Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Beachtung'

Wir entscheiden alles!

Frage: Wie sollen wir uns richtig auf den Morgenunterricht vorbereiten? Wie sollen wir die richtige Forderung aufbauen?

Meine Antwort: Wir vergessen, dass wir die Korrekturmethode der Welt bringen müssen und dass wir in diesem Prozess sehr hinterherhinken. Denn solange wir sie nicht an uns selbst anwenden, wird sie nicht in der Welt umgesetzt.

Wir müssen diese Methode an uns selbst realisieren, in der Hoffnung und mit der Absicht, dass sie sich durch die inneren Kanäle, durch die wir alle miteinander verbunden sind, so schnell wie möglich von uns zu den Völkern der Welt ausbreitet. Wir müssen unsere Verbindung mit dem Höheren Licht an sie weitergeben.

Zugleich müssen sie jedoch auch auf der äußeren Ebene vorbereitet werden, indem wir unser Material in einer ihnen möglichst naheliegenden und passenden Form an sie weitergeben – dann werden sie uns wahrnehmen können.

Alle unsere Gruppen sind eine Art Adapter, ein Bindeglied zwischen der Spiritualität und den Völkern der Welt, die wir dem Schöpfer näher bringen müssen.

Wir sind die zentrale Macht auf der Welt, Vertreter des Schöpfers, und müssen uns selbst korrigieren, um die Welt korrigieren zu können, damit wir alle zusammen zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer kommen und Ihm Genuss bereiten können.

Baal HaSulam schreibt, dass das Höhere Licht sich gerade über uns in die Welt ergießen muss. Und wenn wir in unserem Inneren uns so organisieren können, dass das Innere für uns über das Äußere dominiert, wird die Welt ebenfalls plötzlich eine größere Beachtung dem Inneren schenken – denn gerade wir bestimmen ihr Verhalten. Wir stellen die Werteskala für sie fest, wir entscheiden für sie, was wichtig und was nebensächlich ist.

Wenn wir die Welt auf der äußeren und auf der inneren Ebene uns näher bringen, werden wir zu einem vereinten Verlangen/Kli. Aus der Sicht des Schöpfers sind wir bereits ein Kli, doch nun wird es durch unsere Anstrengungen vereint.

Wenn wir dieses Ziel über alle Dinge erheben und uns richtig organisieren, wird eine besondere Kraft zur Korrektur für uns von oben kommen. Und wenn wir die Völker der Welt nicht an uns anschließen, werden wir diese Kraft nicht erhalten, denn unsere Bestimmung ist es, sie – ACHaP, die Welt – zu korrigieren!

Aus diesem Grund müssen wir während der Vorbereitung auf den Morgenunterricht daran denken, wie wir die Völker der Welt dem Schöpfer näher bringen können, denn Er will gerade sie. Und du bist das „Königreich von Kohanim“ (Priester), und sie dienen lediglich den Anderen.

Genau so musst du dich fühlen, dann wirst du sehen, welche Kraft, welche Erkenntnis du erlangen wirst!

Am Ende der Einführung in das Buch Sohar schreibt Baal HaSulam:

„Und wenn jeder von uns auf sich nimmt, die Wichtigkeit der Kabbala zu verstärken, dann wird jeder die Eigenschaft des Gebens hinsichtlich der Eigenschaft des Empfangens in sich verstärken. Und diese Kraft wird ebenfalls in der ganzen Welt zum Vorschein kommen.“

Somit besteht die richtige Vorbereitung auf den Unterricht darin, daran zu denken, wie alle diese Verlangen („die Völker der Welt“ in uns) zu der Verschmelzung mit dem Schöpfer gebracht werden können.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 11.02.2011

Hör niemals auf


Ich erhielt eine Frage: Falls ich während des Sohar Studiums die korrekte Absicht aufrechterhalte, soll ich dann einige Ergebnisse spüren?

Meine Antwort: Wir wissen nicht, ob unsere Absicht korrekt oder falsch ist. Es kann gut sein, dass ich in einer speziellen Stimmung und angeregt bin; ich habe gut geschlafen und nehme alles sehr klar wahr. Also erscheint mir meine Absicht großartig und direkt aufs spirituelle Ziel ausgerichtet. Aber manchmal kann ich mich kaum wach halten, ich schlafe ein und wache wieder auf oder erinnere mich plötzlich an frühere Ereignisse.

