Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Analyse'

In der Gewalt des Mangels

Eine Frage, die ich erhielt: Es gibt ein bekanntes Gebet „Ich danke dir dafür, dass du mich nicht als Frau erschaffen hast“.

Warum heißt es nicht „Ich danke dir dafür, dass du mich nicht als Mann erschaffen hast“, empören sich zu Recht die Frauen.

Meine Antwort: Die Rede ist von der Kraft der Überwindung. Wenn der Mensch sein egoistisches Verlangen überwindet, preist er den Schöpfer dafür, dass Er ihm die Kraft der Überwindung geschenkt hat. Wir alle, sowohl Männer als auch Frauen, befinden uns unter dem Einfluss des weiblichen Teils, in der Gewalt des Mangels.

Frau bedeutet „Nekew“, „Nekewa“, „Nukwa“, d.h. Leere, Bedürfnis, ein Ort des Mangels. Die Männer erleben kein geringeres Mangelgefühl als Frauen und ein noch größeres Leeregefühl.

Deshalb, wenn wir von der spirituellen Korrektur sprechen, dankt jeder von uns, der sein egoistisches Verlangen überwinden kann, ob Mann oder Frau, dass er dieser Analyse und dieser Korrektur würdig geworden ist und sich über seinen Egoismus erheben, sich mit den anderen verbinden und die Verschmelzung und die Enthüllung des Schöpfers erreichen kann.

Wir kommen zu solchen Korrekturen, in denen Männer und Frauen die gleichen Etappen durchlaufen. Frauen, die mit uns zusammen den spirituellen Weg gehen, durchlaufen die gleichen Prozesse, verstehen uns sehr gut, studieren das gleiche Material, nehmen es auf und setzen es um.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“ vom 14.10.2010

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Wo stellt man sich zum Zwiebelschälen an?

Frage: Was ist, wenn ich auf dem Kongress während des Unterrichtes im Wachdienst bin? Alle sitzen und hören Ihnen zu, und ich kontrolliere draußen Passierscheine. Selbst wenn ich den Unterricht über die Kopfhörer mitverfolge, ist es trotzdem was anderes…

Meine Antwort: Gerade das ist deine „Belohnung“. Denn du bedienst die anderen: alles, was sie während des Unterrichts „auffangen“, organisierst und gewährleistest du. Mit anderen Worten: sie bekommen in diesem Moment durch dich die Erfüllung.

Frage: Aber wie soll das funktionieren, denn nichts von ihren Eindrücken kommt bei mir an?!

Meine Antwort: Im Gegenteil, alle ihre Eindrücke kommen von oben durch dich hindurch, als ob du die Belohnung eines jeden von ihnen bekommen würdest. Ist das etwa schlecht?

Frage: Und wenn ich im Wachdienst bin und das auch genieße, weil ich dabei helfe, die Wissenschaft der Kabbala zu verbreiten? Darf man eine solche Erfüllung empfangen?

Meine Antwort: Empfange deine Erfüllung. Aber im Ganzen genommen, führe möglichst wenige theoretische Berechnungen durch. Eine Handlung ist eine Handlung.

Frage: Nehmen wir an, ich komme zum Kongress und will nicht in der Küche arbeiten. Mir wird aber aufgetragen, Zwiebeln zu schälen – lächerliche 100 Kilo (!), eine Arbeit für einen halben Tag. Ich mache das ohne jegliche Lust, mir ist es unangenehm, das kehrt mir den Magen um, ich verfluche die Freunde, ich verfluche diesen ganzen Kongress und will jede Sekunde flüchten…

Meine Antwort: Schau doch nur, was für eine großartige Arbeit du leistest, welche Gedanken an die Wichtigkeit der Gruppe und des Ziels jede Sekunde durch deinen Kopf beim Zwiebelschälen durchrasen, wie viele Berechnungen du durchführen musst, um diese Stunden doch in der Küche zu verbringen!

