Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Abstoßung'

Umarmung des Schöpfers

Der Schöpfer stößt uns mit starker Hand weg, damit wir uns stärker verbinden können. Und dann werden wir seine starke Hand als eine starke Umarmung spüren.

Wenn wir uns nicht gegenseitig wegstoßen, sehen wir, dass der Schöpfer uns auch nicht wegstößt. Und wenn wir einander umarmen, werden wir spüren, dass der Schöpfer auch uns in eine Umarmung einschließt.

Es ist, als ob spitze Dornen uns daran hindern, einander zu umarmen. Aber wir verstehen, dass diese Dornen dem Schöpfer gehören und nicht dem Freund.

Wenn ich versuche, meine Freunde zu umarmen, und scharfe Dornen und Ablehnung spüre, dann sind es meine Dornen und mein Hass, nicht ihre, egal wie sehr ich glaube, dass meine Freunde daran schuld sind.

Also umarmen wir uns, egal was passiert, mit Glauben über Verstand: zuerst durch Zwang und dann freiwillig. Und dann verschwinden all die Dornen nicht einfach, sondern werden zum Klebstoff unseres unzerstörbaren Bandes.

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Aus einer Lektion zu Pessach

Liebe statt Ablehnung

Rabash, Artikel 3, „Liebe zu Freunden (1)“: Indem ich mit meinen Brüdern zusammen bin- was bedeutet, dass ich in einer Gruppe bin, in der es Liebe zu den Freunden gibt- werde ich den Weg zum Schöpfer aufsteigen können. Dieser Weg wird der „Weg des Gebens“ genannt und er ist unserer Natur entgegengesetzt. Um diesen Weg zu gehen, gibt es nur die Freundesliebe, durch welche jeder seinem Freund hilft.

Die Liebe ist die Überwindung der sich gegenseitig abstoßenden egoistischen Kräfte zwischen uns, indem wir versuchen, ihr gegenseitiges Abstoßen zu überwinden.

Wer eine stärkere Abstoßung erlebt, dessen Seele ist stärker. Wie es heißt: „Jeder, der in Erkenntnis größer wird, dessen Egoismus ist größer.“ Daher sind Kabbalisten in Wirklichkeit innerlich die größten Egoisten!

Jene Menschen, die in die Erkenntnis der höheren Welten eintreten, arbeiten mit einem enormen egoistischen Verlangen. Ich habe keine Worte dafür, um es zu beschreiben. Es gibt in unserer Welt keine, für uns vorstellbaren, größeren, abstoßendere Kräfte, als die Kräfte, welche die Kabbalisten überwinden. Wie sehr sie alle hassen! Wie sehr stoßen sie alle ab!

Alles nur in der Größenordnung, wie sie diese Kräfte überwinden können. Sie bilden ein riesiges Aviut – die Dicke des Verlangens, und darüber die Einschränkung (Zimzum), den Schirm und noch viel mehr.

Wie es im Buch Sohar steht, waren die Schüler von Rabbi Shimon, der dieses große Buch der Kabbala schrieb, bereit, sich gegenseitig umzubringen! Können Sie sich die daraus resultierende gegenseitige Ablehnung vorstellen?

Liebe kann es ohne Hass nicht geben, in der Natur ist alles im Gleichgewicht zueinander. Wenn wir von Liebe sprechen, meinen wir, dass sie aus der Ablehnung gegenüber dem anderen entsteht. Wir spüren diese Abstoßung, wir bauen darüber Annäherung und Verbindung auf, bis zur Verschmelzung, bis zur Liebe! Im Inneren gibt es Hass und Abstoßung. Diese Gegensätze, die wir erreichen, sind es die das ganze System der Welten zusammenhalten.

Wir dürfen daher nicht naiv sein und versuchen, in den Zustand von „Gottes Pusteblumen“ zu kommen: alles ist gut, wir lieben uns, wir verbinden uns. Wenn ich von einem anderen keine Abstoßung spüre, kann ich auch keine Anziehung zu ihm empfinden, keine spirituelle Liebe. Wenn es sich um spirituelle Gefühle handelt, bestehen sie immer aus zwei Eigenschaften: einer egoistischen Eigenschaft und einer darüber liegenden altruistischen Eigenschaft.

