
Frage: Wenn ich den Schöpfer um etwas bitte, das aus Seiner Sicht gut für mich wäre, ich mich dabei aber in meinen Kelim unwohl fühle, was soll ich dann tun? Muss ich um etwas anderes bitten, damit es mir auch gut geht?
Antwort: Wenn ein Mensch den Schöpfer bittet, dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht und er dabei noch nicht in Anhaftung an den Schöpfer ist, das heißt, sein Verlangen ist noch nicht korrigiert, dann bedeutet das, dass das, was aus seiner Sicht gut für Ihn ist, das Gegenteil von dem ist, was tatsächlich gut für ihn ist. Wie kann ich denn einfach so um etwas Gutes bitten!?
Du kannst die Frage anders formulieren. Ich befinde mich gerade in einem bestimmten Zustand. In jedem Augenblick, in jeder Sekunde dieses Zustands wende ich mich an den Schöpfer.
Warum? Mein Körper – von der einfachsten Zelle bis hin zu allen Körpersystemen, dem Gehirn, den Wünschen, den psychologischen und psychosomatischen Systemen, den Hormonen, den Gefühlen – alles ist in Bewegung. Das Verlangen, das das Leben aufrechterhält, befindet sich in jeder Zelle des Körpers und insgesamt im gesamten Körper. Und all diese Wünsche sind an den Schöpfer gerichtet, noch bevor ich „klüger geworden“ bin und sie sozusagen steuere, indem ich sie entsprechend ausrichte.
Nur weil ich irgendwo etwas gelesen oder gehört habe, dass es besser wäre, wenn ich anders denken würde, als es mein Körper verlangt – werde ich dadurch meinen Körper verändern? Werden meine Zellen plötzlich anders funktionieren? Nein! Werden meine Gedanken anders arbeiten? Nein, das wird keinerlei Einfluss haben! Alles, was ich lese, was angeblich „um des Gebens willen“ gut wäre und so weiter – all das liegt außerhalb von mir. Ich kann meine Wünsche nicht steuern!
Wenn ich etwas lese und allerlei Weisheiten lerne, dann beschäftige ich damit lediglich mein Gehirn. Mit meinen Wünschen hat das nichts zu tun. Meine Wünsche sind eine direkte Folge des Lichts, das sie formt. Genau das lernen wir: Das Licht erzeugt durch vier Stufen des direkten Lichts ein Verlangen und wenn es in dieses Verlangen eindringt, treibt es das Verlangen dazu an, den gesamten Vorgang zu durchlaufen.
Das heißt, ich habe überhaupt keine Möglichkeit, meine Wünsche zu kontrollieren. Ich kann nur dann auf sie Einfluss nehmen, wenn ich dem Schöpfer gebe. Dann wird der Schöpfer auf meine Bitte hin oder auf meinen Befehl hin mein Verlangen verändern. Er wird ein bestimmtes Licht senden, und dieses Licht wird mir, infolge seiner Entwicklung, ein solches Verlangen aufbauen, um welches ich sozusagen bitte. Aber nur durch Ihn kann ich meine Wünsche verändern. Deshalb wird Er auch „Ma’azil“ (Schöpfer) genannt.
Es ist nicht so, dass Er mich einst erschaffen und es dabei belassen hat, sodass ich mich nun gewissermaßen selbst kontrollieren kann. Nichts dergleichen! Ich habe mich nie in meiner Hand! Nur wenn ich mich an Ihn wenden und Ihn bitten kann, nur durch Ihn kann ich erreichen, dass sich in mir etwas ändert. Nur so! Was hat das also damit zu tun, ob ich etwas in einem Buch gelesen habe oder nicht? Dadurch verändere ich mich innerlich überhaupt nicht.
Wir müssen verstehen, dass all diese Dinge absolut künstlich und oberflächlich sind. In ihnen steckt nichts, was irgendetwas verändern könnte. Das Einzige, wozu sie bestimmt sind, ist, die Intensität des umgebenden Leuchtens zu verstärken, um durch das Studium, die Verbreitung und die Arbeit in der Gruppe das umgebende Licht anzuziehen, das dann zu Veränderungen führt.
[360079]
Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 30.07.2026