Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Mensch hört mit dem Herzen

Kommentar: Das Geheimnis liegt in einer besonderen Kombination von Klängen, die das Herz berühren. Man muss sich darüber Gedanken machen, dass zuerst das Herz angesprochen wird und erst dann das Ohr hört. Das ist das Entscheidende, und kaum jemand weiß das.

Frage: Das heißt, es geht vom Herzen zum Ohr – und dann zu allem anderen? Vom Herzen aus?

Antwort: So verhält es sich nicht nur mit musikalischen Instrumenten, sondern mit jedem Klang, mit jedem Wort. Der Ton muss durch das Herz gehen. Erst dann kann er sich offenbaren – auch nach außen hin, auch durch das Hören.

Das bedeutet: Der Mensch hört nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herzen.

Frage: Und hat das Wort dieselbe Eigenschaft wie der Klang?

Antwort: Natürlich. Das Wort wird genau so wahrgenommen.

Frage: Man muss also ein Wort finden, das ins Herz eindringt und erst dann gehört wird? Gibt es solche Worte überhaupt?

Antwort: Es gibt solche Worte. Und es ist möglich, sie zu finden – besonders in einer Wissenschaft wie der Kabbala, die nicht auf Neugier, sondern auf innerer Wahrheit beruht.

Mein Lehrer Rabash sagte mir einmal, als ich ihn danach fragte: „Du kennst doch das Gebet Shema? Shema, Michael.“ Ich war erstaunt. Warum Michael?.

„Israel“, so sagte er, sei nur ein allgemeiner Name. Aber in Wirklichkeit ist jeder Mensch gemeint. Jeder kann sich selbst ansprechen.

Es ist ein Ruf an das eigene Herz. Ein inneres Erwachen.

Und von dort beginnt das wahre Hören. Shema – Höre – ist eine der höchsten Formen des Gebets. Nicht, weil es laut ist oder besonders schön formuliert, sondern weil es vom Innersten kommt – und dorthin zurückkehrt.

Frage: Wir sind jetzt also zu der Erkenntnis gelangt, dass das Gebet zuerst vom Herzen gehört wird?

Antwort: Das Herz hört zuerst. Dann das Ohr. Vielleicht auch nie das Ohr – aber das Herz hat es schon lange vernommen.

Kommentar: Sie betonen immer wieder, dass das Gebet eines einfachen Menschen – so wie er spricht und an wen er sich wendet – höher steht als die Gebete, die von Weisen und Kabbalisten verfasst wurden. Sie sagen das immer wieder, und das überrascht mich ein wenig. Auch schreiben uns Menschen, dass das Gebet, das ein Mensch einfach ausspricht, höher steht als diese Gebete.

Antwort: Ja, denn darin liegt ein echtes inneres Empfinden, ein Resonieren des Herzens mit dem Höheren Wort. Und das ist die höchste Form der Hinwendung zum Schöpfer.

Wenn ein Mensch in Aufrichtigkeit spricht, geschieht etwas Seltsames: Er hört, bevor er spricht. Er hört nicht sich selbst – er hört von oben. Und was er sagt, ist eine Antwort.

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Aus der TV- Sendung “Nachrichten mit Michael Laitman”

 

Das Trugbild (Fata Morgana)

Eine Frage, die ich erhielt: Stimmt es, dass die Nächstenliebe nur bezüglich des Wunsches zur Spiritualität möglich ist, und ich soll die materiellen Wünsche eines Freundes nicht erfüllen?

Denn ich sehe jetzt, dass ich nicht mal bereit bin, das Fleischstück am Tisch zu teilen.

Meine Antwort: Anfangs reicht uns die Verbindung zum Nächsten in seinem Wunsch, den Schöpfer zu erreichen.

Und später wirst du dich so fühlen, als ob neben dir am Tisch dein kleiner Sohn sitzt – wirst du ihm dann das Stück Fleisch wegnehmen können, um es selbst aufzuessen? So wirst du dich zur ganzen Welt verhalten.

Es ist unverständlich, warum es notwendig ist und was du im Endeffekt bekommen wirst? – Die Antwort auf diese Frage, d.h. das Ziel des Gebens, wird oft vergessen, weshalb uns diese Handlung  als künstlich vorkommt: Du wirst fühlen, dass du dem Schöpfer ähnlich bist und Ihm dadurch den Genuss bereiten, wenn du solche Korrektur erreichst!

Jetzt hast du kein solches Bedürfnis, weshalb die Handlung des Gebens grundlos, gewaltsam aussieht. Es gibt kein anderes Ziel, außer der Ähnlichkeit zum Schöpfer.

Denn dir scheint es nur so zu sein, dass die ganze Welt leidet, und dass es die armen und unglücklichen Menschen gibt. Wenn du dich korrigieren wirst, dann wirst du sehen, dass sie alle reich und glücklich, klug und gesund sind. (Siehe den Artikel von Baal HaSulam „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“).

Wir verstehen nicht, welche Illusion es ist, in der Welt die Leiden zu sehen. Jedem Menschen wird absichtlich die hässliche Welt gezeigt, um ihm die Empfindung zu geben, wie viel  korrigiert werden soll, um die Vollkommenheit zu erreichen.

Wir sehen, dass jeder anders denkt und die eigene Meinung hat. Woher kommt es? – Weil jeder ein anderes Weltbild sieht. Denn die Welt hat in Wirklichkeit kein Bild, keine Form – alles wird innen, in den Eigenschaften des Menschen geöffnet!

Und wenn ich beginne, die Wahrheit zu öffnen, dann verstehe ich, dass sich hinter allen Bildern dieser Welt, die vor mir wie die Trugbilder in der Wüste entsteht, ein Gedanken verbirgt, der mir solche Realität bildet. Und diese Form ist so schwankend wie das Trugbild selbst, das in der Luft schwebt und sich die ganze Zeit verändert.

Und sich durch diese Gespenster und die Ungewissheit durchzukämpfen, ist nur in der Gruppe möglich, die dir die ganze Zeit den Fokus der Sehkraft auf die Wahrheit korrigiert.

Die Wahrheit ist das Begreifen der Kraft, die das ganze Trugbild verwaltet, damit es uns klar wird, wie und warum diese Kraft gerade diese Formen schafft, und damit wir uns mit dieser Kraft auf der anderen Seite des sichtbaren Bildes dieser Welt verbinden und zusammen arbeiten.

Wie es gesagt ist: „Der Mensch wird geben, um die Wahrheit zu finden“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“