Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bilam'

Das Blut – die Lebenskraft des Organismus

Als Bilam Berater des Pharao in Ägypten war, riet er dem Herrscher der Ägypter, sich im Blut der jüdischen Kinder zu baden. Er drängte auch darauf, alle neugeborenen jüdischen Knaben in den Nil zu werfen (Der große Kommentar, Kapitel „Balak“). Der Egoismus muss vom Schöpfer die Lebenskraft bekommen, die durch das Blut fließt, weil das Blut die spirituelle Kraft des Organismus ist. Wie das Blut des Menschen eine Kraft ist, die dessen Organismus belebt, ist es das „höhere Licht“, welches das Leben in den spirituellen Organismus einhaucht. Deswegen rät die linke Linie, die Balak und alle Völker der Welt darstellt, dem Pharao sich gegen Israel aufzulehnen, das die rechte Linie darstellt und in Verbindung mit dem Schöpfer die mittlere Linie bildet.

Im Grunde stellt Pharao den Egoismus dar. Er will entweder seinen goldenen Hut aufsetzen oder seine Pyramide mit allem füllen, was er in der Welt der Toten brauchen wird, mehr will er nicht. Er ist mit dieser Welt mit all seinem Gold völlig zufrieden. Bilam ist dagegen nicht zufrieden. Spirituelle Kräfte sind in gewisser Weise über-egoistisch. Deswegen kann Bilam mit dem Schöpfer sprechen. Seine Wurzel entstammt der gleichen Quelle wie Moshes. Man kann sagen, dass sie einander gegenüber stehen: Moshe – Licht und Bilam – Verlangen. Und hier müssen sie sich vereinigen und übereinstimmen, und das kann nur durch den Kampf zwischen Gog und Magog geschehen. Und dann muss Bilam und alles, was unter ihm steht, besiegt werden. Mit anderen Worten: der Egoismus stirbt in seiner Absicht „für sich“ und kann diese Absicht nicht mehr nutzen oder in ihr bleiben.

Frage: Was bedeutet der Rat Bilans, sich im Blut der jüdischen Kinder zu baden?

Antwort: Der Egoismus muss anfangen, die Lebenskraft vom Schöpfer zu empfangen, die für die sogenannten „jüdischen Kinder“ bestimmt ist, und Bilam will diesen Weg des Lichtes von den Kindern auf sich und den Pharao lenken. Er drängt, sie in den Nil zu werfen. Die Knaben symbolisieren die Kraft, die den Egoismus überwindet, die männliche Seite. Ägypten symbolisiert den ganzen Egoismus und der Nil seine Lebenskraft.

Und wenn sich daher der Nil mit dem Blut füllt, bedeutet das, dass solche Eigenschaften des Gerichtes kommen („din“), in welchen der Egoismus nicht mehr existieren kann. Und dann stirbt im Nil alles Leben. So kommt es, dass die egoistische Lebenskraft sich mit der Eigenschaft des Gerichts füllt, es gibt nichts belebendes von oben, kein weißes Licht, und die Eigenschaft von Bina verschwindet. Hier endet Ägypten.

Aus dem TV Programm „Die Geheimnisse des ewigen Buches“.

[#172633]

Finde alle Gestalten in Dir

Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Anfang geschaffen“. Im wöchentlichen Kapitel „Wajeschlach“ ist die Gestalt von Ejsaw  eine  besondere Interpretation des bösen Anfangs. In anderen Kapiteln wird er als Pharao, Bilak, Bilam und anderen Bösewichten erscheinen; aber – das wird immer mein böser Anfang sein; außer mir existiert er nicht.

Er wird mir nur von verschiedenen Sichtwinkeln beschrieben, und es werden verschiedene Eigenschaften betont, mit  denen ich jedes Mal auf anderem Niveau arbeiten soll.

Als Gegengewicht wird mir erklärt, mit Hilfe welcher Kräfte ich arbeiten soll, und es wird gezeigt, wie mein  erstes Treffen mit diesem bösen Anfang zum vollen Misserfolg führt.

Wenn er sich enthüllt, unterwerfe ich mich ihm sofort  und weiß nicht mehr, was ich tun soll! Danach beginne ich, mich allmählich von ihm zu befreien und abzutrennen. Ich verringere ihn und beginne, ihn ein wenig zu führen.Ich schneide einen Teil von ihm ab und korrigiere ihn, danach noch einen Teil; und so gehen wir von einer Schicht zur anderen über bis zum Ende der Korrektur, bis wir die ganze Selbstsucht korrigieren.

