möchten alle umarmen und einbeziehen, alle verstehen und fühlen, sich mit allen verbinden. Dadurch spüren wir, dass wir das ganze Universum ausfüllen. Das bedeutet, dass wir nach und nach die gemeinsame Malchut begreifen.

Aus einem Unterricht „Auf der Schwelle von Lishma“, 21.10.2022

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Sukkot-Feiertag: Der erste Ehrengast: Abraham

Am ersten Tag des Sukkot-Festes erhalten wir einen neuen Zusatz zu unseren Kelim: die Kleidung der Sefira Chessed in uns, die Ushpisin Abraham genannt wird. Wir beleben allmählich den Körper der gemeinsamen Seele von Adam HaRishon wieder, der zerbrochen wurde. Und zuallererst sammeln wir einen spirituellen Parzuf, der bereit ist, das Licht von Chessed zu empfangen.

Chessed ist die höchste Eigenschaft, die wir vom Kopf des spirituellen Parzufs (Sefirot Keter, Chochma und Bina) erhalten; deshalb wird es zuerst in uns eingekleidet. Wir spüren, dass ein neuer Zustand gekommen ist, der einen neuen Geist und ein neues Verständnis mit sich bringt. Es wird uns geschenkt; wir müssen es nur erwarten, es uns wünschen und darum bitten. Wenn ich einem Freund etwas geben will, dann werde ich würdig, ein Geschenk zu erhalten.

Es heißt, dass jeder, der sich dem Schöpfer nähern will, zuerst die Eigenschaft der rechten Linie akzeptieren muss, das heißt die Eigenschaft des Glaubens.

Eine Gruppe, die sich vereinigen will, muss zuerst die Eigenschaft von Abraham, die Eigenschaft des Glaubens, erreichen. Wenn das Attribut der Barmherzigkeit in allen Wünschen vorherrscht, bedeutet das, dass Abraham sich in sie gekleidet hat.

Im Buch Sohar heißt es: „Es gibt niemanden auf der Welt, der sich mit der Größe Abrahams vergleichen kann, der allen Geschöpfen Barmherzigkeit erwies.“ Die Gabe Abrahams war die größte, und deshalb wird er der Vater des Volkes, der erste der Vorväter genannt.

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Aus der täglichen Kabbala-Lektion vom 10.10.2022″ Ushpisin Abraham – Sefira Chessed“

9 Av – der Blick eines Insiders

Wir müssen uns untereinander vereinen, und wenn wir offenbaren, dass wir uns wirklich vereinen wollen, aber dazu nicht in der Lage sind, wird dies der Zustand des „zerbrochenen Jerusalem“ sein, der Zusammenbruch des Tempels. Wir wollen uns vereinen und wissen nicht, wie wir es tun sollen, und so weinen wir und bitten den Schöpfer, uns zu vereinen.

Wir weinen gerade deshalb, weil wir nicht in der Lage sind, uns zu vereinen, oder vielleicht sogar, weil wir nicht in der Lage sind, zu weinen und es zu bedauern, und wir sind nicht in der Lage, den Schöpfer um Hilfe zu bitten. Egal, wie viele Tränen wir vergießen, der Schöpfer antwortet uns nicht, denn unsere Bitte ist nicht echt, nicht aufrichtig. Und das nennt man „Jerusalem in Trümmern“.

Wenn wir auf diese Weise immer weiter fortschreiten, fließen am Ende Tränen der Verzweiflung, und dann flickt der Schöpfer das Band zwischen uns und offenbart sich darin. Und das bedeutet, dass wir zur Befreiung kommen.

Die Zerstörung liegt nur darin, dass es keine Verbindung zwischen uns gibt. Der Erste und der Zweite Tempel bedeuten, dass es schon damals eine innere Verbindung zwischen uns gab. Es geht nur um interne Kategorien, nicht um externe.

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Aus einer Unterrichtsstunde zum Thema „Das Zerbrechen als Chance zur Korrektur“, 07.08.2022

Stellt euch vor, ihr würdet in einem Märchen leben

Frage: In welcher Situation können wir um die Kraft des Glaubens bitten?

Antwort: Wir können in jeder Situation um die Kraft des Glaubens bitten und sie jederzeit zwischen uns erzeugen.

Dazu müssen wir uns vorstellen, dass der Schöpfer das ganze Universum ausfüllt, wir müssen uns als Gruppe untereinander genauso verhalten – nur als Gruppe, sonst wird man nicht verstanden. Wenn wir so mit unseren Beziehungen arbeiten, dann beginnen wir zu fühlen, dass der Schöpfer wirklich den ganzen Raum, die ganze Welt ausfüllt.

Dann werden wir im Glauben über dem Verstand arbeiten, d.h. wir müssen unseren Egoismus einschränken und uns ausschließlich in der Eigenschaft des Gebens an den Schöpfer wenden. Das ist das Einzige, was wir tun müssen – uns selbst oder unsere Haltung gegenüber dem Schöpfer in den Glauben zu verwandeln, der über dem Wissen steht.

