Der Mensch hört mit dem Herzen

Kommentar: Das Geheimnis liegt in einer besonderen Kombination von Klängen, die das Herz berühren. Man muss sich darüber Gedanken machen, dass zuerst das Herz angesprochen wird und erst dann das Ohr hört. Das ist das Entscheidende, und kaum jemand weiß das.
Frage: Das heißt, es geht vom Herzen zum Ohr – und dann zu allem anderen? Vom Herzen aus?
Antwort: So verhält es sich nicht nur mit musikalischen Instrumenten, sondern mit jedem Klang, mit jedem Wort. Der Ton muss durch das Herz gehen. Erst dann kann er sich offenbaren – auch nach außen hin, auch durch das Hören.
Das bedeutet: Der Mensch hört nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herzen.
Frage: Und hat das Wort dieselbe Eigenschaft wie der Klang?
Antwort: Natürlich. Das Wort wird genau so wahrgenommen.
Frage: Man muss also ein Wort finden, das ins Herz eindringt und erst dann gehört wird? Gibt es solche Worte überhaupt?
Antwort: Es gibt solche Worte. Und es ist möglich, sie zu finden – besonders in einer Wissenschaft wie der Kabbala, die nicht auf Neugier, sondern auf innerer Wahrheit beruht.
Mein Lehrer Rabash sagte mir einmal, als ich ihn danach fragte: „Du kennst doch das Gebet Shema? Shema, Michael.“ Ich war erstaunt. Warum Michael?.
„Israel“, so sagte er, sei nur ein allgemeiner Name. Aber in Wirklichkeit ist jeder Mensch gemeint. Jeder kann sich selbst ansprechen.
Es ist ein Ruf an das eigene Herz. Ein inneres Erwachen.
Und von dort beginnt das wahre Hören. Shema – Höre – ist eine der höchsten Formen des Gebets. Nicht, weil es laut ist oder besonders schön formuliert, sondern weil es vom Innersten kommt – und dorthin zurückkehrt.
Frage: Wir sind jetzt also zu der Erkenntnis gelangt, dass das Gebet zuerst vom Herzen gehört wird?
Antwort: Das Herz hört zuerst. Dann das Ohr. Vielleicht auch nie das Ohr – aber das Herz hat es schon lange vernommen.
Kommentar: Sie betonen immer wieder, dass das Gebet eines einfachen Menschen – so wie er spricht und an wen er sich wendet – höher steht als die Gebete, die von Weisen und Kabbalisten verfasst wurden. Sie sagen das immer wieder, und das überrascht mich ein wenig. Auch schreiben uns Menschen, dass das Gebet, das ein Mensch einfach ausspricht, höher steht als diese Gebete.
Antwort: Ja, denn darin liegt ein echtes inneres Empfinden, ein Resonieren des Herzens mit dem Höheren Wort. Und das ist die höchste Form der Hinwendung zum Schöpfer.
Wenn ein Mensch in Aufrichtigkeit spricht, geschieht etwas Seltsames: Er hört, bevor er spricht. Er hört nicht sich selbst – er hört von oben. Und was er sagt, ist eine Antwort.
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Aus der TV- Sendung “Nachrichten mit Michael Laitman”






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