Wir wissen nicht wie es funktioniert; jedem Einzelnen werden ständig spezielle Umstände und Anstrengungen gegeben. Das Wichtigste ist einfach weiterzumachen, was auch immer dabei herauskommen mag. Man soll sich nur die spirituellen Bilder vorstellen, die der Sohar in jeder Situation beschreibt. Das kann ziemlich schwer zu erreichen sein, aber selbst wenn man sich in der schwierigsten Situation befindet, hat man jedenfalls „das Ende des Seils“ ergriffen und erringt einen viel größeren Erfolg als wenn er von Beginn an inspiriert war.

Wir sollen natürlich in keinesfalls den uns gegebenen Zustand der Erregung missachten, aber wir sollen unseren inneren und äußeren Umständen auch nicht zuviel Beachtung schenken. Welche Bedingungen auch immer uns gegeben sind, wir sollen einfach alles tun, was möglich ist.

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Der Schmetterlingseffekt und die Globale Krise

Die Wirtschaft ist eine Wissenschaft über die menschlichen Wechselbeziehungen, die in der offenbaren Form uns nicht geöffnet sind. Wir können uns schlecht in den eigenen Gefühlen orientieren, und in den Beziehungen zwischen uns noch weniger. Alle Wissenschaften untersuchen und öffnen uns die Welt auf drei Niveaus: leblosen, pflanzlichen- und tierischen. Und das Niveau „der Mensch“ können wir erst begreifen, wenn wir über dieses Niveaus hinaufsteigen «über uns». Es ist nur bei der Realisierung und Beachtung des Hauptnaturgesetzes «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» möglich.

Und die moderne Globalisierung verpflichtet uns dazu: wir sollen zu Einheit und Liebe (anstelle des Hasses und der Konkurrenz) kommen, um den Naturverwaltungskräften zu entsprechen. Wir werden in der globalen Krise solange feststecken, bis wir beginnen uns zu verändern, uns als ein Teil des Einheitssystems zu fühlen, in dem sich alles in der Harmonie, in allen Wünschen, Gedanken und Handlungen, befindet. Wie ist das zu verwirklichen? Dies erklärt uns die Wissenschaft der Kabbala.

Im Laufe von hunderttausenden Jahren ging unsere Entwicklung auf der Erdkugel nach dem individuellen Weg. Jeder Mensch entwickelte sich persönlich, und bei der Bildung von großen Menschenvereinigungen – Gemeinden, Städte, Staaten wogen sie sich, auf eine oder andere Art aus. Das menschliche Ego hat das globale Niveau noch nicht erreicht.

In unserer Entwicklung durchliefen wir einige Stufen: die Perioden der Sklaverei, des Feudalismus, des Kapitalismus, die postmoderne Periode. In jede dieser Epochen (Stufen) änderte sich die Verbindung zwischen den Menschen in ihrer Qualität. Wir setzten uns ins Netz der künstlichen Gesetze ein, die wir für die Regulierung der zwischenmenschlichen Beziehungen festlegten. Es fanden sich «die klugen Köpfe», die meinten, dass die Verbindung zwischen uns durch diverse Ordnungen verwirklicht werden sollten. Aber das waren Gesetze, die der Mensch erfand. Er erkannte entsprechend seinem Ego wie es gerade am sinnvollsten zu handeln war.

In unseren gegenwärtigen Beziehungen beginnen die Naturgesetze zu gelten, und wir setzen fort so zu leben, als wären diese Gesetze uns unbekannt. Wir enthüllten unser Ego, das heißt wir stiegen zu solchem Zustand hinauf, der eigentlich unser Endzustand ist. Aber wir verstehen immer noch nicht, dass jeder von uns die gesamte Masse in Bewegung bringen kann, und somit alle Naturniveaus beeinflusst, der sogenannte Schmetterlingseffekt. Sich in der global verbundenen Welt befindend, wie in einem kleinen Dorf, in dem jeder Einzelne von ganzem Kollektiv abhängig ist, also vom Flügelschlag des kleinen Schmetterlings, müssen wir uns an den Händen fassen!