Wir werden merken, was diese Worte tatsächlich bedeuten. Sie klingen wie ein Mantra: „Der Glaube über dem Verstand“. Was ist das? Das ist im Moment noch nicht klar aber allmählich werden wir anfangen die innere Bedeutung dieser Worte zu spüren.

Frage: Wie können wir den Glauben über dem Verstand erlangen?

Antwort: Stellen Sie sich vor, dass Sie in diesem Märchen leben möchten, dass es in Wirklichkeit keinen Glauben über dem Wissen gibt. Versuchen Sie es. Bemühen Sie sich zu fühlen, dass der Schöpfer die ganze Welt erfüllt und er sie als der Gute und Gutes tuende leitet. Auf diese Art und Weise müssen Sie in der Gruppe handeln.

Die Gruppe ist die Plattform, auf der Sie das alles ausarbeiten und umsetzen können.

Frage: Muss sich das jeder Freund vorstellen, oder müssen wir es unter uns austauschen?

Antwort: Sie können sich untereinander über dieses Thema unterhalten. Das Wichtigste ist, dass jeder darauf achtet, dass sich diese Haltung gegenüber den anderen Freunden in ihm zu bilden beginnt. So wie der Schöpfer gut ist und Gutes tut, so sollte jeder Freund andere als gut und Gutes tuend behandeln.

Internationaler Kongress „Über sich erheben“ Lektion 5 vom 08.01.2022

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Woher nimmt ein Mensch die Kraft und innere Stärke?

Woher nimmt ein Mensch die Kraft und innere Stärke, sich nach einer schweren Verletzung zu rehabilitieren und sogar den Gipfel des Mount Everest zu erreichen?

In der Tat sind die menschlichen Kräfte unbegrenzt. Die einzige Bedingung ist, dass wir sie erwecken und richtig einsetzen. Nicht nur diese Kräfte können uns auf den Gipfel des Mount Everest bringen, sondern auf den Gipfel unseres eigenen Potenzials als Mensch wie der Schöpfer zu sein.

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Der Exodus aus Ägypten und der Ausstieg aus der Pandemie

In der Pessach-Nacht sitzt man traditionell mit seinen Lieben an einer festlichen Tafel, um über die Freiheit und die Leiden der Sklaverei und Plagen und den Wunsch nach Befreiung zu lesen.

Im zweiten Jahr in Folge der Pandemie werden in den USA und in den meisten Gemeinschaften auf der ganzen Welt viele feiern, da die Pandemie noch nicht hinter uns liegt. Wenn wir uns also fragen: „Ma nishtana?“ (Was hat sich geändert?) was diese Nacht von allen anderen unterscheidet, müssen wir vielleicht hinterfragen, warum wir immer noch schmerzhafte Situationen ertragen und wie wir ein für alle Mal davon befreit werden können.

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Die einzige Bitte an den Schöpfer

Kongress in Moldawien. Lektion 7

Frage: Ich folge Ihnen zu allen Kongressen. Es ist für mich das einzige Mittel,  ich tue es aus totaler Verzweiflung. Ich realisiere alles was Sie mir sagen, auch wenn es für mich sehr komisch ist. Ich weiß nicht, was ich als Nächstes tun soll!

Antwort: Bitten Sie den Schöpfer. Man hat nichts Anderes. Es gibt niemanden außer Ihm, an den man sich wenden kann, Er ist der Einzige. Versuchen Sie, sich mit der Bitte nur an Ihn zu wenden. Bitten Sie darum, Ihm näher zu kommen: „Ich weiß nichts, ich will nichts, ich brauche nichts! Ich möchte Dir einfach nahe sein.“

Frage: Warum schaltet mich der Schöpfer immer ab und nimmt mir die Kraft, mit meiner Gruppe zusammen zu sein?

Antwort: Sie haben einen sehr guten, starken Wunsch. Er ist noch nicht richtig ausgerichtet und deshalb sind Sie so instabil. Ich weiß nicht, was ich Ihnen raten soll. Eigentlich ist es nur Geduld! Geduld! Lassen Sie das Licht, den Schöpfer an sich arbeiten. Noch einen Tag und noch einen Tag.
Ich bin seit 44 Jahren in diesem Geschäft. Mir hat nichts anderes als Geduld geholfen. Es bleibt uns nichts weiter übrig.

Aus der 7. Lektion des Kongresses in Moldawien, 08.09.2019

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Wie schließt man einen Vertrag mit dem Schöpfer ab?

