Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Frucht des Baumes der Erkenntnis

Rabash, „Dargot Sulam“, Artikel 903, „Tu bi Schwat“: Der Schöpfer wünscht, dass der Mensch, der das Gebot, das wie eine Frucht ist, erfüllt. Baum und Frucht schmecken gleich, das heißt, dass die Absicht auch „Lishma“ ist – um des Gebens willen.

In der spirituellen Arbeit muss man mehrere Stufen durchlaufen. Zunächst muss man auf die Stufe hinabsteigen, von der es heißt: „Ich schuf den bösen Trieb“. Hier beginnt der Mensch, sich mit seiner Natur vertraut zu machen und erkennt, wie sehr er dem Guten entgegengesetzt ist.

Das Gute ist das Licht, die Eigenschaft des Gebens. Um sich im Vergleich dazu zu messen, muss der Mensch die Eigenschaft des Gebens erkennen. Wo findet man das Böse und wo befindet sich darin der Schöpfer, der den bösen Trieb geschaffen hat? Der Mensch muss den Schöpfer offenbaren, der den bösen Trieb geschaffen hat und die Tora als Gewürz dazu gegeben hat.

Es kann keine Dunkelheit ohne Licht und kein Licht ohne Dunkelheit geben. Wir begreifen nichts für sich allein – sondern nur im Vergleich mit seinen Gegensätzen. Der Mensch kann nur in dem Maß, wie er gute Taten vollbringt, die negative Seite seiner Natur erkennen. Nur so wird ihm das Böse bewusst.

Die Sünder, von denen die Tora spricht, sind besondere und herausragende Menschen. Die Stufe des Sünders ist eine sehr hohe Stufe. Der Mensch arbeitet in Bezug auf das Gute und versucht, das Böse in sich zu überwinden, um das Gute zu erreichen. Dann erkennt er das Übel, offenbart die Sünde Adams und tritt in den Prozess der Korrektur ein. Die Offenbarung des Bösen ist somit Teil dieses Prozesses.

Erst nachdem der Mensch das Böse erkannt hat, beginnt er zu prüfen, ob „Baum und „Frucht“ übereinstimmen, ob sie in die gleiche Richtung, in die Richtung des Gebens streben. Die „Früchte“ repräsentieren das Geben und nicht den Eigennutz. Der Mensch versucht über seinen Egoismus hinauszuwachsen, er identifiziert ihn als das Böse, über den er sich erheben muss. Es wird ihm immer wieder bewusst, dass er für sich selbst genießen möchte und erkennt dies als die „ägyptische Plage“. Er ist bereit alles zu tun, außer für sich selbst zu genießen.

So erhebt er sich über alle Möglichkeiten des Genusses und gelangt zu den wahren Früchten- dem Geben. Die Freude am Geben ist die Frucht des Baumes der Erkenntnis. Dies ist der Glaube, der über den Verstand hinausgeht – der Glaube, der auf dem Baum der Erkenntnis gewachsen ist.

Nur so kann der Mensch wachsen: Er erhebt sich über das Böse und lehnt das Verlangen zu empfangen ab. So reifen in ihm die Früchte.

Dies symbolisiert auch Tu bi-Schwat das „Neujahr der Bäume“. Warum Bäume und nicht Früchte? Der Mensch muss zunächst lernen, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen und anschließend   das Empfangen um zu Geben.

Auf dem spirituellen Weg entdecken wir immer wieder in uns falsche Formen. Wie Baal HaSulam im „Vorwort zu TESS“ schreibt: Nur die, deren Maß an Geduld standgehalten hat, verdienen es, in den königlichen Palast einzutreten, in den „Garten“, in dessen Mitte der Baum der Erkenntnis steht.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash.

 

Die beste Ausbildung ist jene, die einen Studenten zu einem Menschen macht

Frage: Was ist das Licht, welches in der Ausbildung von Kindern Veränderungen hervorbringt?

Antwort: Das Licht, welches verbessert, ist eine Höhere Kraft, die Kraft der Weisheit, die vom Lehrer kommt und den Studenten beeinflusst, der dann fragt: „Was ist es ?“

Das Licht, welches verbessert, ist die Wirkung der Höheren Stufe auf das Niedere, eine Wirkung mit Kraft und Rang, nicht mit Wissen. Wenn der Niedere seine Eigenschaften denen des Höheren anpasst, dann enthüllt er, was sich im Höheren befindet. Darum besteht eine echte Ausbildung darin, den Kindern immer neue Herausforderungen zu geben. Durch Diskussion, Problemlösungen und das eigene Überwinden von Hindernissen, werden sie irgendwann das Wissen von selbst erlangen.

