Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Leiden'

In Den Armen Des Schöpfers

Frage: Was ist die richtige Handlung, wenn wir Schläge erhalten? Jeder Zustand ist anders, wie kann ich dann verstehen, was der Schöpfer von mir will?

Meine Antwort: Der Schöpfer möchte nur eine Sache von dir: du sollst Ihm näher kommen. Entweder, wenn es gerade keine andere Möglichkeit gibt, als Einzelner, oder zusammen mit der Gruppe. Der Schöpfer breitet seine Arme bewusst für dich aus. Er schickt dir Schläge, denn wenn du ängstlich bist, wirst du zu Ihm laufen. In dem Moment, in dem du dich an Ihn anheftest, wächst deine Schwäche. Es ist wie bei einem Kind, welches anfänglich an seiner Mutter klebt, da es von ihr abhängig ist. Es kommen sofort neue Störungen, die dir die Gelegenheit geben, dich an den Schöpfer anzuheften. So sollten wir unser ganzes Leben betrachten!

Wenn du versuchst, dich dem Schöpfer anzunähern, du deine Natur veränderst, bevor dich der Schlag erreicht, dann spürst du keinen Schmerz und keine Schwierigkeiten, sondern du fühlst, wie du im höherem Licht badest! Alle Leiden resultieren aus dem Mangel an der Verbindung zwischen uns und dem Mangel den Schöpfer zu empfinden. In dem Moment, in dem wir Ihn in der richtigen Verbindung zwischen uns spüren, werden alle Leiden verschwinden und die ganze Welt wird mit Güte erfüllt sein.

Frage: Was bedeutet es, dem Schöpfer näher zu kommen?

Antwort: Dem Schöpfer näher zu kommen bedeutet, sich an Seine Eigenschaften anzugleichen, dem Geben und der absoluten Liebe.

Aus dem russischen Kabbalaunterricht, 14/2/16

(181493)

Neues Leben #616 – Die Flüchtlingskrise in Europa

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung

Jeder, der behauptet, dass wir den Flüchtlingen helfen sollten, darf gerne sein Zuhause für sie öffnen. Worte werden hier nicht helfen. Nicht nur Griechenland hat Probleme, auch so starke Länder wie Deutschland und Frankreich können die Flüchtlingskrise nicht in den Griff bekommen.

Warum passiert das gerade heute? Weil die Welt eine neue Form ohne Grenzen annimmt. Alles ist darin eingeschlossen und alles ist rund. Stell dir vor, dass du in deiner Küche auf einen Fremden triffst, jemand schläft in deinem Bett. Ist das nicht furchterregend! Du kannst dem nicht entkommen. Es gibt keinen Platz auf der Welt, wo du alleine sein kannst, noch nicht einmal 10 Quadratmeter Ruhezone.

Warum fühlen wir auf so eine Art und Weise? Damit wir die Verpflichtung erkennen, unsere Natur zu verändern und unsere inneren Grenzen zu überschreiten. Die Natur verpflichtet uns, dass wir uns zu einer Ebene hin entwickeln, auf der wir fühlen werden, dass wir alle ein Herz sind, ein Körper und ein Gedanke. Die Korrekturen, die wir in unseren Beziehungen nicht gemacht haben, werden uns jetzt von der Dampfwalze der Entwicklung aufgezwungen.

Es sind tatsächlich die egoistischen Europäer, denen eine derart kritische Situation mit den Flüchtlingen gegeben wird. Die Natur zwingt uns, unsere Haltung Fremden gegenüber zu ändern, so als wären sie unsere Kinder „Liebe deinen Freund wie dich selbst“. Was gibt es sonst noch? Es wird auch finanzielle Schläge geben und verschiedene Naturkatastrophen, die uns lehren werden, dass wir alle im selben Boot sitzen, das ist alles! Dann wird die Welt eine Lösung in der Weisheit der Kabbala finden, in der Weisheit der Verbindung.

Die Flüchtlingskrise in Europa ist keine vorübergehende Welle, sondern Teil einer Reihe von beabsichtigten Schlägen, die uns allesamt zwingen werden, uns zu korrigieren. Die Vermischung der Weltbevölkerung wird die Welt waschen. Südamerikaner werden Nordamerika überfluten und die Muslime werden überall auf der Welt sein.