Dieser Weg wird der Weg des Gebens genannt und er ist unserer Natur entgegengesetzt. Damit wir zum Palast des Schöpfers kommen – das heißt zum Zustand der Verbundenheit in der Liebe – gibt es keinen anderen Rat als die Liebe zu den Freunden, die wir über den Hass offenbaren.

So schauen wir absolut nüchtern auf die ganze Natur, auf alle Zustände – sowohl Hass als auch Liebe zugleich. Nur dann existiert es ewig und stützt das eine über das andere, da es zwischen ihnen eine Einschränkung, einen Schirm, ein reflektiertes Licht gibt, eine Bereitschaft, mit dem Egoismus an seiner entgegengesetzten Eigenschaft zu arbeiten. Es gibt kein Geben und keine Liebe in uns – das entsteht, wenn wir entgegen unserem Egoismus arbeiten. Das wird als Korrektur bezeichnet.

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Aus dem Unterricht zu Thema „Vorbereitung zum Kongress“

Der von dem Schöpfer für mich auserwählte Gefährte

Frage: Gibt es einen Unterschied in der spirituellen Entwicklung von Frauen und Männern, und wenn ja, worin äußert er sich?

Antwort: Wenn wir vom historischen Prozess ausgehen, sehen wir, dass Abraham, gleich nachdem er begonnen hat, die Wissenschaft der Kabbala zu enthüllen, eine Anweisung bekommen hat, sich mit seinem weiblichen Teil zu vereinigen: „Höre darauf, was dir Sarah sagt“.

Der weibliche Teil bestimmt alles. Das, was ein Mann enthüllt, enthüllt er in einer Frau – der männliche Teil der Seele in dem inneren weiblichen Teil der Seele, und ein Mann in einer Frau.

Rabash hat mehrmals geschrieben und gesagt, dass Mann und Frau sich in einer korrigierten Gesellschaft, in einer korrigierten Familie, in einem Prozess der Enthüllung des Schöpfers zwischen ihnen befinden.

Der Mann nimmt den Schöpfer über seine Frau wahr, und genauso verhält sich die Frau gegenüber ihrem Mann, und sie spüren ständig, dass der Schöpfer zwischen ihnen herrscht.

Frage: Was bedeutet das?

Antwort: Ich weiß, dass ich meine Frau vom Schöpfer bekommen habe. Und wenn ich sie als einen Teil wahrnehme, mit dessen Hilfe ich den Schöpfer erreiche, verwirkliche ich tatsächlich mich selbst.

Frage: Das heißt, dass die Frau meine Partnerin auf dem spirituellen Weg ist?

Antwort: Sie ist nicht einfach nur Partnerin. Ich sehe in ihr einen Gefährten, den der Schöpfer für mich auserwählt hat. Und wenn ich mich ihr gegenüber so verhalte, wende ich mich nicht an sie, ich wende mich an sie und an den Schöpfer gleichzeitig und spüre, dass sie sich mir gegenüber genauso verhält.

Es scheint eine unnatürliche Zweiteilung zu sein, doch es ist sehr natürlich, weil es sehr zielgerichtet ist.

Wir fangen also an, uns in jedem Moment unseres Lebens, von den intimsten bis hin zu den alltäglichen Situationen in der Familie, und um so mehr in der Gesellschaft und in der Welt, uns einander gegenüber so zu verhalten, als ob der Schöpfer zwischen uns herrschen würde.

Wir spüren, dass diese Kraft uns miteinander verbinden, die Leerräume zwischen uns ausfüllen und die Abstoßung und den Hass, die zwischen uns entbrennen, korrigieren muss. Der Schöpfer selbst kommt, um diesen Raum auszufüllen und uns miteinander zu verbinden.

Wir können anfangen, das in der Familie, in dem naheliegendsten Ort für jeden von uns, umzusetzen und das dann weltweit fortzuführen.

 

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Versöhnungstag ist ein Freudentag

Jom Kippur bedeutet Versöhnungstag, einen Tag, an dem das Kli (das Verlangen), das von uns korrigiert werden muss, enthüllt wird.

Rabash schreibt in vielen Artikeln, dass der Mensch entsprechend seinem inneren Zustand, der ohne jegliche Verbindung mit dem kalendarischen Feiertag eintreten kann, zum Versöhnungstag kommt.

Jeder von uns durchläuft in seiner persönlichen Entwicklung diese Zustände, Aufstiege, die als „Rosh haShana“ (Jahresanfang), „Jom Kippur“ (Versöhnungstag) u. a. bezeichnet werden.