Es stellt sich heraus, dass die reinste Form des Lehrens durch Diskussion erfolgt. Alte Schulen benutzten genau diese Methode. Rabbi Akiva saß umringt von seinen Studenten unter einem Baum und diskutierte verschiedene Themen.

Andere Länder hatten einen besonderen Platz eingerichtet, wo sich die Leute treffen konnten und Verschiedenes diskutieren. Sie kamen und gingen, wann sie wollten, hörten anderen zu und drückten ihre Meinung aus. Dank ihrer Diskussionen und des freien Meinungsaustausches wurden diese Menschen in die Gesellschaft einbezogen. Diese Art der Ausbildung war für viele Kulturen charakteristisch, sogar das Wort „Schule“, übersetzt aus dem alten Griechenland, bedeutet „Freizeit“ – gut genutzte Zeit.

Darin liegt das Wesen einer Schule: Ein Mensch geht dort hin, um in einer freundlichen Athmosphäre, die gut für seine Entwicklung ist, teilzuhaben. Wir hingegen stopfen unsere Kinder zu ihrem Schaden mit Wissen voll. Solche Art von Ausbildung können sie nicht ausstehen. Erstens studiert der Mensch nicht von selbst, sondern er wird wie ein Roboter mit Daten vollgestopft. Zweitens wird er dadurch nicht zu einem „Menschen“ geformt. Und das bringt laut Aristoteles und Plato großen Schaden.

Kabbala Akademie

Verwandtes Material:
Blog-post: Die Lösung für unser mangelchaftes Erziehungssystem liegt im Studium der Höheren Lenkung
Blog-post: Bildung durch Dialog und Diskussion

 

Kabbalisten über das Ziel der Schöpfung, Teil 23

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Die Lenkung des Schöpfers ist zielgerichtet

Das wird aus der Entwicklung der Objekte (zielgerichtete von oben gelenkte Entwicklung durch den Schöpfer oder durch die Natur) der uns umgebenden Wirklichkeit selbst klar.

Wenn wir uns jedes noch so kleine Geschöpf vornehmen, welches einer der vier Arten angehört – bewegungslos, pflanzlich, tierisch, sprechend bzw. Mensch – werden wir sehen, dass sowohl das Einzelwesen als auch seine Art als Ganzes zielgerichtet gelenkt werden. Das heißt, die langsame und stufenweise Entwicklung, die durch den Rahmen von Ursache und Wirkung (Notwendigkeit) bedingt ist, gleicht der Frucht eines Baumes, deren Lenkung ein gutes Endziel verfolgt – sie süß und angenehm im Geschmack zu machen (So ist auch das Ziel der Entwicklung eines Menschen – einen reifen Zustand zu erreichen)

Fragt die Botaniker, wie viele Zustände eine Frucht vom Moment der Entstehung bis zur Erreichung ihres Ziels – der endgültigen Reife – durchläuft.

Und (absolut) alle Zustände, die dem endgültigen vorausgehen, entbehren nicht nur der Andeutung auf deren endgültigen, schönen und süßen Zustand, sondern zeigen uns im Gegenteil, als wollten sie uns ärgern, eher den Gegensatz zu ihrer endgüligen (richtigen vollkommenen) Form .

Je süßer die Frucht (je höher soll seine spirituelle Entwicklung sein) am Ende ist, desto bitterer und hässlicher ist sie in den vorausgehenden Stufen ihrer Entwicklung.

(Da der Endzustand der korrigierte ursprüngliche Zustand ist, resultiert daraus ganz natürlich, je größere Unvollkommenheiten sich in dieser Schöpfung enthüllen, desto vollkommener ist sie gegen Ende).

Baal HaSulam. „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“

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Das Geheimnis eines Baums auf dem Feld

Frage: Evolutionswissenschaftler erkennen die Struktur und Ordnung der Evolution, jedoch nicht ihr Ziel, und daher stolpern sie. Ein künstlich angepflanzter Tannenwald zerstört die natürliche Vegetation und er selbst welkt als ein Resultat hiervon durch Krankheiten dahin.

