Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Quelle aller universellen Probleme

Frage: Was sollte für einen Arzt die Motivation sein, sich ändern zu wollen? Für den Patienten ist das klar: er möchte gesund werden – aber was ist mit dem Arzt? Wie kann man Arzt und Patient dazu bringen, einander näherzukommen?

Antwort M. Laitman: Ich bin in einer Familie von Ärzten geboren und aufgewachsen. Meine Mutter ist Gynäkologin, mein Vater Zahnarzt, meine Tante und mein Onkel sind ebenfalls Ärzte. Wenn plötzlich jemand krank wurde – sofort Stethoskop, Medikamente, alle wissen, was zu tun ist, man wird behandelt und alles ist in Ordnung, keine Probleme. In dieser Hinsicht war das gesamte Gesundheitsministerium bei mir zu Hause.

Genau dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit muss zwischen Ärzten und Patienten herrschen, sonst gibt es kein Vertrauen zum Arzt. Aber heute kann sich ein Arzt das nicht leisten.

Es muss ein völlig anderes System sein, bei dem der Schwerpunkt nicht auf Medikamenten liegt, sondern auf der Aufmerksamkeit für den Menschen, wie in der alten chinesischen Medizin.

Das heißt, das Gesundheitssystem muss das gesamte Leben eines Menschen umfassen. Es ist eine Technologie des Lebens: wie du geboren wirst, womit du atmest, was du zu dir nimmst, wie die Umwelt auf dich wirkt, wie dein Organismus auf all das reagiert – als biologisches System auf das umgebende System – und wie du durch das Leben gehst: heiratest, Kinder bekommst, alt wirst, stirbst.

All dies muss jedoch als ein System betrachtet werden, das im Gleichgewicht mit der Natur steht. Und dafür muss der Mensch organisch und ganzheitlich mit der Natur verbunden sein, all ihre Gesetze befolgen und verstehen, wozu sie ihn verpflichtet und wie er sich auf eine für beide Seiten richtige Wechselbeziehung einstellen muss.

So wie Harmonie und Gleichgewicht in uns die Gesundheit des Organismus bedeuten und wie das Gleichgewicht in der Natur die Gesundheit der Umwelt bedeutet, so muss auch zwischen uns und der Umwelt ein Gleichgewicht herrschen. Wir stören das Gleichgewicht in der Natur, wir stören das Gleichgewicht in uns selbst, aber vor allem wird dabei das Gleichgewicht zwischen uns und der uns umgebenden Natur gestört – genau hier entsprechen wir ihr überhaupt nicht.

Es ist bekannt, dass die uns umgebende Natur nach dem Gesetz der Selbststabilisierung funktioniert: So viel man erhält, so viel gibt man zurück – dadurch wird die Homöostase aufrechterhalten und das Gleichgewicht bewahrt. Doch wir befinden uns in einem absoluten Ungleichgewicht mit ihr, weil wir barbarisch alles aus ihr verbrauchen, was möglich ist, und ihr im Gegenzug nichts zurückgeben, sondern sie nur verschmutzen.

All dies hängt von der Erziehung des Menschen ab, in erster Linie von seiner ökologischen Erziehung.

Wenn wir uns in einer Gesellschaft befinden, die ständig einen negativen Einfluss auf uns ausübt, und wir aus unserem Egoismus heraus ebenso auf sie einwirken: nur konsumieren, den anderen unterdrücken, so viel wie möglich verdienen, oder noch besser, stehlen, ohne etwas dafür zurückzugeben – dann müssen wir hier sowohl den Menschen als auch die gesamte Gesellschaft korrigieren.

Letztendlich kommen wir zu einem einzigen Schluss: Der Mensch muss sich ändern. Die einzige Quelle aller universellen Probleme ist der Mensch. Leider wird dieser Frage keinerlei Beachtung geschenkt.

 

De-facto-Bürgschaft

Baal HaSulam, „Liebe zum Schöpfer und Liebe zu den Geschöpfen“

Die gegenseitige Bürgschaft muss die ganze Welt umfassen. Kein Mensch kann das gewünschte Ziel auf dem spirituellen Weg erreichen, ohne die Hilfe aller Bewohner der Welt.

