Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Anführer'

Wir sind alle unterschiedlich und das ist gut so

Die „Wahrheit“ ist immer gefragt, aber in der Praxis wird sie von der Gesellschaft nicht akzeptiert. Die Wahrheit ist in der Praxis zu schwer umzusetzen, denn sie zwingt dazu, jeden in der Gesellschaft gleichzustellen, so dass jeder seinen Teil entsprechend seiner Anstrengung erhält.

Hier werden wir mit dem Egoismus eines jeden konfrontiert und seiner Unfähigkeit, etwas zum Wohle eines anderen zu tun. Dazu ist er nur aus Verzweiflung bereit, wenn er sich davon mehr für sich selbst verspricht. Es ist daher unmöglich, menschliche Beziehungen auf Wahrheit zu gründen.

Die Menschen sind alle unterschiedlich: Einige haben starke Eigenschaften, andere sind stark in ihrer Anzahl. Es gibt immer wieder Spannungen und Missverständnisse zwischen ihnen, die auf die Unterschiede in der menschlichen Natur zurückzuführen sind. Es gibt kluge und tatkräftige Menschen, es gibt faule und mittelmäßige Menschen. Natürlich werden die Tatkräftigen und Hartnäckigen schließlich als Anführer hervorgehen, während die Masse bereit ist, passiv zu bleiben und den Anführern zu folgen.

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Die Spirituelle Spitze der Welt

Frage: In jeder Person existiert eine psychologische Matrix darüber, wie ein Anführer sein sollte. Wenn man jemanden sieht, der sich vom Rest der Menge unterscheidet, wird man ihn innerlich als „unterschiedliche Einheit“ wahrnehmen. Entspricht es der Wahrheit, dass die besten Anführer durch die Wahrnehmung der Massen entstehen?

Sind harmonische Übergangsphasen möglich, wenn anstatt fanatischen Anführern die Weisen an die Macht gelangen? Mit anderen Worten sollten Weise in der Vorstellung der Menschen auch als „Anführer“ vorkommen?

Antwort: Ja, es ist wahr. Dafür sollten zwei Voraussetzungen beachtet werden. Als erstes muss der Weise begreifen, dass er ein Anführer ist (in einem bestimmten Sinn sogar ein Diktator) und er muss zum Wohle der anderen seine Ideen in der Gesellschaft durchsetzen.

Der Weise muss aus seinem engen Kreis heraustreten und hinabsteigen auf die Ebene der Massen, um von ihnen akzeptiert zu werden und in ihrem Dienst zu wirken. Er muss eine kleine Gruppe von gleichgesinnten Menschen und Schülern um sich versammeln, die seine Ideen verbreiten.

Im Grunde sollten diese Leute die Arbeit der Propheten ausführen; sie müssen in die Welt hinaus gehen und die Visionen des Weisen unter die Leute bringen. Es gab bereits historische Beispiele wie die Entwicklung von neuen Religionen. Auf der einen Seite ist es eine sehr seriöse und wichtige Arbeit, die der Weise hier verrichten muss. Auf der anderen Seite kann es nur funktionieren, wenn die Gesellschaft dafür bereit ist und soziale wie evolutionäre Entwicklungen darauf hinweisen, dass die Massen die Weisheit des Weisen brauchen.

Deshalb müssen der Weise und die Gesellschaft sich kreuzen. Die Gesellschaft muss verstehen, was der Weise ihnen sagt; das Konzept muss ihnen wichtig für ihr Überleben sein. Nur dann beginnen sie interaktiv zu werden: Die Gesellschaft willigt ein, vom Weisen zu lernen, sich ihm zu fügen und seinen Schülern zu folgen.

Dieser Prozess hängt nicht von den Massen ab, sondern eher von unserer Entwicklung. Unsere Art der Entwicklung wird „Krise“ genannt, da wir nichts vorhersagen können und wir verlassen zunehmend unsere ehemaligen Pfade.

Bald werden wir die Wiedersprüche erkennen, die zwischen dem, was möglich ist und dem, was in Menschen und Zivilisation vorhanden ist, entstehen. In einer Welt der Fülle wird es Hunger geben. Unendliche Möglichkeiten gesund zu bleiben werden den Menschen nicht davor bewahren, krank zu werden. Ungeachtet der großen Mengen an Energiequellen wird die Welt an Knappheit leiden, etc.

Verwirrt und verunstaltet durch die Vielzahl an Konflikten und zahllosen Problemen, kraftlos und gequält wird die Menschheit gewisse Fragen nicht beantworten können: „Warum passiert uns das?“ „Wohin führt uns das?“ und auf der anderen Seite wird die innerste Frage auftauchen: „Wofür lebe ich? Warum leide ich?“

So sind wir in unserer Entwicklung gebaut; unsere innersten Wünsche ändern sich zunehmend und die gesamte Menschheit wird den Sinn ihres Daseins enthüllen wollen. Deshalb ist die Aufgabe unserer nächsten Stufe, die Bedeutung unseres Erdendaseins und des Universums zu enthüllen.