Es wird klar, dass wir der Natur erlauben sollten, ihre eigene Ordnung aufzustellen. Wie können wir dies nicht nur bezüglich der Biologie, sondern ebenfalls hinsichtlich globaler Erziehung erklären?

Meine Antwort: Mit anderen Worten, die Frage bezieht sich darauf, wie können wir uns selbst auf eine natürliche, korrekte Weise korrigieren, so dass ein Mensch, im Gegensatz zu den Tannenbäumen, nicht seine oder ihre Umgebung zerstört. Damit dies geschehen kann, muss er wie ein „Baum auf dem Feld“ wachsen, das heisst, sich nur von seiner Umgebung ernährend. Die Umgebung nimmt den ersten Platz ein; die Umgebung ist der Dreh- und Angelpunkt; die Umgebung ist alles. Und ein Mensch muss sich mit ihr verbinden, in ihr fliessen.

Dies ist das wirkliche Gesetz der Entwicklung.

Letzten Endes ist es das Ziel der ganzen Menschheit ein vereinigter Wirkungsmechanismus zu werden. In der richtigen Ordnung nimmt man sich selbst nicht als ein einzelnes, ausserhalb wachsendes Element dieses Wirkungsmechanismus wahr, sondern man bemüht sich fortwährend um Möglichkeiten, absorbiert zu werden, sich mehr und mehr in ihn zu integrieren. Diese Form der Entwicklung ist wirklich fehlerfrei.

Aus dem 4.Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes vom 24/03/2011, Die Grundlagen der globalen Erziehung

Über den Baum von Gut und Böse nachsinnend

Wenn wir in uns die Empfindsamkeit für Gut und Böse nicht kultivieren, werden wir nicht wissen, wie wir sie in der rechten Weise zu gebrauchen haben.

Zudem ist wichtig, auf welche Art wir feststellen, was gut und was böse ist, weil für gewöhnlich erachtet ein Mensch das, was seinem Egoismus dient als gut und das, was ihm schadet als böse. Also was ist der Bezugspunkt, der auf die Definition von Gut und Böse verweist? Ist es in Beziehung zu mir, zur Gesellschaft oder zum Schöpfer? Was ist eigentlich „Gut“ und „Böse“?

Wir stehen heute einem grossen Problem gegenüber: Während unserer gesamten Vergangenheit haben wir getan, was für uns selbst das Beste war. Wir haben die Freiheit besessen Rohöl und Gas zu verteilen, unsere Umwelt zu verschmutzen und über nichts besorgt zu sein, bis wir eine Möglichkeit bekamen, mit Entsetzen zu sehen, was wir angestellt haben. Allerdings gibt es kein Zurück. Wissenschaftler sagen, dass das Schicksal des Globus entschieden ist: Wir haben die Grenze zur Umkehr bereits überschritten und können das zerstörte Heil nicht mehr wiederherstellen.

Das, was wir als gut empfunden haben, hat sich in schlecht verwandelt. Wären wir in der Vergangenheit empfindsamer und in der Lage gewesen, die Dinge im rechten Licht zu sehen, hätten wir das, was wir getan haben, nicht getan. An dieser Stelle hängt unsere Fähigkeit, Entscheidungen zu fällen, in hohem Masse von unseren Gefühlen ab. Letzten Endes ist das Verlangen die Hauptkraft und der Verstand entwickelt sich daneben um zu erfüllen, was das Verlangen wünscht. Intelligenz wächst nur ,um das Verlangte zu erlangen.

Ich denke darüber nach, was ich zu erreichen verlange und je mehr ich wünsche, um so mehr denke ich darüber nach. In Übereinstimmung damit entwickeln sich meine Bemühungen zu verlangen, was ich ersehne. Daher, neben einem grossen Verlangen ist immer ein grosser Gedanke, während sich neben einem kleinen Verlangen ein kleiner Gedanke befindet. Auf diese Art sind wir geschaffen. Diese Entwicklung findet auch in den lebenden Zellen statt genauso wie im gesamten Menschen.

Somit wird sich unser Verstand , indem wir eine grössere Empfindsamkeit für „Gut“ und „Böse“ entwickeln, im selben Masse entwickeln und wir werden weiser werden. Die einzige Frage ist, welche Kriterien werden wir verwenden um festzulegen, wann wir es mit gut und wann wir es mit böse zu tun haben?

