Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Tora'

Was ist die Verbindung zwischen der Weisheit der Kabbala und der Tora?

Frage aus Facebook: Was ist der Zusammenhang zwischen der Weisheit der Kabbala und der Tora? Schließlich ist die Kabbala eine Wissenschaft über das Universum, sie ist der Ursprung, die allgemeine Struktur, die  gesamte Entwicklung und das von jedem einzelnem Detail. Wie kann eine solch grandiose Lehre auf religiösen Geschichten und Gleichnissen beruhen?

Antwort: Es gibt in der Tat keinen Zusammenhang zwischen der Kabbala und der gewöhnlichen weltlichen Interpretation der Tora. Immerhin ist die Kabbala in Wahrheit der verborgene, geheime Teil der Tora, da ein Mensch sie nicht durch seine persönlichen Eigenschaften offenbaren kann. Wenn es sich selbst enthüllt, sieht ein Mensch, dass die Tora seine Sinne ändert und ihn zur Wahrnehmung der höheren Welt führt – das System welches unsere Welt regiert, um einen Menschen und durch ihn unsere Welt zu verändern und nicht um nur eine Art von materiellen Handlungen durchzuführen. Darüber spricht die Tora. Die Tora ist in den inneren (Kabbala) und den äußeren Teil, der über die Erfüllung einiger akzeptierter Grundsätze und Handlungen spricht, die als „praktisches Judentum“ bezeichnet wird, geteilt.

 

Von Kab TV „Neues mit Michael Laitman“  27/3/17

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Wenn du deinem Nächsten ein Darlehen gibst…


Tora, Deuteronomium 24,10 – 24,11:
Wenn du deinem Nächsten irgendein Darlehen leihst, dann sollst du nicht in sein Haus hineingehen, um von ihm ein Pfand zu erheben. Draußen sollst du stehen bleiben, und der Mann, dem du geliehen hast, soll das Pfand zu dir nach draußen bringen.

Die Tora spricht hier nicht über den zwischenmenschlichen Umgang untereinander, wenn sie einem rät, nicht in das Haus eines Kreditnehmers zu gehen. Er soll ihm damit  nicht zeigen, dass er selber für diese Situation verantwortlich ist, dass der Nächste ihm etwas schuldet.
Die Tora spricht nicht über körperliche Handlungen.
Zu leihen bedeutet, den egoistischen Wünschen Kraft zu geben, damit sie später für altruistische Absichten benutzt werden können.
Ein Haus zu betreten bedeutet, sich mit dem egoistischen Verlangen zu vereinen.
Sie müssen in Erscheinung treten, so dass sie an einem hängen bleiben.
Deshalb hat man kein Recht, das Haus eines Menschen zu betreten, dem man einen Kredit gibt, weil man durch seinen Egoismus beeinflusst werden könnte, sobald man unter die Einwirkung seines Klis, seines Gefäßes, seines Verlangens, seiner vier Phasen gelangt.
Diese Interaktion muss absolut äußerlich sein und man muss den Kredit ohne Pfand und ohne Interesse zurücknehmen.
Es steht geschrieben „ bleib draußen“, wobei draußen sich auf das Eigentum bezieht.
Es gibt einen Unterschied zwischen privatem und öffentlichem Eigentum (wie bei öffentlichen Plätzen und Straßen).
Gärten sind der Typ Eigentum, der zu zahlreichen Haushalten zählt.
Es gibt aber auch Eigentum wie Felder, die jenseits der Stadtgrenze liegen, aber dennoch einem Besitzer gehören.
Und es gibt Eigentum, das niemandem gehört, weil es die Allgemeinheit besitzt.
Wiederum gibt es Eigentum, das zu den Cohens (jüd.Priester) gehört, womit der Tempel gemeint ist und so weiter.
Mit anderen Worten, alles wurde zweckgebunden erschaffen, weil alles eine spirituelle Wurzel hat.
Das Traktat „Shabbat“ im Talmud spricht davon.
So ist unsere innere Welt geteilt und so sehen wir es in der Außenwelt. In Wirklichkeit gibt es keine äußere Welt – es ist nur unsere Wahrnehmung. Wenn wir uns korrigieren, werden wir stufenweise entdecken, dass dies die Welt ist, in der wir auch draußen existieren.

Aus KabTV „Geheimnisse des Ewigen Buches“  10/31/16

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Wenn ein Mädchen mit einem Mann verlobt ist

Tora, Deuteronomium 22:23 – 22:24: Wenn es eine Jungfrau gibt, die mit einem Mann verlobt ist und ein (anderer) Mann sie in der Stadt findet und bei ihr liegt, sollst du sie beide zum Tor dieser Stadt bringen und du sollst sie mit Steinen bewerfen und sie sollen sterben: das Mädchen, da sie nicht aufschreit, obwohl sie in der Stadt war, und der Mann, weil er die Frau seines Nachbarn verletzte. So sollst du das Böse von dir auflösen.

Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Handlung eines Menschen nicht mit seiner Absicht und seinem Wunsch übereinstimmt. Sie passen nicht zueinander und so kann die Korrektur nur durch Verzicht erfolgen. Solche toten Handlungen haben keine Fortsetzung in der Spiritualität, deshalb müssen diese Wünsche „sterben“. Der Tod tritt meistens durch Steinigung ein, da die Wünsche in Lev HaEven (steinernes Herz) fallen.

Frage: Was bedeutet es, dass die Absicht beschließt, sich mit solch einem Wunsch zu verbinden?

Antwort: Es scheint für einen Mensch so zu sein, dass er sich durch die Arbeit mit diesem Verlangen, dem Schöpfer annähern kann. Er denkt, dass er diese Handlung durchführen kann, aber in Wahrheit kann er es nicht. Er bekommt zum Beispiel die Gelegenheit einige Handlungen zu verrichten. Er möchte es um des Gebens Willen machen, um den Aufstieg, in Liebe zum Schöpfer voranzutreiben, um seine spirituellen Gefäße zu erweitern, jedoch stellt sich heraus, dass dies falsch ist. In unserer Welt drückt sich das in solchen fleischlichen Bildern aus, aber in der spirituellen Welt ist alles ganz anders.

Es steht geschrieben, bewirf das Mädchen und den Mann mit Steinen. Da sie beide unter äußerem Einfluss stehen, ist es nicht nur seine, sondern auch ihre Verantwortung für das aufgetretene Ereignis. Das heißt,  dass es ein Wunsch von mehreren Wünschen ist, der sich selbst kontrollieren muss. Es geht um ZON, der Welt von Atzilut, Seir Anpin und Malchut, die miteinander verbunden sind, daher sind hier beide, sowohl Widerstand als auch Übereinkunft möglich. Die Stadt in der sie sich verbinden, meint die Welt von Atzilut.

Hier gibt es viele Feinheiten. Zuerst geschieht alles über dem Parsa, der von den Stadtmauern um die Stadt repräsentiert wird. Es symbolisiert den Einfluss der umgebenden Gesellschaft, zu der das Mädchen selbst, ihre Eltern und dieser Mann gehören. So begründet man eine öffentliche statt einer persönlichen Korrektur. Deshalb verdienen sie eine härtere Strafe. In der Tora gibt es viele solcher Bedingungen, da es natürlich darum geht, unsere Absichten zu korrigieren. Unsere Wünsch bleiben die gleichen.

Unsere einzelnen Verlangen sind in 613 Teile unterteilt. Jedes dieser 613 privaten Verlangen, hat seine eigene egoistische Absicht die, um der anderen Willen und durch andere für den Schöpfer, zu einer altruistischen Absicht korrigiert werden muss und sonst nichts. Ein Mann symbolisiert die Absicht und eine Frau – das Verlangen. Die richtige Kombination von weiblichen und männlichen Teilen mit der richtigen Handlung für das Geben, führt zu der Geburt der nächsten spirituellen Stufe.

Von Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“ 5/10/16

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Dann soll man das Mädchen hinausführen

Wenn der Vorwurf aber zutrifft, wenn sich keine Beweisstücke für die Unberührtheit des Mädchens beibringen lassen, soll man das Mädchen hinausführen und vor die Tür ihres Vaterhauses bringen. Dann sollen die Männer ihrer Stadt sie steinigen und sie soll sterben (5. Mose, 22:20)

„Es wurden keine Beweise der Jungfrauschaft bei dem Mädchen gefunden“  bedeutet, dass es nicht mein persönliches Verlangen ist. Ich wähle und analysiere, ob es mir gehört oder nicht. Schließlich ist ein Mensch ein Punkt im Herzen, und alles andere sind Verlangen. 

In dem Licht, das von den Eltern des Mädchens herabsteigt – der Stufe Aba we Ima – sehe ich, dass das Verlangen nicht meins ist. 

„Dann sollen die Männer ihrer Stadt sie steinigen und sie soll sterben“- das bedeutet die Korrektur des Verlangens. Weil das Verlangen so egoistisch und unrein ist, befindet es sich in Lew Ha Ewen (steinernes Herz) – im unkorrigierten Zustand.  

Inzwischen suche ich nach anderen geeigneten Verlangen und analysier, mit wessen Hilfe ich voranschreiten kann, und mit wessen nicht. So realisiere ich ein Verlangen nach dem anderen, bis alle 613 Verlangen korrigiert sind. 

Aus der TV-Sendung „Die Geheimnisse der Tora“.

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Von der Gabe der Tora bis zu ihrem Erhalten

Frage: Warum symbolisiert Schawuot den Feiertag der Tora-Gabe, und nicht des Tora-Erhalts?