In dieser Situation wird es für die Massen nicht schwer zu erkennen sein, wer sie führen kann – es wird ein Mensch sein, der ihrem Leben Bedeutung gibt. Es wird dann einen Weisen, seine Propheten, Schüler, Administratoren, Erzieher geben, die die treibende Kraft der Gesellschaft sein werden, um die Menschheit auf gute Art und Weise zu organisieren. Diese Gruppe wird den biblischen Sanhedrin sehr ähnlich und die „spirituelle Spitze der Welt“ sein. [108847]

Aus Kab TV´s „Durch die Zeit“, 18/3/13

Die Wahl der Massen

Frage: Haben die Massen die Freiheit des Willens, sich an das Geben anzuschließen?

Meine Antwort: Es gibt keine Freiheit des Willens, weder in ACHA’P, noch in Galgalta we Ejnaim. Nur infolge der gegenseitigen Verbindung finden sie die Freiheit der Wahl, im mittleren Drittel Tiferet.

Dabei ist die Wahl von ACHA’P nicht die Gleiche, wie die von Galgalta we Ejnaim. Die Wahl der Massen äußert sich darin, bewusst und so schnell wie es möglich ist, sich den spirituellen Anführern anzuschließen, bevor die Notlage eingetreten ist. Sie müssen begreifen, dass es sich lohnt, die Arbeit in der Vereinigung zu realisieren.

Man darf ACHA’P auch dafür nicht verachten, dass es geführt wird. Galgalta we Ejnaim folgt der Kraft des Gebens, wie es die Herde in Bezug auf den Schöpfer und sein Schöpfungprogramm tun. Somit liegt unsere Aufgabe in der Beschleunigung der Zeit. Denn wir wollen aufsteigen, und darin besteht eben unsere Freiheit der Wahl.

Jedoch hat ACHA’P nicht weniger Bedeutung als Galgalta we Ejnaim. Im Gegenteil sogar, ACHA’P stellt sehr große Kelim dar.

Auszug aus dem Unterricht nach der Zeitung „Die Nation“, 25.09.2011

Sei der Anführer der Vereinigung

Frage: Ich habe den Eindruck, dass mit der zunehmenden Globalisierung der unverwechselbare Charakter jedes Menschen allmählich verschwindet. Was wird in der Zukunft von meiner Einzigartigkeit bleiben?

Meine Antwort: Das ist eine falsche Annahme. Wenn ich mit anderen Menschen verbunden bin, erhält mein unverwechselbarer Charakter die Möglichkeit, sich maximal auszudrücken, und zwar unendlich, weil ich aus mir selbst herauskomme, hinein in andere und alle mit meinen Anstrengungen vereine.

Der ganzen Welt fehlt meine Beteiligung und mit meiner Beteiligung erfülle ich die ganze Welt. Auf diese Weise ist die Welt von mir abhängig.

Nichts reicht an diese Selbstdarstellung heran. Und außerdem gibt es für dich keinen Weg, dich selbst wahrhaftig auszudrücken. Willst du wirklich an der Spitze von allem sein? Dann los – dir wurde die ganze Welt gegeben. Sei der Anführer und vereine alle miteinander. Da hängt alles von dir ab. Gebrauche deinen Stolz, deine Machtlust und deine Einzigartigkeit – vorwärts. Vor dir liegt die ganze Welt.

Aus dem 4. Teil des Täglichen Kabbala Unterrichtes, 15.03.2011

Kabbalisten über Kabbalisten, Teil 15

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir.

Auf den Wegen von Kabbalisten schreiten
In spiritueller Hinsicht wird das Recht des Kollektivs (sich nach seinem Verständnis auf der irdischen Ebene einzurichten) zu ihrer Pflicht (bei ihrem obligatorischen spirituellen Aufstieg auf den spirituellen Anführer zu hören, weil sie kein eigenes Verständnis für den Weg zum Ziel haben und auch nicht haben werden), und es folgt(bei einer obligatorischen spirituellen Entwicklung der Massen) dem Gesetz „Folge dem Individuum“, das heißt, der entwickelten Persönlichkeit. Denn es ist offensichtlich, dass die Entwickelten und Gebildeten in jeder Gesellschaft eine kleine Minderheit darstellen. Es steht daher fest, dass der Erfolg und das spirituelle Wohl in den Händen einiger weniger liegen (durch das Folgen einem entwickelten spirituellen Individuum bestimmt werden).

