Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Erreichen der höheren Stufe

Das Erreichen der höheren Stufe ist etwas, das der Niedrigere nicht aus eigener Kraft tun kann – das ist das Erste. Es ist wie in unserer Welt: Ein Baby kann nur dadurch erwachsen werden, dass es Erziehung von Erwachsenen erhält. Diese verstehen es und geben ihm – Stufe für Stufe, Jahr für Jahr – genau das, was zu ihm passt. Und was es empfängt, hängt davon ab, in welchem Maß es sich annulliert.

Der Mensch kann die Umgebung der höheren Stufe niemals besser einschätzen als sich selbst, denn sein eigener Verstand und sein Herz bilden gewissermaßen eine Blase. Über diese Grenze hinaus versteht er nichts. Das ist unmöglich – denn „der Richter urteilt nur nach seinen eigenen Fehlern“. Das sind seine Gefäße, mehr hat er nicht.

Die Meinung der Gesellschaft annehmen

Deshalb wurde hier die Möglichkeit gegeben, die Gesellschaft zu nutzen, um aufzusteigen und zu beginnen, das zu berücksichtigen, was außerhalb von einem selbst liegt. Das nennt man – sagen wir – „Glaube über dem Verstand“.

Das heißt: In dem Maß, in dem mir die Gesellschaft ihren Verstand, ihre Meinung vermittelt, beginnt diese über mich zu herrschen, und das wird „Glaube über dem Verstand“ genannt.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Sie sagen mir, Coca-Cola sei wichtig, und ich mag es nicht – ich mag Wasser. Doch sie überzeugen mich, überreden mich immer wieder, durch öffentliche Meinung und auf verschiedenste Weise, bis ich ihre Meinung mehr akzeptiere als meine eigene. Plötzlich spüre ich, dass sich etwas in mir verändert. Ich beginne zu denken, dass es tatsächlich besser ist.

Ich behalte nicht meine eigene Meinung, dass Wasser besser ist, und trinke nur Coca-Cola, um mit ihnen zusammen zu sein oder mich mit ihnen zu verbinden. Nein – ich gebe meine frühere Meinung wirklich auf und übernehme ihre. Nicht, weil ich keine Wahl habe, sondern weil ich ihre Ansicht tatsächlich annehme.

Die Anstrengung geht nicht verloren

Frage: Worauf bezieht sich Baal HaSulam, wenn er sagt: „Auch wenn jemand nicht erlangt, ist es dennoch ein großes Privileg“?

Weil jede Anstrengung, die ein Mensch in Richtung des Schöpfers unternimmt, aufgezeichnet wird – unabhängig davon, ob er erlangt hat oder nicht. Vielleicht hätte ich erlangen sollen, vielleicht schon vor langer Zeit. Doch das geschah nicht, weil die Generation, die Umgebung, noch nicht würdig war. Ich bin von ihnen abhängig.

Der Mensch schreitet innerhalb eines gesamten Systems voran. Alle, mit denen ich mich entwickle, haben freien Willen, und wir sind voneinander abhängig. Deshalb muss – und sollte – sich ein Mensch für die ganze Welt verantwortlich fühlen. Darum müssen wir verstehen, dass Gruppe und Verbreitung in unserem Blut liegen. Ohne sie ist keine Offenbarung möglich.

Jeder einzelne unserer Schüler, jeder Freund, muss das begreifen: Wir sind abhängig von dem sich entfaltenden Netz, von dem gesamten System. Es ist wie bei einem Embryo, der sich entwickelt – zuerst dieses Organ, dann ein anderes. Man weiß nicht, was als Nächstes kommt.

Ein Mensch weiß nicht, ob er gerade voranschreiten soll oder nicht. Wenn er voranschreiten soll, wird er durch Schläge schneller als alle anderen vorangebracht. Wenn nicht, dann geschieht es auf andere Weise. Aber eines bleibt immer: die Anstrengung.