Du wirst so viel überlegen müssen, du wirst deine Haltung gegenüber den Freunden und dem Schöpfer klären müssen, du wirst mit dir selbst kämpfen müssen, du wirst dich abplagen müssen – und letztendlich wirst du erkennen, dass du einfach keinen anderen Ort hast. Wo sonst würdest du all diese Klärungen machen können?

In solchen Situationen ist die Genauigkeit der Analyse sehr hoch. Sobald du dich an irgendeine Arbeit machst – von der angenehmsten bis hin zur unangenehmsten – kommen sofort Gedanken und Zweifel. Das ist eine großartige Gelegenheit.

Wenn alle in der Küche arbeiten und sich gleichzeitig die Lektion anhören könnten, würde ich in meinem Zimmer sitzen und übers Radio, ohne Bildübertragung sprechen. Selbst wenn in der Küche niemand gebraucht wird – es ist unwichtig, wenn es nur Hindernisse und Überwindung gibt. Das ist die beste Bedingung zum Vorankommen!

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 15.09.2010

Kabbala Akademie

 

Die Kunst zu siegen

Die Vorbereitungsphase zur Enthüllung der höheren Welt bedeutet die Erreichung der Eigenschaft des Gebens, weil das Licht sich um uns herum befindet, es zu empfangen jedoch allein von der Ähnlichkeit unseres Verlangens mit diesem Licht abhängt.

Die Vorbereitung ist ein vielseitiger Prozess, der einer richtigen Herangehensweise bedarf. Erstens muss man verstehen, dass man sich nur in der Gruppe vorbereiten kann. Denn alle Korrekturen laufen auf die Vereinigung von Seelen zu einer Gesamtseele hin.

In dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ steht geschrieben, dass die Nächstenliebe ein allgemeines Prinzip, die Gesamtheit aller Korrekturen ist. Und dessen Umsetzung ist nur gemeinsam möglich.

Zweitens gehen wir davon aus, dass wir uns selbst korrigieren können. Es kommt ein Hindernis, und ich glaube, dass ich dieses aus eigener Kraft überwinden muss.
In Wirklichkeit besteht unsere Arbeit nicht darin, das Böse zu besiegen, sondern darin, mit dem Schöpfer zu verschmelzen. Nur dadurch wird das Böse besiegt werden.
Ich laufe nicht vor dem Bösen wie vor einem mächtigen Pharao weg, sondern benutze diesen Pharao als ein Mittel zur Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Es steht geschrieben, dass gerade der Pharao die Söhne Israels dem Schöpfer näher gebracht hat. Der Pharao ist wie ein Verdienst für mich – ich habe seine Kraft zur Unterstützung verdient. Dank und mittels derer ich mit dem Schöpfer verschmelzen kann. Ohne sie wäre das nicht möglich.

Ich handle in einem System, in einem Feld von Kräften. Sie sind weder gut noch böse – die Frage ist, wie ich sie anwende, während ich mich zwischen ihnen befinde. Alles hängt von meinem Können ab, sie zum Vorankommen zu nutzen.
Somit kämpfe ich niemals selbst. Ich verfüge von Anfang an über keine andere „Waffe“ außer der Kraft der Analyse. Indem ich meine Kräfte richtig, nur für die Analyse, einsetze, kläre ich auch die Situation richtig und kann, indem ich die Kraft des Schöpfers nutze, den Sieg erringen.
Alle Situationen gehen vom Schöpfer aus. Um uns wie in einem Lernspiel zu „drillen“. Während ich es spiele, muss ich lediglich nach Mitteln suchen, die mich bestmöglich zum nächsten Schritt in Richtung Verschmelzung und Einheit, in Richtung Nächstenliebe bringen.

In diesem Fall erkenne ich, dass alle Kräfte dazu berufen sind, mir dabei zu dienen. Es gibt keine Fehler und keine Böswilligkeiten, es gibt nur Verdienste, nur Gutes. Ich rechtfertige alles und spüre, dass alles zu meiner Unterstützung geschieht.

Eine solche Einstellung muss ständig gehalten werden, dann entrollt sich der Weg wie ein roter Teppich vor mir.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 07.10.2010

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Die Kinder nicht der Wahl berauben

Unser Erziehungssystem muss in der gleichen Weise funktionieren, in der auch wir selbst handeln.

Man darf den Kindern keinen Unsinn und keine Unwahrheiten erzählen, man darf keine falsche Welt für sie errichten. Jedes Spielzeug muss das Kind an das reale Leben, an die richtige Analyse heranführen.

Jedes Detail muss ein kleines Modell von richtigen Realien der großen Welt darstellen. Wir öffnen sie schrittweise für die Kinder, doch das ist eine echte Welt und keine Fiktion.

Zum Schutz lege ich für das Kind einen begrenzten Rahmen fest, doch innerhalb dieses Rahmens lasse ich ihm die Freiheit.

Es lernt durch seine Handlungen, unter begrenzten, sicheren Bedingungen ein Mensch zu sein. Nach und nach werden die Grenzen erweitert, nach und nach wird ein Mensch in ihm geformt.

Dabei biete ich ihm keine im Voraus vorbereiteten Lösungen an, sondern nur ein begrenztes Vorbild.

Ich baue kein Lego an seiner Stelle zusammen, sondern gebe ihm ein Beispiel zur Nachahmung und lasse ihm die Freiheit zum Phantasieren und Kreativsein, bereite mitunter Aufgaben, Streiche und Fallen vor – denn man lernt aus seinen Fehlern. Nur so kann ich es auf das Leben vorbereiten.

Darf man etwa alle Antworten vorgeben? Wir lernen im Gegenteil durch Aufgaben und Übungen, durch Versuche und Fehler.

Die Erfahrungen formen die richtige Herangehensweise bei dem Kind, und es weiß bereits, wie es sich an die Sache machen und das Problem lösen soll.

Wenn es sich letztendlich irrt, dann nur, weil es überrascht wurde, weil es eine solche Wendung nicht erwartet hat.

Jede nachfolgende Stufe beginnt genau so: sie ist neu und unvorhersehbar, darum macht das Kind Fehler, doch dabei lernt es aus seinen Fehlern, und das bekommt ihm gut.

Aus dem Gespräch über die Erziehung vom 29.09.2010

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Der Geschmack der Wahrheit

Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Zeit des Aufstiegs zu beschleunigen, indem wir egoistisch das kleinere Übel auswählen. Natürlich ist es noch nicht die eigentliche Freiheit des Willens.

Die Freiheit des Willens lässt zu, das zu wählen, was man will, und hier werden einem die Leiden und die Genüsse angeboten und man sagt folglich: „Wähle“.

Baal HaSulam beschreibt zwei Skalen eines Koordinatensystems: „bitter-süß“ und „Wahrheit-Lüge“. Wir sollen auf die Stufe der Wahrheit, anstelle der Lüge und der Süßigkeit, oder Bitternis hinaufsteigen.

Jedem ist klar, dass es hier keine freie Wahl gibt, und nur die Analyse: in welchem Maß ich der Vernunft und in welchem Maß dem Gefühl untergeordnet bin.

Hier hängt alles davon ab, was mir geöffnet ist, und was nicht – und was folglich wichtiger sein wird: die Wahrheit oder das Bittere? Normalerweise werde ich entsprechend meinem heutigen Zustand auswählen.

Und die wahre Freiheit des Willens ist nur in der Gruppe möglich. Die Gruppe stellt jenen äußerlichen Faktor dar, mittels dessen ich den Begriff der äußerlichen Wahrheit kläre.