Jom Kippur ist ein sehr hoher Zustand, und es bedarf eines gewaltigen Lichtes, das auf uns einwirkt, um diesen Tag, diese Stufe in uns zu enthüllen.

Dafür ist eine ganze Handlungsabfolge notwendig. Der Mensch unternimmt große Anstrengungen innerhalb der Gruppe, innerhalb unserer Verbindung, wo einst das Zerbrechen stattgefunden hat.

Der Ort des Zerbrechens ist uns dafür gegeben, damit wir ihn korrigieren. Dann begreifen wir, was Korrektur bedeutet, wie der Aufbau dieses Ortes ist, wie die höhere Kraft ihn erschaffen hat und ihn unterstützt. So enthüllen wir den Schöpfer.

Um das zu erreichen, strengen wir uns an – entsprechend dem Hauptgesetz der Tora „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“.

Wie uns die Kabbalisten empfehlen, setzen wir es nicht in der gesamten Menschheit um, weil das unmöglich ist, sondern vor allem in einer oder mehreren kleinen Gruppen.

Indem wir versuchen, dieses Gesetz nach der Methode der Kabbalisten in der Verbindung zwischen uns umzusetzen, das heißt, durch die Liebe zu den Geschöpfen die Liebe zum Schöpfer zu erreichen, stellen wir fest, wie wenig wir uns in der Eigenschaft des Gebens befinden.

Die Rede ist nicht von unserem Leben in dieser Welt, wie schlecht oder wie gut es uns geht; nicht dadurch überprüfen wir Gut oder Böse, nicht damit kommen wir zum Versöhnungstag.

Nur wenn ich mich in der Gruppe befinde, die Verbindung mit den Anderen anstrebe, das Licht, das zur Quelle zurückführt, erwecke und es mir leuchtet, dann sehe ich, wie tief ich im Hass und in der Abstoßung gegenüber meinen Freunden stecke, die nach der Einheit streben, um in ihr das Geben, den Schöpfer, zu entdecken.

Ich enthülle in mir die Kraft der Abstoßung, die Kraft des Zerbrechens – und nur über sie kann ich sagen, dass ich das Böse enthüllt habe. Nur mit diesem Übel kann ich zum Schöpfer kommen und von ihm die Korrektur verlangen.

Dann wird der Versöhnungstag zum Freudentag, weil ich die Krankheit des Egoismus, meine Natur, die korrigiert werden muss, enthüllt habe.

Ich habe die Bedingung „Ich erschuf den Egoismus“ enthüllt und kann jetzt den Schöpfer um die Tora bitten – um die Kraft, die den Egoismus korrigiert, weil weiter von Ihm gesagt wird „Und erschuf die Tora zu dessen Korrektur, da das Licht in ihr zur Quelle zurückführt“, d.h. zu Mir.

Darum kommen wir erst nach einer schweren Arbeit an der Verbindung zwischen uns am Versöhnungstag an: erst – nachdem das höhere Licht von der Stufe des Monats ELUL („Ich zum Geliebten und der Geliebte zu mir“) scheint, erst – nachdem wir Rosh haShana erreicht haben, weil wir einen Neuanfang, eine Änderung auf dem Weg wünschen und nur die Verbindung zwischen uns – die Geburt eines neuen Systems, eines neuen Menschen (Adam) in uns – anstreben, erst danach kommen wir zu einem Zustand, in dem wir unsere gesamten zehn Eigenschaften überprüfen, und am zehnten Tag nach dem Jahresanfang, nach dem Beginn eines neuen Weges, am Versöhnungstag ankommen.

Dann befinden wir uns einerseits wirklich in dem Zustand der völligen Hoffnungslosigkeit und Kraftlosigkeit und andererseits in der unvorstellbaren Freude, weil wir jetzt endlich so zum Schöpfer flehen können, dass Er uns hilft.

Wir haben die völlige Sicherheit, dass Er uns hilft, weil wir uns bereits geprüft und erkannt haben, dass wir uns alle ausschließlich im Bösen befinden und nichts dagegen tun können. Andererseits haben wir in der Verbindung zwischen uns die Sicherheit gefunden, dass in diesem Fall der Schöpfer hilft, und warten genau auf diesen Moment.

