Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bewegungen'

Eine Weltreise in einem Ozean aus Licht


Eine Frage, die ich erhielt: Es gibt keine Zeit in der Spiritualität, aber sollten wir nicht innerhalb der Rahmenbedingungen der körperlichen Zeit agieren?

Meine Antwort: Sobald wir in die Wahrnehmung der spirituellen Welt eintreten, agieren wir nur in einem Feld aus Kräften – wie in einem Ozean, wo uns das Wasser von allen Seiten umgibt. In Wirklichkeit nennt sich dieses Feld einfach so – „Wasser“, da es sich primär um das Licht Chassadim (das Licht der Gnade, „Wasser“) handelt, wo das Leben, das Licht Chochma auch präsent ist.

Das Licht Chassadim erfüllt alles mit sich selbst. Es hat weder eine rechte noch eine linke Seite, weder ein Oben noch ein Unten. Von seinem Zentrum aus und über den ganzen Ozean des Lichts von Chassadim hinweg, verbreiten sich Kreise, die Ebenen des Lichts von Chochma sind. Das ist wie ein magnetisches oder elektrisches Feld, dessen Kraft sich mit der zunehmenden Distanz vom Zentrum ändert.

Wenn ein Mensch in eine spirituelle Empfindung eintritt, nimmt er alles mit Sinnen wahr, die nichts mit der Wahrnehmung von Zeit, Bewegung, Raum oder der Existenz der Realität wie in unserer Welt zu tun haben.

Obwohl der spirituelle Raum seine eigene Zeit, Raum und Existenz der Realität hat, werden sie lediglich als eine Analogie zum körperlichen (Raum) bezeichnet. Das ist es, was wir als Handlungen bezeichnen, die ein Mensch vollzieht, indem er sich selbst verändert.

Das Resultat dieser Handlungen, die inneren Veränderungen eines Menschen und seine Verlagerung in das spirituelle Feld nennt sich Bewegung. Er bewegt sich entsprechend seinen Änderungen in diesem Feld, indem er diesem immer ähnlicher wird und sich seinem Zentrum nähert.

Der Ort ist die Gemütsstimmung in demselben Feld. Sie existiert immer in einem Punkt der Balance mit dem Feld, wie eine elektrische Ladung in einem magnetischen oder elektrischen Feld.

Die Zyklen, durch die er nacheinander geht, indem er durch innere Veränderungen näher an das Zentrum kommt, nennen sich Welten.

(Aus der ersten Lektion des Nordamerikanischen Kongresses 16.10.2009)

Nur die Höhere Kraft kann den Krieg gegen unser Ego gewinnen


Gestern hatte ich ein Gespräch mit der Jugendgruppe. Eine junge Frau, ungefähr 20 Jahre alt, stand auf, um eine Frage zu stellen. Man konnte ihr ansehen, dass sie sich in einem Zustand der Verzweiflung befand und es ihr schwer ums Herz war. Sie fragte: „Was mache ich mit alledem? Kann es wirklich sein, dass jeder Mensch, der auf diesem Weg voranschreitet, sich so fühlt?“ Ich erwiderte: „Ja, und noch schlimmer…“

Ein Mensch muss den Zustand völliger Verzweiflung durchleben, um seine Unfähigkeit zu erkennen, durch seinen eigenen Egoismus voranzuschreiten, wie er es bis jetzt sein ganzes Leben lang gemacht hat. Schließlich muss ein Mensch, um die Spiritualität zu erlangen, sein Verlangen zu genießen, indem er die Verlangen und Vergnügen der Vergangenheit gebraucht, zurückweisen. Er muss die Entscheidung treffen, dass ihn das egoistische Verlangen niemals spirituelle Erfüllung erreichen lässt – das Gegenteil zu dem, was er vorher dachte.