Die Tora erzählt uns immer, wie der Mensch sich selbst korrigiert; und jetzt wird es dir gar nicht mehr so schwer fallen, sie zu lesen.

Der Mensch ist eine kleine Welt, und alles existiert sicher in dir; du sollst dich nur bemühen zu finden, wo sich in dir Bejt-El, Schchem, Balak, Dina – alle Helden dieser Erzählung -befinden, und außerdem auch all das Unbelebte, das Pflanzliche und das Tierische. Das sind ja die Eigenschaften deiner Seele, nur auf einem niedrigeren Niveau.

Die Tora kann keinesfalls als literarisches Werk angesehen werden. Es steht geschrieben: „Erschaffe dir keine Erscheinung, erschaffe dir keine Gestalt“.
 
Aus dem Programm „Das Wochenabschnitt“, 18.11.2010

Zum Kabbalalernzentrum–>

Geh nicht in Einsamkeit


Der Sohar: Es steht geschrieben über den Sünder Bilam: „Er ging in Einsamkeit…wie eine Viper auf dem Weg“, wie eine Schlange, die alleine kriecht, wie ein Rabe auf gewundenen Straßen. So ging Bilam in Einsamkeit, um seinen Geist in Unreinheit zu stärken. So ist es mit jedem Menschen, der alleine wandelt, auch an berühmter Stelle, auch in einer Stadt, an bekannten Orten, um seinen Geist der Unreinheit zu stärken.

So geht es jedem Menschen, der alleine wandert, denn selbst an bedeutenden Plätzen, Städten, bekannten Orten, zieht er den Geist der Unreinheit auf sich.

Daher steht geschrieben: „Lasst den Menschen nicht alleine wandeln auf den Wegen und in den Städten“ – sondern nur in Verbindung mit anderen, selbst dort wo Menschen gehen und verweilen.

Und außerdem: Lasst den Menschen nicht alleine gehen des Nachts“ – denn zu dieser Zeit gibt es keine Menschen.

All dies sagt dir: Vereinige dich mit deinen Freunden. Kabbalisten erklären, dass man den spirituellen Weg nicht alleine beschreiten kann. Wenn du dich auf den Weg machen willst, aber wegen der Dunkelheit des Weges nichts siehst, weil du kein Licht (keine Eigenschaft des Gebens hast, da du noch nicht mit dem spirituellen System verbunden bist, also mit den anderen Seelen), so darfst du dein „Haus“ nicht alleine verlassen. Du bist im Dunkeln, weil du alleine bist.

Du solltest nicht einen einzigen Schritt machen, da sich dieser nicht lohnen würde, weil du aufgrund deines Egoismus noch nicht in der Lage bist, dich mit anderen zu vereinigen. Du darfst somit keinen einzigen Schritt machen, da dieser Schritt nicht in die richtige Richtung – in Richtung des Gebens gemacht werden würde, hin zur Liebe, zum Schöpfer. Zuerst musst du dich mit anderen verbinden und dann nach draußen gehen. Und wenn du dich mit ihnen verbindest, so wirst du plötzlich erkennen, dass es draußen überhaupt nicht Nacht ist, sondern Tag.

Aber nachts solltest du den Weg nicht beschreiten, selbst wenn ihr zusammen seid, weil dies bedeutet, dass du noch nicht die erforderliche Stufe der Einheit erlangt hast. Wir lernen aus dem Buch Sohar, dass wir uns, wenn es Nacht wird, in einer „Höhle“ verstecken müssen (der Eigenschaft von Bina, dem Geben), wie Noach in seiner Arche.

Nun lasst uns einen Schritt zurück gehen und fragen: Was bedeutet dies alles?
Das Ziel des Sohar ist nicht, uns mit schaurigen Geschichten zu erschrecken. Vielmehr ist es ein heiliges Buch mit dem Verlangen, all diese Kräfte, alle Verlangen und Eigenschaften, über die wir lesen, in uns zu korrigieren. Sie sind alle in uns.

Zum Kabbalalernzentrum–>

Was haben Gauner und Propheten mit Bnei Baruchs virtueller Gruppe gemeinsam?


Eine Frage, die ich erhielt: Es steht geschrieben, dass der Gauner Bilam ein großer Prophet war, wie Moses. Ich verstehe, dass dies die Verlangen umschreibt, die in einer Person enthüllt werden, denn Licht kann nicht in unkorrigierten Verlangen enthüllt werden. Aber warum ist das unkorrigierteste Verlangen, Bilam, nicht nur fähig das Licht zu enthüllen, sondern sogar die Stufe eines Propheten? Wie konnte Bilam die Stufe eines Propheten erreichen, während er in einem so unkorrigierten Zustand war?

