Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Ausweg'

Wie man Freude wiedererlangt. Eine Anleitung

Frage: Die Spiritualität verlangt nach Vollkommenheit und Freude, doch in der Gruppe wird die Freude manchmal gedämpft. Wie passt das zusammen?

Antwort: In die Gruppe kommst du nach deinem normalen, „ordentlichen“ Leben. Dort hast du dich auf das Essen, den Sex, die Familie, das Geld, den Respekt, die Macht und das Wissen gefreut. Hier wurdest du aber vor ein Ziel, das du nicht erfassen, und vor Menschen, die du nicht aussuchen kannst, gestellt.

In der Außenwelt hast du selbst entschieden mit wem du arbeiten und mit wem du dich entspannen willst. Und hier hast du die Gesichter der Freunde vor dir. Schau sie an: hättest du sie in deinen Freundeskreis aufgenommen? Doch es gibt keinen Ausweg. Mehr noch, es gibt auch keinen Nutzen. Du findest weder einen Grund noch einen Ort noch ein Mittel zur Freude, woran du aus der Außenwelt gewohnt bist.

Nun musst du deine kompletten Vorstellungen ändern. Wozu bin ich hier? Wozu brauche ich all diese Menschen? Wie finde ich die Erfüllung? Was ist das Ziel? Wie wichtig ist es?

Nachdem du alle Fragen und Antworten gesammelt und richtig aufgereiht hast, wirst du vor Freude einfach explodieren, in den siebten Himmel vor Glück fliegen.

Denn du befindest dich an einem einzig wahren Ort, umgeben von richtigen Menschen, die nach dem gleichen erhabenen Ziel wie du streben, das im Alleingang nicht zu erreichen ist. Schau: sie haben sich extra für dich versammelt. Sie existieren nur, damit du die Vollkommenheit erlangst.

Dann, wenn du dir die Freunde anschaust, beginnst du, sie zu lieben. Sie werden dir wichtig, nah und teuer. Und das Ziel ist nicht mehr so unerreichbar. Wenn wir uns vereinigen, werden wir es unter uns finden. Es befindet sich nicht in einer fernen Galaxie, sondern hier, hinter den uns trennenden Absperrungen, die wir niederreißen müssen.

Das Ziel besteht darin, das Licht zwischen uns zu enthüllen. Es kann aber nicht fließen, solange das Netz beschädigt ist. Wegen der zerrissenen Kabel fließt der spirituelle Strom durch keinen von uns. So lass ihn doch erstrahlen, schließe den Kontakt!

Alles ist für uns bereits vorbereitet, und wenn du die Geschehnisse nur richtig betrachtest, wirst du garantiert mit Freude erfüllt.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash 

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Können wir die Krankheiten ausmerzen, die uns peinigen?

Hier ist ein Brief, den ich von Dr. Angelov aus Boston, USA (einem Arzt und Mitglied von Bnei Baruch) erhielt, der uns Antwort auf die folgende Frage gibt:

Ist es möglich, die Krankheiten auszumerzen, die uns peinigen?

Bevor wir die Frage beantworten, klären wir zuerst, was eine Krankheit wirklich ist. Es gibt dort eine Abfolge von Ursache und Wirkung, ausgehend vom Ursprung der Krankheit bis zu ihrem Ausdruck oder ihren Symptomen. Was meine ich damit? Unsere Gedanken, die nicht mit der Natur im Gleichgewicht sind, haben Einfluss auf das zentrale Nervensystem, welches wiederum auf das periphere Nervensystem wirkt, mit dem Resultat, dass die Zellen nicht mehr richtig arbeiten, sondern gegensätzlich zu den Naturgesetzen sind, und dieses führt zur Krankheit, die man Krebs nennt. Wir sagen, dass der Grund Stress ist, aber eigentlich ist es der Mangel an Harmonie in unserem Leben.

