Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Eine unerwartete Zugabe

Kongress in Achsiv (Israel), Lektion 1

Wir sind in einer besonderen Übergangszeit, in einem besonderen Kreislauf angekommen. Baal haSulam schreibt, dass er froh ist, in einer Zeit zu leben, in der die Wissenschaft der Kabbala, die Methode der gegenseitigen Bürgschaft, den Menschen enthüllt werden darf.

Wir werden uns verbinden und der ganzen Welt zeigen müssen, wie es gemacht wird und wie wir dadurch zu einer neuen Stufe des Daseins aufsteigen, indem wir zum „Licht für die Völker“ werden. Dann werden sie den Grund für ihre Ansprüche und ihren Hass uns gegenüber verstehen. Denn diese Methode existierte in unserer Mitte jahrtausendelang, und die Kabbalisten haben angeordnet, sie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts zu verbergen.

Jahrtausendelang versammelten sich die Kabbalisten in Gruppen und studierten die Wissenschaft der Kabbala. Nun werden sich aber breite Massen des jüdischen Volkes und die Menschen aus der ganzen Welt uns anschließen. Sie wollen die Kabbala nicht studieren und brauchen sie nicht, sie müssen nur wissen, wie die gegenseitige Verbindung in einer globalen Welt, in der alle miteinander verschmolzen und voneinander abhängig sind und in der es ohne eine korrekte Verbindung nicht mehr geht, richtig aufgebaut werden soll.

Wir pflegen Kontakte zu Wissenschaftlern und Experten aus verschiedenen Ländern, die auf der Grundlage von praktischen Werten bereits verstehen, dass eine richtige Methode der gegenseitigen Verbindung gefunden werden muss. In unserer Welt kann sie jedoch nicht gefunden werden, unsere Natur ist nicht dafür bestimmt. Aus diesem Grund geben die Kabbalisten diese Methode an uns weiter, die in Bezug auf das Volk und die Welt als „gegenseitige Bürgschaft“ bezeichnet wird.

Wir brauchen keine hohen Materien, keine spirituellen Welten – wir müssen uns nur richtig verbinden, um das Leben in der gesamten Welt in Ordnung zu bringen. Und dann, neben dem guten materiellen Leben, werden wir plötzlich einen wunderbaren „Zusatz“ entdecken – das Gefühl der Ewigkeit, der Vollkommenheit, die in der Natur enthalten ist.

Wenn wir aus der Kraft des Empfangens, in deren Rahmen wir bis jetzt agiert haben, der Kraft des Gebens und der gegenseitigen Verbindung entgegentreten, werden wir die Natur außerhalb von uns wahrnehmen und das Leben in der menschlichen Dimension, in der Übereinstimmung mit der vollkommenen Natur führen. Und dann werden wir das finden, wovon wir noch nicht einmal zu träumen gewagt haben, – die ewige, vollkommene Welt.

In diesem Fall, selbst wenn wir uns von unserem Körper trennen, werden wir die Wahrnehmung, die Empfindung behalten, die wir durch die gegenseitige Bürgschaft und die Verbindung zwischen uns erlangt haben. Wir werden nicht mehr in den Empfindungen des physischen Körpers, sondern in der neuerworbenen Empfindung der Seele existieren und zum nächsten Lebensabschnitt übergehen.

Die Rede ist also nicht von der Krise, sondern von dem besonderen Moment eines wunderbaren Aufstiegs. Genauso muss unsere Zeit auch verstanden werden – als besonders, vielversprechend, einfach wunderbar. Es muss nur die Arbeit mit der doppelten Funktion durchgeführt werden: wenn jemand von der Wissenschaft der Kabbala angezogen wird, muss er an sich selbst arbeiten, wenn er aber lediglich das Leben verbessern möchte, reicht es für ihn, sich der gegenseitigen Bürgschaft zuzuwenden.

Das ist der Grund, warum wir uns heute auf Geheiß der Zeit an das Volk und die ganze Welt mit der Erklärung wenden, was die gegenseitige Bürgschaft bedeutet, die die globale Krise, die sich jeden Tag immer klarer der Welt offenbart, von uns fordert.

Aus der ersten Lektion des Kongresses in Achsiv, 01.09.2011

Die Absicht – ist der vollendete Handlungsplan

Frage: Was bedeutet die „Absicht“?

Meine Antwort: Angenommen, der Wunsch befindet sich in einem Zustand, strebt aber einen anderen Zustand an. Hierfür muss er die Handlung hervorrufen, die ihn aus dem Anfangszustand in den neuen Zustand hineinführen wird.

Der ganze Plan dieser Handlung besteht darin: genau zu erkennen, wo ich mich momentan befinde, und wo ich mich später sehen will, sowie mit Hilfe welcher Handlungen und Kräfte, ich aus einem Zustand in den andern Zustand übergehen kann – genau dieses Programm heißt „die Absicht“ oder das Vorhaben.

Somit ist „das Schöpfungsvorhaben“ das vollkommene Programm, welches bestimmt, wie man beginnt und wo man endet, was für Schritte man auf dem Wege machen muss, welche Materialien, Kräfte und Mitteln zu verwenden sind, um das Anfangsvorhaben zu verwirklichen. Wie es gesagt ist: „Das Ergebnis der Handlung liegt im ursprünglichen Vorhaben“.

Das alles existiert in der Absicht im Potential, und realisiert sich später in der Praxis.

Das heißt, die Absicht ist nur dann vorhanden, wenn ich meinen laufenden Zustand gut erkenne und genau weiß, was ich folglich erreichen will. Die übliche Fragen sind: „Welche Absichten hast du? Was willst du erreichen? Wie gehst du vor?“

Die Absicht ist somit ein Ausdruck unseres Bedürfnisses der Veränderung, die wir schon einplanen, verstehen, empfinden, verwirklichen, und vollenden.

Die Handlung selbst wird mittels der Kraft des Lichtes vollbracht, und hat deshalb mit der Schöpfung nichts Gemeinsames. Die Schöpfung hat dagegen die Absicht: ob sie sich gut erforscht hat, ob sie den Schöpfer enthüllt hat, wie sie den Schöpfer zwingt, eine beliebige Handlung zu machen. Der Mensch muss also möglichst viel wissen.

Jedes Mal, wenn ich erwachsen werde, und die Stufen der Treppe erklimme, steigen gleichzeitig meine Ansprüche gegenüber dem Schöpfer an, wodurch alle Details Seiner Handlungen bestimmt werden. Ich weiß schon, wie Er handeln und auch mich beeinflussen wird. Ich erkenne in allen Details und Einzelheiten, welches Programm in meinem Inneren, in meinem „Körper“ (in den Wünschen) geschehen wird. Aus eigener Erfahrung begreife ich Ihn und Seine Handlungen.

Im Endeffekt erkenne ich solche Einzelheiten, dass ich Sein Programm an Seiner Stelle verwalten kann – ich verstehe dieses Programm, jedes seiner Elemente, alle Mittel, bis zu den winzigsten Details. Wenn ich das Ende der Korrektur (Gmar Tikun) erreiche, dann erkenne ich Seinen Plan vom Anfang und bis zum Ende, kenne alle Schritte – sowohl von Seiner Seite, als auch meinerseits. Das bedeutet, dass ich die vollendete Absicht erworben habe.

Das Licht wirkt immer ein. Aber wie wirkt Es ein, und wie kann ich Es dazu bringen, mich zu verändern – das alles ist schon die Arbeit des Menschen, welcher den Schöpfer, die Beziehung zwischen dem Licht und dem Wunsch erkennen muss.

Auszug aus dem Unterricht über „die Lehre der Zehn Sfirot“ „, 03.05.2011

Was verstehst du?

Frage: In der materiellen Welt lassen sich klare Entwicklungsgesetze erkennen. In der spirituellen Welt gelten ebenfalls klare Gesetze. Warum finden wir in der Vorbereitungsphase kein einziges Gesetz, nichts, woran wir uns festhalten könnten? Selbst der Begriff der Zeit wird zu etwas Unbestimmtem.

Meine Antwort: Es ist klar, dass du noch nicht verstehst, wo du dich befindest – wie ein Neugeborenes, das gerade auf die Welt gekommen ist. Deine Ansprüche bezüglich dieses Unverständnisses sind auch nachvollziehbar. Unklar bleibt nur eins: Warum verstehst du nicht, dass das die Reihenfolge ist, mit der die Stufen durchlaufen werden müssen?

Ein Kind gelangt aus seinem Unverständnis zum Verständnis. Und gerade die Zwischenetappen, die wir nicht einordnen können und in denen wir unklare, neblige Zustände durchleben, zeugen von einer Entwicklung. Etwas verstehen wir nicht und etwas doch, etwas verstehen wir mehr und etwas weniger. Es ist unmöglich, auf eine andere Art und Weise zu wachsen. Selbst die verständlichsten Dinge in unserer Welt sind bei weitem nicht so verständlich. Später ist es auch in der Spiritualität genau so.

Dort geht es jedoch um die Entwicklung. In unserer Welt, auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe, entwickeln wir uns nicht wirklich. Wir kratzen lediglich von der Natur dieser Welt eine Schicht nach der anderen ab und lassen so den Zustand, in dem wir uns befinden, etwas deutlicher werden. Wir begreifen ihn noch nicht einmal, sondern versuchen lediglich, uns ein bisschen zu erfüllen, und entleeren uns nur noch mehr. Das ist keine Entwicklung.

Klarheit und Offensichtlichkeit sind eine Fiktion. Wenn wir wüssten, was zu tun ist, hätten wir nicht so viele Dummheiten bis jetzt begangen. Es ist im Gegenteil dumm, zu glauben, dass wir in einer Welt leben, die wir verstehen. Dem ist nicht so.

Im Gegenteil, genauso wie Neugeborene und Kleinkinder werden wir von der Trübheit der Gefühle beherrscht, wir begreifen genauso wenig das, was mit uns geschieht, und sind verwirrt. Doch nach und nach klären wir die Situation auf, indem wir uns anstrengen und nach dem Verständnis von der höheren Stufe, von der Höheren Kraft verlangen, damit sie kommt, uns erfüllt und uns leuchtet.

Das ist die einzig mögliche Entwicklung, der wahre Wachstumsprozess. Sonst nichts.

Auszug aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 06.02.2011