Das ist von grundlegender Bedeutung. Selbst der größte Kabbalist wird das Ende der Korrektur nicht erreichen, solange es nicht von der gesamten Welt bis ins kleinste Detail erreicht wird. Genauso kann ein Körper nicht vollkommen sein, wenn auch nur eine einzige seiner Zellen in ihrer Funktion gestört ist. Denn hier handelt es sich um ein einziges, integrales System.

Daher muss die ganze Welt zum Ende der Korrektur gelangen. Die Frage ist nur, in welcher Reihenfolge die Korrektur der Seelen geschieht. Einige Seelen erwachten bereits zur Zeit Abrahams, andere in späteren Reinkarnationen, einige erwachen heute, und manche sind noch immer nicht erwacht. Jeder hat seine eigene Zeit und seinen eigenen Platz in der gemeinsamen Arbeit der Korrektur.

Darum neigt der Mensch mit jeder seiner eigenen Korrekturen die ganze Welt zur Seite des Verdienstes.

Im Menschen ist die ganze Welt eingeschlossen, und er selbst ist in jedem anderen enthalten – daher werden alle durch ihn korrigiert. Das erklärt uns teilweise die Gesetze des integralen Systems, das heute die universelle Verbundenheit offenlegt.

Es heißt: „Ein Sünder vernichtet viel Gutes.“ Durch seine Verfehlung nimmt er gewissermaßen das Gute zurück, das er auf die gemeinsame Waagschale gelegt hat, und wirft dadurch die ganze Welt zurück.

Das ist die gegenseitige Bürgschaft – eine reale Situation de facto. Früher war sie vor uns verborgen, weshalb von uns nicht verlangt wurde, dieses Gesetz bewusst einzuhalten. Heute jedoch beginnt sie sich zu offenbaren und stellt entsprechende Anforderungen an uns.

Es gibt das Gewünschte und das Tatsächliche. Das Tatsächliche ist das sich enthüllende System der allgemeinen Verbundenheit, in dem wir alle ineinander eingeschlossen sind. Baal HaSulam schrieb bereits vor etwa 80 Jahren, dass die ganze Welt eine einzige Familie ist. Damals spürten die Menschen das noch nicht. Heute beginnen wir jedoch, diese Verbindung allmählich zu entdecken – wenn auch noch nicht in der gleichen Nähe wie innerhalb einer Familie. Die gegenseitige Abhängigkeit ist bereits offensichtlich, selbst wenn sie uns unangenehm erscheint.

Tag für Tag wird diese systemische Verbindung immer deutlicher hervortreten. Wir werden erkennen, dass jeder auf alle wirkt und zugleich dem Einfluss aller unterliegt. Das kann uns zunächst erschreckend erscheinen: Wie kann ein Mensch unter der Macht der ganzen Welt stehen?

Doch es gibt keinen Ort, an den man fliehen könnte. Daher müssen wir uns so schnell wie möglich um die weltweite Erziehung zur Korrektur bemühen – um richtige und gute Beziehungen zwischen den Menschen zu schaffen.

Wenn diese scheinbar erschreckende gegenseitige Verbundenheit tatsächlich existiert, dann müssen wir so schnell wie möglich in jedem Menschen wenigstens ein kleines Maß an Mitgefühl, Anteilnahme und Barmherzigkeit gegenüber anderen erwecken.

Denn wir sind miteinander verbunden – sowohl im Guten als auch im Schlechten – und der Einfluss jedes Einzelnen geht auf alle über, und der Einfluss aller wirkt auf jeden Einzelnen zurück.

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Aus einer Lektion zum Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“.

 

 

Korrektur durch Erziehung

In der Antike gab es besondere Städte, in denen Verbrecher untergebracht wurden. Sie konnten dorthin fliehen und zum Beispiel sieben Jahre lang dort leben. Nach sieben Jahren konnten sie sich frei bewegen und man hatte kein Recht, Ansprüche gegen sie zu erheben.