Sobald wir die Naturgesetze verstehen und sie befolgen, wird es keinen Grund mehr für Krankheiten geben. Dann werden wir in Frieden und Glück leben, ohne Krankheit oder Ärzte.

Was ist ein Arzt überhaupt? Auf Lateinisch heißt Doktor „Lehrer“. Daher ist ein Doktor jemand, der den Menschen beibringen sollte, ohne Krankheit zu leben. Wie sehr unterscheidet sich diese Definition von unserem gegenwärtigen, egoistische Medizinsystem?!

Wir können die Hauptnaturgesetze von unseren Zellen lernen: eine gesunde Zelle empfängt nur das Notwendigste, was sie zum Überleben braucht, und sie gibt den anderen Zellen soviel sie kann, und sorgt sich somit um den ganzen Organismus. Das Gegenteil davon ist Krebs, weil eine Zelle auf Kosten anderer lebt, dabei den gesamten Organismus tötet und folglich ebenfalls stirbt.

Das Gleiche passiert in unserer Gesellschaft: wir versuchen, uns über andere zu erheben und verbrauchen dabei mehr, um es zu erreichen. Jede Krankheit jedoch hat eine „Verhüllungsperiode“, in der die Krankheit noch nicht sichtbar ist. Und wenn die Krise da ist, dann manifestieren sich die Symptome sehr klar; die Gesellschaft hat bereits Krebs!

Wir müssen diesem Gedanken Aufmerksamkeit schenken. Ich bin ein Arzt und möchte unnötige Behandlungen durch Erziehung ersetzen, damit jeder gesund und glücklich sein kann. Was meinen Sie?

Mein Kommentar: Baal HaSulam schreibt in „Die Einführung zum Buch Sohar“:

Sowie der Egoismus aus der Welt verschwindet, werden auch die Ursachen aller Krankheiten nicht mehr da sein, da er ihre Ursache ist.

Kabbala Akademie

Wir brauchen einen Neuanfang!

Feiertage und besondere Tage, über die in der Kabbala gesprochen wird, sind keine gewöhnlichen Kalendertage, sondern Erlangung durch den Menschen seines persönlichen besonderen Zustandes, in dem er eine prinzipielle innere Berechnung mit sich selbst durchführt. Und wenn der Mensch zu einer solchen Berechnung kommt, dann bedeutet es, dass er tatsächlich einen Neuanfang erreicht hat, der als Neujahr, Rosch ha Schana bezeichnet wird. Dementsprechend erreicht er auch das Feiertagsgebet.

Jeder Feiertag bedeutet eine seelische Berechnung und ein Gebet, denn es gibt nichts außer der Korrektur unserer Verlangen. Doch der Anfang eines neuen Jahres ist dadurch besonders, dass er nach vielen Klärungen kommt. Er kommt nicht, bevor der Mensch sich selbst, alle Verlangen, die sich ihm enthüllen, nicht vollständig geprüft hat – denn jede höhere Stufe schließt alle vorangegangenen als einen winzigen Teil von sich mit ein.

Wenn der Mensch jedoch eine Berechnung seiner gesamten Handlungen und Gedanken durchführt, erkennt er, dass er keinen Erfolg erzielt hat, dass er nicht vorankommt, denn er ist überhaupt nicht für die spirituelle Erhebung erschaffen. Schwere Gedanken hinsichtlich der Spiritualität sowie Zweifel und Neid in Bezug auf die anderen übermannen ihn – er will höher als sie sein und denkt: „Warum sie und nicht ich?“

Und nach vielen solchen Berechnungen, wenn er vollkommen verloren ist, spürt er endlich, dass er einen Neuanfang braucht. Es gibt keinen Ausweg, denn an diesen ganzen Berechnungen, Klärungen, Kritik, Neid und Hass ändert sich jahrelang nichts. Und das einzige, was ihm bleibt, ist das Gebet, der Hilfeschrei, weil nur die höhere Kraft hier helfen kann. Genau dieser innere Schrei wird als Gebet von Rosch ha Schana, von Neuanfang, bezeichnet.