So bedeutet „die Wahrheit“, dass ich in der Gruppe sein soll. Und zwischen der Wahrheit und der Gruppe gibt es den Widerstand – meine Selbstsucht, den Wunsch der Genüsse.

Es ist schon das vollwertige System. Sie hängt nicht von meiner Fähigkeit ab, die Wahrheit und die Lüge, Bitternis und die Süßigkeit zu unterscheiden. Hier bin ich nicht verpflichtet, klug und feinfühlig zu sein.

Es spielt keine Rolle, wer feinfühliger, klüger, scharfsinniger oder schlauer ist. Denn wir betrachten alles bezüglich der Gruppe, der Vereinigung, mit anderen Worten, bezüglich des Schöpfers.

Im Schema des geistigen Transistors ziehe ich das Licht, das von oben nach unten strahlt,nur im Maß meiner Vereinigung mit der Gruppe heran.

Es ist die freie Wahl im mittleren Drittel Tiferet. Einerseits gibt es das Ego, andererseits die Gruppe, und ich führe die Analyse entsprechend den Skalen „Wahrheit – Lüge“ und „bitter – süß“ durch, in Bezug auf mich und die Gruppe.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 24.09.2010

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Einen Ort für den Schöpfer vorbereiten

Der Schöpfer erweckt ständig den Menschen, indem Er ihm das Leiden um die Shechina und die Abstiege offenbart.

An die Auf- und Abstiege muss man einen richtigen Maßstab anlegen: was muss ich bedauern und was bedauere ich wirklich?

Ich führe eine Analyse durch und strebe allmählich, mit Hilfe des Lichts, die Absicht zu geben an. Früher habe ich darauf gewartet, dass das Licht sich in mir enthüllt, jetzt will ich, dass es mich verändert.

Es macht wirklich keinen Sinn, von dem Licht zu erwarten, dass es plötzlich zu leuchten anfängt. Der Schöpfer ist überall, doch uns fehlt die Ähnlichkeit mit Ihm, um Ihn wahrzunehmen.

Deshalb muss man die Abfolge seiner Korrekturen erstellen: wie man sich gegenüber sich selbst, der Umgebung, dem Lehrer, dem Ort der Enthüllung des Schöpfers (der Shechina), den man gemeinsam mit den Freunden erschaffen und auf die Anwesenheit des Schöpfers vorbereiten muss, verhalten soll.

Nach und nach wird es klar, dass alle Schwierigkeiten im Leben jedes einzelnen auf der Welt nur auf die Korrektur der Shechina gerichtet sind.

Und nur darum müssen wir uns kümmern. Denn es reicht, die Shechina auf die erste der 125 Stufen zu setzen, und der Schöpfer wird sich sofort im gleichen Maße zeigen.

Er befindet sich im Ruhezustand und Seine Enthüllung hängt nur von dem Ausmaß unserer Übereinstimmung mit Ihm ab.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 27.09.2010

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Das Zeugnis des Schöpfers

Die Kraft des Glaubens – das Leuchten, das von oben kommt, heißt das Zeugnis des Schöpfers, wie es gesagt ist: „Der Schöpfer wird bekunden, dass man nicht mehr zur Selbstsucht zurückkehren wird“.

Wie macht es und der Schöpfer kund? – Mit dem Leuchten, das zu uns in der mittleren Linie kommt. Der Schöpfer leuchtet uns mit Seiner Eigenschaft, mit dem einfachen Licht, aber da es durch das System der Welten geht, entwickelt sich das einfache Licht zum Leuchten der drei Linien und leuchtet uns gerade in der mittleren Linie.

Es ermöglicht mir das Begreifens des Übels (die Gegenüberstellung des Guten, der rechten Linie, mit dem Übel, mit der linken Linie), die Analyse Wahrheit \Lüge über bitter \süß, den Aufstieg des Gebens über dem Erhalten (mit dem Glauben über dem Verstand) und ich entwickele mich in der mittleren Linie nach dem Vorbild des zu mir absteigenden Lichtes \Eigenschaft der mittleren Linie des Schöpfers, Seines Zeugnisses.