Die Europäer werden fühlen, dass sie so nicht weitermachen können, es sei denn, wir verändern unsere Einstellung andern gegenüber. Dann werden sie der Korrektur der menschlichen Natur würdig und sie werden fühlen, dass die Menschen Israels die Methode zur Korrektur haben. Wenn wir die Fähigkeit entwickeln, zu fühlen, dass wir alle eine Familie sind, dann wird das Leben der Himmel auf Erden sein.

[165661]

Aus KabTV’s “Neues Leben #616 – Die Flüchtlingskrise in Europa”, 27.08.2015

Soll man empfänglich für das Leid der anderen sein?

Frage: Wenn ich das Leiden der anderen nicht fühle, bin ich dann unsensibel oder smart?

Antwort: Man braucht die Leiden der anderen nicht fühlen, sehr wohl aber das Leiden einer Gruppe von Menschen mit derselben Meinung; du teilst das Leid und den gemeinsamen Wunsch, eine Verbindung mit dem Schöpfer zu finden. Das wird dich dazu bringen, Ihn unter euch zu entdecken.

Es gibt nichts weiter. Entweder man verlangt nach dem Licht oder man wird krank werden durch die Enthüllung der Dunkelheit, eins von beidem. Man bezeichnet das mit verschiedenen Ausdrücken: Leiden, Schmerzen, Krankheit und dergleichen. Der Mangel an Licht ist der Ursprung allen Leidens.

Wenn man ein Kli hat, einen Wunsch, der bereit ist, das Licht zu empfangen, es in sich einzusaugen, um mit ihm erfüllt zu sein, aber man unternimmt keine Anstrengungen, um sich mit ihm zu erfüllen, dann wird das als Leiden empfunden.

Aus der Kabbalalektion in Russisch 1/3/16

[177445]

Frei von Leid

Frage: Verursacht ein Mensch Krankheit und Leid selbst?

Meine Antwort: Man kann nicht behaupten, dass wir Leiden als Bestrafung bekommen. Wir müssen es als Enthüllung betrachten, als Einfluss des Lichtes, auf Grund des großen Egoismus in uns. Das umgebende Licht ist vom Ego entfernt und da es deswegen nicht eintreten kann, fühlt das Ego Leiden. Je näher das Licht herankommt, um so größer wird die Qual. Der Mensch beginnt darüber nachzudenken, wie er diesen Schmerz vermeiden und sein Ego schützen kann; vielleicht verschwindet es auch, wenn sein Verstand aufhört und er über nichts mehr nachdenkt. Viele Menschen nehmen Drogen, konsumieren Alkohol oder flüchten in verschiedenartige Bereiche, wie Wissenschaft, Kunst, Sport und so weiter; Hauptsache Flucht und nicht über den Sinn des Lebens nachdenken.

Das Licht zeigt uns den Sinn des Lebens. Wir beginnen zu verstehen, dass wir ohne Schmerz die Reise nicht beginnen können. Dies zeigt uns, dass wir dem Licht einen Schritt entgegen gehen müssen, damit es in uns eintreten kann. Wenn ich eine Methode suche, die mich vom Leiden befreit und die mir sagt, wie ich den Sinn des Lebens finde, werde ich auf die Weisheit der Kabbala stoßen. Letzten Endes kommen nur diejenigen dorthin, die eine Leere in dieser Welt verspüren. Sie haben bereits viele Erfahrungen mit Problemen, Schmerzen und Misserfolgen in vorherigen Inkarnationen gemacht. Auch in diesem Leben leiden sie hauptsächlich unter einer nicht füllbaren Leere.

Frage: Vor ein paar Jahren wurde ich ernsthaft krank. Dieses Leiden ließ mich die Bibel studieren und schließlich die Wissenschaft der Kabbala. Ich hatte keine Schmerzen mehr, da ich nicht mehr darauf achtete. Kann ich so gesund werden?

Meine Antwort: Das ist kein Problem, wenn du so weiter machst, wird sich dir das Höhere Licht annähern. Tatsächlich leiten sich alle Probleme von der Tatsache ab, dass das Licht vor dir ist, aber nicht eintreten kann.