Und bis dahin sieht sich der Mensch als vollkommen verloren, er sieht, dass die ganze Welt damit, was er macht, nicht einverstanden ist, und er selbst begreift nicht, was mit ihm los ist und was das für ein Weg ist. Seine ganze Kritik entspringt dem Egoismus.

Darum geht es in dem Gebet um die Erinnerungen – um die Notwendigkeit, seine gesamten Verlangen und Handlungen zu analysieren, und um das Blasen des Horns (des Schofar) – denn wir müssen unseren spirituellen Weg trotz allem erheben („Schufra“ bedeutet auf Aramäisch „Schönheit“). Und um hier voranzukommen, müssen wir uns an die authentischen Quellen wenden.

Es existiert in der Welt eine Vielzahl von Meinungen, eine Vielzahl von Menschen, die einen beeinflussen, ihm ihre Gedanken einflößen und ihn in verschiedene Richtungen zerren. Man muss jedoch einen strengen Richter über sich selbst stellen und sich fortwährend in dem Maße seines Verständnisses für das Geschriebene mit den Quellen vergleichen – unabhängig von seinem Ego, vom Verlangen, sich zu erheben und zu verdienen, höher als die anderen zu sein, sondern umgekehrt, indem man nur wünscht, die Kraft des Gebens zu erlangen und in jenem Volk, in dem der Schöpfer wohnt, aufzugehen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 26.09.2011


Wodurch unterscheiden wir uns?

New York, Lektion 2

Frage: Ohne bei unserer Verbreitung die Wissenschaft der Kabbala zu erwähnen, erzählen wir den Menschen nur, dass die gegenseitige Bürgschaft ihnen ein gutes Leben ermöglichen wird. Wie unterscheiden wir uns in diesem Fall von allen anderen Organisationen, die Ähnliches versprechen?

Meine Antwort: Es ist nicht gut, wenn ihr den Unterschied nicht erkennt.

Über den modernen Menschen rollt eine globale, integrale Krise. Der Schöpfer zeigt ihm, dass er mit den anderen falsch verbunden ist, dass er die gegenseitige Bürgschaft erreichen muss.

Es gibt eine Methode, die ihm helfen wird, sich richtig zu verbinden und ein gutes Leben zu führen. Diese Methode funktioniert mittels der Erschaffung einer entsprechenden Atmosphäre, einer „Hülle“ aus der Umgebung, die dem Menschen erklärt, wie man gemeinsam ein gutes, gesundes, sicheres Leben führen kann.

Der Mensch hört zu und begreift, dass es keinen anderen Ausweg gibt. Denn auch andere hören genau das Gleiche – also ist es einfacher, es mit ihnen gemeinsam umzusetzen. Er lernt die richtige Verbindung mit den anderen – und zieht währenddessen das Licht an, das zur Quelle zurückführt. Das Gleiche machen Kinder, während sie spielen, wodurch sie wachsen und klüger werden.

Nachdem der Mensch also in einen schlechten Zustand geraten ist, nutzt er die anderen zum Lichtanziehen – und beginnt nach und nach, die Kraft des Gebens zu schätzen. Er legt Wert auf sie, sie erlangt für ihn die höchste Wichtigkeit, und plötzlich beginnt er, sie dermaßen zu achten, dass, wenn sein Leben sich zum Besseren gewendet hat, er mit dem Geben nicht aufhört, er möchte unabhängig von seinen Empfindungen weiter geben. Denn das Geben steht für ihn im Vordergrund.

Genau auf diese Weise wird der Mensch spirituell, indem er von der egoistischen Absicht lo liShma zur altruistischen liShma übergeht. Es gibt keine andere Möglichkeit für die 99% der Bevölkerung, die Korrektur zu erlangen. Oder könnt ihr etwas anderes außer der Tora empfehlen?

