Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Appetit'

An einem gedeckten Tisch

Die Sache ist die, dass der Tisch ein Ort ist, an dem man isst, d.h. der Ort, von dem man sich ernährt, und auf dem verschiedene Köstlichkeiten gedeckt werden, um sie zu genießen. Das nennt man einen „Tisch“. Er darf nicht leer sein, sondern muss etwas haben, an dem man sich erfreuen kann, und nur dann kann man den Schöpfer segnen. (Rabash. Artikel 16. (1989). Was bedeutet das Verbot, einen leeren Tisch zu segnen, in der Arbeit?)

Frage: Wenn der Tisch, den wir segnen sollen, leer ist, bedeutet das, dass es eine Gelegenheit zum Bitten gibt?

Antwort: Der „Tisch“ ist alles, was wir vom Schöpfer erhalten. Wenn er leer ist, bedeutet das, dass der Schöpfer uns nichts anbietet. Wir sollten das Gefühl haben, dass wir immer an einem gedeckten Tisch sitzen, d.h. alles, was wir erhalten, von Ihm kommt.

Bemerkung: Sie haben gesagt, dass der Schöpfer sich freut, wenn wir uns an Ihn wenden.  Wenn der Tisch gedeckt ist, dann wende ich mich nicht an Ihn.

Antwort: In diesem Fall ist deine Ansprache keine Bitte, sondern eine Danksagung, denn alles befindet sich vor dir.

Frage: Wie weckt man jedes Mal den Appetit auf einen gedeckten Tisch, wenn man enthüllt, dass er gedeckt ist?

Antwort: Man erkennt nicht sofort, dass der Tisch gedeckt ist. Zuerst muss man mit seinen Freunden in Kontakt treten, sich mit ihnen verbinden, ein Gefühl des Hungers entwickeln und erst dann wird man den gedeckten Tisch vor sich sehen.

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Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash, 16.12.2023

Schlage dich unterwegs nicht mit unnötigem Ballast herum

Die innere Arbeit offenbart sich uns in Teilen, die ihre Ausführung betreffen. Es bleibt uns versagt, die gesamte von uns geleistete Arbeit zu sehen, damit wir dadurch nicht gestört werden.

Der Mensch ist ständig mit jenem Verlangen beschäftigt, das in diesem Moment in ihm entsteht, und vergisst alles, was er früher gemacht hat, er fühlt sich jedes Mal leer.

Je mehr er arbeitet, desto mehr verbirgt sich vor ihm das, was er bereits gemacht hat.

Obwohl er viele Korrekturen vorgenommen hat und nichts verloren geht, wird ihm das Gefühl gegeben, als ob er nichts geleistet hätte, damit er immer die Gelegenheit hat, noch etwas zu tun, damit sich ihm ein neues Verlangen offenbart, wie beim ersten Mal.

Auf diese Weise geht es immer weiter, bis ein bestimmtes Arbeitspensum erledigt ist – dann, in einer abschließenden Handlung „Rav paalim umekabziel“, wird ihm die gesamte von ihm in dieser Zeit angehäufte Korrektur offenbart.

Unterwegs müssen wir aber die ganzen durchgemachten Zustände immer wieder vergessen, um das Verlangen nach der nächsten Handlung zu erhalten. Sonst würden wir stehenbleiben und uns nicht vorwärtsbewegen können.

Solange der Mensch nicht alle Korrekturen beendet hat, wird seine ganze frühere Arbeit vor ihm verborgen, als ob er nichts gemacht hätte. Doch alles wird auf einmal enthüllt – am Ende der Korrektur!

Alles kehrt zum Ausgangspunkt zurück, da aber jedes Mal ein neues Verlangen entsteht, kommt es uns vor, als ob das ein vollkommen neuer Zustand wäre.

„Jeden Tag beginnen wir scheinbar alles aufs Neue“, indem wir sowohl in der materiellen Welt als auch in der spirituellen einen neuen Appetit, neue Geschmäcke entwickeln.

Deshalb, selbst wenn wir glauben, dass wir in der Spiritualität nichts geleistet und nichts erreicht haben, wird sich uns später enthüllen, dass dem nicht so ist. Doch bis zum Ende der Korrektur darf man nach keinerlei Abrechnung mit der Vergangenheit fragen oder verlangen.

Man muss im Gegenteil dankbar sein, dass die Vergangenheit vor uns verborgen ist und uns nicht blendet und unser Vorankommen nicht stört, sondern uns die ganze Arbeit von Anfang an beginnen lässt.

Aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot vom 06.07.2010

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Der Tag fängt mit dem Abend an

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann ich prüfen, dass ich mittels des Lichtes und nicht mittels des Leidens vorankomme?

Meine Antwort: Ein Merkmal dafür, dass du mittels des Lichtes vorankommst, ist die Freude. Es ist geschrieben, dass „die Freude eine Folgerung der guten Taten ist“. Wenn ich mit den anderen verbunden bin, dann bin ich immer ein Teil des gesunden Körpers und bekomme von ihm die Kräfte und die Inspiration. Sie zirkulieren ständig in unserem gemeinsamen Organismus, fließen von einer Stelle in die andere über, deshalb falle ich niemals runter und werde nie enttäuscht!

Ich fühle keine Müdigkeit! Klar kann ich im Körper die physische Müdigkeit spüren – aber niemals in der Seele!

Ununterbrochen bekomme ich die neuen Wünsche und die neuen Füllungen von den anderen, die von ihnen zu mir überfließen, und später von mir zu ihnen zurück. In diesem Zustand hört der Mensch auf zu empfinden, was die Abstiege und die Aufstiege bedeuten. Für ihn wird alles ein Ganzes.

In Wirklichkeit, fängt der Tag mit dem Abend an. Aber ich empfinde dies nicht als dunkle Nacht, sondern fühle, dass es eine Vorbereitung auf die nächste Stufe ist. Ich muss mich jetzt ein wenig mit dem Appetit versorgen bzw. hungrig werden, – um später mehr sensibel für das Begreifen sein.

Diese Nacht ist keine schreckliche Finsternis, wie wir momentan glauben. Es ist die Dunkelheit innerhalb des Egoismus – die Zeit für den Aufbau des geistigen Gefäßes (Kli). Während wir im irdischen Leben in der Nacht schlafen gehen, arbeiten wir eifrig in der Spiritualität in der Nacht. Wir erschaffen uns selbst  – wir bauen uns auf! Als ob man in der Nacht das Auto baut, mit dem man am nächsten Morgen losfährt.

Denken Sie bitte nicht, dass die spirituelle “ Nacht“ ein Traum von Loslösung von der Realität ist. Ich werde von der vorhergehenden Realität abgerissen, um eine neue Realität zu finden! Und ich baue sie mittels des Glaubens über dem Verstand.

In „der Mitternacht“ geschieht die Vereinigung (Siwug) Aba we Ima für die Bildung der neuen Wünsche (Kelim). Ich soll in der Dunkelheit arbeiten, weil die Dunkelheit von mir die alten Wünsche verbirgt (denn ich brauche sie nicht mehr und soll nun die neue Stufe hinaufsteigen) und sie verbirgt die neuen Wünsche auch, damit ich sie suche und an mich verbinde, um zu verstehen, wo sie sind und warum!

Auf diese Weise spielen wir mit dem Kind – aber es soll später etwas selbst machen! Sein Spielzeug soll zerlegbar sein (wie Lego oder die Würfel). Denn das Kind soll das selbständig zusammenbauen können – und dies ist unsere geistige Arbeit in „der Nacht“ eben.

Deshalb empfindet derjenige, der mit der Umgebung fest verbunden ist, keine Abstiege oder Abweichungen vom geistigen Wege. Im Gegenteil, er fühlt die Möglichkeit für die Arbeit und das hinreißende Abenteuer, wie ein Kind, welches die Natur zur Entwicklung stößt und es deshalb solche Spiele mag: wo es sammeln oder bauen kann.

Und wenn die Umgebung uns zu diesem Spiel anstoßen wird, wie das Kind seine Natur stößt, dann werden wir uns wie auf einer spannenden Wanderung fühlen. Aber wenn die Umgebung uns solche Inspiration nicht gewährleistet, dann wollen wir auch nicht spielen – wie das kranke Kind, das diesen Wunsch von der Natur nicht erhielt und deshalb in der Entwicklung zurückbleibt.
Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 11.06.2010

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Ein königliches Fest erwartet uns

Unser gesamtes Vorankommen wird durch die Empfindsamkeit unseres Verlangens bestimmt oder durch die Menge der Eigenschaften, die es unterscheidet. Das eigene Verlangen zu steigern, macht es nicht größer. Die Entwicklung des Verlangens ist eine qualitative, keine quantitative.

Wenn wir uns auf den Eintritt in die spirituelle Welt vorbereiten, müssen wir uns auf die Quantität der Eindrücke konzentrieren, die wir angesammelt haben, denn ihre Quantität bestimmt die Qualität unseres Verlangens. Das Allerwichtigste des Verlangens ist nicht seine Größe, sondern seine Richtung, die Sensibilität und der Fokus auf das Ziel, auf „was halte ich für das Allerwichtigste?“ Deshalb ist es unserer Aufgabe, uns darauf zu konzentrieren, unser Verlangen zu korrigieren und wenn es korrigiert wird, enthüllt sich in seinem Innern sofort die Erfüllung.

Also ist es das Allerwichtigste, den Appetit auf das Fest, das der Schöpfer für uns vorbereitet hat, zu vergrößern. Ein königliches Fest erwartet uns und eine Welt voll des Guten. Sobald unser Verlangen mit der Erfüllung übereinstimmt, werden wir sofort die Erfüllung in uns spüren. Sie erfüllt uns schon, doch ist sie verhüllt und wirkt innerhalb des Kli.

(Aus der Vorbereitung zum täglichen Kabbala Unterricht)

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Lasst uns den Weg des Lichtes zusammen gehn

Eine Frage, die ich erhielt: Jemand, der keine Leere empfindet, wird nicht in der Lage sein, irgendetwas zu offenbaren. Die sich nahenden Schicksalsschläge werden den Leuten diese Leere geben. Gibt es einen anderen Weg?

Meine Antwort: Allerdings gibt es einen. Wir wissen, dass der Appetit während des Essens kommt oder indem man anderen beim Essen zusieht.

Warum ist das so? Zuallererst ist man durch die Meinung der Gesellschaft beeinflusst. Zweitens erklärt die Kabbala, dass das Verlangen von innen heraus kommt (von den Reshimot und der Awijut aus dem Kli) oder dass das Verlangen (Appetit) in einer Person von außerhalb wachgerufen wird (von der Umgebung, der Awijut vom Licht).

Wenn wir das Verlangen vom Licht empfangen („das Licht das verbessert“), werden wir auf dem korrektesten Weg zum Ziel gelangen.

Wenn wir daher die Ursache von sogar dem kleinsten Schicksalsschlag der Welt offenbaren, offenbaren wir durch das Verständnis seiner Ursache das Licht, das vom korrigierten Zustand zu uns kommt. Wir sehen dann den korrigierten Zustand und wie wundervoll er im Vergleich zu unserem gegenwärtigen Zustand ist. Das verlockt uns dazu, uns vorwärts auf das Ziel hin zu bewegen, und wir werden nicht länger gezwungen sein, durch Leiden nach vorne gestoßen zu werden.

Es gibt zwei Wege: den Weg des Lichts und den Weg des Leidens. Darum ist es notwendig, der Welt die Erklärung über das Leiden zu geben!

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