Auf der einen Seite ist es die Schuld eines Menschen, der eine Straftat begangen hat. Auf der anderen Seite ist es klar, dass es die Schuld der Gesellschaft ist. Es musste von oben, vom allgemeinen System, geschehen und so wird ihm eine Chance gegeben, es wiedergutzumachen. Man muss für ihn Rechenschaft ablegen!

Ein Mensch wird durch seine Erziehung korrigiert. Kriminelle saßen nicht ohne Beschäftigung in diesen Zufluchtsorten. Sie wurden ausgebildet und erzogen. Sie hatten Unterrichtsstunden und Arbeit. Sie wurden speziell mit allen Arten von Gesprächen, Kursen und Schulungen zur Korrektur ausgebildet Letztendlich kümmerte sich die Gesellschaft darum, denn sie war schuld daran, dass es solche Menschen in ihr Gesellschaft gab.

Frage: Warum genau sieben Jahre?

Antwort: Da die siebte Stufe die Phase von Seir Anpin und Malchut beendet. Seir Anpin ist die WaK (sechs Sefirot), Malchut ist die siebte Sefira. Wenn alles aus Seir Anpin nach Malchut kommt, dann ist alles abgeschlossen.

Außerdem gibt es Veränderungen, die nur einmal alle 50 Jahre (7X7=49) im sogenannten fünfzigsten „Jubiläumsjahr“ stattfinden. Das System funktioniert auf diese Weise von selbst. Es ist mit vielen Daten verbunden: wie es sich entwickelt, uns nach vorne treibt usw. Indem es uns um sieben Jahre nach vorne bringt, erneuert es sich gewissermaßen selbst.

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Aus dem Gespräch „Bei mir klingelt das Telefon. Negative Eigenschaften“.

Fragen zur spirituellen Arbeit – 9

Frage: Ich leide unter dem, was in meinem Land geschieht. Wie kann man den Schmerz aus der mangelnden Verbindung mit dem Schöpfer, durch das Streben nach Ihm nehmen?

Antwort: Es ist notwendig, um beides zu bitten. Einerseits darum zu bitten, dass der Schöpfer uns vereinigt und uns die Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Verbindung schenkt. Andererseits müssen wir darum bitten, dass wir uns über unseren Egoismus erheben und dadurch spiritueller werden.

Frage: Ich stelle fest, dass ich das größte egoistische Vergnügen empfinde, wenn ich etwas kontrolliere, meine Ideen durchsetze. Dann wird es unangenehm, ich schäme mich und habe das Gefühl von Abscheu. Wie kann man dem entkommen?

Antwort: Es soll Sie berühren, nicht weil es unangenehm ist, sondern weil es gegen den Schöpfer ist. Dann können Sie darum bitten, aus diesem Zustand erhoben zu werden.

Frage: Wie hält man sich in einem Zustand der Demut vor dem Schöpfer, in der Erkenntnis Seiner Größe, dass es niemanden außer Ihm gibt? Das entgleitet uns immer wieder.

Antwort: Wenn ihr das versucht, werdet ihr erkennen, warum euch solche Situationen und Zustände gegeben werden. Ihr werdet eine richtige Definition dafür haben, wie der Schöpfer euch erzieht.

Frage: Wenn ich Ihnen eine Frage stellen möchte, habe ich Angst und Ehrfurcht. Wenn ich mich hingegen an den Schöpfer oder an meine Freunde wende, gibt es diese Angst nicht. Ist das eine Äußerung von Egoismus?

Antwort: Ihr müsst üben. Bereitet die Texte der Ansprache an eure Freunde, die Ansprache an den Schöpfer, die Ansprache an mich im Vorfeld vor, so werdet ihr allmählich eine Gewohnheit entwickeln.

Frage: Ist es möglich, den Schöpfer um Ehrfurcht vor den Freunden zu bitten?

Antwort: Selbstverständlich. Alles, was ihr möchtet.

