Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wachse spielerisch

Frage: Wenn Sie von der Arbeit mit der Umgebung sprechen, greifen Sie sehr erhabene Dinge auf…

Meine Antwort: Ich spreche ganz und gar nicht über erhabene Dinge, sondern über sofortige Umsetzung, darüber, was zwischen uns geschehen muss. Nicht über uns, sondern auf Augenhöhe, auf der Ebene der Herzen.

Frage: Aber ich arbeite künstlich an mir?

Meine Antwort: Selbstverständlich künstlich. Wir sind uns unserer Scheinheiligkeit bewusst und geben es zu. Ja, wir spielen, „lügen von der Bühne“.

Mein Enkel beschäftigt sich zum Beispiel im Moment mit einem Spielzeug-Müllauto: er sucht im ganzen Haus nach Müll, um ihn ins Auto zu laden. Ist das ein Spiel oder ist das kein Spiel? Wenn er es dir erklären könnte, würdest du verstehen, dass gerade das das echte Leben ist! Und ihr, Erwachsenen, spielt mit euren Spielsachen.

Für ihn ist es so, und für uns ist es andersrum. Es sind zwei Ebenen, und da kann man nichts machen.

Ich weiß also, dass ich vom egoistischen Verlangen durchdrungen bin, dass ich den Nächsten hasse und nur an mich selbst denke. Darüber hinaus interessiert mich nichts. Und in die Gruppe bin ich gekommen, um noch mehr zu empfangen, weil das, was ich hatte, nicht mehr genug für mich ist.

Meine Nachbarn geben sich zufrieden mit ihrer Situation und schauen mich wie einen Verrückten an: „Was will er vom Leben?“ Doch mir ist das zu wenig, und deshalb bin ich hier.

Tag für Tag enthülle ich Hass und Verachtung allen gegenüber in mir, ich brauche niemanden, keiner ist mir wichtig außer mir selbst, der mir am Liebsten ist. All das weiß ich, doch ich weiß auch, dass zu einer höheren Stufe aufzusteigen, bedeutet, aus mir selbst, aus meinem Verlangen, aus meinen Gedanken zu etwas ganz Anderem hinauszugehen. Neu geboren zu werden.

Und nun spiele ich auf meiner Ebene, in meinem Egoismus, als würde ich mich bereits auf einer höheren Stufe befinden. Selbstverständlich ist das alles gespielt, alles Lüge. Jedoch eine nützliche Lüge. Ich habe keine andere Möglichkeit, mich zu entwickeln, wenn ich nicht das vorspiele, was ich erreichen will. Das Gleiche machen Kinder, Pflanzen, Tiere – das ist die Bedingung, die in der gesamten Natur gilt. Jedes Element, das sich durch Aufnahme und Ausscheidung von irgendwelchen Stoffen entwickeln will, erschafft aus sich eine Art Abbild, Schablone von dem, wonach es strebt. Es muss nach seiner zukünftigen Form streben.

Und dann kommt das höhere Licht. Wenn die Entwicklung durch die Natur ausgelöst wurde, dann kommt sie automatisch. Pflanzen und Tiere wissen nicht, wie sie sich entwickeln, nichtsdestotrotz wirkt auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe ebenfalls das Licht. Es gibt keine andere Kraft.

Wir müssen jedoch dieses Licht durch eigene Kräfte, durch eigene Erkenntnis, durch eigene Analyse, durch eigene Messungen, durch eigenes Verständnis, durch eigene Genauigkeit hervorrufen. Wir müssen in dieser Schöpfung nicht nur zugegen sein, sondern sie auch steuern.

Es ist in der Tat ein Spiel. Es steht geschrieben, dass der Schöpfer mit dem Leviathan spielt – eben spielt. Jegliche Änderungen beim Übergang von einer Stufe zur nächsten sind ein Spiel. Denn wir rufen sie hervor, indem wir das vorspielen, was wir noch nicht erreicht, noch nicht erlangt haben, worin wir uns noch nicht gekleidet haben. Das ist eine sehr ernsthafte Sache.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 15.02.2011

Das Röntgenbild meines „Egos“

Wir glauben, dass wir uns in einer Welt befinden, die lebt und existiert, dass sie beständig und alles in ihr ziemlich stabil ist. Wir lassen noch nicht einmal die Vorstellung zu, dass alles Sichtbare und Wahrnehmbare unbeständig und relativ ist.

