- Kabbala und der Sinn des Lebens - https://laitman.de -

Der Zustand, der als „Anstrengung“ bezeichnet wird

Denn es gilt die Regel: Niemand kann eine Handlung vollbringen, wenn er dabei keinen Genuss empfindet. Eine Arbeit, bei der man während des Tuns keinen Genuss hat, nennt man „Mühe“. (Rabash, Artikel 1987/27 Was sind „Segen und Fluch“ in der Arbeit?)

Wenn ich einerseits etwas tun möchte, andererseits aber dazu nicht in der Lage bin, weil ich keinen Belohnung für diese Handlung sehe, dann handelt es sich um Anstrengung.

Wir können uns eine Belohnung für alles Mögliche vorstellen, außer für das Einzige, was unserer Natur widerspricht: die Absicht, um des Gebens willen zu handeln. Solange es sich um die Absicht handelt, etwas zu erhalten – was auch immer das sein mag –, kann ich darin immer einen gewissen Nutzen erkennen.

Ich kann mich davon überzeugen, mir alles so vorzustellen, dass ich zumindest einen Anhaltspunkt finde und das Gefühl habe, dass es sich lohnt. Wenn es jedoch um eine Handlung um des Gebens willen geht, gibt es in meinen Kelim keine damit verbundene Freude, sie ist dort nicht spürbar, und dann kann ich sie nicht ausführen.

Versuche dir eine Handlung vorzustellen, bei der du alles gibst, was du hast – bis zum letzten Tropfen. Wenn du sie richtig ausführst, wirst du dabei keinerlei Freude empfinden können. Man könnte darin zwar Freude an der Anerkennung und noch etwas anderem finden, aber wir sprechen hier von der richtigen Ausführung.

Somit gibt es nur eine einzige Handlung, bei der wir uns in eine Situation versetzen können, in der uns der Antrieb fehlt, sie auszuführen. Das nennt man „Anstrengung“. Anstrengung sind meine Versuche, eine Handlung zum Zwecke des Gebens auszuführen, die offenbaren, dass ich dazu nicht fähig bin. Dieser Zustand an sich wird „Anstrengung“ genannt.

Frage: Wie führe ich sie aus?

Antwort: Was bedeutet „ausführen“? Du kannst es nicht, bist dazu nicht fähig, aber wenn du selbst feststellst, dass es tatsächlich so ist – das nennt man bereits Anstrengung.

Es heißt: „Der Mensch würde diese Handlung nicht ausführen, wenn er nicht wüsste, dass er für seine Anstrengung eine Belohnung erhält.“ Was ist also zu tun? Man muss das Bewusstsein für die Bedeutung der Absicht um des Gebens willen stärken. Aber wie? Wozu? Hier gerät der Mensch in eine Situation, in der er nichts mehr tun kann. Er offenbart seine Schwäche, wenn er erkennt, dass er – egal, worauf er zurückgreift – auf seine eigenen Kräfte, auf seine Natur, auf sein Bewusstsein – keinerlei Kontakt zur Absicht um des Gebens willen hat.

Wenn der Mensch jedoch gleichzeitig alle möglichen äußeren Eindrücke sammelt und von anderen hört, dass die Absicht das Wichtigste sei, obwohl er selbst keinen Geschmack daran findet und dazu auch nicht fähig ist, dann hat er zwei Extreme, zwei Pole, und daraus entsteht ein Gebet, auf welches er eine Antwort erhält.

Diese beiden Faktoren hängen miteinander zusammen: Wenn ich daran arbeite, die Bedeutung der Absicht zum Geben zu erkennen, wird mir immer deutlicher vor Augen geführt, dass ich sie nicht habe. Dabei darf man nicht darauf hinarbeiten, seine Unfähigkeit so schnell wie möglich zu erkennen. Es ist unmöglich, negativ zu arbeiten – das ist eine Selbsttäuschung.

Du bist verpflichtet, daran zu arbeiten, dennoch spirituelles Handeln zu erreichen und es zu vollbringen. Und dann wird dir im Gegensatz dazu gezeigt, dass du dazu unfähig bist. Man muss immer positiv arbeiten.

[#360630]

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash von 18.08.2026

 

Beitrag teilen: