Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Ausbruch'

Das Fest als Sprungbrett nutzen

Frage: Worauf muss sich das Weltkli momentan konzentrieren, um sich in Ägypten wiederzufinden und dort wirklich ausbrechen zu wollen?

Meine Antwort: Wir müssen uns am Aufstieg und nicht am Abstieg festhalten. Jeder von uns und wir alle gemeinsam dürfen auf keinen Fall absteigen und dadurch aus dem gewohnten Ablauf herausfallen, denn das wird uns zwangsläufig abstürzen lassen.

Wir sollten uns so schnell wie möglich der Pessachwoche zuwenden und uns darauf vorbereiten, indem wir zum Verständnis dessen kommen, was der Auszug aus Ägypten bedeutet. Wir sollten uns mit aller Kraft auf diese Begeisterung, auf diesen Ausbruch vorbereiten. Je stärker unsere Bestrebung sein wird, desto stärkere Einwirkung werden die Pessachlichter auf uns haben.

Wir müssen das genau in diesem Moment umsetzen. Vor allem müssen wir eine Einheit bilden. Aus Ägypten zieht nicht ein einzelner Mensch aus, sondern alle ohne Ausnahme: Frauen, Männer, Kinder, Greise. Genau das bedeutet Vereinigung, die auf einen gemeinsamen Auszug gerichtet ist. Das ist das, woran wir denken müssen, während wir ständig die Absicht halten.

Bis zum Pessachfest ist weniger als eine Woche geblieben. „Das Fest“ ist das äußere Zeichen, doch wenn wir diese sieben Tage nutzen, können wir uns vereinigen, eine solche Verbindung erschaffen und solche Absichten während der Unterrichte bilden, dass wir nach vorne „katapultiert“ werden.

Die einen durchleben einen Abstieg, die anderen einen Aufstieg, die dritten werden vom Wechsel durchgeschüttelt – wir brauchen alle diese Zustände. Der Mensch muss einen Abstieg genauso wie einen Aufstieg schätzen. Denn das eine gibt es nicht ohne das andere.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 12.04.2011

Die wahre und die eingebildete Freiheit

Wir verfügen über eine einzige freie Handlung in unserem Leben in dieser Welt, alles Andere ereignet sich mit einer absoluten Unvermeidbarkeit und auf Befehl von oben.

Es ist jedoch nicht einfach, diese uns überlassene Freiheit zu finden, denn wir werden hart durch Schmerz und Genuss von oben regiert, gefesselt von Tausenden von Fäden.

Wir sind gehorsame Marionetten, die von oben an diesen Fäden gezogen werden, wobei unsere Verlangen, Gedanken und Körper, Worte und Taten gesteuert werden.

Wir sind absolute Sklaven unserer Natur, angefangen von einer Embryozelle im Mutterleib bis hin zum Alter, in dem der Mensch glaubt, dass er bereits selbständig handelt und existiert.

Er wird von den Naturkräften gesteuert. Woher kann auch etwas Neues in ihm entstehen, wenn alles Natur ist? Daher gibt es hier auch keine Freiheit der Wahl, und der Mensch wählt immer das Angenehmste für sich und flüchtet vor den Leiden, wie auch jedes andere Geschöpf, ob Pflanze oder Tier.

Und obwohl diese Illusion der Freiheit im Menschen existiert – denn ich mache doch, was ich will! – ist es doch eine Illusion, und die wahre Freiheit verbirgt sich im Ausbruch über die Natur, d.h. im Ausbruch über den Egoismus.

In der Tora steht geschrieben, dass es die „Freiheit vom Todesengel“ bedeutet. Diese Worte können niemanden gleichgültig lassen! Die Freiheit vom Tod setzt nicht voraus, dass unser tierischer Körper die Unsterblichkeit erlangt, um endlos dieses irdische Dasein voller Leiden und mit wenig Freude zu fristen.

Die Freiheit vom Todesengel tauscht dieses Leben gegen die Erlangung eines vollkommenen und bestmöglichen Daseins ein: sowohl eines ewigen als auch eines vollkommenen zugleich! Und das kann durch diesen Begriff, genannt „Freiheit des Willens“, erreicht werden.

Eine solche Freiheit ist wirklich anlockend und erwünscht, denn in unserem normalen Leben brauchen wir für gewöhnlich auch keine Freiheit, und es passt uns viel besser, wenn unser Leben wie eine gut funktionierende Uhr geregelt ist: Zuhause, Familie, Arbeit.

Je weniger Freiheit, desto weniger Kopfschmerzen. Doch wenn man Ewigkeit und Vollkommenheit erlangen kann, indem man sich vom Todesengel befreit, was kann es besseres geben?

Man muss außerdem verstehen, dass der Todesengel unser eigenes Ego ist, das uns unser Grab schaufelt. Es gibt uns dieses schreckliche Gefühl, dass wir uns niemals erfüllen können, und wir nehmen dieses Leben als beengend und vergänglich wahr.

Die Freiheit vom Todesengel bedeutet die Erlangung des Gebens, dessen unendlicher Erfüllung und des Einschlusses in den ewigen Strom des Lebens.

Ausgehend davon wollen wir versuchen, aus den Werken von Kabbalisten zu klären, wie man eine solche Freiheit erlangen kann.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 15.10.2010

Alles Unheil wird durch unsere egoistischen Gedanken hervorgerufen

In den Nachrichten (übersetzt aus NatureNews): „Warum große Vulkanausbrüche nicht immer zu Massenaussterben führen“ – Gestein, das sich in der Nähe von Vulkanen befindet, kann bestimmend sein, ob ein Ausbruch katastrophale Klimaveränderungen nach sich zieht. Gewaltige Vulkanausbrüche hatten mitunter Massenaussterben zur Folge – jedoch nicht immer. Der Grund dafür scheint die Chemie des Gesteins in der Nähe des Vulkans zu sein. Satellitenfotos eines Vulkanausbruchs.

Mein Kommentar: Alles Unheil in der Welt wird nur durch die egoistischen Gedanken der Menschen erzeugt. Deshalb lehrt die Kabbala, wie diese Gedanken zu korrigieren sind, um sich der umgebenden Welt anzugleichen, eine ausgeglichene Gesellschaft zu schaffen und sich selbst als ein Teil der Natur zu empfinden – ewig und perfekt.

Verwandtes Material:
Blog-post: Die mächtigste Kraft in der Welt
Blog-post: Wie können wir die Natur verändern?
Blog-post: Es ist nicht das Ende der Welt, sondern der Anfang

Sollten wir uns davor fürchten, was die Finanzkrise uns bringen könnte?


Eine Frage, die ich erhielt: Viele Menschen fürchten sich vor der Krise. Sehen wir bald Kriegen, Konflikten und Gewalt entgegen?

Meine Antwort: Dies kann in jedem Land passieren. Wir sehen bereits viele verschiedene Erscheinungen davon – Störungen und Unruhen an vielen Orten. Menschen, die keinen Platz zum leben oder genug Essen haben, können sich nicht mehr in Zaum halten, denn sie haben nichts mehr zu verlieren. Sie würden alles tun, und wenn diese Menschen sich zusammentun und sich gegeneinander aufhetzen, könnten sie einen nationalen Ausbruch verursachen.

Was kann man dagegen tun? Dies ist kein Feind, den wir mit Waffen bekriegen können. Stellen Sie sich vor: tausende von Frauen und Kindern im Marsch durch die Stadt und keine Polizei wird sie aufhalten können.

Die Lage in Amerika ist vielleicht noch nicht so schlimm. Die Amerikaner wurden immer als Individuen angesehen: Wenn Individuen alles haben, ist alles in Ordnung, wenn nicht, dann sieht die Lage nicht gut aus. Doch keiner beklagt sich. Sie haben noch Geld, Güter und Essen, welches sie den Armen und Arbeitslosen geben können.

Doch bald werden auch ihnen diese Reserven ausgehen. Die Menschen fragen sich bereits: Wo endeten die Milliarden $ von Obama? Man hat nicht das Gefühl, dass dieses Geld gut ausgegeben wurde.

In Japan wurden jedem Bürger bereits $100 gegeben – zur Belebung der Wirtschaft. Doch die Menschen haben das Geld sofort versteckt im Glauben, dass sie es vielleicht später brauchen werden. Niemand ging damit shoppen, weil die Menschen Angst hatten, es für etwas anderes als für Essen auszugeben.

Man sieht, dass wir nicht die Hebel besitzen, die Welt zu kontrollieren. Heutzutage ist die Regierung nicht mehr in der Lage, irgendetwas zu kontrollieren. Früher konnte sie diese Vorgänge durch die Wirtschaft lenken, doch funktioniert dies heute nicht mehr.

 

Verwandtes Material:
Blog-post: Nur ein Wandel unserer inneren Haltung kann uns aus der Rezession führen
Blog-post: Wohin sind die staatlichen Subventionen wieder verschwunden?
Blog-post: Frankreich streikt
 
„Verbindung“  >  Kabbala Akademie

 

Es gibt kein Verbot, den Egoismus zu korrigieren


Eine Frage, die ich erhielt: Ich verstehe immer noch nicht, wieso die Juden bis jetzt die Kabbala verborgen hatten.

Meine Antwort: Ich verstehe Sie: wenn die Kabbala nur zur Korrektur des Menschen bestimmt ist, eine Wissenschaft ist und die Welt in keinster Weise manipuliert, warum wurde sie dann für 5769 Jahre (seit sie von Adam enthüllt wurde) verborgen? Gibt es ein Verbot, den Egoismus zu korrigieren?

Tatsache ist, dass es durch die gesamte Geschichte der Menschheit nur eine Zeit gab, als die Kabbala für alle zugänglich war. Das war im alten Babylon, was ein „kleines Dorf“ war, in dem jeder Mensch jeden anderen beeinflusste. Wenn sich eine Gesellschaft in diesem Zustand befindet, ein einziges System ist, nötigt es die Menschen, das Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zu befolgen. Genau dazu drängte der babylonische Priester Abraham seine Landsleute.

Es hörten jedoch nur ein paar Leute auf ihn, jene in denen sich „der Punkt im Herzen“ enthüllt hatte. Sie folgten ihm und erhielten einen Namen entsprechend ihrem Streben: Israel, was Isra (direkt) + El (Schöpfer) bedeutet. Der Rest entschied, sich nicht zu vereinen, nicht seinen Egoismus zu korrigieren, auch nicht die Eigenschaft des Schenkens und der Liebe zu erlangen, sondern sich voneinander zu trennen. Somit entfernten sie die Wirkung eines einzigen Systems, eines „kleinen Dorfes“, von der Gesellschaft und zerstreuten sich über die gesamte Welt.

Inzwischen entwickelte sich Abrahams Gruppe und wuchs bis zu der Zeit – vor 2.000 Jahren – als plötzlich ein riesiger Egoismus in ihr zum Ausbruch kam. Das war, als sie (Israel, die Juden) von der Stufe „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ auf die Stufe von gegenseitigem unbegründetem Hass fielen. Als Folge davon verloren sie ihre Wahrnehmung des einzigen Systems und dadurch verschwand auch ihre Wahrnehmung der gegenseitigen Liebe, des Schöpfers: Der Schöpfer „verbarg sich Selbst“ vor ihnen.

Heutzutage hat die Welt erneut den Zustand eines einzigen Systems erreicht, „eines kleinen Dorfes“, genau wie im alten Babylon. In diesem Zustand, in dem alle Menschen um existieren zu können (für uns um zu überleben) vollkommen miteinander verbunden sind, müssen wir die Bedingung „jeder Mensch ist verantwortlich für alle“ einhalten. Und dies kann nur unter der Bedingung von gegenseitiger Liebe getan werden. Wie können wir diese Qualität erlangen und überleben? Genau das erklärt uns die Kabbala. Und aus diesem Grund wird sie heute wieder enthüllt – weil ein Bedürfnis danach besteht.

Denn wir haben genau diesen globalen, systematischen Egoismus enthüllt, der korrigiert werden muss, anstatt des eigenen persönlichen Egoismus. Solange dieser Egoismus noch nicht enthüllt war, war auch die Kabbala – die Wissenschaft zu seiner Korrektur – ebenfalls verborgen. Heute ist sie jedoch jedem enthüllt worden, weil jeder seine Einstellung zu den anderen korrigieren muss! Dies ist ein Naturgesetz. Weil der globale Egoismus enthüllt wurde, gibt es kein Verbot für seine Korrektur und darum gibt es kein Verbot für die Kabbala. Also fangen Sie an und studieren Sie, wie wir in einer neuen Welt sein sollten.

(Auf dem obigen Foto stehe ich vor dem Hintergrund des Turms zu Babel. Du musst spüren, dass alles davon zu Dir gehört!)

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Blog-post: Konsequenzen des Wachstums des Egoismus
Blog-post: Kabbala ist für alle!