Ich tue meine Anstrengung. Wenn ich keinen Erfolg hatte, ist das nicht meine Angelegenheit. So wird es nicht gemessen. Gemessen wird nur deine Investition, deine Bemühung.

Wenn ich keinen Erfolg hatte, dann deshalb, weil ich im allgemeinen System im Moment nicht gebraucht wurde. Andere hätten ebenfalls ihre Anstrengung machen müssen, taten es aber nicht, und wegen ihnen blieb mir die Offenbarung verwehrt. Sie hielten mich auf.

Doch ich habe zuvor große Anstrengungen unternommen. Und in dem Moment, in dem sie ihren Platz einnehmen – sei es durch Leiden oder dadurch, dass sie schließlich auf richtige Weise voranschreiten – dann schaffe ich den Durchbruch.

Das heißt: Die Anstrengung verschwindet nicht.

„5 Minuten Licht“ – Auszüge aus dem täglichen Unterricht mit Dr. Michael Laitman vom 16. November 2009

Erster Apell und erster Kontakt mit dem Schöpfer

Aus dem Brief von Baal HaSulam Nr.57: In dem Moment, in dem der Kelch eurer Bemühungen überläuft, wird die Zeit des Gebets kommen. Bis dahin glaube an das, was die Weisen gesagt haben, dass es unmöglich ist, spirituelle Offenbarung zu finden, ohne sich zu bemühen.

Wenn das Maß gefüllt und das Gebet vollständig ist, wird der Schöpfer es mit aller Großzügigkeit beantworten, wie die Weisen versprechen: „Ich habe mich bemüht und gefunden, glaube es!“ Denn vorher ist man nicht fähig, ein solches Gebet zu sprechen, dass vom Schöpfer erhört werden wird.

Diese ganze Welt, alle höheren Welten, all ihre Stufen, die von oben nach unten absteigen, unsere Arbeit in dieser Welt, ist dazu bestimmt eine Bitte, einen Schrei, ein Gebet, einen Appell an das Licht, an den Schöpfer zu richten, damit Er unsere Korrektur vornimmt. Unsere Aufgabe besteht nur darin, die Notwendigkeit dieser Korrektur zu erkennen und dabei wird uns keine Nachsicht gewährt. Die Notwendigkeit der Korrektur umfasst mehrere Faktoren.

Zunächst muss man genau erkennen, was das Problem ist und welche Art von Korrektur es benötigt. Dann ist es notwendig zu erfassen, dass man nicht in der Lage ist, diese Korrektur vorzunehmen und dass es einen Schöpfer gibt, der diese Korrektur vornimmt. Er wird es nur dann tun, wenn man wirklich spürt, dass es daran mangelt und nur den Schöpfer um Hilfe bittet.

Es stellt sich heraus, dass dieser Schrei viele Komponenten beinhaltet. Nur durch besondere Arbeit und dem beharrlichen Bemühen, es nach den Ratschlägen der Kabbalisten auszuführen, durch solch lange, harte und anstrengende Bemühungen, begreifen wir diesen grundlegenden Begriff, der allem zugrunde liegt, was „Gebet“ genannt wird- der erste Appel und Kontakt mit dem Schöpfer.

Alles ist so organisiert, dass man nichts anderes zu tun hat, als sich auf dieses Gebet vorzubereiten. Am Handeln ist alleine das höhere Licht beteiligt und die Geschöpfe können lediglich die Notwendigkeit der Korrektur in sich entdecken.

Deshalb ist der Mensch, das Studium, die Gruppe, alle Handlungen, die Welt, die angeblich um uns herum existiert und all diese Komponenten notwendig, um einen korrekten Appell des Geschöpfes an den Schöpfer aufzubauen, auf das Licht das gezwungen wird, zu antworten.