Wenn wir fortsetzen nach den jetzigen Gesetzen zu leben, so wird es nicht funktionieren, es wird einfach keine Übereinstimmungen geben. «Wir sollen uns bis zu einem Zustand entwickeln, indem wir begreifen, dass wir wirklich alle miteinander verbunden sind», schreibt Baal HaSulam im Artikel „Der Frieden“.

Das Wirtschaftssystem ist nur das erste System, dass uns verbindet und die Krise zeigt, inwiefern wir uns alle in «einem Bündel» befinden. Bald werden wir auch andere Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten entdecken. Wir entdecken, dass wir gemeinsame Krankheiten haben, das heißt, dass meine Gesundheit von der Gesundheit eines Anderen, womöglich einem Neuseeländer, abhängt. Daraufhin wird klar, dass der Schlüssel meines Lebens sich in den Händen von jedem Menschen auf der Welt befindet. Und er kann mit meinem Leben alles anstellen, was ihm in den Sinn kommt.

Wenn wir alle keine einheitliche Ganzheit darstellen, so werden wir entgegengesetzt den Naturgesetzen, und dieses Gegenteil wird von uns wie Leiden oder Krisen empfunden. Als Nächstes kann eine ökologische Krise kommen, oder plötzlich bricht eine Epidemie aus.

Wenn wir beginnen, an diese Abhängigkeit nur zu denken, ohne zu widersprechen und dies auch in der Masse der Menschen geschehen wird, so finden wir uns sofort in einem komfortablen Zustand, in Bezug auf die Natur wieder und werden ihren positiven Einfluss fühlen. Wir werden plötzlich fühlen, dass alles sich ändert. Und «die schwarzen Wolken» lösen sich plötzlich auf.

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Verwandtes Material:
Blog-post: Die Gesellschaft der Zukunft
Blog-post: Die Lösung – Auszüge aus den Schriften der zukünftigen Generation (Baal HaSulam)

Es ist nicht wichtig, was wir erhalten, sondern von wem wir es erhalten


News Report (aus Psychological Science):
(von Kurt Gray und Daniel M. Wegner von der Harvard Universität) Wenn Ihnen jemand absichtlich auf Ihre Zehen tritt, scheint es mehr weh zu tun, als wenn die Person es unabsichtlich macht. Die körperlichen Faktoren des Leids werden sich nicht unterscheiden – Ihr Zeh ist in beiden Fällen platt gedrückt – aber das psychologische Erleben des Schmerzes hat sich trotzdem verändert. Absichtliche Schäden werden von einer anderen Person vorsätzlich geplant und haben das besondere Ziel, Leid zu verursachen. In gewisser Weise sind beabsichtigte Schädigungen Vorgänge, die von jemandem initiiert werden, um einem anderen eine Bedeutung (Böswilligkeit) zu übermitteln, und das kann das Erleben des Empfängers prägen.

Mein Kommentar: Das kommt von der Höheren Wurzel unserer Beziehung mit dem Schöpfer: Wenn wir zu empfangen wünschen, ohne Ihm – dem Geber – Beachtung zu schenken, dann nehmen wir wahr, dass wir ebenso wie die Welt empfangen – schmerzvoll, schwierig und befristet. Aber wenn wir wünschen, dasjenige was wir empfangen, zusammen mit Ihm – dem Geber – zu fühlen, dann spüren wir die Höhere Welt, die ewig und vollkommen ist. Wenn dann unsere Welt verschwindet (wenn der Körper stirbt), bleibt unsere Wahrnehmung – das Empfinden des Schöpfers, den wir erlangt haben – für immer bei uns.

Nehmen wir beispielsweise an, ich erhalte ein Geschenk. Ich freue mich daran. Aber dann beginne ich zu bemerken, dass es einen Defekt hat. Das hilft mir, an den Geber zu denken. Mein Egoismus kann nicht damit aufhören, an Ihn zu denken, und sich zu fragen „Warum ist dieses Geschenk nicht perfekt?“ Während ich über die Handlung des Schöpfers nachdenke, beginne ich diese Handlung zu hinterfragen (was ist der Schöpfungsgedanke). Ich prüfe: Was geschieht mit mir seit dem Zeitpunkt, als ich begann mir bewusst zu werden, etwas von Ihm zu empfangen. Und was ist das Ziel Seiner Handlung?