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbalah Unterrichts vom 18/02/2011, „Die Freiheit“

Die Welt ist ein Lexikon von spirituellen Begriffen

Woher kommen die Wörter dieser Welt? Warum schaute irgend ein Bauer, der ehemals nahe Jerusalem lebte, auf den Olivenberg und benannte ihn so? Weil er dachte, dass dieser Name passt. Dieses Verlangen entsprang in ihm aus der Natur, und die Natur kommt von Oben.

Das heisst, es gibt nichts Zufälliges in den Wörtern unserer Welt; sie alle kommen von Oben. Daher können Kabbalisten sie benutzen, um die spirituellen Wurzeln zu beschreiben, was die „Sprache der Zweige“ genannt wird. Und wenn wir die Bezeichnungen dieser Welt hernehmen und erklären, was sich hinter ihnen gemäss ihren spirituellen Wurzeln verbirgt, sehen wir die Unterschiede zwischen den Welten. Auf diese Weise entdecken wir, was zwischen uns und der spirituellen Welt steht.

Ein Stein in dieser Welt und ein Stein der spirituellen Welt, ein Baum in dieser Welt und ein Baum der spirituellen Welt, ein Mann, eine Frau, ein Kind, Feuer, Wasser – auf diese Art studiere ich den Unterschied zwischen den Welten und der Form, die ich zu erlangen habe.

Die Sprache der Zweige ist jedoch nicht für einen gewöhnlichen Menschen gedacht, sondern für jene, die die spirituelle Welt verspüren. Nur sie können begreifen, was zwischen dem Zweig und der Wurzel geschieht, und sie übermitteln einander Kenntnisse, indem sie diese Sprache verwenden. Wenn ein Kabbalist eine bestimmte Verbindung zwischen den Wurzeln in der spirituellen Welt beschreibt und diese Kenntnisse jemand anderem übermitteln möchte, berichtet er es in der Sprache der Zweige.

Zurzeit sprechen wir nicht diese Sprache, sondern verwenden vielmehr eine gesprochene Sprache. Wenn du Spiritualität empfinden wirst, indem du den Worten deines Lehrers zuhörst, der dir von der spirituellen Welt berichtet, dann wirst du verstehen, was er meint. Oder er wird dich wie ein kleines Kind unterrichten, dem man Worte beibringt.

Stell dir vor, zusammen mit deinem Lehrer auf der spirituellen Ebene zu sein, und er deutet auf ein bestimmtes Phänomen hin und sagt, wie es bezeichnet wird. Das spirituelle Phänomen zu sehen und die Bezeichnung zu hören bedeutet, du kannst das Wort dieser Welt mit dem spirituellen Objekt verbinden. Das bedeutet, die Sprache der Zweige zu erlernen. Ein Neugeborenes in der spirituellen Welt lernt die Sprache der Zweige genauso wie ein Neugeborenes in dieser Welt die irdische Sprache zu sprechen lernt.

Und später wirst du in der Lage sein mit dem Lehrer zu sprechen, du wirst ein lebendiges Vokabular besitzen.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichts vom 14.2.2011. „Das Wesen der Weisheit der Kabbala“

Meilensteine auf dem Weg

Der Feiertag Tu Bi-Schwat, „das neue Jahr der Bäume“, symbolisiert die Früchte der spirituellen Arbeit, des spirituellen Wachstums.

Auf der ersten Stufe verwandeln wir die egoistische Absicht Lo-Lischma in die altruistische Absicht Lischma, in das Geben um des Gebens willen. Indem der Mensch die Eigenschaft der Bina erlangt, wird er zum „Baum auf dem Feld“.

Danach geht er auf der Stufe des Empfangens um des Gebens willen, und der nicht tragende Baum auf dem Feld, wird zu einem früchtetragenden. Das ist das Ergebnis der Arbeit des Menschen, der Stufe des Menschen. Jetzt, mit Hilfe seines „Baumes“ züchtet er die Früchte bzw. erfüllt die Seelen. Er verhält sich zu den Seelen wie die Quelle des Gebens, gleich wie der Schöpfer. Damit wird der Mensch mit dem Schöpfer verglichen und vollendet seine Korrektur.

Im Feiertag Tu Bi-Schat sehen wir, die Kabbalisten, das Ergebnis der gesamten Arbeit des Menschen. Überhaupt spielen alle Feiertage eine doppelte Rolle: Sie verkörpern einen Teil unseres Weges, und zur gleichen Zeit verbirgt sich darin ein Teil, ein Zeichen vom Ende unseren Weges.