Es ist klar, dass „die Kuh das Kalb mehr säugen möchte als das Kalb trinken kann“. Dennoch kann dieses Verlangen von oben, gemäß der Reihenfolge der Schritte, nicht ohne ein vorheriges Verlangen von unten wirksam werden. Deshalb aktiviert man das höhere Licht und zieht seine Wirkung an.

„Behaupte nicht, dass du bereits schreist und betest. Es ist ein komplettes Fehlverständnis, wenn du glaubst, dass du fähig bist zu beten, bevor das Gebet geboren ist, geformt durch deine Bemühungen“. Viele Begriffe müssen gelernt werden, um das Verlangen zu erhalten, welches in der Lage ist, das Licht zu erwecken.

Es ist kein Gebet, welches nur aus einem Gebetbuch gelesen wird, das besagt, wo man zu weinen und wo man sich zu freuen hat. Man muss ein Gebet erlangen, das aus dem tiefsten Teil des Herzens kommt.

Die Arbeit im Herzen ist das, was man Gebet nennt.

Deshalb hilft nichts anderes, als sich nach den Ratschlägen der Lehrer zu richten. Auf diese Weise wird man das richtige Bedürfnis in sich aus dem uns umgebenden Licht formen. Durch jede Handlung erweckt man ein kleines Leuchten, das nach und nach das Verlangen aufbaut und es zu dem Punkt bringt, an dem es für eine Korrektur geeignet sein wird.

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Aus dem Unterricht nach dem Brief von Baal HaSulam.

Kauf die Wahrheit und verkauf sie nicht

Frage: Es heißt: „Die Belohnung erfolgt entsprechend der Sorgen.“ Doch warum sollte man leiden und Sorgen haben; sollten die Diener des Herrn nicht glücklich sein?

Meine Antwort: Ich sehe nicht, dass meine Studenten stets glücklich sind, so als wären sie mit dem Schöpfer verheiratet. Wir arbeiten gegen unsere Verlangen und das benötigt riesige Anstrengungen – eine ständige Konzentration auf die Verbindung, auf die Annullierung des Ego und die Absicht, nicht über sich selbst nachzudenken.

Ich bin gezwungen, mich ohne Belohnung im egoistischen Verlangen zu empfangen anzustrengen. Ich habe mich bemüht, Kalorien verbrannt – und beide, sowohl meine Seele als auch mein Körper verlangen eine Füllung dafür. Doch ich bekomme nichts; wie kann also mein Körper mit der Arbeit weitermachen, wenn er nichts dafür erhält? Denn er ist eine Maschine, eine physiologische wie geistige – und beide müssen Treibstoff bzw. Füllung bekommen.

Mir wird gesagt, dass ich nur unter der Bedingung, dass ich ohne Gegenleistung arbeite, eine Füllung bekomme. Doch ich will natürlich trotzdem etwas für mich selbst erhalten und daher wird meine Anstrengung von Leid begleitet. Denn ich muss mein Ego aufgeben, auf die Belohnung verzichten und soll die ganze Zeit über an jemanden anderen denken anstatt an mich. Ich sehe klar, dass ich dazu nicht im Stande bin und daher wende ich mich an den Schöpfer. Doch bis zu diesem Zeitpunkt, wo ich mich an Ihn wende und Er mir antwortet, muss ich unangenehme Zustände in Kauf nehmen… und das ist eine schwierige Zeit.

Wenn ein Mensch zum ersten Mal in die Gruppe kommt, ist er glücklich und bereit, alles zu tun, sogar Berge zu versetzen. Später jedoch merken wir, wie er „abkühlt“ und er rückt immer weiter aus dem Blickpunkt; anstelle dass er irgendwo in den ersten Reihen sitzt, zieht er sich immer mehr in Richtung Ausgang zurück, bis er letztendlich völlig verschwindet.