Während ich Sein Verhalten enthülle, beginne ich Ihn zu verstehen und zu sehen, dass Er freundlich, gut und liebend ist. Ich beginne, etwas Neues zu fühlen: Ich vergesse sogar das Geschenk selbst – die Welt und unser Leben – und verliere die Wahrnehmung davon. Was bleibt sind nur Er und ich (ohne Geschenk) und unsere Beziehung, die Empfindung des Höheren Lebens, das aufgrund des Geschenkes hervorging. Jedoch brauchen wir das Geschenk nicht mehr.

Verwandtes Material:
Blog-post: Ein Geschenk wird nur so viel gewürdigt, wie der Empfänger den Geber wertschätzt
Kabbala Heute: Das Gesetz von Wurzel und Zweig
Baal HaSulam Artikel: Der die Vernunft erschafft

Wie man einen einfachen Ramadan hat


Eine Frage, die ich erhielt: Ich studiere jetzt seit 2 Monaten Kabbala. Zuerst fühlte ich mich von etwas Gutem erfüllt bis zum Rand. Doch dann begann der Monat des Ramadan. Ich würde mich selbst nicht als religiös bezeichnen, doch für die letzten sechs Jahre war das einzige islamische Ritual, welches ich befolgte, der Ramadan, wobei man einen Monat lang fastet.

Dieses Jahr fing ich an, auch am ersten Tag des Ramadan zu fasten, doch mir sind schreckliche Dinge passiert. Mein Egoismus fing an, mir zu widerstehen. Mein Hass gegen alle, Wut und Schmerz wurden so unausstehlich, dass ich nur fünf Tage durchgehalten habe, obwohl ich in vorigen Jahren kein Problem damit hatte, die Fastenzeit des Ramadan von Anfang bis Ende einzuhalten. Dieses Mal hörte ich nicht nur auf, am fünften Tag das Fasten einzuhalten, sondern fühlte mich auch von allen möglichen „unguten Verhaltensweisen“ angezogen, wie z.B. Alkohol, Sex etc. Ich studiere noch immer Kabbala, doch fühle ich mich nicht mehr so inspiriert wie zuvor. Was geschieht mit mir?

Meine Antwort: Kabbala ist nicht gegen die Religion als eine kulturelle Tradition einer Nation. Baal HaSulam schreibt, dass sogar nachdem alle Korrekturen abgeschlossen sind, jeder Mensch seine Religion, d.h. Traditionen beibehalten kann. Ich beachte auch die Traditionen meiner Kultur, aber nur als Traditionen.

Ein religiöser Mensch beachtet andererseits religiöse Rituale, da er glaubt, dass er dafür belohnt werden wird. Doch wenn ein Mensch Kabbala studiert, fängt er an zu verstehen, dass er nur in dem Ausmaße belohnt werden wird, wie er seine Verlangen korrigiert und die Belohnung kommt als Licht der Erfüllung, als die Enthüllung des Schöpfers dem Menschen gegenüber. Folglich birgt die Spiritualität oder der Schöpfer in sich keine Beziehung zu irgendeiner physischen Handlung in unserer Welt.

Die Religionen wurden von Menschen erfunden, welche sich in ihrem Egoismus befinden und folglich haben sie nichts von der Wahrheit der Höheren Welt. Wenn sie nichtsdestotrotz die Verantwortung für die Beachtung der Bräuche Ihrer Nation übernehmen und diese als Traditionen betrachten, welche Sie respektieren wollen, dann wird es für Sie nicht schwierig sein, den Ramadan als einen Brauch zu befolgen. Wie wir in Israel sagen: Tzom Kal – haben Sie eine einfache Fastenzeit!

Verwandtes Material:
Blog-post: Alles stammt von der Kabbala ab!
Blog-post: Kabbala für alle!
Blog-post: Mein erstes Buch in Arabisch