Frage: Der Hauptgarant ist der Schöpfer selbst. Wir schließen einen Vertrag mit Ihm, in dem Wissen unter uns ab, dass Er hinter jedem von uns steht.
Wenn jemand in der Gruppe fällt, versuchen wir ihm ein Seil zuzuwerfen, wenn es nicht funktioniert, dann wenden wir uns an Ihn: „Du hast einen Vertrag mit uns, deshalb bitten wir Dich, Deinen Teil des Vertrages zu erfüllen. Wir haben alles getan, um einem Freund zu helfen, aber wir haben keine Kraft. Du bist ein Teil unseres Vertrages, daher bitten wir Dich, ihn jetzt herauszuziehen.
Verstehen wir das richtig oder nicht?
Antwort: Nein. Warum wendet ihr euch nicht gleich an den Schöpfer? Glaubt ihr, ihr könnt etwas tun?
Frage: Wir denken, dass wir unseren „halben Schekel“ investieren, unseren Preis zahlen, an die Grenze kommen müssen, bis wir merken, dass wir nicht in der Lage sind, etwas zu tun, und Ihn erst dann bitten sollten.
Antwort: Im Prinzip ist das richtig. Jedoch ist es besser, gleich zu verstehen, dass niemand außer dem Schöpfer helfen kann.
Frage: Wie schließen wir diesen Vertrag ab, dass wir das Gefühl haben, dass Er auch daran beteiligt ist?
Antwort: Der Schöpfer nimmt nicht daran teil, sondern bestimmt den Vertrag. Er ist derjenige, der deine Bürgschaft aufrechterhält. Schließlich hält Er das ganze System aufrecht.
Was versteht man unter der Bürgschaft? Jeder ist in einem vollständig geschlossenen System ein Garant für die anderen. Wenn er seine Bestimmung nicht erfüllt, wird alles zusammenbrechen. Aus diesem Grund muss man den Schöpfer sofort als eine Kraft einbeziehen, die in uns handelt.
Eine andere Sache ist, dass wir uns an Ihn wenden und sagen können: „Ja, wir sind nicht in der Lage, dieses Netz von Kräften aufrechtzuerhalten. Lass uns verstehen, wo wir anfangen müssen, führe uns, hilf uns, gib uns Kraft! Gib uns ein Verständnis dessen, was zu tun ist! Mach es!“ Das ist eine große Freude für Ihn.

Aus dem Kongressunterricht Nr. 7 in Moldawien. 08.09.2019 
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In zwei getrennten Welten leben

Eine Frage, die ich erhielt: Warum fällt es uns so schwer, um die eigene Korrektur zu bitten, wenn wir wissen, dass alles allein davon abhängt? Bitten scheint doch das Natürlichste für einen Menschen zu sein.

Meine Antwort: Ja, es ist natürlich, zu bitten, doch hier muss genau geklärt werden, worum und wie wir bitten sollen, und wer zu uns mit der Antwort kommen soll? Eine Bitte ist nicht einfach nur ein Schrei, und wenn es Worte sind, dann müssen sie im Herzen geboren und nicht in einem Buch gelesen werden.

Wenn es dem Menschen schlecht geht, wird er nicht nach schönen Worten suchen. Unser Problem besteht darin, dass diese Bitte nicht aus der Tiefe unseres Herzens kommt.

Nur die Umgebung kann uns diese Bitte einreden – wenn sie will, wirst du bitten. Warum glauben wir, dass wir alle es so sehr wollen und versuchen, einander zu beeinflussen, doch irgendetwas klappt nicht?! Das Wichtigste, was uns fehlt, ist die Tiefe des Verlangens, seine Aufrichtigkeit. Es fehlt die Klärung, was für mich wichtig und was nebensächlich ist, um aufzuhören, sich in den materiellen und spirituellen Verlangen zu verlieren.

Wir müssen lernen, das Materielle und das Spirituelle aus zwei vollkommen getrennten Blickwinkeln zu betrachten, ohne sie zu verbinden! Diese Welt ist egoistisch, und noch bin ich gezwungen, in ihr zu leben. Und das ist die Welt des Gebens – in ihr will ich anfangen, zu existieren. Dadurch wird meine Bitte bestimmt.

Wir können jedoch noch nicht das Eine von dem Anderen trennen, obwohl sich darin bereits eine große Entwicklung nach dem Kongress beobachten lässt.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“ vom 16.12.2010

Die Geschwindigkeit der spirituellen Entwicklung

Eine Frage, die ich erhielt: Wovon hängt die Geschwindigkeit der spirituellen Entwicklung ab?

Meine Antwort: Die Geschwindigkeit der spirituellen Entwicklung hängt davon ab, wie oft der Mensch den Schöpfer (das Höhere Licht, die allgemeine Eigenschaft der Natur, das Geben und die Liebe) darum bittet, ihn zu korrigieren.

Sobald der Mensch erkennt, wie egoistisch er sich der Welt gegenüber verhält, dass er sich Vorwürfe wegen der Vergangenheit macht, die anderen hasst, Berechnungen mit sich selbst oder den anderen anstellt, muss er das Licht des Schöpfers anziehen, weil es außer Ihm keine andere wirkende Kraft in der Natur gibt.

Denn alles, was du empfindest, ist das, was das Höhere Licht dir zeichnet, um deine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.