Es heißt: „Tausend gehen in einen Raum hinein und nur einer kommt als Lehrer heraus.“ Heutzutage ist es nicht einer sondern viele, aber das Prinzip ist noch immer gültig. Es sind nur jene, die alles aufgeben können und die sich um nichts anderes kümmern, weil sie wissen, dass es keine andere Wahrheit gibt. Und deswegen sind sie hier. Das nennt man: „Kauf die Wahrheit, aber verkauf sie nicht!“ Doch es gibt nicht viele davon und alles hängt vom Verlangen des Menschen ab, von dem Punkt im Herzen, den ihm der Schöpfer gab.

Ein Mensch kann auch zum Schöpfer beten, obwohl es sehr schwierig und kompliziert ist. Wenn ein Mensch kein Verlangen zu empfangen hat, den Punkt im Herzen, der ihm Hilft, das Schöpfungsziel von Geburt an zu erreichen, dann kann er noch immer mit einem inständigen Gebet danach bitten, trotz des schwachen Punktes in seinem Herz. Als überspränge er eine Generation nach der anderen, ein Leben nach dem anderen.

Er bekommt nun direkt, was er in einigen Lebenszyklen entsprechend dem allgemeinen Plan empfangen hätte sollen – durch die Reinkarnation in diese Welt, das Leben, das Leiden, das Sterben und die erneute Wiedergeburt. Als könnte er durch die Zeit reisen.
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Aus dem ersten Teil des täglichen Kabbalaunterrichts, 29.09.13, Schriften des Baal HaSulam

Warte nicht auf den nächsten Kreislauf

Es wird gesagt, dass „Ein Gebot den Menschen rettet, wenn er es befolgt, und die Tora ihn immer rettet, sogar wenn der Mensch sich mit ihr nicht beschäftigt“.

„Ein Gebot“ ist die Arbeit des Menschen, seine gesamte Bemühung die spirituelle Welt zu erreichen. Und deshalb gilt es nur dann, wenn du es beachtest. Solange du schläfst oder deine Zeit ziellos verschwendest, fließt dein Leben nutzlos weg.

Wenn du dich in den richtigen Gedanken und Absichten befindest, und irgendwelche Handlungen begehst, die deine Absicht bestätigen, dann dient jeder Augenblick deinem Aufstieg auf die nächste spirituelle Stufe. Du musst den Wunsch, das Streben zeigen, auf die höhere Stufe hinaufzusteigen und sie wird beginnen, auf dich das Licht auszustrahlen.

Je mehr du sie anstreben wirst, desto stärker wird sie dir leuchten. Es ist eben das Gesetz der Physik der spirituellen Welt. Und wenn du nicht handeln wirst, dann wird auch nichts geschehen.

Wenn du dich bereits für den geistigen Aufstieg angestrengt hast, dann erwarte nicht, dass du die Tora, das Licht, welches dich zur Quelle zurückführt, sofort empfinden wirst. Das Licht kann in solcher Form offenbart werden, die du erst gar nicht erwartet hast. Darüber steht geschrieben: „Die Tora beschützt einen Menschen sogar dann, wenn er sich mit ihr nicht beschäftigt“.

Es ist der Prozess, welcher von dir nicht abhängig ist. Du kennst all diese Gesetze nicht: wann das Licht einwirken soll, was es dir nützen soll, welche Leiden dich erwarten. Es liegt eben nicht in deiner Macht und hängt von der Wurzel deiner Seele, sowie vom allgemeinen Prozess der Entwicklung aller Seelen ab. Es geht um eine Menge unterschiedlicher Berechnungen, entsprechend „den Urteilen über die Seelen“ welche durch die Tora, durch das allgemeine Licht A“B-Sa“G ausgesprochen werden.

Deshalb, beginnst du nicht sofort, das Licht zu empfinden, obwohl es auf dich ununterbrochen einwirkt. Denke nicht, dass es nicht da ist. Sogar dann, wenn es dir so zu sein scheint, dass du viel gemacht hast, dich viel bemüht hast und nichts geschah, bleibt die Situation für dich trotzdem unbekannt. Es kann auch sein, dass du die Ergebnisse erst nach einem Jahr sehen wirst.