Die Menschheit war immer der Meinung, dass die Welt tatsächlich existiert und der Mensch in ihr lebt. Diese Meinung wurde dadurch bestärkt, dass die Menschen alles, was sie umgibt, unseren Planeten, die Sterne und die Galaxien gesehen haben.

Und obwohl der Mensch zur Welt kommt, lebt und stirbt, bleibt das alles an der gleichen Stelle weiter bestehen, trotz der Folge der Zeiten. Das heißt, alles, was uns umgibt, existiert außerhalb von uns. Dies wurde von den Menschen jahrtausendelang angenommen.

Doch nun kommt die Wissenschaft der Kabbala und zerstört vollkommen das Fundament, auf dem unsere Wahrnehmung gegründet war, und lässt keinen Stein auf dem anderen. In erster Linie erklärt sie, dass alles, was wir vor uns sehen, sich nicht außerhalb, sondern innerhalb von uns, in unserem Verlangen befindet.

Wenn also diejenigen, die ich vor mir sehe, sich in meinem Kopf befinden, befinde ich mich selbst auch dort. Die Kabbala behauptet, dass das richtig ist und die ganze Wahrnehmung der Realität, die wir im Moment haben, trügerisch ist.

Uns wird erklärt, dass es so ist, als ob es im Hinterkopf einen Projektor geben würde, der alles Wahrnehmbare in Bildern, die scheinbar vor mir ablaufen, wiedergibt. Auf diese Weise würde ich sowohl meinen Körper als auch alles, was außerhalb von ihm geschieht, sehen.

Die Kabbalisten erklären es uns mit absoluter Ernsthaftigkeit und betonen, dass gerade dadurch, dass ich Dinge innerhalb von mir spüre und außerhalb von mir sehe, ich eine besondere Erkenntnis – die Enthüllung des Schöpfers – erlangen kann.

Ich sehe, dass sich alles um mich herum jeden Augenblick verändert und bewegt wird. Dies geschieht entsprechend der Veränderung meiner Eigenschaften und bedeutet, dass ich selbst meine Realität erschaffe.

Die Wissenschaft der Kabbala erzählt uns, dass außer dem Punkt, der als „Ich“ bezeichnet wird, alles Andere das höhere Licht, das Licht der Unendlichkeit, in dem ich mich befinde, ist. Dieses Licht hat eine Eigenschaft: das Geben und die Liebe. Und vor dem Hintergrund dieses Lichts erkenne ich meine Eigenschaften, die ihm entgegengesetzt sind.

Ich glaube, dass außerhalb von mir eine große Welt existiert, in der sich alles bewegt, doch all das wird von meinem Verlangen, meinem Ego, von dessen verschiedenen Eigenschaften projiziert, die mein inneres Bild wie auf einem Röntgenbild zeigen.

Kann ich die Realität verändern? – Ja, ich kann, unter der Bedingung, dass ich mich selbst verändere. Und das ist bereits eine sehr ernsthafte Sache. Das heißt, ich habe in meinem Leben eine Familie, einen Job, die große Welt, und obwohl ich sehe und spüre, wie beständig ich selbst und alles um mich herum ist, liegt es dennoch in meiner Hand, das zu verändern.

Denn wenn ich anfange, mich selbst zu verändern, verändere ich die Welt, weil der Mensch eine kleine Welt ist und alles sich in ihm befindet, außerhalb von ihm ist nur das unveränderbare Licht der Welt der Unendlichkeit.

Also hängt alles vom Menschen ab, und meine Wahrnehmung der Realität hängt allein von mir und von keinem Anderen ab.