Als sein Punkt im Herzen zum ersten Mal erwachte, war es nur eine Fortsetzung seiner vorherigen materiellen Verlangen: Er wollte in gleicher Weise Genuss von der Spiritualität erhalten, wie von der körperlichen Beschaffenheit. Der Mensch dachte: „Wow, jetzt habe ich ein neues Verlangen! Wen kümmert es, wenn ich es mit irdischen Dingen erfülle? Ich werde mich zum Himmel aufschwingen und dort meine Erfüllung finden!“ Er fuhr fort, sich auf dem Weg der Kabbala in gleicher Weise zu verhalten, indem er die gleichen Mittel verwendet. Er erwartete, alles selbst zu erlangen, gebrauchte seine eigene Kraft und seinen Stolz, sein eigenes „Ich“.

Als aber die Zeit verging, erkennt er, dass nichts gelingt. Und deshalb versinkt er in Verzweiflung, genau wie jeder Mensch, dessen Pläne nicht ausgeführt werden. Jeder muss auf dem spirituellen Weg dadurch gehen. Ein Mensch muss seine Ziele, Absichten, Wahrnehmungen und am wichtigsten, die Werte in seinem Leben bestimmen. Es hängt alles von den Bemühungen ab, die ein Mensch in Richtung Erlangung einbringt: Wie schnell will er diese Liste der Einsichten ausschöpfen?

Während er durch all die neuen Wahrnehmungen in der Liste des neuen „Ich“ geht, beginnt er zu verstehen, dass er nicht sein eigener Herr ist und er diesen Krieg durch die eigene Kraft nicht gewinnen wird. Nur der Schöpfer kann dies tun, denn der Mensch ist in der Hand des Schöpfers, in der Hand der Höheren Kraft. Es ist diese Kraft, die alles tut, die ihn dazu bringt, sich zu bewegen, stellt ihm alle diese Hindernisse in seinen Weg und gibt ihm die Kraft, sie zu überwinden. Die Höhere Kraft schaukelt ihn rauf und runter, immer und immer wieder, um ihn zu einem wahren Gebet zu bringen: Ein neues Verlangen in ihm zu erschaffen, ohne das er niemals die spirituelle Welt spüren kann.

Ich verlasse mich auf den Schöpfer und arbeite mit Ihm zusammen. Ich bitte und der Schöpfer tut es. Sobald wir zu gemeinsamen Bewegungen unter uns finden, werden wir gemeinsames Glück erlangen, wo meine Bitte und Sein Verlangen sich zu einem Ganzen verbinden und wir werden Einheit erlangen.

Der Schöpfer schleudert einem Menschen das Seilende zu und der Mensch muss es fangen, um damit zu beginnen, voranzuschreiten.
(Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbala Unterricht)

 

Die zwei Wege, unser Ziel zu erreichen

Eine Frage, die ich erhielt: Ich habe Sie viele Male sagen gehört, dass das Verlangen das Einzige ist, was existiert, und nur das Verlangen alles bestimmt. Warum erfüllen sich dann nicht all die Verlangen, die ich im Leben habe?

Meine Antwort: Das kommt daher, weil es außer deinem Verlangen, das Programm der Schöpfung gibt. Mit anderen Worten gibt es einen bestimmten Plan und gemäß diesem Plan schreitet die gesamte Schöpfung zu ihrem vorherbestimmten Ziel voran. Dieses Voranschreiten zum Ziel wird Beito genannt, das Voranschreiten entlang der Zeit, wo sich alles zu gegebener Zeit ereignet.

Ein Mensch besteht aus einem Verlangen und deshalb empfindet er die Erfüllung des Verlangens als Genuss und die Nicht-Erfüllung als Leere oder Leiden. Auf diese Weise empfindet er die Auswirkung des Programms, das unser Verlangen nach Erfüllung oder Genuss gebraucht, um uns zu steuern. Letztlich streben wir immer nach Genuss und versuchen, uns von Leiden zu distanzieren.