Und bis dahin werden in deinem Inneren die Räder gedreht, das Licht wirkt auf dich ein, auch dann, wenn du es nicht empfindest. Denn zuerst geschehen die Veränderungen auf den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Niveaus. Sie entwickeln sich ununterbrochen weiter. Möglicherweise gibt es in deiner Seele die sehr tiefen Verlangen, große „Awijut“, worin deine wichtigste Korrekturen geschehen sollen, die dem Begreifen vorangehen. Und deshalb fühlst du sie nicht.

Es gibt viele solche Menschen, die sehr weit gekommen sind, aber haben vor dem entscheidenden Augenblick aufgegeben – alles weggeworfen und sind herab gefallen. Du siehst es und kannst nichts machen, denn hier gilt das harte Gesetz. Wenn also auf deiner Waagschale nur ein winziges Körnchen fehlt, das dir erlaubt, die Selbstsucht zu überwiegen, dann wirst Du niemals hinaufsteigen können. So wirst du eben unten bleiben.

Aber man muss an der Barmherzigkeit des Schöpfers nicht zweifeln! Nach einiger Zeit wird diese Möglichkeit zu dir zurückkehren. Es kann ein anderer Zustand und eine andere Stufe sein, aber die Chance wird dir wieder gegeben. Es kann sogar sehr viel Zeit vergehen oder sogar schon im folgenden Leben sein.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 10.11.2011

Nur der Dumme hackt auf sich rum

Das Licht, das zur Quelle zurückführt, reagiert sogar auf die kleinste Bemühung und das kleinste Streben seitens des Menschen. Aber nicht des Menschen, welcher nur leidet und auf sich rumhackt, wie gesagt wird: „Der Dumme sitzt mit zusammengelegten Händen und frisst sich auf“ – in diesem Fall leuchtet das umgebende Licht nicht. Du sollst, wenn auch ein wenig, danach streben, auf die nächste Stufe hinaufzusteigen, und entsprechend deinem Verlangen wird das Licht einwirken. Auf diese Weise „schaltest“ du dieses Licht ein.

Wenn du allerdings keinen Wunsch hinaufzusteigen hast, dann kann sich das Licht in kein Verlangen einkleiden, es leuchtet zwar, aber es hat keinen Platz unter sich, auf dem es „arbeiten“ könnte. Du sollst ihm immer jenes Verlangen vorlegen, das du korrigieren willst, dieses Verlangen quasi ein wenig enthüllen. Dann wird es dir schon gelingen, das Licht zu fangen, welches immer anwesend ist.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 10.11.2011

Auf der Schwelle der Unendlichkeit

Frage: Während des Unterrichts denke ich unentwegt an den bevorstehenden Kongress und es ist mir kaum möglich, mich auf den Unterricht zu konzentrieren. Verpasse ich etwas, weil dem so ist?

Meine Antwort: Natürlich nicht. Wir spüren immer den Druck im Prozess der Vorbereitung für derartig gewaltige Geschehnisse. Einmal im Jahr kommen wir bei einem Kongress in den Vereinigten Staaten zusammen, und wir sollten dies als eine einzigartige Gelegenheit erkennen, um uns miteinander zu vereinigen. Es gibt keine andere Gelegenheit, um mehr Umgebendes Licht und Kraft zum Fortschreiten zu empfangen als bei Zusammenkünften wie dieser.

Dies ist genau, was ich persönlich erwarte. Ich erinnere mich, als ich bei Rabash zu studieren begann, im wahrsten Sinne des Wortes reisten wir einige Monate später zusammen nach Tzfat. In einem kleinen Hof bei einem kleinen Haus versammelten sich alle Studenten von Rabash, die bei ihm während verschiedener Zeiten studiert hatten und plötzlich wollten sie sich mit uns vereinigen. Es kamen ungefähr 40 Leute zusammen, was eine ziemlich grosse Gruppe darstellte, bevor ich zu ihm neue Studenten brachte.