Ich glaube, es handelt sich um ein elementares Unverständnis dessen, wie ACHaP vorangetrieben wird. Galgalta we Ejnaim können wir seit der Zeit von Babylon korrigieren, doch für ACHaP gibt es nur diese eine Methode.

Aus der zweiten Lektion in New York, 12.09.2011

Unsere Welt – Titanic …

Meinung (Giulio Tremonti, italienischer Finanzminister): Ohne die Strukturreformen wird Italien wie die „Titanic“ untergehen. Ohne einen ausgeglichenen Haushalt wird der gewaltige Schuldenberg aus der Vergangenheit nicht nur unsere Zukunft, sondern auch die Zukunft unserer Kinder verschlingen. Heute hat Europa ein Rendezvous mit dem Schicksal.

Kommentar: Es ist ein unglückliches Rendezvous, wenn man sich den Zustand der Welt mit einem vertrauten Blick ansieht und feststellt , dass wir das Rätsel von der menschlichen Entwicklung zur integralen Gesellschaft jetzt lösen müssen. Es wird uns von der Natur gestellt , und wir dürfen nicht faulenzen, die Entscheidung nicht hinauszögern. Ansonsten bekommen wir noch schwierigere Aufgaben, um diese Fehler zu beheben.

Das Problem liegt in der neuen Haltung der Welt gegenüber und muss unbedingt ernst genommen und als einheitlich, geschlossen und voneinander abhängig betrachtet werden. Man muss erkennen, dass die Verbindungen aus der inneren menschlichen Gemeinschaft entstanden sind, welche sich bis zu diesem Niveau entwickelt haben. Und es gibt keinen Weg zurück.

Es gibt nur einen Ausweg:, den Menschen dazu erziehen, im neuen System zu leben lernen. D.h. wir brauchen eine universelle bzw. gemeinschaftliche Erziehung und Bildung – eine neue Art, die Welt zu erkunden und zu begreifen.

Die Welt ist integral, zusammenhängend – und das bedeutet, dass wir alle voneinander völlig abhängig sind. Wenn wir uns so verhalten können, gewinnen wir, ansonsten – verlieren wir …

Wenn die Gruppe sich in Grüppchen aufteilt

Frage: Ich habe meine Wahl getroffen und bin der Gruppe beigetreten, doch manchmal kommt es in ihr zu Reibungen. Wie können wir diese loswerden?

Meine Antwort: In erster Linie müssen wir erkennen, dass es Probleme in der Gruppe gibt. Wir dürfen sie nicht verdecken oder vertuschen. Zum Beispiel besteht die Gruppe aus 30-40 Menschen, von denen jeder versucht, sich zu behaupten, oder sie bilden bereits Grüppchen.

Hier müssen wir verstehen: wir unterliegen der höheren Lenkung, die uns diese Grüppchen und Streitereien vorsetzt. Wozu? Damit wir uns über unsere Probleme zu dem Einzigen, der sie ins Leben gerufen hat, erheben. Er ist derjenige, der diese Probleme zwischen uns entstehen lässt und das auch zugibt: „Ich erschuf den bösen Trieb“.

Doch wofür? Damit du nach der Tora als einem Gewürz verlangst, sprich dich nach dem in ihr enthaltenen Licht, das zur Quelle zurückführt, sehnst. Nachdem du nach dem Licht verlangt hast, erhebst du dich über die Probleme zur einzigen Quelle, in der sowohl das Gute als auch das Böse ihren Ursprung nehmen.

Frage: Ja, aber danach nehmen die Probleme zu.

Meine Antwort: Du musst die nötige Kraft des Verlangens und des korrigierenden Lichtes akkumulieren, um zu der ersten spirituellen Stufe aufsteigen zu können. Deshalb nehmen die Probleme zu und sie werden weiterhin zunehmen. Verlass dich auf den Schöpfer, Er kennt sich damit aus. Deshalb spricht Er auch von der Erschaffung des bösen Triebes – damit du begreifst: Alles kommt von einer Quelle. Man muss es nur als Grundlage für die Arbeit annehmen. Wir haben nichts anderes.