Wenn man das Programm der Schöpfung selbst verwirklichen und das Ziel schnell und auf angenehme Weise erreichen möchte, anstatt mit Schlägen dahin getrieben zu werden, kann man das tun, indem man sein Verlangen gemäß der Regel ausrichtet: „Gleiche dein Verlangen dem Verlangen des Schöpfers an“. Was ist „das Verlangen des Schöpfers“? Das bezieht sich auf Sein Verlangen, Sich Selbst und Seinen Zustand in unsere eigene Wahrnehmung zu geben. Infolgedessen enthüllt man eine neue Stufe von Verlangen, Wahrnehmung, Bewusstsein und Verständnis. Und wenn das geschieht, spürt man den Abstand zwischen sich und dem Schöpfer. Dann, indem man diesen Abstand absichtlich beseitigt, gleicht man sein Verlangen dem des Schöpfers an.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Wir steigen auf eine Rolltreppe über die Stufen der Welt auf
Blog-post: Wir können uns entwickeln, ohne auf das Kommen von Leiden zu warten

Die ganze Welt kann sich in einem Augenblick verändern

Ein Mensch in dieser Welt ist nur Eiweißmaterie, eingesetzt von der Höheren Kraft, welche ihn jederzeit verändern kann. Es gibt nichts Besonderes an unserem Äußeren, weil die Äußerlichkeit nur von der Einwirkung des Lichts auf uns abhängt. Das Licht, das auf uns einwirkt, verändert das Geschöpf, welches Mensch genannt wird, von Anfang bis Ende vollständig. Wenn wir daher heute etwas nicht erkennen oder verstehen – gut, wir werden es morgen zu erkennen und zu verstehen beginnen. Alles kann sich in einem Augenblick verändern.

Ein Mensch ist das Ergebnis der Handlungen des Schöpfers. Er hat aus sich selbst heraus keine eigenen Handlungen oder irgendein Verständnis. Sobald in ihm eine Veränderung erscheint, verändert er sich äußerlich sofort, wie eine Handpuppe, die die Bewegungen der Hand des Puppenspielers darin nachbildet. Deshalb sollten wir nicht versuchen vorherzubestimmen, wie viel Zeit die Menschheit braucht, um ihre gesamte Einstellung zur Welt zu verändern. Das kann sehr schnell geschehen, anstatt auf dem Weg der natürlichen Entwicklung und Evolution, die Tausende oder Millionen von Jahren braucht.

(Aus dem Unterricht über Rabashs Artikel „Die Handlung der Größten der Nation“ am 17.03.2009)

Studiere die Handlungen des Schöpfers an dir


Eine Frage, die ich erhielt: Ich studiere Kabbala nun schon über ein Jahr. Seitdem merke ich mentale und innere Veränderungen in mir. Auf der mentalen Ebene erfahre ich Störungen in der Koordination meiner Bewegungen. Manchmal merke ich gar nicht, dass ich gehe. Ich wurde untersucht und die Testresultate sind normal. Im Inneren spüre ich Stimmungsschwankungen: Ich fühle mich manchmal für ein paar Tage wunderbar und dieser Zustand ist einfach nicht zu beschreiben, und dann wiederum empfinde ich überhaupt nichts.

Sagen Sie mir bitte, ist das eine Folge des Studiums der Kabbala? Ist es möglich, das Licht zu spüren, obwohl man noch unter dem Machsom ist? Wenn nicht, dann raten Sie mir bitte, wie ich besser vorankomme.

Meine Antwort: Sie machen gerade neue Phasen durch, weil ein neuer, sechster Sinn in Ihnen erschaffen wird, den Sie nicht von Geburt an besaßen. Mit diesem Sinn werden Sie irgendwann dann den Schöpfer spüren, wenn er genug gewachsen und in der Lage ist, den Schöpfer in Ihnen zu enthüllen.

Geduld, Ausdauer und Gelassenheit werden Ihnen zu schnellen Resultaten verhelfen. Schauen Sie sich von weitem an und studieren Sie die Handlungen des Schöpfers an Ihnen. Merken Sie sich: dies sind Seine Handlungen!

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Baal Hasulam Artikel: Der die Vernunft erschafft