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Eine unvoreingenommene Sicht auf die Welt

Kommentar: Es gibt Handlungen, die der Mensch nur durch eine Veränderung seiner egoistischen Natur ausführen kann. Denn diese Natur zwingt uns, nur uns selbst zu lieben und auf Kosten des Nächsten gewinnen zu wollen – ungeachtet seines Leidens und manchmal sogar mit Freude darüber.

Ebenso wenig nehmen wir Rücksicht auf den Schöpfer. Wenn es nicht die Furcht vor der höheren Kraft gäbe, würden wir überhaupt nicht an sie denken. Doch es gibt eine Verhüllung, durch die wir nicht wissen, was im nächsten Moment mit uns geschieht – mit unserem Leben, unseren Kindern, unseren Angehörigen. Werden wir morgen noch leben? Was bringt der kommende Tag? Diese Ungewissheit veranlasst uns zu Berechnungen, und wir entscheiden, dass es sich lohnt, sich „richtig“ zu verhalten.

Es wird angenommen, dass auch der Schöpfer dem Menschen gegenüber gewisse Verpflichtungen hat, sofern der Mensch seine Pflichten gegenüber dem Schöpfer erfüllt. Mit anderen Worten: Verhält sich der Mensch richtig, so wird auch der Schöpfer ihn gut behandeln.

Doch es gibt eine weitergehende Bedingung: Wir sind verpflichtet, uns nicht nur dem Schöpfer gegenüber korrekt zu verhalten, sondern gegenüber der gesamten Wirklichkeit – der unbelebten Natur, den Pflanzen, den Tieren und den Menschen. Wir sollten uns zur umgebenden Welt so verhalten, als wäre sie wir selbst. Deshalb heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Der Nächste ist alles, was uns umgibt.

Stellen wir uns vor, wir begegneten allem außerhalb von uns mit derselben Sensibilität, Fürsorge und Liebe wie zu uns selbst. In einem solchen Zustand verschwindet die Trennung zwischen „mir“ und dem „Außen“. Die unbelebte Welt, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen werden gewissermaßen Teil meines eigenen Seins.

Wir beginnen zu empfinden, dass wir mit dem gesamten Universum eine Einheit bilden – wie einen einzigen Organismus, in dem wir uns befinden. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Innen und Außen.

Wenn wir diesen Zustand erreichen, lösen sich die Grenzen auf. Wir erwerben gleichsam ein zusätzliches Sinnesorgan, das uns erlaubt, die Wirklichkeit unverzerrt wahrzunehmen. Bis dahin haben wir die äußere Welt stets durch den Filter unseres eigenen Nutzens betrachtet und bewertet. Nun jedoch heben wir diese egoistische Voreingenommenheit auf und nehmen die Welt so wahr, wie sie ist.

Plötzlich offenbart sich eine neue Dimension der Einheit. Die äußere Welt und das eigene Selbst verschmelzen zu einer Wirklichkeit, die als „höhere Welt“ oder „Garten Eden“ bezeichnet wird. Diese Welt ist erfüllt von Licht, Energie, Leben und Freude. Es gibt keine Grenzen, keine Einschränkungen, keine Zeit – nur das höhere Licht in vollkommener Ruhe und Harmonie.

So treten wir aus den Begrenzungen unserer egoistischen Wahrnehmung heraus und enthüllen eine neue, wahrhaftige Realität, die nicht mehr durch unser Eigeninteresse eingeschränkt ist.

Wenn wir eine solche Wahrnehmung erlangen – in der wir die Welt als ein Ganzes erfahren, in dem sich höhere und niedere Dimensionen verbinden und das Licht, die alleinige Kraft des Schöpfers, alles erfüllt –, dann erkennen wir die Wahrheit, um derentwillen wir in dieser Welt existieren.

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Aus der TV Sendung „Neues Leben“ Nr. 627, 17. 

 

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