Aus dem Vortrag im Auditorium „Kabbala für alle“ vom 23.11.2010

Aus dem Zerbrechen, den Schöpfer aufzubauen

Eine Frage, die ich erhielt: Im Artikel „Aus mir heraus werde ich den Schöpfer erschauen“ schreibt Baal haSulam, dass „der Mensch sehr viele Reinkarnation brauchen wird, bis er die Wissenschaft der Kabbala vollständig begreift“.

Was bedeutet „die Wissenschaft der Kabbala vollständig zu begreifen“?

Meine Antwort: Die Wissenschaft der Kabbala vollständig zu begreifen bedeutet, dass ich die Struktur meiner Seele sowohl im Allgemeinen, als auch im Einzelnen erkenne, mit allen inneren Unterschieden und Handlungen, die in mir geschehen, mit allen Füllungen, Ursachen und Wirkungen.

Es gibt das Begreifen für die Struktur der Seele, und es gibt das Begreifen der Handlungen darin, woraus später das Begreifen des vollkommenen Zustandes erfolgt. Dies ist mit dem Begriff des gut fundierten, vollständigen Wissens gemeint.

Man kann auch anders sagen: als vollständiges Wissen wird das Begreifen des Schöpfers bezeichnet, das infolge der Verschmelzung mit Ihm zustande kommt.

Denn die Seele oder der Schöpfer, die Seele oder alle Seelen, sind ein und dasselbe. Jede Seele begreift alle Seelen, weil sie alle Bestandteile eines Ganzen sind. Und der Schöpfer ist die Kraft, die sie verbindet und einschließt.

Denn wer ist eigentlich zerbrochen? – Der Schöpfer. Wir denken, dass das Kli (der allgemeine Wunsch, die einheitliche Seele) abgestürzt ist. Aber in Wirklichkeit zerbrach in uns der Schöpfer – der Bildschirm, die Kraft, die uns zusammen verbindet.

Infolge des Zerbruchs haben wir aufgehört Ihn zu unterscheiden, d.h. wir empfinden den Schöpfer nicht. Was machen wir, wenn wir die einzelnen Teile miteinander verbinden möchten?

Wir verbinden unsere Eindrücke, Begeisterungen und Empfindungen. Dies sind genau jene Komponenten, die uns im Endeffekt die Empfindung des Schöpfers ermöglichen.

Was bedeutet: die Nächstenliebe von früher hat sich in grundlosen Hass verwandelt? Derselbe Schöpfer, dieselbe höhere Kraft, die Kraft der Liebe, die uns ausfüllt, hat sich in grundlosen Hass verwandelt.

Und jetzt sollen wir eine Veränderung durchführen – diese Kraft in den richtigen Zustand zurückzuführen. Es bedeutet nicht, dass sie sich verändern wird, vielmehr werden sich die Beziehungen zwischen uns verändern.

Deshalb kommen wir im Ausmaß unserer Bemühungen, die Beziehungen zwischen uns zu verändern, um aus dem grundlosen Hass, die Freundesliebe zu erreichen, vom Hass des Schöpfers zur Schöpferliebe.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Aus mir heraus werde ich den Schöpfer erschauen“, 16.07.2010

Wie man einen eckigen Dübel in ein rundes Loch bekommt

Die richtige Umgebung kann Beginnern eine neue Plattform und einen neuen Blick auf ihr Leben bieten. Sie kann uns helfen, unsere alten Sichtweisen, Konzepte, Einstellungen und Werte abzuwerfen und stattdessen eine neue Form anzunehmen, wie einen eckigen Dübel in ein rundes Loch stecken. Wir müssen uns selbst umformen, damit wir in eine neue Welt passen und ihre Eigenschaften annehmen. Diese Veränderungen geschehen langsam aber stetig. Dazu ist beständige Arbeit nötig, die neue Ergebnisse und Werte mit sich bringt.

Zum Beispiel wenn man etwas über den Heimatplaneten eines Außerirdischen wissen möchte, der uns einen Besuch abstattet, muss man Interesse an seiner Heimat zeigen, indem man etwas darüber lernt, sodass er dich mitnimmt, wenn er zu seinem Planeten zurückkehrt. Wenn du ihm nicht deine Bereitschaft zu lernen zeigst und keine Anstrengungen machst, zu lernen, wird er dich nicht mitnehmen.