Pessach (Ostern), der Feiertag des Auszuges aus Ägypten, weist uns darauf hin, wie und wofür wir unser Ego verlassen. Denn es ist unmöglich aus ihm rauszutreten, ohne vorher das Ziel zu wissen.

Shawuot, der Feiertag Gabe von Tora, wird auch nicht auf das Erlangen der Mittel zur Korrektur, beschränkt, wir wissen warum und wofür wir es bekommen.

Rosh HaSchana, das hebräische Neue Jahr ist der Anfang aller Veränderungen, und im Anfangszustand ist schon das Endergebnis eingeschlossen.

Der Tag der Sühne, Jom Kippur, erinnert uns daran, wofür wir die Kette der Korrekturen durchgehen. Das gleiche gilt für Chanukka und Purim.

All diese in unserer Welt traditionellen Bräuche symbolisieren die Stufen, die Meilensteine auf dem Weg unserer spirituellen Entwicklung. Sie entspringen daraus.

Was gibt es Besonders an ihnen? Am Feiertag Tu Bi-Schwat essen wir Obst und Süßigkeiten, ist es nicht ein zu schwacher Hinweis? Purim erinnert uns auch eher an einen Kinderfeiertag. Doch in Wirklichkeit sind es die wichtigsten Feiertage, und ihre Ergebnisse sind sehr Eindrucksvoll. Denn die Rede ist vom Ergebnis, von der Früchte unserer Arbeit.

Purim verkörpert die Endkorrektur, den Endweg. Dann unterstützen sich die positiven und die negativen Kräfte und nehmen an der Erreichung des Endzieles teil. Tu Bi-Schwat bedeutet auch die Reifung der Früchte, der Unterschied besteht in der Wahrnehmungsebene. Der Baum auf dem Feld ist die pflanzliche Ebene, und bei Purim handelt es sich um die höheren Stufen.
Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabasch „Der Mensch ist ein Baum des Feldes“, 21.01.2011

Auf dem Weg zum Sinai

Wir sind noch nicht zu dem Gefühl gelangt, dass das ganze Problem in der Verbindung zwischen uns besteht. Doch jeder will selber „der Frucht vom Baum pflücken“.

Wir müssen den Zustand an dem Berg Sinai erreichen, um den Hass zu verstehen, von dem die Autoren des Buches Sohar erzählen. Dann wirst du diesen Berg von Hass enthüllen und beginnst, ihn zu korrigieren.

Und momentan ist dies nur das persönliche Ego in jedem Menschen, ohne seine Beziehung zu Anderen. Das ist kein Gegenabdruck des Schöpfers. Jeder Mensch ist zu der Verbindung zu den anderen noch nicht ausgerichtet.
Die Babys wachsen so heran. Bis zum Alter von 2-3 hat das Kind kein Bedarf an der Gesellschaft von anderen Kindern, es spielt mit sich selber, mit seinem Spielzeug. Erst später beginnt es zu erkennen, dass es auch mit jemanden anderen spielen kann, dass noch jemand existiert.

So sind auch wir in unserer Entwicklung, im Moment bedürfen wir noch der Verbindung mit den anderen, jedoch wollen wir mit den anderen noch nicht „spielen“. Wie viel wir auch darüber reden mögen, es sind alles nur Worte, aber nicht unser Verlangen.

Auszug aus dem Unterricht über das Buch Sohar. Das Vorwort, 04.01.2010

Gab es Adam Rischon wirklich?

Eine Frage die ich erhielt : Was ist aus Adam Rischon, nach dem Sündenfall, geworden ?

Meine Antwort : Wir berichten darüber auf eine Art und Weise, als ob es Adam vor und nach dem Sündenfall tatsächlich gegeben hat, es hat jedoch weder Eva, noch die Schlange, den Apfel, den Baum des Lebens oder den Paradies Garten je gegeben.

Das System welches die spirituellen Stufen nach und nach aufbaut, steigt von Oben zu uns hinab und schwächt die Lichter in den Gefässen. Wenn wir freiwillig daran arbeiten, entwickeln wir ein neues Kli/Gefäss worin sich verschiedene Erscheinungen zeigen. Und davor gibt es nichts ausser dem Schöpfer, Elokim.

In wessen Wahrnehmung kann denn Adam wie ein spirituelles Wesen existieren ? Wenn es uns in der spirituellen Welt noch nicht gibt, dann gibt es dort auch nichts anderes. Es ist eine Abstraktion, über die es weiterhin nichts zu sagen gibt. Alles existiert nur im Bezug zum Menschen.