Baal haSulam schreibt, dass „es keinen glücklicheren Moment im Leben eines Menschen gibt als den, wenn er feststellt, dass er völlig geschwächt ist und den Glauben an seine Kräfte verloren hat, weil er alle möglichen Anstrengungen unternommen hat, die er nur im Stande war, zu unternehmen, und doch nichts erreicht hat. Weil er gerade in einem solchen Moment, in einem solchen Zustand, zum absoluten, klaren Gebet, zur Bitte, zum Gebet an den Schöpfer, bereit ist!“ Eben dieser Moment nennt sich Versöhnungstag. Von diesem Moment an und weiter ist der Mensch bereits sicher, dass er das Licht der Korrektur erhält.

Aus dem Unterricht nach den Artikeln von Rabash, Auszüge zum Versöhnungstag vom 15.09.2010

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Siebe das ganze Tierische aus

Frage: Wenn der Mensch in sich das Böse offenbart, wird es dann für ihn noch schwieriger sein, die Nächstenliebe zu empfinden?

Antwort: Du enthüllst das Böse gerade in Bezug auf die Liebe, auf die Einigkeit mit dem Nächsten. Das ganze übrige Übel gehört zum tierischen Niveau.

Es gibt beispielsweise Hunde, welche beißen, und außerdem gibt es die guten, netten Haushunde. Die Tiere können eben auch verschiedene Charaktere haben. Wir sprechen jedoch nicht über das gute oder das schlechte Gemüt, sondern darüber, wie der Mensch das wahre Böse offenbart, nachdem er sich mit seinem Nächsten verbindet. Gerade dann, in der inneren Abstoßung des Ziels – zeigt sich der wahre böse Trieb.

Ich verbinde mich mit dem Nächsten, um das Ziel bzw. den Schöpfer zu erreichen. Nur in der Bestrebung auf das Ziel können wir das Böse offenbaren. Und ohne Verbindung mit dem Ziel wird unser Böses nicht gezeigt. Möglicherweise, habe ich einen schlechten Charakter, bin ungeduldig und reizbar, jedoch wird es nicht als „Böse“ bezeichnet und bezieht sich nicht auf das Spirituelle.

Wenn ich mich bemühe, die Liebe zu den Freunden zu erreichen, um die Liebe zum Schöpfer zu empfinden, und offenbare inwiefern sie mich anwidert, dann ist dieses Maß der Abstoßung, der Abtrennung das wahre Übel. Die Abneigung zur Einheit ist das Böse!

Siebe durch den Filter alle Eigenschaften des Menschen durch und sondere das ganze Tierische ab. In uns befinden sich „die Hunde“, „die Hasen“, „und die Esel“, lasse sie alle in Ruhe, rechne mit ihnen nicht. Die Propheten haben darüber folgendes gesagt: „Ich kam und fand keinen Menschen“. Das Übel bezieht sich nur auf die Vereinigung, die auf den Schöpfer gerichtet ist.

Auszug aus einem Unterricht über den Artikel von Rabash „Was bedeutet das Brot des Mißgünstigen in der spirituellen Arbeit“, 11.01.2011

Kabbala Akademie

Der Lohn für meine Arbeit

Wenn ich den Funken des Gebens – die Kraft, die in der Lage ist, meinem Egoismus entgegenzuwirken – in mir entwickeln möchte, versuche ich, mich mit Freunden zu verbinden, gemäß der Methode, die der Lehrer vermittelt, mit Hilfe des Lichts, das während unseres gemeinsamen Studiums angezogen wird.

Und dann beginne ich zu spüren, wie mein Verlangen, das Ziel zu erreichen, wächst, denn ich investiere so viel Kraft darein und versuche zu klären, was das wahre Geben im Vergleich zum Empfangen, die Einheit im Vergleich zur Trennung, die Gruppe im Vergleich zu einem einzelnen Menschen bedeutet.

Und wenn ich durch die Gruppe genau nach der Einheit, nach dem Geben, nach dem Schöpfer strebe, erziele ich dadurch, dass ich viel studiert und viel Kraft investiert habe, genau das ungekehrte Ergebnis – das Gefühl der Entfremdung.

Zuvor habe ich das nicht empfunden, ich habe lediglich den Punkt des Gebens wahrgenommen und gehofft, alles erreichen und dieses neue Verlangen befriedigen zu können. Doch nun, anstatt dieses punktuellen neuen Verlangens, empfange ich in diesem Punkt die Empfindung, wie entgegengesetzt und fern ich der Vereinigung, der Verbindung, der Gruppe, dem Lehrer, der kabbalistischen Methode und dem Geben bin. Mich stoßen alle diese Begriffe ab.