Das Wichtigste ist, daran festzuhalten. Selbst wenn einige Freunde bereits zu Hassern geworden sind und die anderen weder dafür noch dagegen sind, selbst wenn ein Durcheinander in der Gruppe herrscht, nehme ich alles als von dem Schöpfer „verpackt“ an. Er hat das erschaffen, und ich muss zusammen mit den Freunden oder ihnen zum Trotz in allen möglichen Zuständen ständig der Einheit entgegen steuern.

Genau das bedeutet „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu sein. Auf welcher Grundlage, worüber werden wir uns sonst verbinden können? Unsere Vereinigung basiert nicht auf „braven Kindern“, sondern auf Streithähnen und Raufbolden. Wir streiten uns und hassen einander – und darüber verschmelzen wir zu einem Ganzen. Genau darüber entsteht die Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst. Dann kommst du zum Empfangen der Tora.

Egal, ob du damit einverstanden bist oder nicht, dieses Prinzip wird sich nicht ändern. In der Gruppe müssen wir eine Entscheidung darüber treffen, dass es keinen Ausweg gibt, dass wir uns jetzt schon damit einverstanden erklären, künstlich. Wir hören auf, zu streiten, und beginnen einander scheinbar zu lieben. Wir studieren in der Hoffnung, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, auf uns einwirkt und die Verbindung zwischen uns herstellt. Während des Unterrichts denkt jeder: „Soll es doch wenigstens ein bisschen helfen!“

Denn sonst fressen wir einander auf, weil wir nicht in der Lage sind, mit der Übung, die uns der Schöpfer gegeben hat, fertig zu werden. Er hat uns „mit reingezogen“, als hätte Er uns in ein Computerspiel gesetzt, auf einen Übungsplatz, welcher durch den Schirm begrenzt ist. Nun sind wir drin. Was sollen wir jetzt tun?

Gerade hier müssen wir neue Beziehungen aufbauen, die wir erreichen wollen. Was fehlt uns auf diesem Spielfeld, wo wir uns alle gegenseitig hassen, verstreut wie Punkte auf dem Bildschirm? Was sollen wir tun?

Wir müssen das Licht enthüllen, das zur Quelle zurückführt. Dann lasst uns doch studieren und danach verlangen, dass es geschieht.

Das lässt sich leicht sagen, doch bei der Umsetzung… Das Problem besteht darin, dass hier die ganze Kraft der Stufe sich enthüllen muss, und das nimmt Zeit in Anspruch. Denn die erste Stufe ist besonders hoch, man kann nicht einfach so auf sie aufspringen. Im Vergleich zu ihr werden die anderen Stufen leichter sein.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 11.02.2011

Ein anderer Ausweg

Wir begehen unterwegs oft Fehler. Wir glauben, dass es noch andere Kräfte außer dem Schöpfer gibt, die uns helfen können. Plötzlich tauchen wir wieder in unseren Beruf oder in unsere Hobbys ein. Wir verzweifeln an der spirituellen Entwicklung und setzen unsere Hoffnung in uns selbst, in die Umgebung.

Wir sind von vielen Hindernissen umgeben, die uns vom Weg abbringen: ein bisschen Religiosität, ein bisschen Mystik, irgendwelche andere Methoden, unser Dasein erträglicher zu machen.

Doch all das ist vergänglich. Am Ende dieser Irrungen, die lange andauern können, kommt der Mensch dennoch an der gleichen Stelle an. Er begreift, dass er hier vor einer Mauer steht und unbedingt, um jeden Preis den Schöpfer enthüllen muss. Das Problem besteht hier nicht darin, dass er das nicht will…

Der höhere Zustand, zu dem der Mensch gelangen muss, ist ein besonderer Zustand. Ich muss mich nicht über den Egoismus erheben, damit es mir besser geht. Denn in diesem Fall entscheide ich mich einfach für einen besseren Zustand aus zwei möglichen, ich verfahre also nach dem alten egoistischen Prinzip. Und von dem Menschen wird verlangt, dass er anfängt, etwas Anderes zu wollen.

