Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Bestrafung'

Wenn es zu einer Globalen Krise kommt, können wir es uns nicht leisten, die Dinge einfach aufzuschieben


Frage: Warum eigentlich stellen Sie zwischen der Finanzmarktkrise und der „globalen kabbalistischen Revolution“ eine Verbindung her? Gehen Sie damit nicht zu weit?

Antwort: Es gibt einen Zustand autonomer Objekte und einen, in dem sich alle zu einem System vereinen. Nämlich dann, wenn sich neue und besondere Gesetze offenbaren – die Gesetze der Globalisierung, Kommunikation, Interaktion und Abhängigkeit.

Autonome Individuen im Tierreich sind Egoisten, aber sobald sie sich treffen, enthüllt sich das Gesetz, das ihrem System das Überleben erlaubt. Natürlich geschieht das im Tierreich unbewusst. Es liegt in der Natur des Tieres – es folgt ihr blind. Die menschliche Spezies unterscheidet sich davon durch die Selbsterkenntnis. Der Mensch muss denselben natürlichen Gesetzen bewusst und freiwillig folgen.

Solange wir nicht vereint waren, bestand weder die Notwendigkeit, das System zu berücksichtigen, noch dem Naturgesetz „Sorge für und liebe deinen Nächsten“ zu folgen. Als aber engere Verbindungen im Alten Babylon entstanden – die erste globale Zivilisation (global im Hinblick auf die damalige Zeit und bezogen auf eine kompakte Fläche), enthüllte sich unmittelbar sofort eine Krise – unsere Unausgeglichenheit mit dem natürlichen Gesetz einer menschlichen Gemeinschaft, „liebe den Nächsten wie dich selbst!“

In Babylon lösten wir das Problem, indem das gesamte System bzw. die Zivilisation zerstört wurde. Wir trennten uns voneinander und verstreuten uns in alle Winde. Aber heute sind wir verbunden und es gibt keinen Ort, an den wir uns flüchten könnten. Wir können uns nicht einmal vorstellen, welchen Komfort wir einbüßen würden, weil kein Land der Welt sich mehr selbst versorgen könnte. Es wäre die Rückkehr zum Feudalismus. Unsere Entwicklung, deren Formen und Meilensteine sind von der Natur vorherbestimmt. Wenn wir uns daher dagegen auflehnen, werden wir das Gegenteil der Natur wahrnehmen – schreckliches Leid.

Daher sagt die Kabbala, dass unsere einzige Chance darin besteht, das Naturgesetz der menschlichen Gemeinschaft anzuerkennen: „Liebe den Nächsten wie dich selbst!“ Natürlich ist diese Art von Beziehung nur dann akzeptabel, wenn jedes Individuum sich korrigiert – von „für mich selber“ zu „für das Wohl der anderen“.

Das ist leicht erreichbar, wenn:

1. Die Gesellschaft und die Massenmedien dies unterstützen, indem sie die Menschen dazu ermutigen, und auf jene „herabsehen“, die nicht so agieren (jedoch niemals durch Bestrafung).
2. Menschen werden Kabbala studieren (für die Massen wird oberflächliche Vertrautheit ausreichen) und so unseren zukünftigen Zustand herbeiführen, der bereits existiert.

Ich denke, dass „aufschieben“ dem Tod gleichkommt – im buchstäblichen Sinne des Wortes.

Verwandtes Material:
Blog-post: Wie bekommt man den Wolf, die Ziege und den Salat über den Fluss?
Blog-post: Die Lösung – Auszüge aus den Schriften der zukünftigen Generation (Baal HaSulam)
Artikel: Die klassischen Lehren und Das Neue Planetarische Bewusstsein

Wann wird das Leid verschwinden?


Drei Fragen, die ich über Leid erhielt:

Frage: Es heißt, dass es keine Bestrafung in der Spiritualität gibt. Doch es gibt den Fluch des Egoismus, in den wir aus der Spiritualität gefallen sind. Bedeutet das, dass Frauen in dieser Körperlichkeit nur infolge unseres Egoismus leiden?