Und dann glaube ich, dass ich vollkommen verkehrte Ergebnisse erzielt habe, in Bezug auf das, wonach ich gestrebt habe. Und ich denke: Vielleicht bedeutet das, dass die Methode falsch ist? Ich fange an, an den Büchern, an der Gruppe und am Lehrer zu zweifeln, und begreife nicht, dass dies die richtige Form der Entwicklung ist und ich genau jetzt beginne, meinen wahren Zustand in Bezug auf den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, zu enthüllen, indem ich erkenne, wie weit ich davon entfernt bin.

Wenn es mir gelingt, diese Empfindung irgendwie zu überwinden und mich dazu zu zwingen, meine Versuche, mich zu verbinden, zu studieren, das höhere Licht anzuziehen, zu einem einheitlichen Teil der Gruppe zu werden, wie es der Lehrer empfiehlt und die Gruppe gemäß ihren Statuten bestimmt hat, fortzusetzen, werde ich mich über dieses Gefühl der Abstoßung und der Entfremdung erheben und spüren können, dass ich tatsächlich ein wenig neue Erkenntnis, neue Kraft, Verbindung gewinnen konnte und vorangekommen bin!

Ich bekomme also ein gutes Gefühl und mache mich mit neuer Kraft an das Studium, an die Arbeit – bis ich von meinem starken Bestreben nach Geben und Verbindung wieder zum Gefühl der Entfremdung und der Kraftlosigkeit, zum Verlust des Interesses komme. Ich denke: „Und das ist der ganze Lohn für meine Arbeit?!“ Ich glaube nicht daran, dass das die Belohnung sein soll!

Wenn die Gruppe den Menschen nicht unterstützt, ist es sehr schwer an die Richtigkeit dieses Weges zu glauben, denn mein ganzes Wesen sagt das Gegenteil: das kann nicht sein! Doch auch dieses Hindernis ist letztendlich überwindbar, denn „was der Verstand nicht schafft, schafft die Zeit“, und letztendlich fange ich an, diesen Berg, auf dem der Königspalast steht, hochzuklettern (Baal HaSulam führt dieses Beispiel in der Einführung zu TES, im Punkt 33 an).

Das ist die richtige Entwicklung, doch wenn sie in unserem egoistischen Verlangen, in unserem Herzen und unserem Verstand, wahrgenommen wird, können wir sie nur schwer objektiv von außen betrachten und über uns selbst als ein unbefangener Richter, der unabhängig von den eigenen Empfindungen ist, urteilen. Hier treffen jedoch immer zwei Gegensätze aufeinander: wir streben nach Geben, nach Verbindung, nach Einheit, nach Spiritualität – und werden zurückgestoßen. Und wir streben trotzdem danach – und werden wieder zurückgestoßen. Auf diese Weise verläuft das Vorankommen.

Und hier hängt natürlich alles davon ab, wie schnell der Mensch diese Abstoßung überwindet und zur Vereinigung zurückkehrt. Einen sehr starken Einfluss darauf hat die Umgebung, die „Stützen auf dem Weg“, die wir für uns selbst durch das Studium und die Arbeit erschaffen, indem wir den Ablauf streng einhalten und uns möglichst eng an das Leben der Gruppe und die Verbreitung binden. Je mehr Kraft der Mensch darein investiert, desto mehr beschleunigt er seine Entwicklung.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 11.05.2011

Zur Einheit durch die Wüste

Frage: Wie kann der Mensch erkennen, dass er begonnen hat, an der Vereinigung mit den Freunden zu arbeiten? Woran kann das gemessen werden?

Meine Antwort: Die Arbeit an der Vereinigung kann an der Enttäuschung gemessen werden, wenn der Mensch spürt, dass er jedes Mal scheinbar im Kreis läuft oder sogar noch tiefer sinkt.

Ich habe meine Abstoßung den anderen gegenüber überwunden, habe mir gewünscht, mich mit ihnen zu verbinden, habe begonnen zu planen, wie ich das umsetzen kann, wie ich mich ihnen nähern kann, wie ich mich gemeinsam mit ihnen beteiligen kann. Dann habe ich begriffen, dass unsere Einheit nicht äußerlich, sondern innerlich sein muss, dass ich mich mit ihnen mit dem ganzen Herzen und der ganzen Seele verbinden und sie nicht einfach an der Hand halten oder sie an die Schultern fassen muss.