Das Kollektiv sollte daher genauestens die Meinung der Wenigen beachten, damit diese Menschen nicht von der Welt hinweggefegt werden. Denn es muss ganz sicher und mit absoluter Gewissheit wissen, dass die weiter fortgeschrittenen und rechten Ansichten niemals im Machtbereich des Kollektivs (von Reichen, Mächtigen, Politikern, herkömmlichen Wissenschaftlern) liegen, sondern in den Händen der Schwachen, in den Händen einer verschwindend kleinen Minderheit (von Kabbalisten). Denn jede Weisheit und alles Kostbare kommt in kleinen Mengen in diese Welt. Daher sollen wir achtsam die Ansichten jedes (spirituell entwickelten) Individuums schützen, da das Kollektiv unfähig ist, falsch oder richtig zu erkennen.
Baal haSulam „Die Freiheit“

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Kabbalisten über Kabbalisten, Teil 9

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen. Ich verspreche euch, sie zu beantworten.

Anmerkungen in Klammern sind von mir. [M. Laitman]

Die Wege der Kabbalisten zu wählen

Der RAMBAM spricht davon, indem er ein Beispiel aus dem Leben bringt: „Wenn eine Kolonne aus tausend Blinden einen Weg beschreitet, und es am Kopf der Kolonne wenigstens einen Sehenden gibt, so sind sie sich alle dessen sicher, dass sie auf dem geraden Weg gehen, und nicht in Gruben fallen werden und auf Hindernisse stoßen werden, weil sie von einem geführt werden, der den Weg sieht. Doch wenn es am Kopf der Kolonne keinen sehenden Führer geben wird, dann werden sie sich zweifellos vom Weg verirren und sich verlieren.“

(Somit sieht man die Rolle der geistigen Anführer in den Generationen – welche sich im Aufstieg der Generation zum Schöpfer mittels der Tora ausdrückt. Und die Pflicht der Massen besteht darin – dem sehenden Anführer zu folgen).

Baal HaSulam. Einführung ins Buch Sohar, Punkt 57.

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Die spirituelle Führung einer Gruppe

Eine Frage, die ich erhielt: Wie lange werden sie unser spiritueller Führer sein?

Meine Antwort: Zu jedem Moment muss ein Student darauf vorbereitet sein, auch ohne einen Lehrer zu sein, und wissen, dass er alles haben wird, was er braucht. Jener, der sich entwickelt, ist einer, der kontinuierlich fordert und unabhängig ist. Er hat den Schöpfer, die Methode und die Gruppe. Alles was erforderlich ist, steht bereits zur Verfügung.

Doch kann man zur nächsten Stufe ohne einen Lehrer aufsteigen? Der nächste Zustand ist eine engere Verbindung zwischen den Freunden. Daher ist eine kollektive Entscheidung erforderlich. Es kann daher kein anerkannter Lehrer durch den früheren Lehrer ernannt werden oder jemand sich selbst als Anführer ernennen. Niemand kann diese Führungsrolle durch Macht, Intelligenz oder List erlangen.

Es ist sicherer, wenn eine Gruppe weiterhin den Weg gemeinsam beschreitet und kollektive Entscheidungen durch ein „spirituelles Gremium“ trifft. Dieses Gremium muss sich nicht aus großen Geistern oder anerkannten Experten zusammensetzen. Es besteht aus Menschen, die dazu in der Lage sind, eine gemeinsame, kollektive Entscheidung zu treffen.

Wer nicht in der Lage ist, auf den Entwicklungsprozess in der Gruppe einzugehen, der hat auch keinen Platz in diesem spirituellen Führungsgremium. Davon umfasst sind: diejenigen, die noch von persönlichen Interessen geblendet sind, die sich nicht vor der Gruppe annullieren können und noch nicht in ausreichendem Maße durch den Geist dieses Weges erfüllt wurden, jene die Fehler machen, weil sie noch nicht die gemeinsame Richtung erfasst oder sich auf diese eingstellt haben und diejenigen, die noch den äußeren Einflüssen unterworfen sind oder aus anderen Gründen ungeeignet sind.

Dieses spirituelle Führungsgremium muss aus Menschen bestehen, welche keine Fehler mit den gemeinschaftlichen Entscheidungen machen, die nicht unter dem Druck von anderen in der Gruppe stehen, und noch wichtiger, die nicht von jemanden von außen beeinflusst werden. Die Gruppe hat das Recht und die Pflicht, jeden zu vertreiben, der die Arbeit stört und seine eigene Überlegenheit behaupten möchte. Dies sind die spirituellen Gesetze, gemäß derer wir wachsen müssen.

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