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Aus dem Unterricht “Mein Herz in mit ist leer“, 06.08.2023

Frauen müssen sich von der Macht der Männer befreien

Kommentar: „Ich sehe, dass 80% der wichtigsten Fragen zum Thema Glück- wie macht man sich keine Sorgen und wie organisiert man sein Leben, von Frauen gestellt werden. Werden Frauen in dieser Welt jemals wirklich glücklich sein?

Antwort: Das glaube ich nicht. Frauen haben ein besonderes Gespür dafür, was Glück bedeutet. Die Welt glücklich zu machen, bedeutet, sie perfekt zu machen.

Frauen müssen sich von der Macht der Männer befreien. Sie dürfen sich nicht der Intelligenz, der Macht, dem Geist der Männer unterwerfen. Wenn sie anfangen, auf sich zu hören, werden sie die richtige Lösung finden.

Die Frau ist eine Welt. Eine Frau ist diejenige, die gebiert, entwickelt, erzieht und alles tut, um unsere Welt zu verbessern.

Frage: Sie sagten, dass sich eine Frau nicht glücklich fühlt bis alles perfekt ist. Muss also doch alles ideal werden?

Antwort: Heute spielt sie das, was ihr ein Mann beigebracht hat: die Rolle einer Unhöflichen, die anscheinend nach Schönheit, Reichtum oder nach etwas anderem strebt. In Wirklichkeit geht es in der Tiefe der Natur einer Frau um Sicherheit und Entwicklung.

Frage: Für andere oder für sich selbst?

Antwort: Für alle. Sie wird das nicht für sich tun.

Frage: Denkt sie in solchen Begriffen – „für alle“?

Antwort: Ja. Auch wenn heute eine Frau sehr egoistisch sein mag, wird ihr die richtige Erziehung  helfen, die Wahrheit zu erkennen. Ihre wahre Erfüllung wird nur in Verbindung, in Übereinstimmung und in Annäherung an die anderen stattfinden. Dann wird es Frieden geben.

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“, 13.10.2022

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Eine Frau des 21. Jahrhunderts, Teil 3

Spiritueller Krieg um die Welt

Nur Frauen können, wenn sie sich verbinden, die Situation in der Welt verändern und die Ordnung in ihr wiederherstellen. Aber leider melden sich die Frauen nicht aktiv zu Wort. In jedem Land gibt es Gesetze, die es Frauen erlauben, Zugang zu Führungspositionen zu fordern, um das Leben in ihren Ländern richtig zu organisieren.

Normalerweise kämpfen Frauen für ihre eigenen Rechte, für Gleichberechtigung, und es wird wie ein Familienstreit in der Küche wahrgenommen. Aber ich spreche von spiritueller Kriegsführung. Eine Frau muss begreifen, dass dies jetzt das Wichtigste ist, und sie muss die ganze Welt in die Pflicht nehmen, ähnlich wie eine Mutter ihre Kinder dazu bringt, zu lernen, hinter sich aufzuräumen, zur Schule zu gehen und sich zu waschen. So sollte die Rolle der Frau gesehen werden – als Mutter der Menschheit.

Die ganze Welt wartet darauf, dass die Frau anfängt, ihre Rolle richtig zu erfüllen und alle dazu zu verpflichten, das spirituelle Ziel der Welt zu erkennen und zu erreichen. Wenn wir uns in der richtigen Form miteinander verbinden, dann erlauben wir dem Höheren Licht, der höheren Kraft der Natur, in uns einzutreten und uns zu beeinflussen. Dies ist die Rolle einer Frau, die Rolle einer Mutter.

Es stellt sich heraus, dass der Kampf nicht um die Rechte der Frauen selbst geführt werden sollte, sondern um ihre Fähigkeit, die Gesellschaft zu beeinflussen. Frauen fehlt es an Wissen, Verbindungen und Organisation. Wenn sie vorankommen wollen, müssen sie viel lernen und sich dementsprechend richtig vernetzen, ihre Aufgabe kennen lernen und mit der nötigen Weisheit und dem nötigen Gefühl ihre Bestimmung erkennen. Es gibt keine andere Lösung, genau wie bei einem Kind, das nicht lernen will.