Ich habe so viele Anstrengungen unternommen – und habe unsere Einheit vergessen. Und wieder habe ich mir Mühe gegeben – und habe wieder vergessen. Während ich über die Spiritualität, über das Ziel, welches ich erreichen muss, nachdenke, denke ich nicht an meine Freunde. Vor allem entstehen in mir andere Vorstellungen von der Spiritualität – als von den Enthüllungen, Lichtern, Erfüllungen. Ich glaube, dass die Spiritualität alle meine Verlangen wie in der Materialität erfüllen wird, als wäre es eine gewöhnliche Erfüllung mit dem Genuss innerhalb des Verlangens. Das heißt, ich versuche die Spiritualität auf egoistische Art und Weise zu erreichen. Dadurch erkenne ich, dass ich mich noch im Exil befinde.

Ich strebe die ganze Zeit nach der Spiritualität, nach der Einheit, ich richte mich jedes Mal korrekt aus – auf die Vereinigung mit den Freunden, auf die Festigung in der Gruppe, in der Verbreitung, auf die Einheit und die Bürgschaft. Ich verstehe, dass ich von ihnen abhänge und sie von mir abhängen, und strenge mich jedes Mal an, um mich an den Gedanken festzuhalten, dass die Spiritualität unsere gegenseitige Verbindung über dem Verlangen jedes Einzelnen ist.

Und nach allen meinen Anstrengungen und richtigen Gedanken werde ich wie von einem Schlag auf den Kopf betäubt – und ich kehre wieder zu den früheren Gedanken an das Materielle zurück: „Und wo ist mein Nutzen?! Wo ist die Spiritualität?! Was habe ich bekommen? Es hat sich nichts in mir enthüllt…“

Das bedeutet, dass der Pharao alle meine Anstrengungen verschlingt. Und so ist es jedes Mal. Ich versuche, mich über mein Ego zu erheben, mich mit allen zu verbinden, soweit ich nur dazu im Stande bin, ich baue die Gruppe auf, um eine richtige Umgebung für mich zu erschaffen, die in der Lage wäre, mich zu unterstützen, – und plötzlich denke ich wieder: „Und wo ist mein Gewinn – in mir? Was habe ich verdient? Was habe ich gefunden? Was habe ich erreicht? Wo ist die Erfüllung?“ Das heißt, ich warte auf die Erfüllung meiner egoistischen Verlangen und nicht auf die Enthüllung des Gebens zwischen uns.

So verschlingt der Pharao jedes Mal alle meine Anstrengungen – bis er sie alle endlich ausspeit, wie geschrieben steht: „Die Güter, die er verschlungen hat, muss er wieder ausspeien“ [Hiob 20:15]. Wenn meine Anstrengungen das volle Maß erreicht haben, bekomme ich alles, was der Pharao in sich gehortet hat, wieder – jedoch nicht auf einmal, sondern nach und nach. Als erstes erhebe ich mich über alle diese Verlangen, das heißt, ich „fliehe aus Ägypten“, dann enthülle ich sie allmählich in Form des „goldenen Kalbes“, der „Späher“ und anderer egoistischen Verlangen, doch das ist bereits auf der Ebene der „Wüste“.

Wenn ich in der Eigenschaft „Chafez Chessed“ (der nichts für sich will) arbeite – im „Geben um des Gebens willen“, dann enthüllen sich die gleichen Verlangen mit den Erfüllungen des Pharaos, und genau diese helfen mir, das Böse zu enthüllen. Denn in der „Wüste“ habe ich nichts, „Chafez Chessed“ hat kein Verlangen. Doch in dem Maße, in dem ich dieses egoistische Verlangen aus dem Pharao herausziehe, kann ich es korrigieren, indem ich es in eine immer größere Eigenschaft des „Gebens um des Gebens willen“ verwandle – bis ich diese ganze Stufe abgeschlossen und meine „40 Jahre Wanderung durch die Wüste“ beendet habe. Auf diese Weise kommen wir voran.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 21.04.2011

Ägypten befindet sich zwischen uns

Frage: Was können wir aus dem ganzen Prozess des Auszuges aus Ägypten für unsere alltägliche innere Arbeit mitnehmen?

