Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Ausgangspunkt'

Ein Fußgänger, der von Punkt A nach Punkt B geht

Frage: Ist es möglich, immer im Glauben über dem Verstand zu gehen?

Antwort: Natürlich nicht. Aber wir Kabbalisten diskutieren nicht darüber, ob wir so gehen können oder nicht. Wir sind einfach dazu verpflichtet!

Wenn wir es nicht können, bitten wir um Hilfe und der Schöpfer erledigt diese Arbeit für uns! Die ganze Arbeit ist die Arbeit des Schöpfers, nicht die des Menschen. Aber wir müssen Ihn bitten, diese Arbeit zu erledigen.

Der Mensch muss versuchen, sie bis zum Ende zu erledigen! Obwohl ihm von Anfang an klar ist, dass ihn am Ende ein Misserfolg erwartet, wenn er das Ziel aus eigener Kraft erreichen will. Aber das Glück besteht darin, dass er entdeckt, dass der Schöpfer dies tun wird, und weiß, wie er ihn darum bitten kann.

Ich befinde mich immer in einem solchen Zustand und bewege mich auf einer geraden Linie zwischen dem Ausgangspunkt (dem aktuellen Punkt) und dem Endziel, das ich unbedingt erreichen muss.

Der Endpunkt ist das Geben, die Liebe zum Schöpfer und zu seinen Geschöpfen, der Glaube über dem Verstand, das Geben über dem Empfangen. Wenn ich den Ausgangspunkt verlasse, muss ich zum Endpunkt gelangen.

Auf dem Weg dorthin habe ich:

  1. Teil: Tu alles, was in deiner Macht steht! Das ist das Wichtigste.
  2. Teil: völlige Enttäuschung über meine Kräfte.
  3. Teil: die Erkenntnis, dass nur der Schöpfer mich retten kann.
  4. Teil: hier beginne ich mit Ihm zusammen im Geben (Hafetz Chessed) und in der Liebe zu arbeiten.

Am Anfang muss ich wissen, dass ich unbedingt bis zum Ziel kommen werde, und auf meine Kräfte vertrauen! Ich kann nicht untätig bleiben und auf ein Eingreifen von oben warten.

Wenn ich mich in der ersten Phase nicht bis zum Ende verausgabt habe, nicht alles in meiner Macht Stehende getan habe, werde ich niemals zur Verzweiflung gelangen, nie meine Verzweiflung erkennen und somit niemals begreifen, dass ich die Hilfe des Schöpfers brauche. Wie soll ich dann das Licht hervorbringen, das mich zur Quelle zurückführt?

Eine Etappe folgt auf die andere, bestimmt und formt den nächsten Zustand. Der Mensch weiß nicht genau, wo er sich befindet und was ihn auf der nächsten Etappe, im nächsten Augenblick erwartet. Jeder Fortschritt wird durch seinen Druck erzielt.

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Aus der Lektion nach einem Artikel von Rabash

 

 

Die Besprechung des Starts nach der erfolgreichen Erreichung des Ziels

Im Laufe des Tages soll ich mich unter die Macht der ewigen, vollkommenen Lenkung stellen, als ob ich diese schon offenbart hätte.

Wenn ich es so mache, dann verpflichten mich die Kabbalisten eine halbe Stunde pro Tag, der Analyse zu widmen und, sich wie am Anfang jeder neuen Woche zu prüfen.

Idealerweise gelingt es mir ständig, mich über dem Wissen zu erheben, und den Ausgangspunkt des Wissens zu prüfen. Dadurch erneuere ich meine Arbeit und vertiefe mich in sie hinein.

Zum Beispiel habe ich einen Erfolg erzielt, indem ich mit irgendwelchem Reschimo (x) gearbeitet habe. Jetzt bekomme ich die Möglichkeit herunterzusteigen und zu prüfen, was es für ein Reschimo war – und dann die Arbeit zu erneuern. Und so weiter, wieder und wieder sieben Mal, bis ich vom Chessed zur Malchut, zum Sonnabend ankomme.

In CHaGaT arbeitend schaffe ich drei Linien. In NeHJ baue ich sie in den Wunsch der Genüsse ein, und Jessod wird zur Summe (Σ) aller Tage.

Ich prüfe jeden dieser Tage mittels des höheren Wunschs, mittels der Awiut der neuen Qualität. Und insgesamt stellen sie zehn Sfirot dar. Deren „Kopf“ (CHaBaD) wir später erst begreifen.

Im Rahmen der Schöpfung, handelt es sich um sechs „Jahrtausende“ der Korrekturen, nach denen das siebte Jahrtausend der Ruhe eintritt. Dieser Prozess wird in die entsprechenden Teile unterteilt, von denen jeder dem Ganzen ähnlich ist.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabasch, 03.12.2010

Vergleiche dich mit dem Vorbild

Eine Frage, die ich erhielt: Kann ich genau wissen, von was ich im Moment beherrscht werde: vom Verlangen zu empfangen oder vom Verlangen zu geben?