Antwort: Die Gabe der Tora erfolgt dann, wenn wir dazu das Bedürfnis empfinden. Es handelt sich um das Licht, um die Gabe von oben, und nicht um das Erhalten hier unten.

Sobald der Mensch die Tora empfängt, wird er frei. Nach der Gabe der Tora  beginnen wir die Eigenschaft Bina, die Freiheit zu finden. Es ist die Freiheit von der Selbstsucht, vom Verlangen zu genießen. Erst dann kann man sagen, dass wir am Erhalten der Tora arbeiten.

An dem Tag, an dem wir nicht aus eigenem Antrieb, sondern unter dem Druck der Plagen des Pharaos und aller Missgeschicke zustimmen, die uns zum Berg Sinai gebracht haben, um die Bürgschaft zu vereinbaren, haben wir noch keinen starken Wunsch. Es geht also nur um die Gabe der Tora, die uns von oben geschenkt wird.

Das Erhalten der Tora beginnt dann, wenn wir mit ihrer Realisierung beginnen: zuerst angesichts Chassadim, im Geben für das Geben, indem wir die Verlangen Galgalta-Ejnaim auf allen Stufen und später die Verlangen ACHaP korrigieren.

Wenn wir die Verlangen ACHaP korrigieren, geschieht das wahre Erhalten der Tora, denn dort gilt, in seiner ganzen Kraft das Licht, das zur Quelle zurückführt. [136617]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 03/06/14

So verwenden Sie kabbalistische Quellentexte richtig!


Zwei Fragen, die ich über kabbalistische Texte erhielt

Frage: Ich stelle fest, dass sich die Kabbala darauf konzentriert, das Leben zu verändern. Doch kann ich keine Anweisungen finden, wie ich am besten alle grundlegenden Texte von Humasch, Mischnah, Talmud, Halachot und anderen einordnen kann. Wie soll man sie verwenden? Brauchen wir sie überhaupt? Und wie rücken wir diese ins rechte Licht ?

Meine Antwort: Sobald Sie Kabbala lernen, werden Sie auch andere Quellen lesen und beginnen zu verstehen, dass sie alle über Spiritualität oder den Schöpfer sprechen. Das heisst, sie sind ebenfalls Kabbala, nur sind sie in einem anderen Stil geschrieben! Ich habe gerade eine gekürzte Übersetzung des wöchentlichen Tora-Abschnittes gepostet. Warum? Weil der größte Kabbalist aller Zeiten, Moses, in diesem Buch den Aufstieg der Seele des Menschen auf den 125 Stufen der Leiter der Gleichartigkeit mit dem Schöpfer beschreibt. Wir müssen nun diesen Aufstieg verwirklichen – wir alle zusammen und jeder einzelne von uns individuell – , uns auf jedem Level immer mehr vereinigen, damit wir am Ende des Aufstieges letztendlich die einzige Seele von Adam werden. Keine andere Quelle erklärt diesen Weg so präzise und in so vielen Einzelheiten!

Der Sohar ist ein Kommentar der Tora. Unser nächster Schritt ist, schrittweise damit zu beginnen, das Buch Sohar in diesem Blog zu studieren und dann werden wir anfangen zu verstehen, was uns wirklich in der Tora überliefert wurde. Dann, nach der Tora (Humasch), werden wir auch in der Lage sein, Mischnah, Talmud und Halachot auf diese Weise zu lernen. Jedes dieser Bücher spricht nur von der Korrektur des Menschen, seiner Seele oder dem egoistischen Verlangen – Yetzer Ra – das vom Schöpfer erschaffen wurde. Und danach wurde uns die Tora (Tavlin) gegeben, ausschließlich für dessen Korrektur. Diejenigen, die in ihrem Innern den Egoismus nicht spüren, studieren nicht Tora. Sie lesen einen „leeren“ Text anstelle dessen, was Moses ihnen gab. Sie werden nur in der Lage sein, alle diese Bücher korrekt zu „verinnerlichen“, nachdem Sie sich selbst genau darauf abgestimmt haben, wie heilige Bücher zu verwenden sind (Heiligkeit ist etwas, das Ihnen die Eigenschaft von Heiligkeit gibt – Liebe und Geben).

Frage: Als ich Kabbala an der Hochschule studierte, wurde das Buch Sefer HaBahir mehrere Male genannt, doch Sie erwähnen das Buch nicht auf Ihrer Homepage oder während Ihres Unterrichtes. Hat dieses Buch jemals existiert?

Mein Antwort: Ja, das Buch Sefer HaBahir existiert. Wir lernen jedoch hauptsächlich aus den Werken von Baal HaSulam, der der letzte Kabbalist war und sich daher am besten für die Korrektur unserer Seelen eignet. Außer seinen Werken studieren wir auch die Texte von Rabash, Ramchal und Tanach.