Ich sah, wie aufgeregt er bei dieser Reise war und als wir dort ankamen, fragte ich ihn: „Was ich so besonderes daran?“ Er erklärte, dass diese Versammlungen das am meisten wirkungsvolle Mittel für den spirituellen Aufstieg in unserer Welt darstellen, wenn ein Mensch kommt um sich mit einem anderen zu vereinigen, Anstrengung um dieser Sache willen auf sich nimmt, Bemühungen und Verlangen, um die Kräfte anderer zu sammeln und sie innerlich in sich aufzunehmen, um buchstäblich diese Kraft zu trinken. Und dies hängt lediglich von ihm und seiner Empfindsamkeit ab.

Wenn ich mich auf die Zusammenkunft in der rechten Weise vorbereite, dann empfange ich alles, wenn ich dorthin komme, was ich unter Umständen empfangen kann. Es hängt alles von mir ab. Dies geschieht, weil wir vor der Unendlichkeit stehen. Ich kann zur Zusammenkunft kommen und überhaupt nichts empfangen, andere verschmähen und von dort selbst verstimmter als zuvor abreisen. Oder ich komme dorthin und bin beeindruckt, berührt und inspiriert. Ich kann so viele Kraft und Umgebendes Licht aufnehmen, wie ich während Jahre des Studiums nicht empfangen würde. Alles hängt von meiner Vorbereitung ab.

Daher müssen wir uns bereits auf die bevorstehende Zusammenkunft vorbereiten. Vor einem solch grosses Ereignis, wenn ein Mensch beabsichtigt sich mit anderen zu verbinden, muss er Sorge und Furcht durchmachen, spürend, dass er an der Schwelle grosser innerer Veränderungen steht. Diese mit Spannung gefüllte Erwartung und Vorbereitung wird selbst physisch empfunden.

Aus dem 2.Teil des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 08/03/2011, Der Sohar

Das Bild mit den weißen Flecken

Frage: Was ist das sich offenbarende Reshimo? Was genau wird uns offenbart?

Meine Antwort: Es ist unmöglich, zu erklären, weil das „Reshimo“ (das informative Gen) ein vollständiges Bild der Zukunft ist, das in meinem Inneren aufwacht.

Am Ende dieser Kette aus Reshimot gibt es mein allerletztes Reshimo, das die Welt der Unendlichkeit darstellt.

Und jetzt wird mir einer der Zustände offenbart, der mich auf dem Weg zu dieser Welt der Unendlichkeit hinaufführt. Und darin sind schon alle Daten vorprogrammiert, außer meiner notwendigen Bemühungen und den Schirm.

Und wenn ich meine Bemühungen und den Schirm hinzufüge, dann wird dieses Reshimo realisiert und ins Originalbild der Wirklichkeit verwandelt.

Und da es einerseits in diesem informativen Gen an meiner Bemühung und meinem anti-egoistischen Schirm mangelt, und andererseits, es das ganze vollkommene Bild der Realität, mit einer dieser Ausnahme beinhaltet, so ergibt sich, dass hinter diesem Reshimo der Schöpfer steht, der Seinen Wunsch zu meiner Teilnahme offenbart. Er zeigt mir das Bild der Realität mit den leeren für mich befreiten Abständen, die ich mit meiner Teilnahme ergänzen soll.

Und ich kann das Reshimo nicht auf einmal realisieren – dazu wird eine ganze Reihe der Handlungen benötigt, die manchmal sehr zahlreich sind. Im Endeffekt soll ich das Ausmaß der Ähnlichkeit und der Nichtübereinstimmung zwischen uns enthüllen. Deshalb ist das Reshimo so aufgebaut, dass es mich nicht nur zur Vollendung dieses Bildes hinzuführen soll, sondern mir auch das geben, was mir fehlt!