Meine Antwort: Es steht geschrieben, dass der Pharao über den Schöpfer Bescheid wusste, und dass der Gauner Lavan das komplette Höhere Licht verkörperte. Ähnliche Dinge werden über viele andere „bösen“ Charaktere geschrieben. Die Tora spricht vielmehr über die spirituellen Wurzeln der Charaktere in unserer Welt, als über ihre weltlichen Manifestationen. Wenn du auf die Wurzel ihrer Seelen von der spirituellen Stufe schaust, dann kannst du beschreiben wer sie sind, selbst wenn in unserer Welt diese Charaktere ihre Rolle unbewusst spielen.

Der Pharao ist gleich und gegenteilig zum Schöpfer. Das gleicht den vier Reinen Welten von ABYA (die Welten der guten Kräfte des Schenkens), und ihnen gegenüber sind die vier Unreinen Welten von ABYA (die Welten der bösen Kräfte des Empfangens). Diese beiden Systeme sind gegensätzlich, parallel und gleich zueinander, um den Zustand des freien Willens für die Seelen aufrecht zu erhalten.

Die Seelen werden gleichmäßig von beiden beeinflusst, und ihre Wahl liegt im Auswählen der richtigen Umgebung, um zusätzliche Kräfte zu erhalten, um der richtigen Seite den Vorzug zu geben – der guten, schenkenden Seite. Es steht geschrieben, dass man sich jeden Moment als Halb-Sünder und Halb-Gerechter sehen sollte, und der einzige Weg Balance zu halten ist, von der Gruppe geprägt zu werden. Deshalb ist es so wichtig für uns, auf jeden, der ein Verlangen danach hat, den komplettesten virtuellen Einfluss der Bnei Baruch Gruppe zu schaffen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Bekämpfe den Egoismus nicht alleine – er wird immer gewinnen!
Blog-post: Nur der Einfluss des Höheren Lichtes kann dir die Wichtigkeit der Gruppe geben
Baal HaSulam Artikel: Die Liebe Gottes und die Liebe der Geschöpfe
Kapitel aus „Leben aus der Kabbala“, Seite 226: Die Rückkehr zum Schöpfer
Kabbala Heute, Ausgabe 7: Rabbi Chiya’s Vision

Alle Kräfte stammen aus einer Quelle – negative und positive


Eine Frage, die ich erhielt: Im Buch Dvarim wird gesagt: „Und es gab keinen anderen Propheten in Israel wie Mose.“ Und der Midrash antwortet darauf: „Es gibt keine in Israel, aber er kann unter den Nationen der Welt gefunden werden. Wer also ist er? Er ist Bilam.“ Bedeutet dies, dass Bilam auf der gleichen Stufe wie Mose war? Wenn Bilam ein Prophet war, dann nahm er den Schöpfer wahr. Doch wie kann das sein, wenn Bilam der Inbegriff des Willens für sich selbst zu empfangen war? Er war so im Körperlichen gefangen, dass die Weisen sogar sagten, dass er bei seiner Eselin schlief – mit anderen Worten, er hatte keinerlei Verlangen zu geben. Wir sagen jedoch, dass man einen Schirm (Masach) – der das Verlangen zu schenken ist – erlangen muss, um den Schöpfer zu enthüllen. Wie konnte dann Bilam den Schöpfer enthüllen?

Meine Antwort: Wir sprechen über die Kräfte des Schöpfers, die von oben auf uns herabsteigen – eine positive Kraft, die rechte Kraft und eine negative Kraft, die linke Kraft. Klipot werden von der linken Kraft des Schöpfers hervorgerufen und sie sind eine entgegengesetzte Reflexion von Ihm. Aus diesem Grund kennt der Pharao den Schöpfer und selbst seine Mager/Magier (zoroastrische Priester) kennen Ihn. Sie sagen zum Beispiel: „Diese Sache liegt in den Händen Gottes“ usw.. Mit anderen Worten: wir haben es mit entgegengesetzten Kräften zu tun – positiven und negativen, die aus einer Quelle stammen und es ist unser Ziel, diese in uns auf die richtige Weise zu verbinden. Und indem wir sie in uns verbinden, erlangen wir die Form des Schöpfers.

Verwandtes Material:
Blog-post: Kain und Abel sind in jedem von uns!
Blog-post: Klipot und Reschimot (fortgeschritten)
Blog-post: Klipot (Schalen) – hilfreich und schädlich
Shamati Artikel 1: Es gibt nichts außer Ihm