Für eine Frau ist das nicht leicht, denn sie ist es von jeher gewohnt, im Schatten zu bleiben. Nur die richtige Erziehung wird helfen. Wir müssen mit kleinen Rollen beginnen, und daraus wird sich eine ernsthafte Organisation entwickeln.

Eine Frau ist verpflichtet, das Programm und den Zweck der Schöpfung zu kennen, die Etappen, durch die wir uns bewegen, und wie wir sie erreichen können. Frauen, die heute zu studieren beginnen, bereiten sich außerdem darauf vor, Führungskräfte der Gesellschaft und der Menschheit zu werden.

Ihr müsst euch bewusst sein, dass ihr eine besondere Mission erfüllt, und ihr müsst jeden Tag hartnäckiger sein und bereit sein, alles zu tun, um die Menschheit vor den schweren Prüfungen zu bewahren, die uns erwarten, wenn wir diese besondere Phase nicht richtig umsetzen.

Ich bin sicher, dass ihr dazu in der Lage seid, und ich bin bereit, euch in jeder Weise zu helfen. Ich wünsche Euch viel Erfolg!

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Aus dem Programm „Frauen in der Neuen Welt“ vom 05.07.2020

Beruht die Evolution auf purem Zufall?

Sollte die Evolution nur ein zufälliges Geschehen sein? Die Evolution ist alles andere als reiner Zufall. Wenn wir Naturerscheinungen als zufällig wahrnehmen, so scheint uns dies nur so, da uns das tiefere Verständnis dafür fehlt wie die Natur tatsächlich funktioniert.

Nichts was sich je ereignete geschah zufällig. Ebenso entwickelt sich unser Leben heute keineswegs willkürlich, sondern vielmehr im Rahmen festgelegter Naturgesetze.

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7 Wege zur korrekten Annäherung an die Globalisierung


1. Die Globalisierung ist zu einem Schlüsselfaktor für die ökonomische, politische und kulturelle Entwicklung der Welt geworden. Sie beeinflusst die internationalen Märkte, alle sozialen Prozesse und das Leben jedes Einzelnen von uns. Wie dem auch sei, Globalisierung löst keines der politischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen oder religiösen Probleme.

2. Eine neue Art von Erziehung ist vonnöten, um uns mit dieser neuen Realität in Einklang zu bringen. In der Vergangenheit war unsere Erziehung innerhalb der Grenzen einer egoistischen und voneinander abgetrennten Welt strukturiert. Die neue Erziehung sollte lieber naturgemäß erfolgen als durch den schmerzhaften Einfluss durch die Natur. In beiden Fällen wird uns die Natur zu Veränderungen zwingen, zur Änderung unserer Denkweise und der „wahren“ Globalisierung der Beziehungen untereinander. Im Gegensatz zu früheren Transformationen muss uns die jetzige nicht aufgezwungen werden. Zum ersten Mal können wir sie selbst und bewusst durchführen.

3. Der Austausch unserer gewohnten Kultur durch eine globale Kultur sollte nicht erzwungen vonstatten gehen, so wie wir sonst die Dinge handhaben. So zwingen wir zum Beispiel heute unsere Kinder, nach unseren alten Methoden zu lernen, obwohl sie bereit für einen „Neo-Humanismus“ wären. Instinktiv unterdrücken wir alles Neue, während sie naturgemäß danach streben.

4. Zum ersten Mal in der Geschichte müssen die Massenmedien eine bildende Rolle übernehmen. Anstatt eine dubiose Informationsquelle darzustellen, müssen die Massenmedien sich unser Vertrauen verdienen, indem sie zur Bildung der neuen Generation beitragen. Die Massenmedien sollten den Wechsel initiieren, die bildenden Institutionen werden später folgen. Der Grund hierfür ist, dass alle sozialen Veränderungen „von unten“ kommen; in anderen Worten, sie sollten das Leben der Menschen, unsere Moralvorstellungen, kulturell-religiösen Traditionen berühren. Das Neue sollte das Alte nicht durch Zwang ersetzen, der Wechsel muss natürlich und selbstverständlich kommen, indem allen die Globalität der Natur und der Gesellschaft deutlich gemacht wird. Dann wird das Neue das Alte ohne Leid ersetzen.