Ich sehe das Beispiel des Schöpfers, ich bekomme von Ihm die Kräfte und möchte mich mit Ihm vergleichen. Aber das alles funktioniert, solange der Schöpfer mir leuchtet, denn ich werde niemals sine Kraft des Glaubens haben. Das heißt eben das Zeugnis des Schöpfers.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 17.09.2010

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Es ist schwer, ein Mensch zu sein

Ein Mensch muss zwischen Wahrheit und Lüge wählen. Zwischen süß und bitter gibt es nichts zu wählen – es ist klar, dass ich immer Gutes, Süßes, und nicht Böses, Bitteres, für mich aussuchen werde. Ich bin nicht in der Lage, einen schlechten Zustand einem guten vorzuziehen.

Doch wenn ich gegenüber süß/bitter – Wahrheit/Lüge stehe, werde ich wahrscheinlich die bittere Wahrheit, eine schlechte Empfindung, wählen, weil die Wahrheit für mich wichtiger ist.

Das sind zwei unterschiedliche Ebenen: die Stufe „Tier“ – die Analyse „süß/bitter“ – und die Stufe „Mensch“ – die Analyse „Wahrheit/Lüge“-, auf der im „Glauben über dem Verstand“ gearbeitet wird.

Wenn du bis zur einzigen Berechnung „Wahrheit“ aufgestiegen bist, in der alle anderen Kräfte und Möglichkeiten enthalten sind, bedeutet das, dass du die Verschmelzung mit dem Schöpfer erreicht hast.

Doch wenn du nur „süß/bitter“ bewertest, ist es eine tierische Analyse (Wahl). Und das „Tier“ irrt sich auf seiner Stufe niemals, es wählt immer das, was gut für das Tier ist! Doch auf der Stufe „Mensch“ gibt es kein Vorankommen.
Die Natur erlaubt es aber nicht, nur auf der Stufe „Tier“ zu bleiben, sie zwingt einen, sich zu entwickeln.

Auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe der Natur läuft die Verhaltensanalyse nur auf die Analyse „süß/bitter“ hinaus, mit Vorzug für das Süße.

Während es für den Menschen einen Unterschied zwischen zwei Stufen gibt: der Stufe „Tier“ in ihm, mit der Analyse „süß/bitter“, und der Stufe „Mensch“ in ihm, mit der Analyse „Wahrheit/Lüge“.

Aus diesem Grund befindet sich der Mensch in einem ständigen Hin und Her zwischen dem Tier und dem Menschen in sich, auf der Suche nach „was soll ich wählen“ und sucht nach Kompromissen – denn er will das Süße, sieht jedoch, dass die Wahrheit von Vorteil ist.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Vorwort zu Panim Meirot“ vom 17.08.2010

Wenn die Fragen des Pharao keine Ruhe geben

Eine Frage, die ich erhielt: Was soll ich mir selbst antworten, wenn die Fragen des Pharao keine Ruhe geben?

Meine Antwort: Ein religiöser Mensch wird von diesen Fragen nicht gequält, er gibt sich damit zufrieden, dass er beim Studium der Tora Wissen erwirbt.

Derjenige aber, der Kabbala studiert, überprüft ständig: Wozu mache ich das, wo befinde ich mich, wann erreiche ich das Schöpfungsziel? – Das heißt, er befindet sich ständig in einer inneren Analyse.

Auch die Umgebung, die neben ihm existiert, befindet sich in den gleichen Klärungen und beeinflusst ihn.

Und zwar nicht nur Menschen, die ihn unmittelbar umgeben, sondern die gesamte Weltgemeinschaft, Tausende von Menschen, die weltweit Kabbala studieren und in eine Richtung denken.