Frage: Ist damit gemeint, dass wenn ich mich dem Licht freiwillig annähere, die Leiden reduziert werden?

Meine Antwort: Nein. Die Qualität wird sich nur stufenweise, wenn ein Bedarf vorhanden ist, verändern. Denn die Entwicklung auf das Licht zu wird nicht schwächer, immerhin sind wir alle Egoisten. Wie sonst soll es möglich sein, mit dem Ego zu arbeiten? Man kann nur mit einem spitzen Stock, der „Antrieb“ genannt wird, voran geschubst werden. Man sagt, wenn ein Mensch über einen Fortschritt, ob nun gut oder schlecht, gleichermaßen dankbar sein kann, schreitet er in der richtigen Weise voran.

Es ist egal, woher die Leiden kommen, sie kommen in jedem Fall ausschließlich vom Schöpfer:„Es gibt nichts außer Ihm“ (Deuteronomium 4:35). Wenn ein Mensch dankbar für diese Einflüsse ist, wird er nicht von dem vorgeschriebenem Weg abweichen, sondern wird direkt zum Schöpfer voranschreiten.

Aus der russischen Kabbala Lektion 3/1/16

[177396]

Von der Bedeutung des Leids zur Bedeutung des Lebens

Frage: Warum leiden Kinder? Schließlich sind sie hilflose, unschuldige Geschöpfe. Wenn es einen Gott gibt, wie kann es dann soviel Leid geben und wie kann Er soviel Leid auf der Welt zulassen?

Meine Antwort: Die Welt ist voller Leiden und wir können nicht die Tatsache rechtfertigen, dass  jemand tötet, stiehlt oder andere mit Leiden quält. Aber wenn der Mensch fühlt, dass ihn die Leiden auf der körperlichen Ebene zu einer Korrektur bewegen, zur Akzeptanz der Gerechtigkeit, zu dem Gefühl von Vergnügen und Heilung, dann beginnt er, diese Leiden zu rechtfertigen. Alles in allem verstehen wir nicht, dass Leiden nicht als Antwort auf irgendeine Überschreitung auftreten, wie zum Beispiel die Leiden kleiner Kinder, die noch nichts Unrechtes getan haben. Sie treten nur deshalb auf, um uns zu zwingen, die Bedeutung dahinter zu sehen. Sie sind der „Stock“, der uns dazu anspornt.

Das Problem besteht darin, dass wir nicht fühlen oder verstehen, warum wir geschlagen werden, doch die Schläge können sehr schwer sein. Wir sehen, was auf den Kinderstationen in den Krankenhäusern und was auf der ganzen Welt passiert. Es gibt ein enormes Leiden, das uns schließlich zu einem gemeinsamen Wunsch verbindet, der den Menschen dazu bringt, klüger zu sein und sich darüber klar zu werden, dass er geboren wurde, um eine bestimmte Aufgabe zu verrichten.

Es ist tatsächlich das Gefühl von Ungerechtigkeit, von sinnlosem Leiden und dem Mangel am Verständnis der Quelle – dem Grund, warum solche Dinge geschehen, was zu der Frage führt: „Woher kommt das alles“? Schließlich muss es einen Grund dafür geben!

Die Leiden hinterlassen in uns ein Fragezeichen, das uns zu der Suche nach dem wahren Grund führt, den wir schließlich finden, wenn wir von der Suche nach der Bedeutung des Leides zu der Suche nach der Bedeutung des Lebens wechseln. Im Grunde gibt es nicht den kleinsten Fingerzeig in unserem Leid, der uns zeigen könnte, dass das Leid aus einem bestimmten Grund existiert. Aber nur aus diesem Grund fühlen wir sie.

Aus der Kabbalalektion in Russisch vom 1/3/16

[177392]

In Richtung einer neuen Welt – durch einen guten Weg.

Frage: Was geschieht mit unserer Welt, wenn die Menschen untätig sitzen bleiben?