Baal HaSulam schreibt darüber in dem Artikel „Es gibt nichts außer Ihm“:

Wenn der Mensch irgendeinen Verstoß begangen hat, dann muss er natürlich bereuen und bedauern, dass er das Gesetz gebrochen hat. Und hier muss man auch die Reihenfolge von Bedauern und Schmerz ermitteln – in welchem Punkt er den Grund sieht, der ihn zum Verbrechen führte, und diesen Punkt soll er bedauern.

Dann muss der Mensch erkennen, dass er gesündigt hatte, weil der Schöpfer ihn zur Seite zurückwarf. Es stellt sich heraus, dass der Schöpfer derjenige war, der ihn in den Schmutz eintauchen lies.

Genauso muss der Mensch auch im Zustand des Aufstiegs klar erkennen, dass es nur aus dem Grund geschieht, weil das Licht ihn aufsteigen lässt.

Es liegt daran, dass der spirituelle Aufstieg in zwei Etappen vollzogen wird. In der ersten Etappe spürt der Mensch die völlige Abhängigkeit von der Höheren lenkenden Kraft. In der zweiten Etappe begreift er, dass das ganze Lenkende um ihn herum und das Lenkende in ihm drin die gleiche Kraft ist. Sowohl das Böse als auch das Gute ist diese Kraft. Es gibt keine Belohnung und keine Bestrafung. Und natürlich gibt es auch nichts, was vor ihm liegt, weil alles vorprogrammiert ist und er lediglich ein ausführendes Instrument in den Händen des Lichts ist.

Und anschließend erwacht in dem Menschen der Punkt im Herzen, mit dessen Hilfe er zu der Umgebung geführt wird. Die richtige Umgebung beinhaltet den Lehrer, die Bücher und die Gruppe. Während der Mensch versucht, nach den alten Regeln mit ihnen zu arbeiten, kann er dem schließlich dennoch nichts Spirituelles abgewinnen, denn er verbindet sich, vereint sich mit ihnen mit Hilfe des eigenen Egoismus.

Wozu sind diese ganzen Etappen notwendig? Denn es gibt noch viel mehr Etappen, die tiefer gehen und feiner sind. Sie alle dienen dazu, dem Menschen zu zeigen, dass es hier eines anderen Ausweges bedarf. Gehandelt werden muss nicht, damit es dir in deinem Egoismus besser geht, sondern damit du dich mit der für dich äußeren Umgebung, mit der für dich äußeren Kraft – mit dem Schöpfer – verbindest.

Auszug aus der 4. Kongresslektion in Berlin, 29.01.2011

Die Wahrheit ist mir teurer als das Leben!

Eine Frage, die ich erhielt: Während des Tages bekommen wir jede Sekunde irgendwelche Probleme, von allen Seiten, und müssen sie ständig bekämpfen. Welche Wundermittel bietet denn Kabbala, die es nirgendwo sonst gibt?

Meine Antwort: Die Wissenschaft der Kabbala erklärt uns, woher das ganze Böse kommt und warum wir uns so schlecht fühlen. Sie behauptet, dass das Böse nicht von irgendeiner Quelle ausserhalb kommt, von anderen Menschen oder üblen Umständen, sondern weist den Blick direkt nach innen, indem sie mir sagt: Du bist die Quelle des ganzen Übel!

Es fällt dem Menschen sehr schwer diesem zuzustimmen, deshalb stösst er die Kabbala sofort von sich ab. Aber nachdem die Kabbala uns die Ursache des Bösen gezeigt hat, erklärt sie, dass nur eine einzige Möglichkeit existiert, zum Guten zu gelangen: Das Böse in sich zum Guten korrigieren! Und, dass es nicht mir gut gehen muss, sondern allen anderen!