Indem ich das Bild vervollständige, ergänze ich den Punkt, der in mir ursprünglich offenbart wurde, zu dem Schöpfer. Denn unser Ziel auf jeder Stufe ist die Gleichheit mit dem Schöpfer zu erreichen. Ich realisiere das Reshimo, indem ich an etwas außerhalb arbeite – und mich dadurch bis zum Niveau des Schöpfers in der vorliegenden Stufe erhebe. Es ist der vielseitige Prozess, der mich im Endeffekt zur Vollkommenheit führt.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel „Der Charakter der Wissenschaft der Kabbala“, 20.01.2011

Dem Herzen zu folgen

Einerseits sagen wir, dass wir auf den Kongress vorbereitet sind, und andererseits denken wir, dass noch nicht alles fertig ist.

Ein solcher Zustand ist richtig. Denn die Tora erzählt uns auch darüber, so ist die Schwelle des Übergangs und des Auszuges.

Nichts ist einfach, glatt oder vorhersehbar – der Auszug aus Ägypten erfolgte in der Hast, auf dem Sprung zum Endlichen Meer. Der Mensch versteht die Mechanismen nicht, und im Endeffekt geschieht in seinen Augen ein Wunder.

Am Berg Sinai sagten wir: „Wir werden es tun und wir werden hören!“, als ob man genau im Voraus wüste, was zu machen ist.

Hier wird nur das prinzipielle Einverständnis gefordert: wir sind bereit, sich mit allen Kräften zu bemühen, aus der unteren Welt die Forderungen der höheren Welt zu verstehen. Diese Bemühung öffnet vor uns die Türen.

Die Vernunft ist hier kraftlos. Es ist egal, wie oft wir versuchen werden, die Situation mehr zu erkennen, oder zu verstehen, damit sie klarer und deutlicher wird, es wird uns sowieso nicht weiter helfen.

Wir brauchen einfach die innere Bestrebung zur Einheit, um dem Schöpfer – der allgemeinen Eigenschaft des Gebens und der Liebe gleich zu werden. Nur im Herzen sind wir fähig zu verstehen, dass sie unsere Rettung ist.

Ich hoffe, dass wir uns an der Schwelle des spirituellen Durchbruchs befinden, den es noch nicht in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. Wir werden uns bemühen – und erreichen folglich alles, was wir möchten!

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 05.11.2010

Unsere erste spirituelle Stufe

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich mich an die Gruppe wenden, wenn ich trotz allem, was ich mache, egoistische Gedanken habe? Wie kann man auf dem Kongress das umgebende Licht empfinden und es in das innere Licht verwandeln?

Meine Antwort: Sich in die Gruppe einzureihen bedeutet, den allgemeinen Wunsch zu erreichen, keinen einzelnen Gedanken, kein eigennütziges Ziel oder Meinung zu haben, sondern nur das Gemeinsame, „wie ein Mensch mit einem Herzen“. Das heißt, ich will mein Ego nicht empfinden, mit meinem Verstand nicht richten – und möchte nur mit allen verbunden sein.

Ich weiß nicht, was die allgemeinen Gedanken und Wünsche sind – aber sie sollen sich an allen anderen Menschen ausrichten. Je mehr wir uns zusammen in einem Herz und einer Vernunft verbinden, desto eher bezeichnet man uns als Gruppe, und anderenfalls nicht! Und dank dieser Vereinigung können wir vorankommen.

Auf dem Kongress beeinflussen wir sehr stark einander: wenn der Mensch das Verlangen hat, diese Kraft der allgemeinen Eingebung zu nutzen, dann wird er in der Lage sein, die Wünsche der Freunde zu empfinden.