Um deine Wahrnehmungen, Gedanken und Verlangen umzuwandeln, muss dir die Spiritualität unendlich wichtig werden, wobei die materiellen Dinge auf das Notwendige oder Erforderliche für einen vernünftigen Lebensstil, reduziert werden müssen. Uns wurde jede Möglichkeit gegeben, die höhere, ewige und vollkommene Existenz zu enthüllen, doch wir nutzen sie nicht. Folglich gebrauchen wir nicht unsere freie Wahl. Es scheint, als ob wir auf etwas warten, doch tatsächlich müssen wir zu dieser Enthüllung von uns selbst kommen. Niemand anderer kann das für uns tun.

Die Beziehung des Menschen mit dem Schöpfer ist wie eine dramatische Liebesgeschichte


Zwei Fragen, die ich zum Thema Liebe erhielt:

Frage: Sie sagen oft, unsere Beziehung mit dem Schöpfer sollte dem ähneln, wie ein Bräutigam seine Braut umwirbt, wie sie sich verhüllt usw. Zusätzlich haben Sie gesagt, dass in der Vergangenheit Frauen für Geld gekauft wurden, und es ausreichte, jemanden nur einmal zu treffen, bevor man ihn heiratete. Aber wo sind darin Leidenschaft und Spannung?

Meine Antwort: Auf der körperlichen Stufe gibt es keinen Bedarf an Liebe, denn dieser wird später durch gegenseitigen Kompromiss und Gewohnheit erzeugt. Indessen sind Leidenschaft und Spannung in unserer Beziehung mit dem Schöpfer notwendig, weil diese Gefühle höher sind – entgegengesetzt zum Egoismus. Das kann beispielsweise mit einer dramatischen Liebesgeschichte verglichen werden, in der die Liebenden (Mensch und der Schöpfer) zueinander streben (durch Schenken), gegen die Verlangen der gesamten Welt (gegen all ihre egoistischen Verlangen) – und das erzeugt Leidenschaft und Spannung.

Frage: In einer TV-Show wurden Sie gefragt: „Was ist Liebe?“ – und Sie sagten: „Sie ist die grundlegende Eigenschaft des Universums, gegenseitiges Schenken, das alle Stufen der Natur durchdringt, außer den Menschen. Wir sind uns selbst überlassen, und wir tun alles in dieser Welt, nur nicht das. Allerdings sagen Sie auch, dass der Mensch keine Handlungsfreiheit hat und alles vom Schöpfer bestimmt ist.

Meine Antwort: So wurden die Dinge anfangs vom Schöpfer festgelegt: Die gesamte Natur in unserer Welt ist egoistisch, infolge des egoistischen Niedergangs des Menschen, und die Korrektur der gesamten Natur hängt vom Menschen ab. Bis zum Abschluss korrigiert der Mensch seine unbelebten, pflanzlichen und tierischen Verlangen, er korrigiert auch die äußeren unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufen der Natur.

 

Warum wird die Spiritualität nicht individuell, sondern durch gegenseitige Garantie erreicht?


Eine Frage, die ich erhielt: Heute wird die Weisheit der Kabbala nicht so weitergegeben, wie dies früher war, von einem Rav an seinen Studenten. Stattdessen wird die Kabbala in einer großen Gruppe implementiert. Die Spiritualität wird in einer Gruppe erreicht, wo alle 600.000 Menschen die Erkenntnis gemeinsam erreichen, wie am Berg Sinai. Ist es wahr, dass es keine Individuen mehr gibt, welche die Spiritualität über die alte Methode erreichen können? Ist dies der Grund dafür, dass die gegenseitige Garantie – „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ – in einer Gruppe jetzt die Methode zur Erreichung der Gleichheit der Form mit dem Schöpfer ist?