Meine Antwort: Wir müssen nur einem Zustand entgegenstreben – der Vereinigung in der Gruppe. Die Gruppe stellt die Mini-Menschheit dar. Wir können nicht gleich das ganze Universum, die ganzen Menschenmassen umfassen, doch in der Gruppe können wir alle Prinzipien der Verbindung zwischen den Menschen abarbeiten.

Auf diese Weise werden wir alle Zustände enthüllen – „das Herabsteigen in Ägypten“, „das Eintauchen in Ägypten“, „die Flucht aus Ägypten“. Wir werden den Hass gegenüber dem Pharao, dem Egoismus, seine Schläge und die Klärung unserer Natur spüren.

All das wird an einem Ort geklärt – in meiner Verbindung mit den Freunden. „Der Nächste“ sind die Freunde für mich, denn ich kann nicht die ganze Welt lieben. Für mich stellt die Gruppe die ganze Menschheit dar, in ihr kann ich alle meine inneren Eigenschaften bearbeiten.

Jedes Mal, wenn ich versuche, mich mit den Freunden zu verbinden und das Zerbrechen, den Hass, die Abstoßung den anderen gegenüber in mir enthülle, führe ich neue innere Klärungen durch. Es kann sein, dass diese Klärungen noch die Arbeit „in Ägypten“ oder sogar „davor“ sind. Es ist unwichtig.

Wir können diese Etappen noch nicht deutlich erkennen. Und überhaupt haben wir bis zum Auszug aus Ägypten keine klaren Abgrenzungen. Nur im Nachhinein beginnen wir zu verstehen, was genau wir durchlaufen haben. Denn diese ganze Arbeit vollzieht sich in der Dunkelheit, unter der Herrschaft des egoistischen Verlangens, wenn ich irgendwie versuche, in ihm, mit ihm oder dagegen zu sein. Aus diesem Grund sind diese Klärungen nicht deutlich.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 13.04.2011

Wie kann die eigene Natur bezwungen werden?

Viele Menschen meinen, dass die Spiritualität eine gewöhnliche Methode ist, um sich zu erfüllen. Der Mensch denkt, dass ihm sehr bald der Schöpfer enthüllt wird und dass er dann die ganze Welt für sich haben wird. Doch das ist eine falsche Vorstellung, weil die Spiritualität in Wirklichkeit das Geben bedeutet.

Mit anderen Worten, erfülle ich mich nicht damit, was mir enthüllt wird, sondern, wenn ich mich richtig öffne, werde ich durch das Geben erfüllt. Denn das Licht geht niemals auf direktem Wege in das Kli/Verlangen hinein, sondern nur eingekleidet in das Reflektierte Licht. Das bedeutet, dass ich geben und das Geben genießen muss. Und wie mache ich das?

Dazu braucht der Mensch eine Umgebung, die ihn so beeinflussen würde, dass er denkt, dass das Geben eine sehr wichtige, erhabene Eigenschaft ist, dass es die Erfüllung ist. Jeder muss die Wichtigkeit des Gebens in den Augen seines Freundes erhöhen und somit seinen Teil an der gegenseitigen Bürgschaft an ihn weitergeben. Und dann, durch die Erkenntnis der Wichtigkeit dieses Ziels, wird ein Leuchten zum Menschen hinuntersteigen, welches ihm hilft, spirituell voranzukommen.

Doch zugleich muss der Mensch verstehen, dass das ein Spiel ist, denn aus seinem jetzigen Zustand heraus kann er das Ziel nicht erkennen. Aus diesem Grund wird diese ganze Arbeit als Aufstieg zum Zustand bezeichnet, der für den Menschen noch nicht klar ist, noch nicht von ihm wahrgenommen wird und dem, was er heute in der Lage ist, zu verstehen, entgegengesetzt ist. Mit anderen Worten, muss der Mensch ständig für die Wichtigkeit eines gewissen falschen Ziels sorgen. Doch falsch ist es nur für ihn, weil es seinem egoistischen Verlangen entgegengesetzt ist.

Deshalb muss die Umgebung sich mit der Erziehung des Menschen beschäftigen, ihm die richtige Wertescala vermitteln und stark genug sein, seine egoistische Natur zu bezwingen.