5. Die kabbalistische Lehre ist frei von Zwängen, denn sie zielt nicht darauf ab, jeden auf die gleiche kulturelle und Bildungsstufe zu bringen. Im Gegenteil, die Menschen können alle möglichen Stufen und Kulturen behalten, da die kabbalistische Bildung die Menschen über ihre verschiedenen Kulturen erhebt. Anstatt miteinander zu kollidieren werden die Menschen sogar noch stärker wegen ihrer Unterschiede miteinander vereinigt. Daher beugt kabbalistische Bildung dem Zusammenstoß der Kulturen, Ideologien und Nationen vor. Wie Baal HaSulam schreibt, kann jeder seine Religion beibehalten.

6. Obwohl die Kabbala jeden zu einem gemeinsamen Bewusstsein führt, die Menschen also als Zahnräder ein und desselben Mechanismus zusammenbringt, schmälert sich dadurch nicht die Rolle jedes einzelnen Individuums. Die Kabbala hilft einer Person, den eigenen Platz in dem Mechanismus zu finden, in der wechselseitigen Verbindung mit den Mitmenschen. Jeder von uns entdeckt den bestmöglichen Zustand, den die Natur für uns vorbereitet hat. Die kabbalistische Lehre ermöglicht den Menschen, die Prinzipien der Existenz der Welt zu akzeptieren, so dass das Individualbewusstsein sich in ein Kollektivbewusstsein verwandelt und später in das Bewusstsein einer ganzen Zivilisation. Danach, so schreibt Baal HaSulam, beginnen die Grenzen, sich aufzulösen und eine einzige Zivilisation erhebt sich, in der alle Bürger im Streben, sich mit dem Schöpfer zu vereinen, eins sind. Der Unabhängigkeit zu entsagen, das Auflösen von Grenzen und Kulturen und die Erschaffung einer einzigen spirituellen Autorität darf nicht erzwungen werden, sondern müssen aus der Erkenntnis der Notwendigkeit unserer Vereinigung mit dem Schöpfer kommen. Die Lehre kann durch Fernsehshows oder Internetspiele massenhaft verbreitet werden; dadurch, dass die Glorifizierung egoistischer Befriedigungen verboten wird und durch eine kraftvolle weltweite Einflussnahme.

7. Globalisierung erweckt den Eindruck, dass die Welt klein ist. Die wachsende Erkenntnis des gemeinsamen Systems von Seelen macht aus ihr eine warme Welt, in der wir uns alle aufeinander verlassen können.

Wenn Darwins Theorie über den Beginn des Lebens in Afrika richtig ist, warum sind dann afrikanische Staaten weniger entwickelt als westliche? (Quora)

Michael Laitman, in Quora: Wenn Darwins Theorie über den Beginn des Lebens in Afrika richtig ist, warum sind dann afrikanische Staaten weniger entwickelt als westliche?

Es ist möglich, dass das Leben in Afrika entstanden ist, aber unsere Zivilisation begann sich erst mit dem Aufkommen des menschlichen Egoismus zu entwickeln, der die Kraft hinter unserem Fortschritt ist. Dies geschah in Mesopotamien, dem alten Babylon, vor etwa 4.800 Jahren. Die Geschichte vom Turmbau zu Babel, die in der Tora erzählt wird, handelt vom Ausbruch des menschlichen Egoismus zu jener Zeit. In ihrem Stolz wollten die Menschen den Himmel erreichen, um es allegorisch auszudrücken, „einen Turm bis zum Himmel“ bauen. Infolge des sich entwickelnden Egoismus begannen sie, sich gegenseitig zu hassen und hörten auf, sich zu verstehen. Dies wird „die Vermischung der Sprachen“ genannt. Dann entfernten sie sich voneinander, weil sie nicht mehr als eine einheitliche menschliche Gesellschaft zusammen sein wollten und konnten. 