Sie bewegen sich alle synchron, als ob sie von einem starken Wind oder von Tsunami-Wellen, die eine nach der anderen kommen, getragen würden.

Deshalb entstehen in jedem diese Fragen: „Wer?“ – „Wer ist der Schöpfer, auf dessen Stimme ich hören soll?“ Für wen tue ich das alles?

Und „Was?“ – „Was bringt mir diese Arbeit?“ – d.h., wozu tue ich das alles? Um das Geben zu erlangen? Doch was bringt mir das?

Das sind Fragen des Pharao, unseres Egos, und sie sind sehr richtig und berechtigt. Im Buch Sohar steht geschrieben, dass der Pharao der Klügste unter allen war, dass in Ägypten die größte Weisheit konzentriert war.

Der Pharao verkörpert das ganze spirituelle Gefäß, das ganze vom Schöpfer erschaffene Verlangen. Deshalb, wenn der Schöpfer den Menschen (Moshe und das Volk Israel) Sich näherbringen will, sagt Er: „Lass uns zum Pharao gehen!“

Woher sonst erhältst du Verlangen, wie enthüllst du, wer du bist? – Nur wenn du zum Pharao kommst! Der Schöpfer sagt: „Ich selbst gehe mit dir“.

Als ob du keine Wahl hättest, mußt du dich an den Pharao wenden und von ihm die Kräfte des egoistischen Verlangens erhalten, ohne welches es unmöglich ist, voranzukommen.

Woher sonst erhält man die Weisheit? – Nur von dem Pharao, dem Licht der Weisheit, dem Licht Chochma, welches in diesen Verlangen enthalten ist.

Deshalb ist es gut, wenn in uns die Fragen des Pharao aufkommen, wir müssen nur mit ihnen arbeiten.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 03.08.2010

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Die gesamte Arbeit besteht in der Klärung

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man nach dem Unterricht überprüfen, wieweit man vorangekommen ist?

Meine Antwort: Das Wichtigste ist die Klärung: was will ich, will ich das um meiner selbst oder um des Gebens willen, habe ich dabei eine Verbindung mit Freunden, brauche ich sie oder nicht, handle ich aus dem egoistischen Verlangen heraus oder mit der Absicht zu geben, von Seiten des Schöpfers oder der Schöpfung, über meinem Egoismus oder in ihm drin? Das gesamte Vorankommen basiert auf einer solchen Selbstanalyse.

Es ist möglich, dass diese Klärungen nach einem guten Unterricht mir meinen schlechten Zustand enthüllen, doch sie werden in jedem Fall genauer sein, und das bedeutet, dass ich vorankomme!

Jeder Tag muss ein einfaches Ergebnis mit sich bringen: morgen bzw. zum nächsten Unterricht muss ich mit einem klareren Verlangen kommen.

Ungeachtet dessen, ob ich will oder nicht – das wird ohnehin von oben gegeben. Doch wird dieser Zustand präziser?

Es kann durchaus sein, dass die Klärung dazu führt, dass ich in einer Sackgasse lande und sich alles in Nebel hüllt. Doch das bedeutet ebenfalls eine größere Klarheit und Klärung!

Das Licht, das ich während des Unterrichts empfange, liefert mir Begriffsklärungen. Ungeachtet dessen, ob sie positiv oder negativ sind, lässt mich das eine genauere Analyse durchführen, um mich selbst, meinen Zustand in bezug auf den Schöpfer und das Ziel – in alle Richtungen – einschätzen zu können.

Auf diese Weise wirkt das Licht auf das Verlangen – wenn es dieses für mich ausleuchtet, sehe ich mehr darin.

Selbst wenn ich plötzlich ganz aufhöre, auch nur irgendetwas darin unterscheiden zu können, und völliges Chaos und Nebel, die vorher nie da gewesen sind, sich breit machen, bedeutet das auch, „mehr“ zu sehen. Das sind auch Stufen der Erkenntnis.

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