Es stellt sich heraus, dass es nicht reicht zu erkennen, dass das ganze Böse in mir ist, und mich zu korrigieren, damit es den anderen in meiner Nähe gut geht, sondern ich muss noch daran Spass haben, meinen eigenen Zustand gar nicht spüren, und mich nur darum kümmern, dass es den anderen gut geht? Wer, bitteschön, wird das kaufen?!

Deshalb eignet sich diese Methode nur für diejenigen, die einen Punkt der Wahrheit in sich haben und entsprechend ihrer Natur, sind sie nicht mehr in der Lage, in den Lügen zu bleiben. Egal um welchen Preis, sie brauchen die Wahrheit! Solch eine Forderung kommt zum Menschen von der Seite der Natur, und nicht, weil er ein ach so guter und besonderer Held ist.

Bloss, das Verlangen die Wahrheit zu entdecken, wird ihm wichtiger als der Rest seines Lebens. Es enthüllt sich in ihm auf diese Weise ein neues Verlangen nach Wahrheit, das davor nicht existierte.

Und diejenigen, die nur das Verlangen für unsere Welt haben, sind auch mit einer Täuschung einverstanden. Deshalb befinden sie sich in einer Verfolgungsjagd, bei all dem, was diese Täuschung fordert, um ihren Egoismus zu befriedigen.

Nur diejenigen, in denen ein Verlangen nach der Wahrheit erwacht ist, die sich nicht in der Lage fühlen das Verlangen zu unterdrücken, nehmen mit einer grossen Freude die Methode der Kabbala entgegen. Denn sie haben keinen anderen Ausweg, und nichts anderes kann ihnen helfen. Und solche Menschen schreiten voran.

Und wenn der Mensch noch nicht bereit ist, irgendwelche Kompromisse einzugehen, wird er abhauen. Man darf ihn auf keinen Fall dafür beschuldigen, oder ihn vernachlässigen, denn an seiner Stelle würdest du das Gleiche tun…

Das ist die Natur: Die Kraft, welche stärker ist, wird die andere aufheben. Dieser Mechanismus ist sehr einfach.

Aus einem Unterricht über einen Artikel “ Eine Dienerin, die zur Erbin ihrer Herrin wird“, 16.12.2010

Vereinigung bedeutet spirituelle Arbeit

Die Kraft zur Erreichung der Spiritualität schöpfe ich von der Umgebung, und das ist eine besondere Kraft.

Wir kommen zur Wissenschaft der Kabbala, weil wir das Verlangen nach der Spiritualität verspüren, doch dieses Verlangen ist egoistischer Natur: wir wollen die ganze Welt haben – sowohl diese als auch die zukünftige.

Dieses gewaltige Verlangen treibt den Menschen an, doch wenn er vorhat, sich mit dem Freund zu verbinden, muss er sich annullieren und die Wichtigkeit des Freundes erhöhen.

Dadurch erhebt er die Haltung dem Freund gegenüber auf die kleinste spirituelle Stufe: er annulliert sich, will sich verbinden, nimmt den Freund als wichtig wahr.

Es ist sehr unangenehm, abstoßend, doch es gibt keinen Ausweg – wir müssen uns verbinden. Dann bekomme ich die Wichtigkeit des Ziels – die Kraft des Aufstiegs – vom Freund.
Diese Kraft ist spiritueller Natur, denn um mich an ihn wenden zu können, habe ich mich annulliert und seine Wichtigkeit erhöht. Dann erhalte ich von ihm – obwohl er genauso ist wie ich – die Kraft des Aufstiegs, weil ich mich ihm gegenüber nach dem spirituellen Prinzip „die Wichtigkeit des Nächsten“ verhalten habe!

Und obwohl ich das aus der Ausweglosigkeit heraus tue, weil ich die spirituelle Welt auf egoistische Weise bekommen will, erhalte ich dennoch eine reale Kraft, die mich über mich selbst erheben lässt, vom Freund.