Meine Antwort: Das hängt davon ab, zu welcher Umgebung du dich hingezogen fühlst. Es gibt kein anderes Überprüfungskriterium.

Unser Ausgangspunkt ist das Verlangen zu genießen. Mit Hilfe der richtigen Umgebung beginne ich, die Situation zu analysieren und meine egoistische Absicht zum Vorschein zu bringen.

Früher habe ich die Macht des bösen Triebes in mir nicht bemerkt, und nun habe ich die Überprüfungskriterien geändert. Ich habe den Schöpfer nicht vor mir, darum überprüfe ich mich anhand der Umgebung und bestimme entsprechend ihren Werten, von welchem Trieb ich beherrscht werde: vom guten oder vom schlechten.

Es kann durchaus sein, dass ich ganz darauf brenne, das spirituelle Ziel zu erreichen, meine Verwandten und ehemaligen Freunde aber sagen: „Der Teufel hat dich geritten. Was hast du dort gefunden? Was bringt dir das? Das nimmt ein schlimmes Ende, komm lieber mit uns mit und lass uns das Leben genießen“.

Ihrer Meinung nach bin ich vom Bösen besessen und verfolge Ziele des bösen Triebes.

Alles ist relativ, jeder bestimmt für sich selbst, von was er beherrscht wird. Wenn du deshalb eine Meinung seitens des Schöpfers bilden willst, musst du dich mit einer guten Umgebung, mit der Gruppe vergleichen, nehme sie als Vorbild.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 01.11.2010

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Schlage dich unterwegs nicht mit unnötigem Ballast herum

Die innere Arbeit offenbart sich uns in Teilen, die ihre Ausführung betreffen. Es bleibt uns versagt, die gesamte von uns geleistete Arbeit zu sehen, damit wir dadurch nicht gestört werden.

Der Mensch ist ständig mit jenem Verlangen beschäftigt, das in diesem Moment in ihm entsteht, und vergisst alles, was er früher gemacht hat, er fühlt sich jedes Mal leer.

Je mehr er arbeitet, desto mehr verbirgt sich vor ihm das, was er bereits gemacht hat.

Obwohl er viele Korrekturen vorgenommen hat und nichts verloren geht, wird ihm das Gefühl gegeben, als ob er nichts geleistet hätte, damit er immer die Gelegenheit hat, noch etwas zu tun, damit sich ihm ein neues Verlangen offenbart, wie beim ersten Mal.

Auf diese Weise geht es immer weiter, bis ein bestimmtes Arbeitspensum erledigt ist – dann, in einer abschließenden Handlung „Rav paalim umekabziel“, wird ihm die gesamte von ihm in dieser Zeit angehäufte Korrektur offenbart.

Unterwegs müssen wir aber die ganzen durchgemachten Zustände immer wieder vergessen, um das Verlangen nach der nächsten Handlung zu erhalten. Sonst würden wir stehenbleiben und uns nicht vorwärtsbewegen können.

Solange der Mensch nicht alle Korrekturen beendet hat, wird seine ganze frühere Arbeit vor ihm verborgen, als ob er nichts gemacht hätte. Doch alles wird auf einmal enthüllt – am Ende der Korrektur!

Alles kehrt zum Ausgangspunkt zurück, da aber jedes Mal ein neues Verlangen entsteht, kommt es uns vor, als ob das ein vollkommen neuer Zustand wäre.

„Jeden Tag beginnen wir scheinbar alles aufs Neue“, indem wir sowohl in der materiellen Welt als auch in der spirituellen einen neuen Appetit, neue Geschmäcke entwickeln.

Deshalb, selbst wenn wir glauben, dass wir in der Spiritualität nichts geleistet und nichts erreicht haben, wird sich uns später enthüllen, dass dem nicht so ist. Doch bis zum Ende der Korrektur darf man nach keinerlei Abrechnung mit der Vergangenheit fragen oder verlangen.

Man muss im Gegenteil dankbar sein, dass die Vergangenheit vor uns verborgen ist und uns nicht blendet und unser Vorankommen nicht stört, sondern uns die ganze Arbeit von Anfang an beginnen lässt.

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 06.07.2010

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Diese Welt – ist nur der Ausgangspunkt

Der Schöpfer hat diese materielle Welt nicht geschaffen! Sie existiert nur in deiner Einbildung, weil du dich in deinem Egoismus befindest.

In dem Moment, wo du zum Wunsch des Gebens übergehen wirst und die gebenden Wünsche zu erwerben beginnst, wird dir die Höhere Realität offenbart, in der du dann lebst und dich entwickelst.
Und deine untere Schicht des materiellen Wunsches bleibt weiterhin bestehen, denn sie soll dir die Freiheit des Willens bezüglich des Spirituellen gewährleisten.
Wie auch in dieser Welt, wenn ich einkaufen oder arbeiten gehe, aber immer wieder nach Hause, zur Familie zurückkomme.