Antwort: Wenn man sich zurücklehnt, kommt es zu dem dritten Weltkrieg. Von der Weltbevölkerung wird wenig übrig bleiben, und dieser kleine Anteil der Menschen wird dann die Methode anwenden müssen, die zeigt, wie man die Verbindung zwischen den Menschen korrigiert und einen Zustand erreicht, in dem die gesamte Menschheit auf die nächste Stufe des Bewusstseins übergeht. Wir haben schon alles ausgeschöpft, was uns die Natur auf der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe bietet.

Wir müssen jetzt die Stufe „Mensch“ erreichen. Mensch (Adam) – ähnlich der Höheren Kraft, der Höheren Natur – das ist die nächste Entwicklungsstufe der Existenz. In jedem Bereich unseres Lebens, der Wissenschaft, Kultur, Kunst, Familie, Beziehungen zwischen den Menschen, sind wir in einer Sackgasse angelangt. Die Welt versinkt in Drogen, spürt keine Nützlichkeit, und erkennt die Sinnlosigkeit des Daseins. Veraltete Paradigmen müssen durch neue ersetzt werden.

Frage: Vielleicht brauchen wir tatsächlich einen dritten Weltkrieg, damit der Prozess beschleunigt wird?

Antwort: Warum? Schließlich kann man das auch ohne Krieg erreichen. Zum Beispiel lernt ein unartiges Kind alles durch „Schläge“, aber ein kluges Kind versteht, dass man alles auf gute Art und Weise schnell erreichen kann. Die Kabbalah erzählt über diese beiden Möglichkeiten, denn sie wurde uns gegeben, damit wir nicht durch Leiden automatisch zur nächsten Stufe gelangen, wie es seit Tauschenden von Jahren ist, sondern damit wir den guten Weg der Nächstenliebe wählen.

Aus der Sendung im Radio „Echo von Moskau“, 2015.11.25

[# 174499]

Der Mensch und der Schöpfer sind Partner

Frage: Scheitere ich systematisch bei der Jobsuche, genauso wie bei meiner Hochzeit aufgrund meiner eigenen Wahl, oder ist das von der Höheren Kraft vorherbestimmt?

Antwort: Du solltest alles tun, was dir möglich ist, um deine Situation zu verbessern, aber gleichzeitig musst du verstehen, dass alles von der Höheren Kraft abhängt. Das bedeutet, dass du einerseits glauben sollst, dass alles von derselben Kraft kommt, und gleichzeitig musst du dich anstrengen und deinen Teil zur Korrektur beitragen. Auf diese Weise werden der Schöpfer und du Partner, und diese Zusammenarbeit bestimmt deinen Weg.

Frage: Was soll ich tun, wenn ich kein Interesse am Studium der Weisheit der Kabbala habe, aber das Leben bringt einen Schlag nach dem andern mit sich und führt mich zum Studium?

Antwort: Dafür solltest du dankbar sein, denn gäbe es die Schläge nicht, die das Leben mit sich bringt, wärst du nicht zur Weisheit der Kabbala gelangt. Das ist eine sehr gute Diagnose deines Zustandes. Es gibt Leute, die Kabbala studieren und die das Studium und die Kabbalisten hassen, aber sie fühlen sich dazu verpflichtet weiter zu studieren. Später bekommen sie ein tieferes Verständnis darüber, was für ein Schatz ihnen gegeben wurde und warum sie die Höhere Kraft zwingt, weiter zu studieren. Und das Studium verändert sie.

Aus der Kabbalalektion in Russland 11/15/15

[173651]

Eine Chance, die Welt zu einem besseren Ort zu machen

Frage: Kann ein Mensch, den ein Schicksalsschlag trifft und der dessen Ursache nicht versteht, wieder eine falsche Wahl treffen oder zwingt ihn die Führung der Korrektur dazu, sich mittels richtiger Wahl zu entwickeln?

Meine Antwort: Es gibt Menschen, welche den Sinn des Lebens finden, genau wie Sie, als Sie zur Weisheit der Kabbala gebracht wurden. Und es gibt Solche, welche nicht die Weisheit der Kabbala nicht finden, obwohl sie dadurch mehr leiden als andere. Es hängt von der Wurzel der Seele eines Menschen ab. Es ist unmöglich, Menschen miteinander zu vergleichen. Es gibt solche, die leiden und solche, die es nicht tun und sogar das Leben genießen.