Meine Antwort: Ja, genau wie Männer!

Frage: Wird das Leid verschwinden, nachdem wir vollkommen korrigiert sind?

Meine Antwort: Natürlich, denn leiden ist die Empfindung von leeren Verlangen.

Frage: Die Kabbala sagt, dass ein Mensch entweder den Weg der Kabbala oder den Weg des Leidens wählen kann. Aber Menschen, die Kabbala studieren, leiden noch immer, oder?

Meine Antwort: Ein Egoist spürt eine Art von Leiden – bitteres Leiden, weil er nicht bekommt, wonach er verlangt. Doch diejenigen, die Kabbala studieren, spüren das Leiden der Liebe – süßes Leiden, denn sie sehnen sich nach ihrem Geliebten.

Verwandtes Material:
Blog-post: Warum empfinden wir Leiden?
Blog-post: Eine Frage ist die Empfindung eines leeren Verlangens
Leben aus der Kabbala, Kapitel 34: Leiden, die uns aus uneingeschränkter Güte geschickt werden

Der Schöpfer hat weder Arme noch Beine


Fragen, die ich über Religion und Kabbala erhielt:

Frage: Vielleicht sollte den Leuten (Juden wie Nichtjuden), die am Studium der Kabbala interessiert sind, die Sache einfacher gemacht werden, indem man ihnen sagt, dass es am Ende der Korrektur zu einer Verbindung zwischen den eigenen Handlungen und der Spiritualität kommt. Dies ist die Ganzheit von Pardes – Judaismus (den Handlungen) und Kabbala (Spiritualität) -, und früher oder später wird dies zum einzigen Weg im Leben der gesamten korrigierten Gesellschaft werden. Mit allem Respekt, aber es ist doch Tatsache, dass Sie sich wie ein religiöser Jude verhalten, wie auch Ihr Rav Rabash und dessen Rav vor ihm, Baal HaSulam, und wie seit Beginn der heiligen Generationen jeder andere auch.

Meine Antwort: Ich erkläre es nochmal: Die körperliche Befolgung von Gebräuchen in dieser Welt ist nichts anderes als eine Tradition, wohingegen Kabbala über die Korrektur der Verlangen der Seele spricht. Niemand wird verpflichtet sein, die mechanischen Vorschriften (Gebote) zu befolgen. Stattdessen werden die Leute nur die spirituelle Befolgung der Gebote ausführen müssen – in ihren Verlangen. So werden wir ähnlich wie der Schöpfer. Es wird nicht mechanisch getan, denn der Schöpfer hat weder Arme noch Beine! Wir müssen die Seele korrigieren. Studieren Sie Baal HaSulams Artikel über Körper und Seele. Dort erklärt er, dass wir die Seele nicht durch den Körper korrigieren können.

Dennoch ist es gut, den Traditionen zu folgen, auch den religiösen, um einen Rahmen für unsere kulturelle und soziale Existenz auf dieser Welt zu wahren. Ich kann Leute, die an der Kabbala interessiert sind, nicht belügen, genauso wenig wie deren Gegner.

Frage: Wo sagt Baal HaSulam, dass man innerlich weltlich werden muss? Ihre Argumente machen Sinn, jedoch scheinen Sie kein Vertrauen in die Fähigkeit der Leute zu haben, äußere Vorschriften zu erfüllen und zugleich mit der inneren Absicht (Kawana) in kabbalistischer Weise zu arbeiten. Ihre Lehrer vor Ihnen und alle früheren Kabbalisten taten aber genau das, hab ich nicht recht? Weshalb sollte man dann den Leuten erzählen, dass sie aufhören sollen, religiös zu sein?

Meine Antwort: Ich habe den Leuten nie erzählt, dass sie aufhören sollen, religiös zu sein, genauso wenig wie ich ihnen das Gegenteil gesagt habe! In „Aufbau der Gesellschaft der Zukunft“ schreibt Baal HaSulam, dass zukünftig, in der korrigierten Gesellschaft, jede Person ihre Religion beibehalten kann. Hierdurch wird klar, was die wahre Definition von Religion ist – sie ist Teil der Kultur, und nicht mehr als das. Und alle werden dies erkennen und so akzeptieren, sobald sich der Schöpfer in ihnen enthüllt. Die Leute werden Religion von allem trennen, was sich auf den Schöpfer, die kommende Welt und die Belohnung und Bestrafung im körperlichen Leben bezieht.