Ebenso gibt es in der spirituellen Welt einen konstanten Ort, worin wir existieren. Und daraus steigen wir nach den geistigen Stufen hinauf und hinunter – aber diese untere Schicht der Existenz bleibt uns ständig erhalten.

Sie ist illusorisch und existiert in der Wirklichkeit nicht – sie besteht nur in unserer Einbildung, um aus diesem Basispunkt heraus selbständig eine Handlung des Gebens zu begehen.

Es ergibt sich, dass der Schöpfer uns allen denselben Film zeigt, damit wir in dieser Realität existieren können.

Deshalb sieht sowohl der größte Kabbalist als auch der dümmste Mensch, nach wie vor, ein und dieselbe materielle Welt.

Es ist klar, dass der Kluge sie ein wenig anders sieht, weil er darin mehr versteht – aber im Allgemeinen sehen alle das gleiche Bild.

Und wenn es doch einen Unterschied gibt (wenn ein Mensch bspw. die besonderen Eigenschaften hat), hat es nichts mit der Spiritualität zu tun.

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Einen gesegneten Samen in den Garten pflanzen

Aus dem Sohar, Abschnitt „Bo“, Punkt 57:

Und Er pflanzte diesen Samen in einen Gerechten, in Jessod de Seir Anpin.

Ich muss mir vorstellen, dass ich diese Eigenschaft, Jessod von Seir Anpin, besitze, was als Gerechter bezeichnet wird. Dies ist der Ort, an dem mein Same eingepflanzt ist, der Ausgangspunkt von welchem ich heranwachse.

Er ist der Gärtner des Gartens. Und die Saat im Garten (Malchut) ist die Verhüllung und das Verbergen dieses Lichtes. Dies bedeutet, dass die Verhüllung keine Abwesenheit, sondern im Gegenteil, eine Saat voller Segen ist. Die Verhüllung selbst wird wieder zu Licht werden, wie eine Pflanze, die aus dem Samen sprießt.

In seinem Artikel „Die freie Wahl“ gibt Baal HaSulam folgendes Beispiel: Wir müssen uns selbst in eine kabbalistische Gruppe einpflanzen, so wie wir ein Samenkorn in die Erde pflanzen, wo wir uns selbst vollkommen vor der Umgebung annullieren. Dann werden wir zu einem Samenkorn, das sich vollständig auflösen und in der Erde verrotten muss, damit daraus ein Baum wachsen kann.

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Eine ehrliche Diagnose ist die halbe Heilung

Eine Frage, die ich erhielt: Gibt es eine optimistische Seite an der gegenwärtigen Krise?

Meine Antwort: Ich bin, was die Krise betrifft, der größte Optimist. Kabbalisten sehen sie als Ausgangspunkt für die Korrektur der Menschheit und als Ende allen Unglücks.

Die gegenwärtige Krise zeigt uns, wie getrennt wir sind. Das Fehlen der Verbindung wird in nahezu allem enthüllt: In der Wirtschaft, dem Handel und in allen gesellschaftlichen und politischen Beziehungen.

Uns fehlt immer noch das allgemeine Verständnis der Tatsache, dass der Egoismus die Ursache allen Übels ist, aber mehr und mehr Menschen fangen an zu erkennen, dass die Wurzel des Problems in den Beziehungen der Menschen untereinander liegt, was bedeutet, dass wir nicht nur die richtigen wirtschaftlichen oder wechselseitigen nützlichen Verbindungen schaffen sollten. In dieser globalen Welt wird von uns verlangt, Beziehungen von Herz zu Herz zu erschaffen und genau das ist es, was die Natur von uns fordert und uns diktiert.

Wir sollten verstehen, dass wir voneinander abhängig sind und dass die Verwirklichung dieser gegenseitigen Abhängigkeit uns ermöglicht, einander lieben zu können. Natürlich ist das ein allmählicher Prozess, aber die derzeitige Krise ist erst der Anfang. Dies ist der Zustand, in dem die Krankheitssymptome enthüllt werden und die Diagnose gestellt wird. Wir müssen nur enthüllen, wie falsch das System unserer Beziehungen wirklich ist. Dies wird der letzte Zustand sein, das Ende aller menschlichen Probleme.

Alle vorherigen Zustände in der Entwicklung der Menschheit mussten praktisch ohne die persönliche Mitwirkung des Menschen erfolgen. Erst jetzt ist die Zeit für die Enthüllung der Kabbala als Mittel zur Korrektur gekommen und erst jetzt wird der Mensch fähig sein, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Bis vor kurzem hatten wir keine Gelegenheit, irgendetwas zu ändern.

Das ging bis zur Mitte des 20sten Jahrhunderts, als die gegenseitige Verbindung des Systems der Seelen zum ersten Mal begann, sich zu enthüllen. Diese Enthüllung geschieht allmählich und auf unangenehmste Weise – damit wir die Notwendigkeit für Korrektur verstehen.

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