Wir wissen nicht, warum etwas in der Welt passiert. Man kann nicht alle, ohne zu wissen wie die Dinge ablaufen, vom gleichen Standpunkt aus betrachten und behaupten, dass die Welt richtig oder falsch ist. Man kann nur von sich selbst sprechen. Man kann im Leben die Chance erhalten, sich und die Welt glücklicher zu machen. Man erhält eine Belohnung und einen Preis, die Kenntnis der höheren Welt der Unendlichkeit. Man ist dafür geeignet, wenn es die Wurzel der Seele ist, später wird man erkennen, warum es so ist und warum es einem selbst und nicht den anderen 8 Milliarden Menschen gegeben wurde. Es ist kein besonderes Privileg, es ist einfach nur die richtige Zeit gekommen, wenn eine Seele geboren wird und diese Mission erfüllt; das ist der Grund warum man hier ist.

Man kann sich nicht mit anderen vergleichen. Man kann nicht wissen, was mit den anderen Seelen geschieht, welchen Stufen sie angehören, wo sie in dem allgemeinem spirituellen System sind – darüber gibt es keinen Anhaltspunkt.

Durch deine Selbsterfüllung wirst du alles entdecken.

Von der russischen Kabbala-Lektion 08/11/15

(173376)

Karma oder spirituelle Entwicklung?

Frage: Gibt es so etwas wie Karma? Hängt das Schicksal des Menschen von seinen Handlungen in dieser Welt ab?

Antwort: Ein Mensch kann wirklich sein Schicksal beeinflussen, und zwar in dem Ausmaß, wie er mit ähnlich denkenden Menschen nach einer größeren Einheit strebt. Dann wird sein Einfluss positiv sein. Wenn er jedoch nicht entsprechend seinen ihm gegebenen Möglichkeiten zur Vergrößerung der Einheit handelt, wird sein Einfluss negativ sein. In dieser Welt sind wir alle sehr durch unser Denken und Erfindungen beschränkt. Wir haben nur eine Chance: Uns zu verbinden und an unseren zwischenmenschlichen Beziehungen zu arbeiten – oder eben nicht. Infolgedessen sind wir entweder von der Höheren Kraft abgeschnitten und stoßen auf allen Ebenen unseres Daseins auf Verlust und Leid – oder wir ermöglichen der Höheren Kraft, uns zu durchdringen und einen positiven Einfluss zu erzeugen.

Frage: Ist das Erreichen von Erkenntnis, von Einheit und der Übergang auf eine höhere Stufe ein allgemeines Gesetz oder ist es nur einigen wenigen vorbehalten bzw. werden nur ein paar von uns dessen würdig werden?

Antwort: Wir sind in alles involviert, das dabei hilft, die spirituelle Entwicklung des Gesamten zu beschleunigen. Jeder wird seinen Platz in der Spiritualität finden und wir alle werden den endgültigen Zustand auf gute und schnelle Weise erreichen und nicht durch den langsamen Weg des Leids.

Aus dem russischen Kabbala-Unterricht vom 8.11.2015

[172781]

Geheimnisvolles russisches Volk

Frage: Worin besteht die Sonderaufgabe der russischen Zivilisation?

Antwort: Es ist schwer für mich, etwas dazu zu sagen, weil ich bis jetzt noch keine richtige, sehr einfache, offensichtliche, wahre historische Untersuchungen sehe, die uns erklären würde, wieso sich ein Volk mit diesem eigenartigem Charakter, Verhalten, Weltanschauung, Psychologie gebildet hat. Das ist völlig unklar. Das russische Volk fühlt sich nicht zur normalen egoistischen Existenz hingezogen. Die Russen haben keine strenge Entwicklung der Verlangen: Essen, Sex, Familie, Reichtum, Ruhm, Weisheit. Es entflammt in ihnen entweder das Verlangen nach Ruhm und Wissen und im nächsten Augenblick stürzen sie ab, sie machen Selbstlosigkeitsexperimente und ähnliches.