Dies ist deshalb so, weil alles in „dieser Welt“ sogleich wahrgenommen wird – gegenwärtig und sofort – und es keine „andere Welt“ oder eine Welt „auf der anderen Seite“ gibt . Es gibt nichts außer den realen, gegenwärtigen Zuständen. „Auf der anderen Seite“ bedeutet auf der anderen Seite des Egoismus. Verändern Sie Ihren Egoismus ins Gegenteil, und Sie werden die Welt auf der anderen Seite wahrnehmen.

Verwandtes Material:
Blog-post: Der Schöpfer kann mit nichts anderem erreicht werden, als mit der Kabbala
Blog-post: Kabbala lehrt Liebe und Schenken – sonst nichts!
 

Im Leben eines Kabbalisten ist Platz für diese Welt


Eine Frage, die ich erhielt: Statt der auf „Bestrafung“ bezogenen Artikel, würde ich lieber mehr darüber lesen, wie ein Kabbalastudent vermeiden soll, in eine über die Norm hinausreichende Isolation gezogen zu werden. Sicher ist etwas einsiedlerisches Verhalten unumgänglich, wenn man sich in einer „virtuellen Gruppe“ befindet, physisch abgesondert von den Kli-Teilnehmern, und man nicht besonders daran interessiert ist, zu viel Zeit mit sinnlosem Tratsch zu verbringen.

Meine Antwort: Sie haben Recht – jemand, der Kabbala studiert, kann nicht umhin, sich losgelöst von der Welt zu entwickeln. Andererseits verbringe ich täglich einige Zeit damit, Nachrichten oder Naturfilme und aktuelle Ereignisse zu sehen. Jeden Tag fahre ich ans Meer, wo ich 5 km spazieren gehe und hinterher schwimme. Den Rest des Tages sitze ich drinnen – diese Routine halte ich bereits seit vielen Jahren ein.

Drum sorgen Sie sich nicht um das Gefühl, von der Welt isoliert zu sein. So fühlt man sich am Anfang – als ob man die gesamte Welt hinter sich lässt. Dies geschieht, weil Sie mit spirituellen Informationen gefüllt sind, aber später werden Sie auch wieder Platz für diese Welt haben.

Die Zeit bringt alles ins Gleichgewicht. Machen Sie sich keine Sorgen darüber und handeln Sie nicht künstlich. Ich empfehle Ihnen, Ihre Zeit nicht in der Kommunikation mit leeren Menschen zu vergeuden. Saugen Sie, wann auch immer Sie können, so viel wie möglich Wissen und Eindrücke aus den kabbalistischen Quellen auf. Suchen Sie sich eine vernünftige Art und Weise, Arbeit, Sport, Familie und Kabbala gleichmäßig zu verteilen – schon bald werden Sie das Ergebnis spüren!

Verwandtes Material:
Blog-post: Trink Deinen Milchshake und studiere Kabbala!
Blog-post: als Einsiedler verwehrt man sich die Korrektur
Blog-post: Vermischen Sie die zwei Welten nicht!
Kabbala-Blog: Sie haben… eine… neue Nachricht! 🙂

Im Fegefeuer gibt es keine Feueröfen oder flammende Ruten


Fragen, die ich über die Unterscheidung der Kabbala von Religion und Glauben erhielt

Frage: Ich habe Sie sagen hören, dass ein säkularer Jude auch säkular bleiben und trotzdem durch Kabbala Spiritualität erlangen kann.

Meine Antwort: Glauben Sie wirklich, dass die gesamte Welt und alle Nationen orthodoxe Juden werden müssen?

Frage: Wie vereinbaren Sie dies mit der Gemara Baba Kama 50, welche besagt, dass jeder der behauptet, Gott wird seine Sünden übersehen, dessen Leben wird verwirkt sein.