Und der Mensch muss seiner Umgebung helfen, sich selbst vor ihr beugen zu lassen, sich von ihr beherrschen zu lassen, er muss buchstäblich in ihr aufgeben. Erst dann wird er von ihr das Verständnis der Wichtigkeit des Gebens trotz seines Egos, das sich in ihm immer mehr enthüllt, erhalten können.

Ansonsten wird er nicht vorankommen können, denn an diesem Prozess sind zwei Kräfte beteiligt: eine abstoßende und eine anziehende. Die Kraft der Abstoßung, der Zurückweisung kommt auf natürliche Weise in ihm zum Vorschein – das ist sein Ego. Die Frage besteht nur darin, ob er ihr eine größere Kraft entgegensetzen kann – die Kraft der Umgebung, die ihn in die Spiritualität mitzieht.

Deshalb muss jeder dafür sorgen, dass er eine richtige Umgebung für sich aufbaut. Genau das bedeutet (wie Rabash schreibt): „Wir haben uns hier versammelt, um die Stufe „Mensch“ zu erklimmen“.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 04.03.2011

Die Kehrseite der höheren Stufe

Die Enthüllung der Abstoßung und des Hasses in der Gruppe wird in dem Fall dem spirituellen Aufstieg dienen, wenn wir begreifen, dass auf diese Weise die Enthüllung des Bösen geschieht, worüber geschrieben steht: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf das Mittel zu dessen Korrektur – das Licht, das zur Quelle zurückführt“.

Gerade jetzt müssen wir noch mehr arbeiten, um dieses Licht an uns anzuziehen und das sich enthüllende Böse zum Guten umzuwandeln – damit die Kehrseite der Stufe zur Vorderseite wird und der böse Trieb sich in den guten verwandelt.

Und um das Böse in das Gute verwandeln zu können, müssen wir nur die Absicht ändern: von der egoistischen Fürsorge für sich selbst zu der Fürsorge für den Nächsten. Doch natürlich sind wir selbst nicht in der Lage, unsere Einstellung zu ändern und plötzlich anzufangen, die Freunde zu lieben. Vielleicht sollte man es nicht einmal versuchen. Doch ich muss mich mit aller Kraft bemühen, das umgebende Licht anzuziehen und zu warten, bis die höhere Kraft mich korrigiert.

Auf diese Weise werde ich das Doppelte gewinnen. Erstens wird mein Übel zum Guten umgewandelt. Und außerdem wird sich in dieser guten Eigenschaft der Schöpfer enthüllen, denn Er führt diese Veränderung durch und beteiligt sich selbst daran.

Wenn wir nicht in diese Richtung, auf dem Weg des Lichts gehen und es nicht anziehen, werden wir einander auffressen und endlose Streitereien und Auseinandersetzungen veranstalten. Und dann ist es besser, sich zu trennen, wie geschrieben steht: „Die Trennung der Sünder ist sowohl für sie selbst als auch für die Welt nützlich“. Eine solche Gruppe sollte aufgelöst werden, scheinbar ist die Zeit noch nicht gekommen, in der sie fähig wären zu hören, dass sie sich mit Hilfe des umgebenden Lichtes verbinden müssen.

Es kann aber auch sein, dass sie nicht hören, dass die Verbindung nur mit Hilfe des Lichts möglich sei, und stattdessen versuchen, sich einfach in einer geselligen Runde zu versammeln. Doch es wird ihnen nicht gelingen, denn der Schöpfer wird es verhindern und es nicht zulassen, indem Er den Hass zwischen ihnen enthüllt.

Manchmal hilft es, sich voneinander zu entfernen und auseinander zu gehen, weil der Hass auf Distanz ein wenig nachlässt und ihnen die Möglichkeit gibt, zu hören, worüber gesprochen wird und was zu tun ist. Denn im Moment lodert ein Feuer in ihnen und lässt sie nicht die Wahrheit erkennen, dass man sich gegenüber diesem Hass als gegenüber einem guten Gesandten des Schöpfers verhalten sollte.

Nicht einem bösen, sondern gerade einem guten. Wenn wir enthüllen, dass dieser Hass ein Mittel zu unserem Aufstieg ist, dann freuen wir uns darüber!

Wir aber sehen weder den Gesandten des Schöpfers noch ein gutes Zeichen darin – und nehmen es auf direktem Wege als irgendeine materielle Erscheinung und den Hass zwischen den tierischen Körpern wahr. Wir sehen nicht, dass uns auf diese Weise die Kehrseite der höheren Stufe offenbart wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 07.03.2011