Sehr stark ausgeprägt ist das in der Literatur, woraus folgt, dass das Volk Leid erduldet und als Gegebenheit hinnimmt. Hier kann man keine Parallelen ziehen. Die Leiden, die in Shakespeare, Hugo, Dickens geschildert werden, sind völlig unvergleichlich mit den Werken von Dostojewskij, Tolstoi und späteren Schriftstellern wie Solschenizyn. Wir sehen ein Volk, das keine egoistische Wahrheit als seine Vorbestimmung sieht, auf die man aufbauen könnte. Also sich mit allem zu füllen, was nur möglich ist.

Für dieses Volk ist das amerikanisches Vorbild völlig unbrauchbar, in der ein Mensch alles hat: Geld, Haus, Familie, Wohnung, Auto. Und alle sind darüber glücklich: Wir haben in Amerika den Garten Eden auf der Erde erreicht. Das ist dem russischen Geist zuwider. Was braucht er? Genau diese Suche: „Was brauche ich?“ Das ist zwar egoistisch, aber gleichzeitig eine umgedrehte, fanatische Entwicklung. Das Leiden – wofür? Was ist das Ziel? Es stellt sich heraus, dass das Ziel verschleiert und nicht von egoistischer Natur ist. Das einzige, was für die Russen eine Bedeutung hat, ist der Stolz auf ihren Staat.

Europäer sind bereit dazu, sich für Geld zu verkaufen; die Russen dagegen kann man mit Begeisterung für ihre Stärke und Leidensfähigkeit kaufen. Ihr Egoismus ist höher als der „Geldegoismus“. Wenn man die Europäer für 5 -10 Milliarden in jede beliebige Richtung lenken kann, geschieht jede Veränderung in Russland mit Durchbruch, Weinen und gleichzeitig mit Mitgefühl.

 

Erwiderung: Es wird den Russen immer „Gottessuche“ zugeschrieben.

Antwort: Ich weiß nicht, ob sie nach Gott suchen, weil wir sehen, was mit der Religion passiert. Wenn wir ehrlich sind, gibt es nirgendwo eine „Gottessuche“. Alle Religionen vergehen, auch die orthodoxe Religion, die keine Möglichkeit für progressives Wachstum gibt. Alle orthodoxen Länder sind in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Einst wählten sie eine Religion, weil sie ihrer Weltanschauung gerecht wurde. Mit anderen Worten, hier ist die Religion nicht ausschlaggebend, sondern der Bezug zum Leben und zur inneren Psychologie des Volkes. Daraus folgt, dass sie sich nicht entwickeln können und gezwungen sind, in unserer Welt zu betteln. Und alles hängt von der psychologischen Form und des inneren Verständnis der Welt ab.

Das Volk spürt es, versteht und weiß es. Deswegen kann die Regierung sie ohne auf Widerstand zu stoßen ausrauben; sie werden nie dagegen kämpfen. Diese Länder werden nie eine bourgeoise Revolutionen erleben. Nichtsdestotrotz wird sich die russische Zivilisation noch zeigen, weil ihre Suche die Suche nach Geld außen vor lässt. Die tierischen Verlangen nach Essen, Sex und Familie existieren in Russland üblicherweise auf niedrigem Niveau. Danach kommt der Reichtum, der im Westen so anerkannt ist. Russen aber neigen mehr zum Wissen. Das passt irgendwie nicht in unsere Welt. Somit hat die russische Zivilisation einerseits große Möglichkeiten, auf der anderen Seite aber kann sie sie aber nicht nutzen, weil man für die Realisation von Ruhm und Wissen in unserer Welt Geld braucht.

 

Frage: Das heißt, dass zwischen Israel und Russland eine Verbindung entstehen könnte?

Antwort: Es scheint, als stünden wir uns nahe; wir haben aber unterschiedliche Herangehensweisen, weil bei Israelis alles von den Funken, die zum Schöpfer steuern, kommt. Bei den Russen aber kommt alles von der Natur, in der sie sich entwickelt haben. Von der Kabbalah aus gesehen sind das die Eigenschaften der Seelen. Russland wird in diesen Prozess auf seine Weise eintreten. Jetzt aber hängt alles von uns ab. Wenn wir in der spirituellen Arbeit fortschreiten, fühlen sie sich zu uns hingezogen.

 

[#164404]