Meine Antwort: Jeder der sagt, er könne es vermeiden, all seinen Egoismus zu korrigieren, wird nicht das höhere Leben verdienen und spirituell tot bleiben.

Frage: Es wird z.B. angenommen, dass böse Menschen solchen Bestrafungen wie dem Fegefeuer ausgesetzt sein werden.

Meine Antwort: Böse Menschen sind Egoisten und das Fegefeuer ist die Befreiung vom Egoismus durch die Kraft des Lichts. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man den Talmud studieren kann, ohne die Kabbala zu verstehen. Was denken Sie, was ein Fegefeuer ist? Feurige Ofen und flammende Ruten?

Frage: Des Weiteren wurde im Online Unterricht gesagt, dass „Sterben“ bedeutet, aus dem eigenen Körper herauszutreten und in einen anderen Körper einzutreten, um den Prozess der Korrektur fortzusetzen. Wir wissen jedoch, dass Menschen wegen ihrer Sünden für tausende von Jahren als Felsen reinkarniert werden können. Nochmals – wie können wir diese widersprüchlichen Ideen vereinbaren? Würde es nicht Sinn machen, dass Gott körperliche Bräuche sowie das Studium des Spirituellen erwartet?

Meine Antwort: Ihre Logik basiert auf Egoismus, welcher der Eigenschaft des Schöpfers und der Höheren Welt gegenüber gegensätzlich ist. Zu glauben, dass Menschen als Felsen reinkarnieren werden könnten, ist Götzendienst. Ein Fels ist die niedrigste Form des Egoismus, Lev HaEven.

Sie müssen studieren, ansonsten werden Sie ein selbstsicherer Alleswisser bleiben, wie geschrieben steht: „Was sollen wir mit Kindern machen, die gealtert sind?“ (Ma Laasot Im Yeladim She Izkinu?). Die Zeit wird sich jedoch um das kümmern, um was auch immer der Verstand es nicht tut. Haben Sie also Geduld und schließlich wird der Egoismus Sie zwingen zu suchen, anstatt blind zu glauben.

Verwandtes Material:
Blog-post: Was ist Religion?
Blog-post: Alles stammt von der Kabbala ab!
Blog-post: Kabbala und Religion sind Gegensätze
Blog-post: Himmel und Hölle in der Kabbala

Als Einsiedler verwehrt man sich die Korrektur


Eine Frage, die ich erhielt: In den letzten beiden Unterrichtsstunden über den Artikel „Der Frieden“, erwähnten Sie, dass Einsiedler, die sich von der Gesellschaft abspalten, dieser schaden. Könnte es demnach sein, dass die Gesellschaft einen Fehler macht, Mörder, Vergewaltiger, Drogenhändler usw. ins Gefängnis zu stecken und das besser mit Mönchen und Einsiedlern tun sollte?

Meine Antwort: Laut der Tora sollte es spezielle psychiatrische Anstalten und Gerichte für diejenigen geben, die uns Schaden zufügen. Man kann sich über diese Gesetze informieren – sie stehen in Harmonie zur menschlichen Natur und der Höheren Lenkung, welche uns überhaupt erst zur Sünde (jemanden umbringen, stehlen usw.) gebracht hat, und diese beeinflusst auch die Richter und andere Situationen. Sie möchte jedoch, dass sich der Mensch diesem ihn lenkenden System einordnet, welches ihn mit Belohnung und Bestrafung verwaltet.

Wir beobachten, dass gewaltsame Inhaftierung nur die Anzahl der Kriminellen erhöht und mehr noch, sie vervollkommnen dabei ihr Gewerbe noch im Gefängnis. Da sich die Gesellschaft jedoch als Ganzes korrigiert, werden die Menschen andere Methoden der Erziehung und Bestrafung anwenden. Ein Mensch, der sich Korrektur wünscht, sollte sich nicht von der Gesellschaft isolieren.

Verwandtes Material:
Blog-post: Strengere Strafen werden die Dinge nicht verbessern