Aber woher wissen dann die Kabbalisten über den Abstieg des Systems von Oben nach Unten ? Dieses Wissen kommt hervor aus ihrem realen Begreifen von Unten nach Oben.

Wie kann man denn überhaupt etwas darüber sagen, was vor mir existierte ?

Der Kabbalist begreift die Erscheinungen der spirituellen Welt und beschreibt sie, folglich kann ich begreifen was er geschrieben hat. Für mich ist er Teil desselben Systems, wie auch Adam. Jeder Kabbalist der mir seine Kenntnisse über die spirituelle Realität mitteilt, stellt ein System dar, und keinen Menschen.

Ebenso sollten wir uns auch gegenüber den Freunden und der ganzen Welt verhalten. Dann sind wir das System, und wenn wir darin richtig handeln erzielen wir auch die richtigen Ergebnisse. Handeln wir verkehrt, dann sind die Ergebnisse dementsprechend schlecht. Die Kabbalisten begreifen die Wurzeln, sie begreifen sie in ihrem Inneren, in ihren Kelim.

Nichts kann ausserhalb von meinem Kli existieren. Baue ich das Kli auf, so bekomme ich eine gewisse Erscheinung darin. Ich begreife dass dies in der Unendlichkeit beginnt (Ejn Sof) und auf dem Weg zu mir die Stufen der Abschwächung durchläuft.

Wenn ich jedoch keinen Faden einer Verbindung mit der Unendlichkeit habe, dann gibt es auch keine Welten zwischen uns. Sie existieren nur dann wenn ich sie zum Leben erwecke, wenn ich den Schöpfer erreichen will. Dann ensteht sofort eine Verbindung zwischen uns, die das System der Welten darstellt.

Auszug aus einem Unterricht  über „Bejt Schaar HaKawanot“ 22.12.2010

Die wilden Menschen und die friedlichen Tiere

Frage: Wofür waren die Versündigung Adams und sein Zerbrechen notwendig? Was ist danach entstanden, dass das Licht im Geschöpf nicht direkt schaffen konnte?

Antwort: Das Licht konnte dem Geschöpf den Status des Schöpfers, das Begreifen: „Wer bin ich?“ nicht geben, es ist unmöglich, es einem anderen zu übergeben.

Die Versündigung mit dem Baum der Erkenntnis ist ein besonderer Zustand, worin der Genuss die Scham übertrifft.

Überall, auf allen Stufen, unabhängig von den geoffenbarten (enthüllten) Zuständen, in jeder Entscheidung steht das Geben über dem Empfangen – deshalb werden diese Welten als die Heiligen Welten bezeichnet. Und hier nicht ! Hier ist das Empfangen wichtiger als alles andere!

„Ich aß (vom Baum der Erkenntnis) und werde noch mehr essen!“ – ich bin nicht in der Lage, von diesem Genuss festgehalten?? zu werden. Ich bin im Begriff, für mich zu genießen – egal was weiter passiert! Und was mit dem Gebenden passiert, interessiert mich überhaupt nicht.

Ich habe keine Widerstandskraft… Die Schlange, die innerhalb des Menschen erwacht, öffnet in seinem Inneren solchen Abgrund des leeren Wunsches, worin der Unterschied zwischen dem Tier und dem Menschen besteht.

Bis zur Sünde, waren Adam und Chawa (Eva) auf dem tierischen Niveau. Und nach der Versündigung, wurden sie zu den „wilden Menschen“ – aber schon zu den Menschen, wenn auch zu den sündhaften!

Andernfalls verliert die ganze Schöpfung ihren Sinn, denn es war im ursprünglichen Vorhaben beabsichtigt, den Menschen dem Schöpfer ähnlich zu machen. Und der Motor der Schöpfung ist gerade die Offenbarung dieser Scham, des Bruches zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf.

Auf dem unbelebten, pflanzlichen und tierischen Niveau ist das Geschöpf nicht vom Schöpfer getrennt, es erfüllt alle Seine Befehle und widerspricht Ihm in keinem Wunsch.

Und in diesem neu geoffenbarten Wunsch, in dieser neuen Leere, die das Geschöpf empfindet, begreift es, dass es dem Schöpfer entgegensteht, dass es der Gast ist, und Der Schöpfer – der Gastgeber.

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