Hierfür ist die ernste innere Arbeit, die Bemühung, nötig. Dann kann er sich den Anderen anschließen und den allgemeinen Verstand und das Gefühl empfinden, woran alle Seelen teilnehmen, die schon in unserer Welt alle spirituellen Stufen erreichten.

für den winzigen Anteil eines Prozentes verbunden werden – dann werden wir uns ins allgemeine System der Seelen einreihen, das auf uns einwirken wird: die Kabbalisten aller Generationen und die Propheten werden beginnen, mit uns zusammen zu arbeiten! Wir werden die Stufe erlangen, auf die sie sich befinden, und wir werden uns mit ihnen im allgemeinen Gefühl vereinigen.

Wir können uns neben ihnen, wir die Kleinkinder neben Erwachsenen aufhalten – aber trotzdem über dieselbe Empfindung und dieselbe Vernunft verfügen – und wir werden beginnen, diese allgemeine Seele zu begreifen.

Und diese Verbindung bleibt uns ewig erhalten, selbst wenn sie später aus unserer Empfindung verschwinden wird! Aber sie wird auf unsere „Rechnung“ geschrieben, dass wir sie schon erreicht haben!

In der Geisteswelt verschwindet nichts – alle deine Enthüllungen schreiben sich auf deine „Rechnung“ ein, selbst wenn du später diese Empfindung verlierst – damit du noch in die höhere Stufe hinaufsteigen kannst. Aber diese Stufe ist – schon deine!

Aus einem Unterricht über den Artikel von Baal HaSulam „Die schaffende Vernunft“, 28.10.2010

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Die Handlung plus die Absicht

„Der Schöpfer – ist barmherzig und schafft nur das Gute“. Wir müssen es als das einzige Axiom der Spiritualität annehmen.Denn von oben kommt nichts Schlechtes, und es wird uns nur das absolut Gute offenbart, weil das Licht sich in der absoluten Ruhe befindet- das ganze Problem ist nur im Gefäß, im Wunsch der Schöpfung.

Folglich hängt alles vom Menschen ab, von seiner Bemühung und Vorbereitung. Die Handlung kann sowohl das Erhalten als auch das Geben sein, und die Absicht kann auf sich oder auf den anderen gerichtet sein.

Wir beginnen unsere Entwicklung mit dem „Erhalten für sich“, aus der doppelten Verhüllung, aus Lo Lishma. Die Handlung ist hier – das Erhalten, die Absicht – für sich. Dann kommen wir, dank unseren Bemühungen, zur Stufe „das Geben für sich“.

Beim Übergang vom „Erhalten für sich“ zum „Geben für sich“ hat sich nur die mechanische Handlung geändert. Wir sind in der Lage, diesen Zustand zu erreichen!

Wir sind aber nicht in der Lage, die Absicht zu verändern, denn nur das Licht kann sie korrigieren, dafür können wir die Handlung vom Erhalten auf das Geben umstellen – weil dies auch in unserem Sinne ist!

Und wir geben – um sich besser zu fühlen! Diese Arbeit heißt „sich den Freund zu kaufen“.

Um aber vom „Geben für das Erhalten“ zum „Geben für das Geben“ zu kommen – muss man die Absicht verändern, wofür die Einwirkung des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, notwendig ist.

Ich strenge mich an und begehe die Handlungen, ich bemühe mich, alles in der Gruppe und im Studium zu machen, dennoch erfolgt die Veränderung in der Absicht nur mittels der Kraft des Lichtes.

Und wenn wir zum „Geben für das Geben“ kommen, zur Stufe des Glaubens, Lishma, zur Stufe der Belohnung und der Bestrafung, zur ersten Enthüllung – dann erheben wir uns bewusst zur Stufe „das Erhalten für das Geben“ hinauf, sowohl in der Handlung als auch mittels der Einwirkung des Lichtes (in der Absicht).

Aus dem Unterricht nach dem Artikel Rabasch, 09.06.2010

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