Meine Antwort: Die Kabbala wurde im alten Babylon von Abraham enthüllt. Sie ist eine Methode der Korrektur des Egoismus der gesamten Zivilisation, um diese zur Gleichheit der Form mit dem Schöpfer – zu ewiger und perfekter Existenz zu bringen. Doch seit die Menschen von Babylon ihren Egoismus nicht mehr korrigieren wollten, sondern sich egoistisch entwickeln wollten, haben wir jetzt die Sackgasse einer solchen Entwicklung erreicht, wie dies im Buch des Sohar vorausgesagt wurde.

Heute hat sich die gesamte babylonische Zivilisation über den ganzen Planeten ausgedehnt und sie erreicht die Schlussfolgerung, die dazu nötig ist, die Methode zur Korrektur anzuwenden. Es gibt einfach keinen begehbaren Weg, da wir uns ansonsten selbst zerstören werden. Der Weg der Anwendung der Methode zur Korrektur ist für jeden der, sich in einer Seele zu verbinden und „seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben.“ In der Tora wird dies als die Bedingung der Enthüllung des Schöpfers am Berg Sinai erklärt.

Über die letzten 4000 Jahre wurde die Methode aufbewahrt und an die heutigen Zeiten angeglichen. Dies wurde von einer Abstammungslinie von einzelnen Kabbalisten getan, die in jeder Generation lebten. Heute wird uns die Kabbala durch die Kompositionen des Baal HaSulam präsentiert, in einer Form, die bereit für den Gebrauch ist. Ich bin ein treuer Student des ältesten Sohnes des Baal HaSulam, des Rabash (wie im Nachruf an Rabash, in der Zeitung „HaModia“ vom 15. September 1991 zu lesen ist). Und meine Rolle ist es, den Menschen zu helfen, diese Materialien zu verstehen.

 

Mein Artikel bei Ynetnews – Eine Kabbalistische Interpretation der Wirtschaftskrise


Mein Artikel über das Ego, welches als Auslöser hinter der globalen Wirtschaftskrise steckt, wurde am 24. März 08 auf der Seite von Ynetnews veröffentlicht. Hier ist die deutsche Übersetzung:

Eine Kabbalistische Interpretation der Wirtschaftskrise

Das Ego, welches uns dazu treibt Profite auf Kosten anderer zu machen, steht in völligem Widerspruch zu der Balance, die zwischen den Elementen der Natur herrscht und welche für die harmonische Existenz der Natur lebenswichtig ist.

Die Ereignisse in der amerikanischen und weltweiten Wirtschaft beweisen, dass es dieses Mal ernst ist und die globale Wirtschaft in einer tiefen Krise steckt. Was verursacht diese verrückten Turbulenzen und wie kann der Verfall gezügelt werden? Die Kabbala bietet zusammen mit Vorschlägen zur Lösung der Krise auch eine Erklärung.

Wie bei jedem sozialen System heißt das Spiel „Wechselwirkung“. Krisen, bei denen ein Element andere „infiziert“ und den Markt an den Rande des Zusammenbruchs bringt, gehören zu den Zeichen der ökonomischen Globalisierung. Deshalb sehen wir Kredit- und Immobilienblasen in den Vereinigten Staaten platzen, was einen weltweit ansteckenden Zusammenbruch der Börsen, Banken, Unternehmen und Hedgefonds mit sich bringt.

Andererseits ist der Versuch, die ökonomische Krise anhand von bekannten Modellen zu lösen, zum Scheitern verurteilt. Es erweist sich, dass das wirtschaftliche System weder kontrolliert noch genau vorherbestimmt werden kann und dass eine Bewegung auf der einen Seite der Welt auf der anderen Seite ernsthafte Auswirkungen hat.weiter…

Die Weisheit der Kabbala besagt, dass wir, wenn wir die Gesetze verstehen und befolgen, welche in der Natur wirken, unser Verständnis darüber, was die Zukunft bringen wird, untermauern und das nächste Debakel wohl vermeiden können.