Sie hörten auf, einander zu verstehen, und dann begann die Menschheit, sich mit Hilfe ihres Egos zu entfalten. So haben wir uns im Laufe der Geschichte von Generation zu Generation durch das uns innewohnende Ego entwickelt.

Nur im Menschen, in diesem besonderen Geschöpf der Natur, entfaltet sich auch im Laufe einer einzigen Lebensspanne das Ich. Ein eintägiges Kalb ist wie ein ausgewachsener Stier, d.h. es ist bereits ein Tier, das auf alles vorbereitet ist, was es im Leben braucht. Bei uns hingegen wächst das Ego im Laufe des Lebens, und wir wissen daher nicht, was wir tun müssen. Wir brauchen also Erziehung und Unterstützung durch die Gesellschaft.

Wir sind also sehr weit von unseren frühen Tagen in Afrika und sogar von Babylon entfernt. Heute sind wir in den sich entwickelnden Egoismus eingetaucht, der schnell gezähmt werden muss. Wenn wir unser Ego zähmen, dann werden wir eine neue, positiv verbundene Gesellschaft hervorbringen, und wenn nicht, dann nähern wir uns dem Ende unserer Zivilisation.

Basierend auf einem Q&A mit dem Kabbalisten Dr. Michael Laitman am 9. September 2006. Geschrieben/herausgegeben von Studenten des Kabbalisten Dr. Michael Laitman.

Gewohnheit ist eine Programmierung

Wenn der Mensch sich an etwas gewöhnt, wird es für ihn zur Gewohnheit und jede Gewohnheit wird für den Menschen zur zweiten Natur. Es gibt also nichts, von dem der Mensch nicht einen Vorgeschmack von der Realität bekommen könnte. Selbst wenn der Mensch für etwas noch keine Empfindung hat, kann er durch die Gewohnheit zu einer Empfindung gelangen. (Baal Sulam, „Shamati“. Artikel 7)

Es hängt davon ab, inwieweit wir uns trainieren, uns eine bestimmte Form des Denkens, des Verhaltens, der Bewegung, der Reaktion auferlegen. Auf diese Weise können wir uns so umgestalten, dass wir eine Handlung, ein Objekt oder eine Sache genießen, oder andersherum. Es hängt alles davon ab, wie wir uns programmieren. Es gibt nichts anderes an einem Menschen als die Programmierung.

Frage: Im Grunde ist unser Wunsch das Rohmaterial und das Programm die Erziehung. Ist es möglich, einen Menschen dazu zu erziehen, seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben? Sich so sehr um seinen Nächsten so zu kümmern, wie um sich selbst?

Antwort: Das ist nicht einfach. Damit ich mich um jemand anderen kümmere und das Gefühl habe, dass ich davon profitiere, muss ein solcher Prozess von gewissen Belohnungen begleitet werden.

Es hat mit denselben Aktivitäten zu tun, mit denen wir normalerweise Tiere trainieren: einen Hund oder eine Katze. Daran ist nichts Besonderes. Es ist nur so, dass Tiere viel einfacher zu trainieren sind, da sie bereits domestiziert sind. Wir haben sie über viele Generationen trainiert und sie sind, was unsere Anforderungen an sie betrifft, flexibler geworden.

Frage: Wenn wir das höhere Licht oder die höhere Macht offenbaren wollen, dann müssen wir unsere Einstellung gegenüber unserem Nächsten korrigieren. Müssen wir uns trainieren, um das Licht zu offenbaren,  damit wir es bei unserem Nächsten spüren?

Antwort: Obwohl dies alles sehr schwierig ist, ist es möglich, da es nichts anderes als eine gezielte Gewohnheit ist.

Aus dem Fernsehprogramm „ Spirituelle Zustände“, 25.06.2021

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