Indem ich mich auf diese Weise gegenüber den Freunden verhalte, erreiche ich eine korrekte Herangehensweise an die Spiritualität. Dabei kann es sein, dass die Freunde das noch nicht einmal bemerken und nicht wissen, dass sie mich mit der spirituellen Kraft versorgen.

Ich schöpfe sie, weil ich eine egoistische Handlung ausführe, indem ich mich ihnen gegenüber trotz der Abstoßungskraft annulliere.

Das ist sehr schwer, doch wenn ich es schaffe, mich zu überwinden, erhalte ich von ihnen die Kraft für die Weiterentwicklung.

Darin besteht unsere Arbeit, und dem ist der bevorstehende Kongress gewidmet.

Aus dem Vortrag am Tag der Einheit, 31.10.2010

Bund der Herzen

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man auf dem Kongress die innere Attacke mit der Fürsorge für die Anfänger und für die ganze Welt verbinden?

Meine Antwort: Erstens konzentriere ich mich nicht auf die ganze Welt, sondern auf die Kongressteilnehmer. Und dazu gehört jeder, dessen Herz dort, mit uns, ist.

Kongress bedeutet eine Versammlung von Herzen, die bereit sind, sich zu verbinden, um die Ähnlichkeit der Eigenschaften mit dem Schöpfer zu erreichen. Wir rufen Verlangen zusammen und verbinden sie, um dem Schöpfer ähnlich zu werden und Ihn zu enthüllen.

Alle unsere Verlangen wollen sich zu einem einzigen zusammenschließen, um das gegenseitige Geben zu erlangen. Und darin wird sich nach dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften das höhere Licht – der Schöpfer – enthüllen.

Ich denke nur an diejenigen, die sich daran beteiligen. Selbst wenn die Beteiligung sehr gering ist, wie bei einem Kind, aber es ist eine Beteiligung. Der Rest der Welt bleibt außerhalb meines Blickfeldes.

Natürlich verbreiten wir Informationen über die Massenmedien, doch ich spüre nur diejenigen, die sich dieser Botschaft zugehörig fühlen wollen.

Der Kongress ist eine Aktion der inneren Verbreitung zwischen uns, das ist unsere gegenseitige Verbindung, unser Bund, die Bürgschaft, das Empfangen der Tora. Wir veranstalten ihn nicht, um der Welt etwas zu sagen. Unsere Handlungen hier sind auf das Innere gerichtet, wir lassen uns von dem Äußeren nicht ablenken.

Auf dem Kongress stehen wir alle vor unserem gemeinsamen Problem, wie um den Berg Sinai. Und dieses Problem ist die Vereinigung.

Aus dem Ägypten zieht ein „Volk von Sklaven“ aus, die im Dunkeln flüchten, ohne irgendetwas zu wissen oder zu verstehen. Sie wissen noch nicht einmal, wohin sie flüchten sollten. Anstelle der Ehre ist die Flucht, anstelle der Sicherheit sind Angst und Hilflosigkeit. Und das ist ein richtiges, gutes Gefühl.

Und dann kommen sie am Berg Sinai, an der Enthüllung des Hasses, an – und treffen eine Entscheidung über die Attacke gegen den Hass, weil sie keinen anderen Ausweg haben.

Niemand hat einen anderen Ausweg, jeder muss eine Entscheidung treffen, hier und jetzt – er muss wollen, dass es geschieht. Mit aller Kraft wollen. Wie das zustande kommt, ist nicht mein Problem. Der Schöpfer führt das zu Ende, was ich angefangen habe, doch ich verlange danach.

Und selbst wenn sich in der Tiefe des Herzens die Ablehnung verbirgt, selbst wenn ich mich fürchte, schreie ich dennoch wie ein Kind, als ob ich wirklich ohne die Bürgschaft nicht leben könnte.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 22.10.2010

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