Professor Günter Blobel, M.D., Ph.D., der 1999 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin erhielt, ist nebenbei auch noch ein führender Forscher am Rockefeller Institute in New York und wurde kürzlich so zitiert: „Sogar die Wissenschaft glaubt, dass das Prinzip der Wechselseitigkeit der Schlüssel zur Existenz aller Systeme der Natur ist. Das beste Beispiel dafür sind die Zellen in einem menschlichen Körper. Diese verbinden sich untereinander über gegenseitiges Geben zum Wohle des gesamten Körpers. Jede Zelle nimmt, was sie für ihre Existenz benötigt und widmet den Rest ihrer Kraft dem gesamten Körper.“

In ihren Schriften beschreiben die kabbalistischen Weisen die „höhere Natur“ als eine Kraft, welche die gesamte Realität mit Liebe einhüllt. Und sie erklären, dass der Sinn davon darin besteht, alle Elemente der Realität in Balance und Harmonie zu versetzen. Und wenn wir uns die Beziehungen in der Natur genauer ansehen, können wir erkennen, dass die Balance und Harmonie eigentlich das ist, was Leben erst ermöglicht.

Andererseits wirken in den künstlichen Systemen, welche die Menschheit für sich selbst erschuf, gegensätzliche Gesetze. Das Fundament des menschlichen Verhaltens, welches alle ökonomischen und sozialen Systeme antreibt, ist das Ego, welches ständig die endlosen persönlichen Interessen von Investoren und Aktieninhabern dem Gesamtwohl der Allgemeinheit vorzieht. Die Jagd nach Reichtum, Ehre und Kontrolle auf Kosten anderer sind die Hauptprioritäten von Geschäftsinhabern.

Und genau hier haben sie sich selbst in die Ecke gestellt: Je mehr sie versuchen, sich von einander zu trennen, desto mehr merken sie, wie verbunden wir alle sind. Daraus resultierend finden wir uns in einer Zwickmühle wieder. Einerseits treibt uns das Ego dazu an, uns voneinander zu trennen und andererseits treibt uns die Globalisierung zu der Wahrnehmung, dass wir alle verbunden sind und uns vereinen müssen, wie die Zellen in einem Körper. Diese komplexe Situation bringt einen innerlichen Konflikt hervor, den wir nur schwer begreifen können.

Um zu überleben, muss das soziale System den Gesetzen der Natur angepasst werden. Die Lösung liegt in der Bildung. Marktführer müssen sich um die Ursache der Krankheit kümmern, anstatt zeitweilig schmerzlindernde Medikamente zu verteilen. Damit dies geschehen kann, so beschreibt die Kabbala, müssen einige anfängliche Hürden überwunden werden.

  • Benutzen Sie verschiedene Medienkanäle, um den Menschen bewusst zu machen, dass wir ein Körper sind, der aus vielen Zellen besteht und, dass wir alle miteinander verbunden sind. Jede einzelne Zelle (jeder Mensch) wird in diesem universellen System verstehen müssen, dass das für ihn profitabelste ökonomische Modell im Glück der Mitmenschen liegt. Dies ist der einzige Weg, wie ein Mensch seine Existenz dauerhaft erhalten kann.
  • Machen Sie der Öffentlichkeit die eigentlichen Hintergründe der Krise bewusst. Die Menschen werden verstehen, dass es ein Gesetz gibt, welches alle Systeme der Natur lenkt und dass die Turbulenzen, die wir jetzt verspüren ein Resultat unserer Handlungen gegen dieses Gesetz sind. Beispiele davon finden wir in den Systemen der Natur und ihren gegenseitig nutzbringenden Beziehungen.
  • Entscheidungsträger werden lernen müssen, wie das allgemeine System der Natur arbeitet und welche Auswirkungen das in Bezug auf notwenige Veränderungen in den menschlichen Systemen hat, welche so gestaltet werden müssen, dass sie in Balance geraten.
  • Nur wenn die Menschen, die unser Leben beeinflussen, in dieser Richtung handeln werden, werden wir darin erfolgreich sein, die Welt aus dem Schlamm, in dem sie heute bis zum Halse steckt, zu ziehen und sie auf sicheren Boden zu bringen.